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Kulturnachrichten

Montag, 28. April 2014

Cannes-Jury mit Sofia Coppola und Willem Dafoe

Nach der Bekanntgabe der Wettbewerbsfilme in Cannes steht nun auch die Jury fest.

Wie die Festivalleitung bekannt gab, wird unter anderem die US-Regisseurin Sofia Coppola über die Gewinner der Goldenen Palme entscheiden - neben ihren Kollegen aus China und Dänemark, Jia Zhangke und Nicolas Winding Refn. Auf der Liste stehen außerdem die Schauspieler Willem Dafoe, Carole Bouquet, Leila Hatami und Jeon Do Yeon. Die Cannes-Jury besteht traditionell aus neun Mitgliedern. Die Leitung hat in diesem Jahr die neuseeländischen Regisseurin Jane Campion. Der Wettbewerb findet zwischen dem 14. und 25. Mai statt.

Evangelische Kirche verteidigt Einladung Lewitscharoffs

"Wir müssen zwischen den verunglückten Formulierungen und dem Anliegen der Autorin unterscheiden."

Mit diesen Worten hält der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge weiter an der Schriftstellerin Sybille Lewitscharoff fest. Die Autorin soll morgen einen Vortrag beim ökumenischen Kulturprojekt "Dekalog heute" in der Neuen Nationalgalerie halten. Dröge sagte, Lewitscharoff sei zwar für ihre "Dresdner Rede" zu Recht scharf kritisiert worden. Allerdings habe sie ihre Äußerungen wieder zurückgenommen. Sie habe jetzt die Möglichkeit, noch einmal "betont anders" zu Wort zu kommen. Lewitscharoff hatte in ihrer Rede im März künstlich gezeugte Kinder als "Halbwesen" bezeichnet. Der Berliner Kirchenhistoriker Christoph Markschies hatte daraufhin aus Protest seine Moderation der Dekalog-Veranstaltung abgesagt.

ARD verteidigt Berichterstattung über OSZE-Beobachter

Die ARD hat ihre Berichterstattung über die festgenommenen OSZE-Militärbeobachter in der Ostukraine verteidigt.

"Tagesschau" und Tagesthemen" hatten Ausschnitte aus der Pressekonferenz der pro-russischen Separatisten gesendet, obwohl nicht klar war, ob die Beobachter zu ihren Aussagen gezwungen wurden. ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke sagte dem Evangelischen Pressedienst, die Berichterstattung sei mit journalistisch-ethischen Grundsätzen vereinbar. Man sei dem Informationsanspruch gerecht geworden, ohne eine rote Linie zu überschreiten. Das ZDF hatte sich für einen anderen Weg entschieden. Der Sender hatte nach eigenen Angaben bewusst auf Nahaufnahmen und Zitate verzichtet, um die Würde der Entführten zu schützen.

Sylvia Löhrmann: Schulen brauchen Zeit und Verlässlichkeit

"Man hat in der Vergangenheit unterschätzt, dass die Entwicklung der Schulen Zeit und Verlässlichkeit braucht."

So sieht es die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Sylvia Löhrmann, im Interview mit Deutschlandradio Kultur. Die Politik müsse deswegen davon weg kommen, nach jeder Wahl etwas Neues zu machen. Dennoch ist laut Löhrmann die Schulentwicklung ein ständiger Prozess. So hätten etwa immer mehr Eltern keine Schicksalsentscheidungen direkt nach der vierten Klasse fällen wollen. Das habe zu einem drastischen Rückgang bei den Hauptschulen geführt, obwohl diese gute Arbeit geleistet hätten. Auf diese veränderten Rahmenbedingungen müsse die Politik nun reagieren.

Türkei: Gauck kritisiert Twitter- und Youtube-Blockade

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Zugangssperren für Twitter und Youtube in der Türkei kritisiert.

Gauck sagte nach einem Gespräch mit dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül, es stelle sich die Frage, ob dies für die Demokratie förderlich sei. Die Regierung hatte erst die Zugänge zu Twitter und dann zum Videoportal YouTube blockieren lassen. YouTube ist nach wie vor gesperrt. Kritiker sehen darin den Versuch, die Veröffentlichung von Audiomitschnitten zu stoppen, die Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan im Korruptionsskandal belastet hatten. - Gauck will sich heute noch mit Erdogan treffen. Außerdem ist eine Rede vor Studenten in Ankara geplant.

