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Kulturnachrichten

Donnerstag, 2. April 2015

Portugiesischer Filmemacher Manoel De Oliveira tot

Er wurde 106 Jahre alt

Der preisgekrönte portugiesische Filmemacher Manoel
de Oliveira ist im Alter von 106 Jahren gestorben. Das teilte der
Stadtrat seiner Heimatstadt Porto am Donnerstag auf seiner Webseite mit, ohne weitere Details bekanntzugeben. De Oliveira war unter anderem auf den Filmfestspielen in Cannes und Venedig ausgezeichnet worden. Seine Karriere begann 1931, als er einen Stummfilm über Porto drehte. In der nordportugiesischen Hafenstadt war der Filmemacher geboren, dort lebte er auch.
1942 folgte der erste Spielfilm. Doch seine Schaffenskraft blieb eher
sporadisch, bis er im Alter von 76 Jahren anfing, fast jedes Jahr
einen neuen Film zu drehen. Sein Werk umfasst mehr als 30 Spielfilme sowie Dutzende Kurz- und Dokumentarfilme. Sein letzter Spielfilm "O Gebo e a Sombra" kam 2012 heraus - da war er schon mehr als 100 Jahre alt.

Ukraine verbietet Filme mit positivem Bild russischer Staatsorgane

Kulturpolitisch umstrittenes Gesetz wurde heute verabschiedet

Die Ukraine hat alle Filme mit positiver Darstellung russischer und sowjetischer Staatsorgane verboten. Betroffen sind unabhängig vom Herkunftsland alle Streifen, die nach dem 1. August 1991 produziert wurden, heißt es in dem von Präsident Petro Poroschenko unterzeichneten Dokument. Angedroht werden demnach Geldstrafen für alle, die ein "positives Bild von Angestellten des Aggressorstaates" zeichnen. Bisher prägen russische Filme und Serien ukrainische TV-Programme. Kritiker werfen der Regierung in Kiew Zensur vor. Die Führung in Moskau warnte vor einem zunehmenden "Russenhass" in dem Nachbarland. Zuvor hatte die prowestliche Führung dort auch russisches Fernsehen verboten. Zudem sind mehr als ein Dutzend russischer Künstler mit Einreiseverboten belegt. Das Kulturministerium in Kiew arbeitet an einem System, nach dem künftig auch Bücher in russischer Sprache für den ukrainischen Markt lizenziert werden sollen.

Renner weist Peymann-Vorwürfe zurück

Volksbühne keine "Eventbude"

Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner (SPD) hat die Vorwürfe von Theaterintendant Claus Peymann an seiner Amtsführung zurückgewiesen. "Kein Mensch hat die Absicht, aus der Volksbühne eine Eventbude zu machen", sagte der SPD-Politiker heute der Deutschen Presse-Agentur. "Wir gehen in keiner Sekunde davon aus, dass die zukünftige Führung der Volksbühne nicht jemanden mit Theater als Schwerpunkt hat. Im Gegenteil: Wir glauben sogar, dass das in den letzten Jahren stark reduzierte Ensemble wieder wachsen wird." Unbestätigten Medienberichten zufolge plant Renner, den Direktor der Londoner Tate Gallery, Chris Dercon, zum Nachfolger des noch bis 2017 amtierenden Volksbühnen-Intendanten Frank Castorf zu machen. Peymann hatte kritisiert, Renner wolle damit die einst so ruhmreiche Volksbühne zum "soundsovielten Event-Schuppen" der Stadt machen - "ein Super-GAU". Renner konterte: "Peymann macht den schweren Fehler, auf Gerüchte einzugehen, die gegenstandslos sind". Genauere Angaben zu seinen Personalplänen machte der Staatssekretär gleichwohl noch nicht.

"Zug der Liebe" - Technoparty steigt in Berlin

Eine Demonstration für mehr Mitgefühl und Nächstenliebe

Der Termin für eine neue Techno-Parade in Berlin steht fest: Sie soll am 25. Juli unter dem Motto "Zug der Liebe" starten. Es sei keine Neuauflage der Loveparade, sagte der Organisator Jens Hohmann der Deutschen Presse-Agentur. Er will die Parade als Demonstration verstanden wissen. "Anliegen ist der Protest für mehr Mitgefühl, mehr Nächstenliebe und soziales Engagement", sagte er. Mit dem Zug wolle man sich unter anderem gegen die islamkritische Pegida-Bewegung, gegen den Weiterbau der Stadtautobahn 100, gegen Gentrifizierung oder die Kriminalisierung von Straßenmusikern wenden. Das Event mit bis zu zehn Wagen solle ohne Werbung und Sponsoren auskommen, betonte Hohmann. Der Zug wird nach seinen Angaben von der Karl-Marx-Allee in Mitte zum Treptower Park führen. Der Organisator rechnet mit bis zu 20 000 Teilnehmern. Bislang hätten rund 10 000 Menschen auf Facebook ihre Teilnahme zugesagt.

