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Kulturnachrichten

Freitag, 20. März 2015

Rückgabe von Bild aus Gurlitt-Sammlung in Sicht

Max-Liebermann-Gemälde wird zurückgegeben

Die Rückgabe des ersten Bildes aus der Sammlung Gurlitt an die rechtmäßigen Besitzer steht nach "Spiegel"-Informationen kurz bevor. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat eine entsprechende Restitutionsvereinbarung unterschrieben, wie ihr Sprecher bestätigte. Damit steht der Rückgabe des Max-Liebermann-Gemäldes "Zwei Reiter am Strand" aus dem Nachlass des umstrittenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt an die rechtmäßigen Eigentümer wohl nichts mehr im Weg. Ansprchsberechtigt ist ein New Yorker Anwalt. Er ist ein Großneffe des früheren Eigentümers und hat den Holocaust überlebt.
Nach "Spiegel"-Informationen zeichnet sich auch die Rückgabe des Gemäldes "Sitzende Frau" von Henri Matisse an die Erben des jüdischen Kunsthändlers Paul Rosenberg inzwischen ab.

Urteil im Prozess um 271 Picasso-Bilder

Französisches Rentnerpaar bekommt zwei Jahre auf Bewährung

Das Gericht im südfranzösischen Grasse hat Pierre Le Guennec und seine Ehefrau Danielle der Hehlerei für schuldig gesprochen. Das Paar war jahrzehntelang im Besitz von 271 unbekannten Werken des Malers Pablo Picasso. Die Kunstwerke sollen nun Picassos Sohn Claude Ruiz-Picasso übergeben werden. Le Guennec beteuerte vor Gericht, die Kiste mit den Kunstwerken sei ein Geschenk von Picasso und seiner Ehefrau Jacqueline gewesen. Die Werke sollen dann 40 Jahre lang in seiner Garage gelagert haben. Der Elektriker hatte einst in einem Landhaus von Picasso in Südfrankreich gearbeitet. 2010 wollte Le Guennec die Werke - 180 Gemälde, Collagen und Zeichnungen sowie ein Skizzenheft mit 91 Entwürfen - von Picassos Sohn Claude als echt beglaubigen lassen. Dieser erstattete daraufhin Anzeige. Ihr Anwalt erhob vor Gericht den Vorwurf, der Rentner sei nur ein Strohmann für eine internationalen Kunstschieber-Ring. Die Staatsanwaltschaft forderte fünf Jahre Haft auf Bewährung gegen das Rentnerpaar wegen Hehlerei. Das Urteil fiel nun deutlich milder aus.

Pariser Buchmesse eröffnet

Länderschwerpunkt ist Brasilien

Die größte Buchmesse Frankreichs, der Salon du Livre, eröffnet heute. Über 1200 Verleger aus 50 Ländern sind auf der diesjährigen Veranstaltung vertreten. Gastland der bedeutendsten Buchmesse Frankreichs ist Brasilien. Dazu sind mehr als 40 Autoren angereist, darunter Paulo Coelho, Adriana Lisboa und Leonardo Boff. Der Salon du livre dauert bis Montag und findet auf dem Messegelände der Porte de Versailles statt. Auch dieses Jahr rechnen die Veranstalter wieder mit bis zu 200 000 Besuchern. Brasilien war 2013 Gastland auf der Frankfurter Buchmesse.

Deutsche Oper Berlin plant neuen Ring des Nibelungen

Götz Friedrichs legendäre «Ring»-Inszenierung wird ersetzt

Die Deutsche Oper Berlin ersetzt Götz Friedrichs legendäre "Ring"-Inszenierung durch eine Neuproduktion von Regiestar Stefan Herheim. Im April 2017 soll Friedrichs in den 80er Jahren geschaffener Zyklus von Richard Wagners "Ring des Nibelungen" zum letzten Mal aufgeführt werden. 2020 soll dann die Tetralogie unter Herheims Federführung starten. Mit dem Norweger sei ein Regisseur gefunden worden, der den neuen "Ring" auf Augenhöhe mit Friedrichs immer wieder gefeierter "Tunnel"-Darstellung schaffen könne, teilte die Deutsche Oper mit. Seit der Premiere 1984 hat die Deutsche Oper Friedrichs "Ring"-Fassung immer wieder mit großem Publikumserfolg auf den Spielplan gesetzt. Herheim wurde mehrfach von der Zeitschrift "Opernwelt" zum Regisseur des Jahres gewählt, unter anderem für seine "Parsifal"-Regie bei den Bayreuther Festspielen 2008.

Evangelische Posaunenchöre sollen als Weltkulturerbe vorgeschlagen werden

Bläsertradition ist weltweit einmalig

Der Evangelische Posaunendienst will seine Posaunenchöre zum immateriellen Kulturerbe der Unesco erklären lassen. Die Bläsergruppen seien das Markenzeichen der evangelischen Kirche und in ihrer Vielfalt einmalig, sagte der leitende Obmann des Evangelischen Posaunendienstes, Rolf Bareis: "Die Posaunenchöre machen Kirche hörbar. So etwas gibt es sonst nirgendwo auf der Welt." In den rund 6.500 Chören seien alle Altersgruppen, Bildungsschichten und Geschlechter vereint. "Wenn die deutsche Orchesterlandschaft zum immateriellen Kulturerbe erklärt wird, warum nicht auch die Posaunenchöre?", sagte Bareis. Er sei optimistisch, dass der Antrag anerkannt werden. Die Musiker spielten nicht nur für sich, sondern um anderen Menschen Freude zu bringen. Durch die Posaunenchöre bleibe die Tradition der singenden und musizierenden Gemeinden lebendig.