UNESCO: Türkischer Journalist Ahmet Şik wird geehrt

Knapp ein Jahr saß er in türkischen Gefängnissen - nun wird der Journalisten Ahmet Şik für seine Unerschrockenheit ausgezeichnet.

Die UNESCO verleiht den mit 25.000 US-Dollar dotierten Guillermo-Cano-Preis an den 44-Jährigen. Laut Jury ehrt man damit einen glühenden Verfechter der Meinungsfreiheit. Der Journalist sei schon vor sieben Jahren mit kritischen Texten aufgefallen. Seitdem wurde er immer wieder verhaftet. Die Veröffentlichung seines Buches "Die Armee des Imams", in dem er sich kritisch mit dem Prediger Fethullah Gülen auseinandersetzt, wurde verboten. Der Preis wird am Freitag anlässlich des Welttags der Pressefreiheit in Paris verliehen.

Skandinavisches Großereignis: Islandsaga-Gesamtausgabe wird veröffentlicht

Für diese Buchveröffentlichung wurden weder Kosten noch Mühen gescheut: Der isländische Premier kommt, die skandinavischen Kultusminister werden erwartet und das Vorwort hat Dänemarks Königin Margarethe II. geschrieben.

Die Rede ist von der 2.500 Seiten umfassenden Gesamtausgabe der Isländersagas, die heute präsentiert wird. Sechs Jahre lang haben 100 Übersetzer daran gearbeitet. Die Stücke haben ihren Ursprung im Mittelalter. Sie gelten nicht nur als Grundlage der isländischen Literaturwissenschaft, sondern bilden auch das literarische Fundament Norwegens, Schwedens und Dänemarks. Allerdings waren bislang nur noch die Isländer imstande, die Bücher zu lesen.

Weltbild schließt jede Vierte Filiale

Nach der Insolvenz schließt der Weltbild-Konzern jede vierte Filiale.

Wie die Insolvenzverwaltung mitteilte, sollen 53 der 220 Buchhandlungen binnen eines Jahres aufgegeben werden. Rund 290 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze. Die ersten Filialen sollen im Juli ihr Geschäft beenden. Nach Angaben von Sachwalter Christian Pail will das Unternehmen neben dem Online-Handel aber auch weiter am Verkauf in Buchhandlungen festhalten. Die Weltbild-Gruppe mit 6.300 Beschäftigten hatte im Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Die kirchlichen Gesellschafter waren nicht mehr bereit, weitere Millionenbeträge zuzuschießen.

Historiker Flaig: EU-Bürger sollten in Volksentscheiden über gemeinsame Verfassung abstimmen

Wenn es nichts mehr zu verteilen gibt, dann beginnen Missgunst, Neid und schließlich auch der nationale Hass.

So äußert sich Althistoriker Egon Flaig in Deutschlandradio Kultur mit Blick auf die Konstruktion der Europäischen Union. Schuld daran sei ein Anfangsfehler: Die EU sei als Wirtschaftsgemeinschaft gegründet worden. Daraus könne nicht einfach eine politische Gemeinschaft entstehen. Zudem funktioniert ein solches System seiner Meinung nach nur so lange es etwas zu verteilen gibt. Abhilfe kann es laut Flaig nur dann geben, wenn in Volksentscheiden über eine gemeinsame Verfassung entschieden wird. Das Ergebnis müsse dann ähnlich aussehen wie die Vereinigten Staaten von Amerika.

Britische Studie: Zahl der Kunstkäufe im Internet verdoppeln sich in den nächsten Jahren

Junge Sammler suchen nach Kunst, die man auf einfachem Weg erwerben kann.

So beschreibt es der britische Versicherer Hiscox, der eine Studie zur Zukunft von Internetauktionen veröffentlicht hat. Demnach wird sich das Volumen der Kunstverkäufe über das Internet in den nächsten fünf Jahren auf etwa 3,7 Millarden US-Dollar annäherend verdoppeln. Zwar werden die Online-Verkäufe die Galerien und Auktionen in der realen Welt nicht ersetzen. Aber vor allem Anfänger erschlössen sich immer häufiger auf diesem Weg den Kunstmarkt. Die Studie basiert auf der Analyse von Sozialen Netzwerken und der Befragung von über 500 internationalen Kunst-Käufern.

