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Kulturnachrichten

Donnerstag, 17. April 2014

Literaturnobelpreisträger García Márquez gestorben

Der kolumbianische Literatur-Nobelpreisträger Gabriel García Márquez ist tot.

Wie Kolumbiens Präsident Santos in Bogotá bestätigte, starb er im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Mexiko-Stadt. - García Márquez gilt als meistgelesener Schriftsteller Südamerikas. Weltruhm erlangte er mit der Familiensaga "Hundert Jahre Einsamkeit", die in 25 Sprachen übersetzt und mehr als 30 Millionen Mal verkauft wurde. International erfolgreich waren auch seine Romane "Chronik eines angekündigten Todes" und "Liebe in Zeiten der Cholera". Mit dem Literaturnobelpreis wurde García Márquez 1982 ausgezeichnet.

Israelischer Journalist nach Reise in den Libanon inhaftiert

Seit Samstag sitzt der Journalist Madschd Kajal bereits im Gefängnis.

Der arabische Israeli wurde Medienberichten zufolge festgenommen, nachdem er im Libanon an einer Konferenz teilgenommen hatte. Einen Anwalt habe Kajal bislang nicht sprechen dürfen. Wie die Zeitung "Haaretz" schreibt, werden ihm der Besuch eines feindlichen Landes und Kontakte mit ausländischen Agenten vorgeworfen. Seine Familie hat die Anschuldigungen zurückgewiesen - die Reise habe ausschließlich journalistische Gründe gehabt.

Wissenschaftlerin: G8 oder G9 macht keinen Unterschied

Ob Schüler nach 12 oder 13 Jahren ihr Abitur absolvieren, macht keinen Unterschied.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Essen, bei der über 3.000 Erstsemester aus G8- und G9-Jahrgängen miteinander verglichen wurden. Die Erziehungswissenschaftlerin Isabell van Ackeren sagte im Deutschlandradio Kultur, die fachlichen, persönlichen und sozialen Studienvoraussetzungen von G8-Abiturienten seien genauso gut wie die von G9-Absolventen. Eine weitere Untersuchung habe zudem gezeigt, dass die Verkürzung der Schulzeit von Schülern positiver bewertet werde, wenn sie selbst davon betroffen seien.

Bei der Debatte um das verkürzte Abitur handle es sich um einen sehr westdeutschen Diskurs - in Ostdeutschland, wo das Abitur schon immer nach 12 Jahren gemacht wird, werde das auch nicht in Frage gestellt.

Großbritannien Streit um Werbung mit Frisur von Diktator Kim Jong Un geht weiter

Die Posse um den Haarschnitt von Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un beschäftigt mittlerweile sogar das britische Außenministerium.

Die Botschaft Nordkoreas hat sich in einem offiziellen Schreiben über einen Londoner Friseur beschwert. Der hatte ein Bild Kims in sein Schaufenster gehängt und darunter geschrieben: "Bad Hair Day? 15 Prozent Rabatt auf alle Herren-Haarschnitte". Der Salonbesitzer hatte daraufhin Besuch von zwei nordkoreanischen Agenten bekommen, die ihn aufforderten, das Plakat herunterzunehmen. Der Friseur ist dieser Aufforderung offenbar nachgekommen, das Außenministerium hat angekündigt "fristgerecht" auf die diplomatische Beschwerde zu reagieren.

José Luis "Cheo" Feliciano gestorben

Der puertoricanische Salsa- und Bolero-Musiker José Luis "Cheo" Feliciano ist tot.

Er starb am heute morgen bei einem Autounfall in der Hauptstadt San Juan, wie lokale Medien berichteten. Feliciano war ein beliebter Komponist und Sänger in Puerto Rico. Im Alter von 17 Jahren zog er nach Spanish Harlem in New York, wo er seine Laufbahn als Schlagzeuger begann. Seine Salsa- und Bolero-Lieder machten ihn später in ganz Lateinamerika berühmt. José Luis "Cheo" Feliciano ist nicht verwandt mit dem gleichnamigen blinden Gitarristen.

Neurowissenschaften Gehirne von Künstlern unterscheiden sich von anderen Gehirnen

Ist künstlerisches Talent angeboren?

