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Kulturnachrichten

Samstag, 19. April 2014

Weltweite Anteilnahme am Tod Gabriel Garcia Marquez´

Der Tod des kolumbianischen Literatur-Nobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez hat weltweit Trauer ausgelöst.

Nach der Todesnachricht versammelten sich hunderte Menschen vor seinem Haus in Mexiko-Stadt, wo er 40 Jahre lang gelebt hatte. Mexiko ehrt Garcia Marquez am Montag mit einer nationalen Trauerfeier. Der kolumbianische Präsident Santos ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. US-Präsident Obama nannte Garcia Marquez einen der größten visionären Schriftsteller der Welt. Der peruanische Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa erklärte, seine Werke hätten der spanischen Sprache und Literatur großes Ansehen gebracht.

Gabriel Garcia Marquez war am Donnerstag im Alter von 87 Jahren gestorben. Zu seinen bekanntesten Romanen gehören "Hundert Jahre Einsamkeit" und "Liebe in Zeiten der Cholera".

Feuilletons würdigen García Márquez

Manche Literaturkritiker halten Gabriel García Márquez für den größten spanischsprachigen Schriftsteller seit Cervantes - also seit vier Jahrhunderten.

Die "Süddeutsche Zeitung" nennt ihn auch - Zitat - "die wichtigste Stimme Lateinamerikas, die seit dem Nobelpreis kaum mehr angefochten wurde". Márquez habe seine Position dazu genutzt, Veränderungen zu fordern. Er sei eine von allen Seiten respektierte Persönlichkeit gewesen und habe beispielsweise als Vermittler zwischen Guerillagruppen und der kolumbianischen Regierung fungiert. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" würdigt Márquez als einen Schriftsteller, der - Zitat - "eine neue Art des Erzählens" geschaffen hat. Diese verfüge über die "Essenzen der Moderne", sie sei betörend aber nicht naiv. Vor allem aber seien seine Werke sozialkritisch.

Der kolumbianische Schriftsteller ist am Donnerstag im Alter von 87 Jahren in Mexiko-Stadt gestorben. Dort hatte er mehr als 40 Jahre lang gelebt.

Papst prangert wirtschaftliche Ausbeutung an

Beim traditionellen Kreuzweg am Kolosseum in Rom hat Papst Franziskus für die Opfer wirtschaftlicher Ausbeutung gebetet.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche sprach von einem "Gewicht aller Ungerechtigkeiten, die durch die Wirtschaftskrise mit ihren sozialen Folgen verursacht" worden seien. Ausdrücklich nannte er Arbeitslosigkeit, Finanzspekulationen und Korruption. Auf dem Kreuzweg trugen in diesem Jahr Obdachlose, Flüchtlinge, Strafgefangene und Kranke das Kreuz.

Ostermarsch-Organisatoren erwarten erneut tausende Teilnehmer

In vielen deutschen Städten werden heute erneut tausende Menschen zu den traditionellen Ostermärschen erwartet.

Unter anderem in Berlin, Mainz, Wiesbaden, Düsseldorf und Stuttgart soll für Frieden, ein Verbot von Rüstungsexporten und gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr demonstriert werden. Im Mittelpunkt der Proteste steht in diesem Jahr die Gefahr eines bewaffneten Konflikts in der Ukraine. Insgesamt planen Friedensaktivisten bis Montag bundesweit rund 80 Veranstaltungen.

Die Ostermarschbewegung hat ihre Wurzeln im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges.

Kardinal Marx gegen Ausweitung der Sterbehilfe

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Marx, hat sich gegen eine Ausweitung der Sterbehilfe ausgesprochen.

Der Münchner Kardinal sagte im Interview der Woche des Deutschlandfunks, andernfalls gerieten vor allem alte Menschen unter Druck. Viele empfänden sich als überflüssig oder könnten denken, sie fielen anderen zur Last. Nötig sei deshalb eine breite gesellschaftliche Debatte. In seiner Osterbotschaft fordert Marx einen Ausbau der Sterbebegleitung in Hospizen und Palliativstationen.