Berlin bekommt nicht mehr Geld für Kulturbereich

Das teilt Berlins Finanzsenator Kollatz-Ahnen mit

Der Kulturbereich kann aus Sicht von Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) trotz des aufgelegten Investitionsfonds SIWA nicht auf mehr Geld hoffen. "Die Haushaltsspielräume für die Kultur sind durch die Kostensteigerungen an der Staatsoper mehr als verbraucht", sagte Kollatz-Ahnen heute. Bei der Staatsoper waren die Sanierungskosten jüngst um 150 auf 389 Millionen Euro gestiegen. Allenfalls könnten sich dem Senator zufolge noch Spielräume für die Kultur durch die Einnahmen aus der Citytax ergeben. Dazu müssten aber erst mal Gerichtsurteile zu der von Verbänden angefochtenen Bettensteuer vorliegen.

Intendant von Gera und Altenburg verlängert Vertrag

Erfolgreiche künstlerische Arbeit kann weitergehen

Der Generalintendant der Theater Gera und Altenburg, Kay Kuntze, hat seinen Vertrag bis Juli 2018 verlängert.
Darauf hätten sich Kuntze und die drei Gesellschafter - die Städte Gera und Altenburg sowie der Kreis Altenburger Land - verständigt, teilte der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Wolf heute mit. Damit sei der Grundstein für eine konsequente Fortsetzung der erfolgreichen künstlerischen Arbeit von Theater und Philharmonie für die nächsten Jahre gelegt, erklärte Wolf, der Oberbürgermeister von Altenburg ist. Kuntze sagte, neben einem anspruchsvollen Theaterangebot werde die "auskömmliche Finanzierung" des Fünf-Sparten-Hauses Schwerpunkt seiner Arbeit sein. Der alte Vertrag des 1966 in Berlin geborenen Generalintendanten galt bis Ende der Spielzeit 2016.

Bund gibt 7 Millionen Euro für Instandsetzung von Sankt Nikolai

Hamburger Mahnmal wird saniert

Die Bundesregierung beteiligt sich mit knapp sieben Millionen Euro an der Instandsetzung des Hamburger Mahnmals Sankt Nikolai. Das gab Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) heute in Berlin bekannt. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet, die Mittel seien im Haushalt bereitgestellt. Die Instandsetzung des baufälligen Mahnmals wird vom Bund und der Stadt getragen. Hamburg hat ebenfalls rund sieben Millionen Euro aus dem Sanierungsfonds 2020 bereitgestellt. Derzeit werden alte Fugen ausgeräumt und geschädigte Sandsteine ausgebaut. 2011 hatten sich Steinbrocken aus dem Mauerwerk der 1943 stark zerstörten früheren Hauptkirche gelöst, die in Hamburg zentraler Erinnerungsort für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ist.

Bangen um die Opernehe Düsseldorf-Duisburg

Über Verlängerung des Vertrages wird bis Ende Juli entschieden

Die jahrzehntelange Operngemeinschaft steht wieder auf dem Prüfstand. Über die Verlängerung des Vertrages über das Jahr 2017 hinaus müssen beide Städte bis Ende Juli entscheiden. Opernintendant Christoph Meyer warnte heute in der "Rheinischen Post" vor den Folgen eines Ausstiegs des verschuldeten Duisburgs. Dies wäre "ein fatales Zeichen" für Duisburg und würde auch den Düsseldorfer Opernbetrieb massiv beschneiden. Nur mit Duisburg zusammen könne die Rheinoper große Kinderopern wie "Ronja Räubertochter" im Verbund mit Dortmund und Bonn stemmen. Ohne Duisburg würde es zudem weniger Ballett- und Opernpremieren und weniger Vorstellungen auch in Düsseldorf geben. Auch die Zukunft der Duisburger Philharmoniker wäre bedroht. Im Vergleich mit der konkurrierenden Stadt Köln, die für über 250 Millionen Euro ihre Oper neu baue, drohe Düsseldorf ohne Duisburg auf den Rang eines Stadttheaters zu sinken. Der Duisburger Kulturdezernent Thomas Krützberg sagte der dpa, das Ziel aller Beteiligten sei, die seit fast 60 Jahren bestehende Opernehe zu erhalten. Wegen der Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst kommen auf Rheinoper Mehrkosten zu, über deren Aufteilung sich die Städte einigen müssen.

