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Kulturnachrichten

Samstag, 12. April 2014

Kontroverse um Guggenheim-Darstellung als Kriegsschiff

Die beiden Künstler Paul McCarthy und Mike Bouchet gelten als Provokateure.

Eines ihrer jüngsten Werke ging dem Guggenheim Museum in Bilbao offenbar zu weit. Es zeigt – auf einem vier Stockwerke großen Plakat – eine Darstellung des Kulturbaus, der darauf an ein Kriegsschiff erinnert. Das Plakat in der Innenstadt Bilbaos wurde auf Initiative des Museums entfernt. Bouchet sieht angesichts dessen sein Recht auf freie Meinungsäußerung verletzt. In dem in London erscheinenden "Art Newspaper" wies er die Darstellung des Guggenheim Bilbao zurück, man respektiere die Rechte des Künstlers. Das Plakat sei klar als Karikatur zu erkennen gewesen.

*** Zur Zeit präsentieren die beiden Künstler im Frankfurter Portikus eine Ausstellung, in der sie unter anderem Analogien zwischen der Architektur militärischer Einrichtungen und moderner Museumsbauten aufzeigen wollen.

Hintergründe können Sie hier nachlesen.

Geschmuggelte Kunst wird in Norwegen gezeigt

Ohne die beiden Fernseh-Reporter hätte im Ausland wohl niemand diese Bilder zu sehen bekommen.

Das Team aus Norwegen hat insgesamt 42 Kunstwerke aus dem Gaza-Streifen durch Tunnel nach Ägypten geschmuggelt. Die Bilder stammen von palästinensischen Künstlern, einige davon sind nach Angaben der norwegischen Zeitung "Aftenposten" wegen der prekären Versorgungslage auf Gardinen oder Tapeten gemalt. Beide Journalisten betonten, es sei ihnen nicht um eine politische Aktion gegangen, sondern um eine Auseinandersetzung mit Kunst, die unter schwierigen Bedingungen entstehe. - Die Bilder sollen in einer Galerie in Oslo gezeigt und anschließend zugunsten von Künstlern aus Gaza verteigert werden.

Türkischer Journalist erhält Preis für Pressefreiheit der UNESCO

Der türkische investigative Journalist Ahmed Şik wird mit dem diesjährigen Guillermo-Cano-Preis der UNESCO ausgezeichnet.

Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen würdigt Şik als einen leidenschaftlichen Kämpfer für Meinungsfreiheit, der immer wieder Fälle von Korruption und Menschenrechtsverletzungen aufgedeckt habe. Şik ist Autor des in der Türkei verbotenen Buches "Armee des Imams", in dem er die Unterwanderung des türkischen Staates durch die Gülen-Bewegung beschreibt. Im Zusammenhang mit seiner Arbeit wurde er mehrfach inhaftiert. Zuletzt hatte Şik über die Demonstrationen im Istanbuler Gezi-Park berichtet. – Der Preis der UNESCO ist mit 25.000 Dollar dotiert.

"NYT": Wiener Philharmoniker finden rechtmäßige Erben von Raubkunst-Gemälde

Die Wiener Philharmoniker haben die rechtmäßigen Eigentümer eines Raubkunst-Werks aufgespürt.

Wie die "New York Times" berichtet, handelt es sich um ein Gemälde des französischen Künstlers Paul Signac aus dem Jahr 1883 mit dem Titel "Der Fischmarkt". Demnach gelang es mithilfe einer Kunsthistorikerin, die Besitzer in Frankreich zu finden. Diese sollen das Ölgemälde jetzt zurückerhalten. Laut den Recherchen war das Bild Anfang des Krieges von einem deutschen Militärangehörigen entwendet und später dem Orchester überlassen worden. - Die Wiener Philharmoniker hatten die NS-Vergangenheit des Orchesters durch eine Historiker-Kommission aufarbeiten lassen.

Regisseur über "24 Stunden Jerusalem": Schwanken und Unsicherheit sind gewollt

"Ich hoffe, dass sich dieses Schwankende und Unsichere auch im Programm widerspiegelt."