EKD-Ratsvorsitzender Schneider: Ostern ist Kraftquelle für Versöhnung

Auch wenn es Rückschläge gibt, sollten Christen immer wieder nach Frieden streben.

Dazu hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Schneider, die Gläubigen in seiner Osterbotschaft aufgerufen. Der Osterglaube sei eine nie versiegende Kraftquelle für Versöhnung und gewaltlosen Widerstand. Die von Ostern ausgehende Hoffnung stifte dazu an, den Todesmächten zu widerstehen und Gottes Licht für die Menschen sichtbar zu machen, die im Schatten lebten. Ausdrücklich nennt Schneider die Flüchtlinge an den Grenzen Europas und Menschen, die an Hunger und Gewalt leiden, etwa in Zentralafrika, Syrien oder Afghanistan.

Separatisten kontrollieren Medien im ostukrainischen Slawjansk

In der ostukrainischen Stadt Slawjansk haben die Menschen offenbar kaum noch Zugang zu ukrainischen Medien.

Wie die Internet-Zeitung "Ukrainskaja Pravda" berichtet, besetzten Putin-Anhänger in der Stadt den Fernsehturm und verhindern seitdem eine Ausstrahlung des Programms. Zudem sei der Zugang zum World Wide Web blockiert. Auch bei den Printmedien gebe es Engpässe. Der Internet-Zeitung zufolge hängt an vielen Kiosken das Schild "Keine Presse im Verkauf". Dem Chefredakteur einer wichtigen Lokalzeitung zufolge ist es in der Stadt zur Zeit nicht möglich, mit einem Fotoapparat oder einem Aufnahmegerät unterwegs zu sein. Die Separatisten konfiszierten sofort alle gesammelten Informationen. Daher sei die Bevölkerung überwiegend auf russische oder russlandfreundliche Medien angewiesen.

Russland plant Internet-Überwachung von Schülern und Studenten

Russland plant offenbar, Schüler und Studenten im Internet stärker zu überwachen.

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, befasst sich das Gesetz offiziell mit der Bekämpfung des Terrorismus. Dem Entwurf zufolge sollen Leiter von Bildungseinrichtungen dazu verpflichtet werden, die Webseiten von Schülern, Studenten und des eigenen Kollegiums zu kontrollieren. Außerdem sollen sie Berichte über all diejenigen verfassen, die zum Übertreten von Regeln neigten. Die Erkenntnisse sollen dann an den Inlandsgeheimdienst übergeben werden.

Der Chef der Lehrergewerkschaft, Andrej Demidow, kritisierte die Pläne. Er sagte, es handele sich "entweder um eine bürokratische Groteske" oder um den Versuch, alle Schüler und Lehrer zu überwachen, die die Regierung nicht unterstützten.

Das Bildungsministerium erklärte daraufhin, das Gesetzesvorhaben werde noch öffentlich diskutiert.

Türkisches Gericht: Erdogan muss kritischen Kommentar akzeptieren

Zur Pressefreiheit in einer Demokratie gehört, dass ein Politiker kritische Texte akzeptieren muss.

Das gilt nach Ansicht eines türkischen Gerichts auch für Ministerpräsident Erdogan. Der hatte 2012 den damaligen Chefredakteur der Zeitung "Taraf" verklagt - mit der Begründung, der Journalist habe ihn in einem Kommentar beleidigt. Ein Gericht in Ankara gab Erdogan zunächst Recht und verurteilte den Reporter zu einer Zahlung von rund 5.000 Euro Schmerzensgeld. Der ehemalige Chefredakteur ging dagegen aber in Berufung - mit Erfolg. In der Begründung der obersten Richter heißt es, Erdogan müsse die Pressefreiheit und damit auch den Kommentar respektieren.

Türkei: Regierung gibt kristischen Film erst ab 18 Jahren frei - Verstoß gegen moralische Werte

Der Film verstößt angeblich gegen moralische Werte und beinhaltet zu viel Gewalt.