Darüber lässt sich lange streiten. Eine kleine Untersuchung der Universität Löwen liefert jetzt neuen Diskussions-Stoff: Dort haben Wissenschaftler die Gehirne von 21 Kunst-Studenten mit denen ihrer Kommilitonen aus anderen Fakultäten verglichen - und festgestellt: Es gibt signifikante Unterschiede. So waren beispielsweise Hirnstrukturen, die für Feinmotorik, und den Umgang mit Bildern zuständig sind, bei den Künstlern stärker ausgeprägt. Das Ergebnis legt nahe, dass ihr Talent tatsächlich angeboren sein könnte. Die Wissenschaftler betonten aber, dass auch Umweltbedingungen und intensives Üben einen großen Einfluss haben können.

Franziskus ruft Priester zum Dienst an den Menschen auf

Folgsamkeit ist ein Bestandteil des Priesteramtes.

Dieser Ansicht ist Papst Franziskus. Bei der traditionellen Chrisam-Messe am Gründonnerstag im Petersdom mahnte er die Geistlichen zur Gehorsamkeit gegenüber der katholischen Kirche. Priester müssten bereit sein, immer und bestmöglich zu dienen. Sie könnten ihr Amt nur ausüben, wenn sie den direkten Kontakt zu den Menschen suchten. Bei der Chrisam-Messe weiht der Papst die heiligen Öle, darunter das sogenannte Chrisam. Der Gottesdienst ist außerdem traditionell Anlass für grundsätzliche Aussagen über das Priestertum.

Neue Tarifverhandlungen für Zeitungsredakteure

Bis zu sechs Prozent mehr Gehalt forden die Gewerkschaften für die 14.000 Zeitungsredakteure.

Zur Stunde treffen sie sich mit den Verlagen zu Gehaltsverhandlungen. Es ist bereits die zehnte Runde. Die Verlage hatten angekündigt, von der Forderung abzurücken, Gehälter an die jeweilige Kaufkraft der Region zu knüpfen. Dafür sollen das Weihnachts- und Urlaubsgeld in den nördlichen Bundesländern bereits in diesem Jahr gesenkt werden. Außerdem bieten die Arbeitgeber an, die Löhne der Redakteure über einen 30-monatigen Zeitraum um zweimal zwei Prozent zu erhöhen.

Auswahl für Filmfestival in Cannes vorgestellt

Jean-Luc Godard, die Brüder Dardenne, David Cronenberg und Ken Loach - das sind nur einige der Regisseure, die in diesem Jahr Filme in Cannes vorstellen werden.

Im Wettbewerb um die Goldene Palme sind insgesamt 18 Werke - darunter kein einziges aus Deutschland. Die Organisatoren der Filmfestspiele haben die offizielle Liste heute in Paris veröffentlicht. Es handelt sich um eine Auswahl aus über 1.700 eingereichten Beiträgen. Das Filmfestival in Cannes ist das weltweit größte seiner Art. Es findet in diesem Jahr vom 14. bis 25. Mai statt.

Oxford: christliches College kann Passionsspiel nicht abhalten

"Passion" - dieses Wort kann im Englischen sowohl die "Leidenschaft" als auch den "Leidensweg Jesu Christi" bezeichnen.

Das ist einem Angestellten der britischen Universitätsstadt Oxford zum Verhängnis geworden. Er hatte den Antrag eines anglikanischen Colleges abgelehnt, am Karfreitag ein Passionsspiel abzuhalten - er vermutete dahinter eine Sex-Show. Die geistliche Veranstaltung musste daraufhin kurzfristig abgesagt werden. Dem Beamten ist sein Fehler offenbar sehr peinlich, er hat sich bei den Organisatoren bereits entschuldigt.

Ehemalige Heimkinder: gut fünf Millionen Euro Entschädigung

Innerhalb von zwei Jahren hat der Landschaftsverband Rheinland gut fünf Millionen Euro an ehemalige Heimkinder gezahlt.

Das teilte der LVR in Köln mit. Die rund 1470 Betroffenen hätten das Geld als Ersatz für fehlende Rentenversicherungszeiten bekommen, wenn sie während ihrer Zeit im Heim arbeiten mussten. Außerdem habe man Sachleistungen bezahlt, beispielsweise Therapien. Der Landschaftsverband hatte 2012 einen Fonds für Menschen eingerichtet, die zwischen 1949 und 1975 unter den Missständen in einem Kinderheim gelitten haben.

Algerischer Autor zur Präsidentschaftswahl in seinem Land

Algerien ist ein Land, das von allen verlassen wurde, in dem nur noch Inkompetente etwas zu sagen haben und das von einem Kranken regiert wird.