Studie: Smartphone und Internet gehören für Kinder zum Alltag

Smartphones und Internet gehören selbst für viele kleinere Kinder zum Alltag.

Das zeigt eine Studie des Branchenverbandes "Bitkom". Demnach nutzt jeder Fünfte der Sechs- und Siebenjährigen Smartphones. Ab 12 Jahren gehört es dann zur Standardausstattung. Ähnlich sieht das Ergebnis beim Thema Internet aus: Knapp 40 Prozent der Sechs- und Siebenjährigen sind regelmäßig im Netz. Mit zehn oder elf Jahren sind nahezu alle Kinder online und verbringen im Schnitt 22 Minuten pro Tag im Internet. In diesem Alter beginnt laut Studie auch der Einstieg in soziale Netzwerke. Am beliebtesten seien WhatsApp und Facebook.

Jahresbericht: Deutschland verfolgt NZ-Kriegsverbrecher vorbildlich

Deutschland und die USA gelten als vorbildlich, wenn es um die Verfolgung von Nazi-Tätern während des Holocaust geht.

Das schreibt das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem in seinem aktuellen Bericht. Beide Ländern ergreifen demnach alle erdenklichen Maßnahmen, um mögliche Kriegsverbrecher aus dem Nationalsozialismus zu ermitteln. Damit hätten sie auch erhebliche Erfolge erzielt. Der Bericht betont außerdem, dass in Deutschland heutzutage praktisch jeder belangt werden könne, der in einem KZ oder bei der SS gedient habe. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum veröffentlich seinen Bericht jedes Jahr kurz vor dem Holocaust-Gedenktag, der heute in Israel begangen wird.

Während des Gedenktages kommt das Land nach dem Ertönen einer Sirene für zwei Minuten komplett zum Stillstand. Damit soll der sechs Millionen Juden gedacht werden, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Ungarn: Rekordbeteiligung an Holocaust-Gedenkmarsch

In Ungarn hat der diesjährige Holocaust-Gedenkmarsch eine Rekordzahl an Teilnehmern auf die Straße gelockt.

Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich etwa 25.000 Menschen an der Veranstaltung, die an den Beginn der Massendeportationen ungarischer Juden vor 70 Jahren erinnern sollte. Gleichzeitig wurde erneut Kritik an einem geplanten Denkmal zum Holocaust geübt. Das Denkmal, so der Vorwurf, verschleiere die Beteiligung der Ungarn am Holocaust. Das sei so nicht akzeptabel, meinte etwa der Organisator des Gedenkmarsches, Gabor Gordon. Vor zwei Wochen hatten jüdische Vereine die Gründung einer Stiftung bekannt gegeben, die ohne staatliche Einflussnahme die Feierlichkeiten in diesem Jahr organisieren soll.

ARD verfilmt Lebensgeschichte Bertha von Suttners

Bertha von Suttner wurde 1905 als erste Frau mit einem Nobelpreis ausgezeichnet.

Jetzt verfilmen die ARD und der österreichische ORF die Lebensgeschichte der Friedensnobelpreisträgerin. Das teilte die ARD-Filmtochter "Degeto" mit. In den Hauptrollen spielen Birgit Minichmayr und Sebastian Koch. Die Dreharbeiten unter der Regie von Urs Egger finden unter anderem in Wien und Niederösterreich statt. Von Suttner schrieb unter anderem den Roman "Die Waffen nieder", in dem sie ihre Erlebnisse aus dem russisch-türkischen Krieg verarbeitete.

Ukraine: Prorussische Aktivisten besetzen TV-Sender

Im ukrainischen Donezk haben prorussische Milizionäre einen TV-Sender besetzt.

Nach Agenturangaben verlangten sie die Einstellung der ukrainisch-sprachigen Programme. Stattdessen sollten wieder Sendungen auf Russisch übertragen werden. Die Übergangsregierung in Kiew hatte im März Sendungen russischer Kanäle blockiert, weil sie deren Programm als Propaganda-Instrument Russlands ansieht.

Amos Oz: "Ich wünsche mir Frieden noch zu meinen Lebzeiten"

Zu seinem Geburtstag diesen Sonntag wünscht sich der Schriftsteller Amos Oz vor allem Frieden für Israel und Palästina.