Mit dieser Begründung hat das türkische Kulturministerium die Produktion "Nicht ohne Kritik" erst ab 18 Jahren freigegeben. In dem Film geht es um einen Imam, in dessen Moschee ein Mord verübt wird - woraufhin der Geistliche versucht, das Verbrechen aufzuklären. Der Regisseur des Films, Onur Ünlü, sagte der Zeitung "Radikal", er hoffe, dass die Entscheidung des Kulturministeriums keinen politischen Hintergrund habe. Das scheinen viele Nutzer in sozialen Netzwerken allerdings zu bezweifeln. In den Kommentaren heißt es, der Film thematisiere die Gezi-Park-Unruhen in Istanbul. Deswegen sei er auch zensiert und erst ab 18 Jahren freigegeben worden.

Vor einem Jahr hat ein Imam in Istanbul den vor der Polizei flüchtenden Demonstranten Schutz in seiner Moschee gewährt.

Homosexualität: Simbabwes Präsident Mugabe kritisiert zunehmende Gleichstellung

Simbabwes Präsident Robert Mugabe hat die zunehmende Gleichstellung homosexueller Menschen in Europa kritisiert.

In seiner Rede zum Unabhängigkeitstag sagte er, im heutigen Europa gebe es keine Prinzipien mehr. Europa solle seinen - Zitat - "homosexuellen Unsinn" für sich behalten und ihn nicht in das südafrikanische Land tragen. Mugabe hatte Homosexualität mehrfach verurteilt - so sagte er über Lesben und Schwule, sie seien schlimmer als Hunde und Schweine. In Simbabwe ist gleichgeschlechtliche Liebe illegal und wird mit Strafen geahndet.

Mugabe ist seit 1980 an der Macht und hat nach Meinung westlicher Länder Simbabwe als ehemalige "Kornkammer Afrikas" in den Ruin getrieben. Die Menschen dort hungern, die Opposition wird gewaltsam unterdrückt. Vor zwei Jahren hat die EU Sanktionen gegen das Land verhängt.

Serbien: Anti-Kriegs-Zentrum "Grüne Glocke" soll Mahnmal werden

Auf den ersten Blick würde niemand vermuten, dass sich hinter dem Namen "Grüne Glocke" ein Anti-Kriegs-Zentrum verbirgt.

Ursprünglich handelte es sich auch um ein italienisches Restaurant in Zrenjanin, im Norden Serbiens. Aber im Jugoslawienkrieg wandelte sich das Lokal in ein politisches Zentrum, mit Lesungen, Debatten und Konzerten. Während der neunziger Jahre war die "Grüne Glocke" damit eine Bastion der Milosevic-Gegner. Nach dem Krieg wurde das Haus allerdings von maskierten Männern zerstört, 2006 brannte es völlig. Die Täter hat man bis heute nicht ermittelt. Nun wollen zwei Nicht-Regierungs-Organisationen aus der Ruine ein Anti-Kriegs-Denkmal machen. Anträge dazu haben sie im Stadtrat von Zrenjanin eingereicht.

Shakespeare-Übersetzer: Je dicker die Biografie, desto mehr ist erfunden

Shakespeare wurde vor 450 Jahren geboren - aber noch immer rätseln Wissenschaftler darüber, was der Schriftsteller für ein Mensch war.

Der Shakespeare-Übersetzer Frank Günther sagte dazu im Deutschlandradio Kultur, man könnte boshafterweise annehmen, dass das Interesse an der Person des Dichters größer sei als an den Werken selbst. Von Shakespeares Weltsicht und seinen religiösen Überzeugungen wisse man nach wie vor nichts, betonte er. Trotzdem seien in den letzten zehn, fünfzehn Jahren viele neue Biografien geschrieben worden. Bei diesen Neuerscheinungen gilt Günther zufolge allerdings die Faustregel: Je dicker die Biografie, desto mehr ist frei erfunden.