So lautet das Urteil des algerischen Schriftstellers Yasmina Khadra. Im Deutschlandradio Kultur sagte der Autor, es fehle an Kräften, die das Regime um Präsident Abdelaziz Bouteflika verjagen könnten. Das liege daran, dass sein Land vom Bürgerkrieg in den 90er Jahren traumatisiert sei. Bei der heutigen Präsidentenwahl gilt Bouteflika trotz seiner stark angeschlagenen Gesundheit als der aussichtsreichste Kandidat.Er halte viel von dem Präsidenten, sagte Yasmina Khadra, verstehe aber nicht, warum dieser als kranker Mann an der Macht festhalte. - Yasmina Khadra ist das Pseudonym des Autors, der eigentlich Mohammed Moulessehoul heißt.

Ägyptischer Regierungschef lässt Film verbieten

Eine alleinerziehende Frau, die den Männern in ihrem Viertel den Kopf verdreht - für ägyptische Kinogänger ist das zu freizügig.

Mit dieser Begründung hat ihr Ministerpräsident Ibrahim Mahlab den Film "Halawet Ruh" verbieten lassen. Damit löste er eine heftige Diskussion in arabischen Internetforen über islamische Werte und Kunstfreiheit aus. Während einige Internetnutzer das Werk als "Pornografie" bezeichneten, kritisierten andere, dass Mahlab eigenmächtig gehandelt habe - immerhin sei der Film von der Zensurbehörde bereits genehmigt und für Zuschauer ab 18 Jahren freigegeben worden.

Es liegt am Beat: Studie zeigt, welche Musik uns zum Tanzen anregt

Warum können wir bei mancher Musik nicht still sitzen, andere dagegen motiviert uns kaum, das Tanzbein zu schwingen?

Es hängt davon ab, wie komplex der Beat ist, hat ein Team der Oxford University herausgefunden. Die Forscher spielten Probanden Musik mit verschiedenen Graden von Synkopierung vor. Bei synkopierten Rhythmen werden eigentlich unbetonte Schläge betont. Musik mit einem mittleren Level von Synkopierung motivierte die Probanden am meisten, zu tanzen.
Das erklärt, warum sich viele Menschen gern zu Hip-Hop oder Elektronik bewegen, aber eher wenige zu Free Jazz.

Hier finden Sie die Studie der Forscher im Fachmagazin PlosOne.

Feuilletons zur Mini-TV-Serie "Die Bibel"

Pünktlich zu Ostern wird die Mini-Serie "Die Bibel" im deutschen Fernsehen ausgestrahlt - und damit beschäftigen sich auch die Feuilletons.

"Das ist Verkündigung á la Hollywood", urteilt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Sie ist aber grundsätzlich zufrieden mit den "mächtigen Bildern" und lobt die Text-Treue des Produzentenpaars Roma Downey und Mark Burnett. Ähnlich sieht es die Zeitung "Die Welt". Die "Süddeutsche Zeitung" dagegen ist von dem Werk des Regisseurs Mark Burnett weniger begeistert: Die Serie zeige relativ wenig Interesse an der Figur von "Gott". In der "Billig-Bibel" werde Theologisches von der Kostüm-Abteilung behandelt.

Russischer Verlag stoppt Herausgabe von schwedischem Jugendbuch wegen "Sexszenen"

Die Beschreibung eines masturbierenden Jungen war zu viel für den russischen Verlag "Samokat".

In letzter Minute hat er die Herausgabe des Jugendbuchs "Nur Liebe kann dein Herz brechen" des schwedischen Autors Gunnar Ardelius in russischer Sprache gestoppt. Der Grund: die "Sexszenen". Ardelius sagte im öffentlich-rechtlichen schwedischen Hörfunk, das Buch sei fertig übersetzt, und er habe auch schon einen Vorschuss erhalten. Die Verlagsbranche in Russland stehe unter enormem Druck, was die Selbstzensur verstärke. Bislang hätten die Verlage im Gegensatz zu den Zeitungen weniger unter Repressalien zu leiden gehabt, aber damit sei es nun offenbar vorbei.

Brand in Valparaiso konnte gelöscht werden

In der chilenischen Hafenstadt Valparaiso ist das Feuer gelöscht.

Das teilte der Kommandant der Feuerwehr mit. Die Feuerwehr werde aber weiter Wache halten. Seit Samstag hatte in Valparaiso ein heftiger Brand gewütet. 15 Menschen kamen dabei ums Leben, fast 3.000 Häuser wurden zerstört. Warum das Feuer ausbrach, ist nicht geklärt. Das zum Weltkulturerbe zählende Stadtzentrum mit seinen charakteristischen bunten Holzhäusern wurde vom Feuer verschont.