Europa habe nach 2.000 Jahren des Blutvergießens und Mordens auch Frieden gefunden, sagte Oz der Deutschen Presse-Agentur. Er glaube daran, dass Juden und Araber weniger Zeit benötigten. Die Palästinenser würden nirgendwohin gehen und die Israelis blieben ebenfalls. Beide Seiten hätten also keine Wahl, sie müssten das Haus in zwei Wohnungen aufteilen - so wie es die Tschechen und die Slowaken getan hätten. Amos Oz hat bis heute über 30 Bücher veröffentlicht, die in ebenfalls so viele Sprachen übersetzt worden. Seit Jahrzehnten setzt er sich für einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern ein.

China: Zugang zu populäre US-Serien auf Videoportalen gesperrt

Die chinesischen Fans von US-Serien müssen sich seit dem Wochenende in ihrer Auswahl einschränken.

Wie die chinesische Internetseite "Global Times" berichtet, hat die Regierung den Zugang zu vier populären Serien auf verschiedenen Internet-Videoportalen gesperrt. Davon betroffen sind unter anderem die Unterhaltungssendungen "The Big Bang Theory" und "Navy CIS". "Global Times" spekuliert, dass dies der Beginn einer schärferen Zensur von Online-Inhalten sein könnte. Anfang März hatte die staatliche Medienbehörde angekündigt, die Kontrollen von Video- und Audiomaterial im Internet zu verstärken.

Rumänien: Gauck übernimmt Schirmherrschaft von Kirchenburg.Stiftung

Rund 200 Kirchenburgen und Kirchen gibt es im rumänischen Siebenbürgen auf engstem Raum - sieben von ihnen zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Um die historischen Bauten vor dem Verfall zu schützen, soll nun eine Stiftung unter prominenter Schirmherrschaft gegründet werden. Wie ein Sprecher der Evangelischen Kirche des Augsburger Bekenntnisses im Vorfeld mitteilte, werden Bundespräsident Joachim Gauck und der rumänische Staatschef Traian Basescu den Vorsitz übernehmen. Die Kirchenburgen wurden vor allem im Mittelalter von der deutschen Minderheit der Siebenbürger Sachsen erbaut. Nach der Abwanderung vieler Rumäniendeutscher in den 90er Jahren, steht ein Großteil seit Jahren leer.

Max Herre über politische Künstler

Es gibt Kunst, die politische Themen behandelt, und Künstler, deren Auftritt allein schon ein Politikum ist.

Diese Unterscheidung trifft der Musiker Max Herre in der Zeitschrift "monopol". Wenn etwa Ai Weiwei in einem Land ausstelle, das er nicht bereisen könne, sei das ein politisches Statement. Als Herre und seine Frau Joy Denelane anfingen, Musik zu machen, hätten sie auch nicht über Politik singen müssen. Da habe sich seine Frau, deren Vater aus Südafrika stammt, auf die Bühne gestellt und deutsche Songs gesungen. Und das in einem Land, das diskutierte, ob es nun ein Einwanderungsland sei oder nicht.

Gidon Kremer: Die persönliche Signatur macht den Künstler aus

"Heutzutage haben sehr wenige Komponisten und Interpreten eine Signatur."

So empfindet es der Geiger Gidon Kremer im Interview der "Süddeutschen Zeitung". Für ihn mache aber eine solche Signatur den Künstler aus. Sein Ziel sei immer gewesen eine Art von Erkennbarkeit anzustreben. Das meine er nicht, weil er ein Snob sei, so Kremer. Diese Einstellung sei vielmehr ein Zeugnis des Älterwerdens.

Trickfilmfestival in Stuttgart mit Besucherrekord

Das Internationale Trickfilmfestival in Stuttgart ist gestern mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen.

Nach Angaben der Veranstalter kamen in den vergangenen sechs Tagen 85.000 Menschen zu den Vorstellungen und Workshops. Das Festival sollte die wichtigsten Werke der Animationsbranche zeigen. Für die neun Wettbewerbe hatten sich rund 2.000 Filmproduzenten beworben. Den mit 15.000 Euro dotierten "Grand Prix" vom Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart bekam der englische Streifen "Through the Hawthorn".

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