USA: Lehrer wegen Äußerung über schwarzen Präsidenten entlassen

Die USA brauchen nicht noch einmal einen schwarzen Präsidenten.

Diese Aussage ist einem Lehrer im US-Bundesstaat Ohio zum Verhängnis geworden. Wie örtliche Medien berichten, hat sich die Schulaufsicht einstimmig dafür ausgesprochen, den Pädagogen zu entlassen. Der Mann soll die Bemerkung gemacht haben, nachdem ein schwarzer Schüler gesagt habe, dass er US-Präsident werden wolle. Der Lehrer war nach seiner Entlassung nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Er hatte sich vorher allerdings darüber beklagt, dass der Schüler ihn falsch zitiert habe. Nach Aussage des Lehrers können sich die USA keinen Präsidenten wie Barack Obama leisten - sei er nur schwarz oder weiß. Ein Schiedsmann hielt diese Verteidigung allerdings für unglaubwürdig.

Raumfrachter Dragon zur ISS aufgebrochen

Der Start des Raumfrachters "Dragon" ist mehrmals verschoben worden - jetzt hat es aber geklappt.

Die unbemannte Kapsel ist zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Dort soll sie morgen ankommen. An Bord des Versorgungsflugs sind mehr als zwei Tonnen Material für die Astronauten. Zum Osterfest hätten die Familien den Wissenschaftlern auch private Pakete mitgeschickt. Für die "Dragon" ist es die vierte Reise vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida zur ISS.

Bis 2016 sind mindestens zwölf weitere Flüge des Raumfrachters Dragon geplant.

"Bild"-Zeitung: Bundesregierung plant Programm zum Schutz des Feldhasen

Passend zu Ostern hat die Bundesregierung Maßnahmen zum Schutz des Feldhasen in Aussicht gestellt.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt kündigte in der "Bild"-Zeitung die Umsetzung eines Nationalen Plans an. Damit wolle man den Bestand des Feldhasen sichern. Der CSU-Politiker erläuterte, dass Bauern dazu verpflichtet werden könnten, ökologisch besonders wertvolle Flächen bereitzustellen. Dadurch entstünden grüne Oasen, die, so Schmidt wörtlich, "für junge Feldhasen eine tolle Kinderstube sind". Auch im Rahmen der EU-Agrarreform seien bereits Maßnahmen zum Hasenschutz enthalten, sagte Schmidt.

Prince erzielt Einigung mit Plattenlabel Warner

Der jahrelange Streit zwischen dem US-Sänger Prince und seiner Plattenfirma Warner ist beigelegt worden.

Nach Angaben des Unternehmens besitzt Prince nun sämtliche Rechte, die er bei dem Label aufgenommen hat. Finanzielle Details wurden nicht genannt. Die Vereinbarung sieht vor, dass Prince bisher nicht veröffentlichtes Material aus seinem fast zwei Jahrzehnte umspannenden Engagement bei Warner bekommt. Er war dort von 1978 bis Mitte der 90er Jahre unter Vertrag. In dieser Zeit entstanden unter anderem die Alben "Purple Rain" und "Diamonds and Pearls".

USA: Knapp 275.000 Unterschriften für Petition gegen Justin Biber

Eine Petition, in der die Abschiebung des kanadischen Popstars Justin Bieber aus den USA gefordert wird, hat es bis auf die Internetseite des Weißen Hauses geschafft.

Für die Petition wurden knapp 275.000 Unterschriften gesammelt, 100.000 waren notwendig, damit sich Präsident Barack Obama mit dem Thema befasst, wie die Nachrichtenagentur AFP meldete. In einer Stellungnahme lehnte das Weiße Haus einen Kommentar jedoch ab. Zur Begründung hieß es, die Regeln des Petitionsprogramms sähen vor, dass nicht alle Themen angenommen werden müssten. - Ein Nutzer hatte die Petition Ende Januar gestartet, nachdem Bieber in Miami wegen eines verbotenen Straßenrennens unter Alkohol- und Drogeneinfluss festgenommen worden war.

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