SZ: Neues Tagesschau-Studio hat große Bühne und Panorama-Bildwand

Bisher konnte man immer nur die Oberkörper der Tagesschau-Sprecher sehen.

Ab Samstag wird sich das ändern: Dann wird das neue Tagesschau-Studio erstmals in den Nachrichten zu sehen sein. In der "Süddeutschen Zeitung" berichtet ein Reporter über seinen Vorab-Besuch. Die Moderatoren und Sprecher werden in dem neuen Studio wie auf einer Bühne auftreten, zwischen zwei großen gerundeten Tischen und einer Panorama-Bildwand. Damit sind sie komplett sichtbar. - Laut der SZ hat das Studio 24 Millionen Euro gekostet.

Handelsblatt: Ufa-Chef Bauer fordert mehr staatliche Förderung für Kinohits

Die staatliche Filmförderung sollte mehr potentielle Kinohits unterstützen, findet Ufa-Chef Wolf Bauer.

Im "Handelsblatt" forderte Bauer eine Balance zwischen "Arthouse-Filmen" und, Zitat, "dem, was Kino eigentlich ausmacht: volle Kinosäle". Mindestens zehn bis 15 der geförderten Filme sollten auf eine Zuschauerzahl von einer Million oder mehr kommen, so Bauer. Bei der Auswahl der Projekte solle das Zuschauerinteresse stärker in Betracht gezogen werden, und weniger darauf geachtet werden, dass die Förderung zum Beispiel möglichst viele Projekte erreicht. - Die Ufa hat zum Beispiel Blockbuster "Der Medicus" produziert, der auch von der Filmförderung unterstützt wurde.

Konzept von "Seele" in allen Kulturen bekannt, sagt Philosophieprofessor im Interview

Es gibt in fast jeder Kultur eine Vorstellung von Seele.

Das sagte der Philosophieprofessor Michael Pauen von der Berliner Humboldt-Universität im Deutschlandradio Kultur. Laut Pauen kennen fast alle Kulturen etwas, das die Identität des Menschen bestimmt, vom Körper unterschieden wird und den Körper auch verlassen kann, zum Beispiel in ekstatischen Zuständen. Allerdings sei die Seele nicht überall unsterblich, so Pauen.

Pauen sagte weiter, in der westlichen Kultur habe sich die Zahl der Fähigkeiten, die man der Seele zuschrieb, seit der Antike bis zur Aufklärung verringert. Das habe vor allem damit zu tun, "dass man Möglichkeiten und Begriffe gefunden hat, bestimmte Fähigkeiten anders zu erklären".
Die heutigen Neurowissenschaftler brauchten den Begriff nicht mehr, würden aber eine Vorstellung von menschlicher Identität, die "über Zahlen hinausgeht", auch nicht widerlegen.

Suhrkamp-Verlag: Miteigentümer Barlach darf weiterhin beim BGH gegen Sanierungsplan klagen

Im Streit um den Suhrkamp-Verlag darf Miteigentümer Hans Barlach weiterhin beim Bundesgerichtshof gegen den Sanierungsplan für Suhrkamp klagen.

Das Landgericht Berlin wies einen Eilantrag des Verlags zurück, der das verhindern sollte. Das bestätigte eine Verlagssprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Sie betonte, das Gericht habe gleichzeitig dem Sanierungsplan Vorrang eingeräumt. Der Verlag soll in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden - Barlach wehrt sich dagegen, weil er dann an Einfluss verliert. Er hält 39 Prozent am Suhrkamp-Verlag, die Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz, mit der Barlach zerstritten ist, 61 Prozent.

Tarifverhandlungen für Zeitungsredakteure gehen in neue Runde

Heute beginnt die zehnte Runde der Tarifverhandlungen für 14.000 Zeitungsredakteure.

Die Verlage haben angekündigt, von der Forderung abzurücken, Gehälter an die jeweilige Kaufkraft der Region zu knüpfen. Dafür sollen das Weihnachts- und Urlaubsgeld in den nördlichen Bundesländern bereits in diesem Jahr gesenkt werden. Verdi und der Deutsche Journalistenverband fordern einen Gehaltszuwachs von bis zu sechs Prozent - die Verleger bieten an, die Löhne über einen 30-monatigen Zeitraum um zweimal zwei Prozent zu erhöhen.