Rekord-Preise für asiatische Kunst in New York

Experten lagen mit Erwartungen völlig falsch

Die Auktionshäuser Sotheby's und Christies haben sich verschätzt: mehrere asiatische Kunstwerke erzielten gestern in New York Verkaufpreise, die zum Teil 140 Mal so hoch wie erwartet waren. Eine 600 Jahre alte Sammlung buddhistischer Texte war von Sotheby's mit 100 000 Dollar veranschlagt worden, doch zuletzt wurden es mehr als 14 Millionen Dollar. 15 Interessierte hatten mitgeboten, das Stück ging schließlich an den chinesischen Milliardär Liu Yiqian. Bei Christie's erzielte gestern ein mehr als 200 Jahre alter Krug 509 000 Dollar - die Experten hatten mit nicht mehr als 5000 Dollar gerechnet. Auch viele andere Objekte gingen für ein Vielfaches der angesetzten Preise an die Käufer. Bereits am Dienstag hatten beide Auktionshäuser die höchsten Jahresumsätze ihrer Firmengeschichte mitgeteilt.

US-Museum gibt Gotha astronomisches Instrument zurück

Sternhöhenmesser verschwand nach dem 2.Weltkrieg aus Kunstsammlung

Ein kostbares Astronomie-Instrument kehrt aus den USA nach Gotha zurück. Das 1567 von Christoph Schissler dem Älteren in Augsburg geschaffene Astrolabium, ein Sternhöhenmesser, befand sich seit 1954 in der Sammlung des Toledo Museums of Art im US-Bundesstaat Ohio. Die Kuratorin des Museums werde das kostbare Instrument, mit dem der sich drehende Himmel nachgebildet werden kann, am 25. März zurückgeben, teilte die Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha mit. Direktorium und Aufsichtsgremium des Kunstmuseums in Toledo hätten im vergangenen Jahr beschlossen, das Astrolabium nach Thüringen zurückzugeben. Es war den Gothaer Kunstsammlungen während der US-Besatzung verloren gegangen. Das Stück tauchte in den USA auf, wo es der damalige Museumsdirektor in einer New Yorker Kunstgalerie für 6500 Dollar kaufte. Es habe heute einen hohen sechsstelligen Marktwert, hieß es.

Frank Castorfs Zeit an der Volksbühne geht zu Ende

Berlins Kulturstaatssektretär Renner will die Ära Castorf an der Spitze der Volksbühne beenden

"Frank Castorf wird 2017 25 Jahre an der Volksbühne Intendant gewesen sein und wir waren der Meinung, es ist an der Zeit, die Volksbühne mal weiterzuentwickeln und auch weiterzudenken", sagte Kulturstaatssekretär Tim Renner dem 3sat-Magazin "Kulturzeit". Castorf sei "ein wunderbarer Regisseur" und werde als solcher der Stadt auch erhalten bleiben. "Denn nur eben halt was die Führung des Hauses angeht, da muss man weiter nach vorne gucken und weiter entwickeln", sagte Renner. Ein Sprecher der Kulturverwaltung bestätigte, dass es Gespräche über eine begrenzte Verlängerung von Castorfs Vertrag gebe. Der Intendant und Regisseur hatte selber gesagt, dass es in Berlin großes Interesse gebe, dass er aufhört. "Wir haben jetzt eine kleine Verlängerung, aber keine, die ausreichen würde, die Volksbühne neu zu strukturieren", sagte der 63-Jährige der "Zeit".

Präsident Olbertz von der Humboldt-Universität will keine zweite Amtszeit

Grund ist Zwist um Uni-Reform

Die Berliner Humboldt-Universität verliert ihren Präsidenten Jan-Hendrik Olbertz. Er werde planmäßig bis Oktober arbeiten, stehe danach aber nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung, teilte Olbertz mit. Als Begründung gab er an, keine Mehrheit für seine angestrebte Uni-Reform gefunden zu haben. Olbertz wollte als Kernanliegen eine professionelle Gesamtverantwortung für die Verwaltung wiedereinführen. Ein Termin für die Wahl des neuen Präsidenten steht noch nicht fest. Angestrebt wird Ende Juni oder Anfang Juli. Zu seinen beruflichen Plänen nach Oktober mache Olbertz keine Abgaben. Vor seinem Wechsel an die Spitze der Humboldt-Universität (HU) im Oktober 2010 war Olbertz Kulturminister in Sachsen-Anhalt. Als erstem Präsidenten gelang es ihm, die HU zu einer von insgesamt elf Exzellenzuniversitäten in Deutschland zu machen.

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