Paulus Böhmer bekommt Peter-Huchel-Preis

Preis ist mit 10 000 Euro dotiert

Der Dichter Paulus Böhmer ist mit dem diesjährigen Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik ausgezeichnet worden. Allerdings konnte der 78-Jährige aus Krankheitsgründen die Auszeichnung nicht selbst entgegennehmen. Der in Frankfurt am Main lebende Böhmer bekam die mit 10 000 Euro dotierte Ehrung für seinen Gedichtband "Zum Wasser will alles Wasser will weg" zugesprochen. Dieses Werk sei wortgewaltig und bildgenau, sagte ein Sprecher der Jury in Staufen bei Freiburg. Es sei eine "herausragende Neuerscheinung des Jahres 2014". Zu den bisherigen Preisträgern gehören Ernst Jandl, Durs Grünbein, Thomas Kling, Oskar Pastior und Friederike Mayröcker.

Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche verteidigt Karfreitagsruhe

Stiller Tag soll gesetzlich geschützt bleiben

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat kein Verständnis dafür, die Karfreitagsruhe infrage zu stellen. In mehreren deutschen Städten sind für Karfreitag Proteste gegen das Tanzverbot geplant. So sind beispielsweise in Bochum, Köln, Frankfurt am Main, Mainz und Augsburg Veranstaltungen unter anderem mit Christentums-Satire und Osterspaziergängen vorgesehen. Heinrich Bedford-Strohm sagte im SWR, er könne nicht nachvollziehen, dass es eine Zumutung sein soll, an einem der 365 Tage eines Jahres nicht zu feiern, "sondern an diesem einem Tag an die Leidenden der Welt zu denken". Die stärksten Einschränkungen für den Karfreitag gelten in Hessen und Baden-Württemberg: Zwischen Gründonnerstag und Ostermontag gilt dort das sogenannte Tanzverbot nahezu durchgängig. Einige Bundesländer haben die Tanzverbote in der jüngsten Zeit gelockert.

Rockfestival geht nach Schalke

Aus am Nürburgring

Das Festival "Grüne Hölle Rock" wechselt als "Rock im Revier" vom Nürburgring nach Schalke. Das teilte der Konzertveranstalter Deag heute mit. Dies ist ein neuer Rückschlag für den Nürburgring. Eigentlich sollte das Festival vom 29. bis 31. Mai an der Eifelrennstrecke steigen - als Ersatz für "Rock am Ring", das ins nahe Mendig gezogen ist und kurze Zeit später später über die Bühne gehen wird. Der Grund des Weggangs vom Nürburgring zur Veltins-Arena in Gelsenkirchen-Schalke ist ein Kostenstreit zwischen dem Rennstreckenbetreiber Capricorn Nürburgring GmbH (CNG) und der Deag. Der Konzertveranstalter wirft der CNG Vertragsbruch vor, sie habe sich nicht an Kosten beteiligt. Alle Karten für "Der Ring - Grüne Hölle Rock" gelten laut Deag für "Rock im Revier" im Innenraum. Fans könnten ihre Karten auch für das Festival "Rockavaria" in München umtauschen oder sie zurückgeben.

Ulrich Khuon kritisiert Latchinians Entlassung

Rostock hat ein kraftvolles Theater verdient

Der Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Ulrich Khuon, hat Rostocks Oberbürgermeister Methling scharf kritisiert. Methling müsse die fristlose Entlassung von Volkstheaterintendant Latchinian zurücknehmen und das Volkstheater Rostock stärken anstatt es zu schwächen. In einem offenen Brief der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins hatte Khuon dem Oberbürgermeister stilloses und unkorrektes Verhalten vorgeworfen. Methling führe eine katastrophale Zerstörung der Rostocker Theaterstrukturen herbei, heißt es in dem Schreiben. Der entlassene Intendant Latchinian sei getäuscht worden, indem er an ein Vierspartenhaus geholt worden sei, das nun vom Oberbürgermeister zum Zweispartenhaus amputiert werde. Im Gespräch mit dem NDR sagte Khuon, er hoffe trotz dieser scharfen Kritik immer noch auf einen Dialog mit der Stadtspitze.

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