Moschee in Leipzig: Rechte Initiative will Bau stoppen

Eine rechte Initiative will den Bau einer Moschee in Leipzig verhindern.

Dafür hat sie im Internet Unterschriften gesammelt, die nun dem Stadtrat übergeben wurden. Die "Bürgerinitiative Gohlis sagt Nein" wird maßgeblich von der NPD unterstützt. Diese macht bereits seit Monaten Stimmung gegen das Bauprojekt. Die Moschee soll im Leipziger Stadtteil Gohlis entstehen und auch Minarette erhalten. Damit wäre sie das erste sichtbar muslimische Gotteshaus in Ostdeutschland. Der Bau findet innerhalb von Leipzig jedoch auch viel Unterstützung, unter anderem von der Initiative "Dialoge für Gohlis". Diese setzt sich für Religionsfreiheit ein und hat sich offen gegen die rechte Initiative positioniert.

Intellektuelle beklagen mangelnde Würdigung osteuropäischer Wende

Die friedliche Revolution gegen den Kommunismus wird immer noch nicht als Teil der gesamteuropäischen Geschichte verstanden.

Das beklagen mehr als 100 Historiker, Intellektuelle und Politiker in einem Manifest mit dem Titel "1914, 1989 und das Zeitalter der Extreme". Ihrer Meinung nach wird der Umbruch eher als Regionalgeschichte eines - Zitat - "nach wie vor fremden Ostens" betrachtet. Wer sich dieser Tage mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs beschäftige, sollte sich zudem auch der weitreichenden Folgen dieses Krieges bewusst sein. Dazu gehöre nicht nur der Zweite Weltkrieg sondern eben auch die friedliche Revolution im Jahr 1989.

Zu den Unterzeichnern des Manifests gehören unter anderem die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan, der DDR-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann oder der französische Publizist Alfred Grosser.

Evangelischer Pfarrer will Abendmahl auch an Ausgetretene reichen

Ein evangelischer Pfarrer aus Vöhringen hat ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst beantragt.

Der Pfarrer Jochen Teuffel will damit darauf aufmerksam machen, dass die Kirche Menschen vom Abendmahl ausschließen kann, die ausgetreten sind und keine Kirchensteuer zahlen. Die bayerische Landeskirche bestätigte, das Ersuchen werde auf der nächsten Sitzung des Landeskirchenrats geprüft. Teuffel hatte nach eigenen Angaben einer Frau, die kürzlich aus der Kirche ausgetreten war, in seiner Gemeinde bei Neu-Ulm das Abendmahl gereicht.

Dass die Kirche Menschen vom Abendmahl ausschließe, die sich gegen die allgemeine Kirchensteuer stellten, sei für ihn eine "Automobilclub-Logik", sagte der Pfarrer dem Evangelischen Pressedienst. Wer den Vereinsbeitrag nicht zahle, dürfe keine Leistungen in Anspruch nehmen. Das stehe im Widerspruch zum Evangelium Jesu Christi.

Ai Wei Wei Ausstellung in Brooklyn eröffnet ohne den Künstler

Anfang des Monats war in Berlin eine große Werkschau von Ai Wei Wei eröffnet worden - ohne ihn.

Auch in New York wurde jetzt die Ausstellung "Ai Wei Wei: According to What?" im Brooklyn Museum eröffnet, ohne dass der Künstler anwesend sein konnte. In einer Videobotschaft sagte der 56-Jährige, das illustriere seinen Zustand und den von vielen anderen in China. Ai Wei Wei hatte in den 80ern und frühen 90ern in New York gelebt und gearbeitet. Er darf sein Heimatland China wegen seiner Kritik an der Regierung seit drei Jahren nicht verlassen.

AC/DC: Gitarrist Malcom Young erkrankt

Eine Trennung der australischen Hardrock-Band AC/DC wird es nicht geben.

Aber Gründungsmitglied Malcom Young nimmt sich erst einmal eine Auszeit - aus gesundheitlichen Gründen. Das kündigte die Band auf ihrer Facebookseite an, nannte jedoch keinerlei Details. Der 61-jährige Gitarrist dankte seinen Fans für ihre Unterstützung. AC/DC werde auch in Zukunft Musik machen, heißt es. Zuvor hatten mehrere Zeitungen darüber spekuliert, dass Malcom Young wegen eines Blutgerinnsels im Hirn sein Instrument nicht mehr spielen könne. AC/DC haben seit 1975 weltweit mehr als 200 Millionen Tonträger verkauft.

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