So formuliert es Thomas Heise, Regisseur der Langzeit-Dokumentation "24 Stunden Jerusalem". Er sagte der "Südddeutschen Zeitung", die Produktion sei mehrfach gefährdet gewesen, weil das Projekt ursprünglich vor lauter europäischer Blauäugigkeit komplett falsch aufgestellt worden sei. Die Botschaft von "24 Stunden Jerusalem" sei die Art, wie der Film gemacht sei. - Die Dokumentation läuft in Echtzeit noch bis morgen früh bei Arte und im Bayerischen Fernsehen.

Querelen beim britischen "National Children´s Orchestra"

Die Unzufriedenheit kommt aus den eigenen Reihen.

Der britische "Telegraph" berichtet über eine Petition von Mitgliedern des "National Children´s Orchestra". Deren Unterzeichner fordern die Verwalter des Orchesters zu Rücktritt auf. Sie werfen ihnen unter anderem einen diktatorischen Stil und Geheimniskrämerei vor. Außerdem würden finanzielle Interessen über diejenigen der Musik gestellt und damit die Prinzipien der Gründerin Vivienne Price verraten. In einer Reaktion äußert die Orchesterleitung Bedauern, betont aber, die Entscheidungen der jüngsten Zeit trügen zum Wohl des Orchesters bei.

Erstmals Dreharbeiten im Westminster-Palast

Das britische Parlament hat erstmals Filmaufnahmen im Westminster-Palast erlaubt.

Wie der "Telegraph" schreibt, wurden im Tagungsort des Parlaments Szenen eines Kinofilms über die Suffragettenbewegung mit Meryl Streep und Carey Mulligan gedreht. Ein Sprecher erklärte, das Thema des Films sei sehr eng mit der Geschichte des britischen Parlaments verknüpft. Deshalb sei es ein natürlicher Vorgang, diese Tradition zu brechen. - Die Suffragetten setzten sich für ein allgemeines Frauenwahlrecht ein. Dafür wählten sie vor allem den passiven Widerstand. Nachdem 1910 eine Gesetzesinitiative zur Stärkung der Frauenrechte scheiterte, kam es zu gewaltsamen Protesten.

Parc zoologique de Paris mit neuem Konzept

Hingucken allein reicht nicht mehr.

Wer im wiedereröffneten "Parc zoologique de Paris" Tiere entdecken will, muss sie manchmal suchen. Nach dreijähriger Renovierungsphase leben die meisten von ihnen in neu geschaffenen Klimazonen - und die bieten reichlich Schlupflöcher. Fünf solcher Areale gibt es jetzt: Patagonien, Sahel-Sudan, Französisch-Guyana, Europa und Madagaskar. Die insgesamt rund 1.000 Tiere leben - je nach ihrer Herkunft - mit anderen Tieren der jeweiligen Klimazone zusammen: Giraffen und Strauße, Zebras und Rhinozerosse. Eine Ausnahme gibt es für den Löwen: Er wartet in einem Extra-Gehege auf seine künftigen Mitbewohnerinnen.

"Star Wars": Disney dreht nicht in Tunesien

Vielleicht Marokko oder Abu Dhabi - Tunesien aber wird es nicht.

Nach amerikanischen Medienberichten hat sich Disney für Drehorte des neuen "Star Wars"-Films entschieden. Dabei geht es unter anderem um Szenen, die auf dem Wüstenplaneten Tatooine spielen, der schon in mehreren "Star Wars"-Episoden aufgetaucht ist. Drehort war bislang die tunesische Wüste, wo sogar noch Originalkulissen stehen, die allerdings mittlerweile von Wanderdünen bedroht sind. Das Branchenmagazin "The Hollywood Reporter" berichtet, die Produktion sei wegen der unsicheren politischen Lage in Tunesien verlegt worden. Die Dreharbeiten sollen demnach Mitte Mai beginnen.

Mammut-Skelett in Serbien geborgen

Mehrere Kräne und Bulldozer, ein Team von Wissenschaftlern und tonnenweise Gummi und Sand:

All das kam bei der Bergung eines Mammut-Skeletts in Serbien zum Einsatz. Die nach Schätzungen der Archäologen rund eine Million Jahre alten Knochen waren bereits vor fünf Jahren in einem Tagebau im Osten des Landes entdeckt worden. Das weibliche Tier gehörte laut den Wissenschaftlern einer aus Nordafrika stammenden Mammut-Spezies an, die kein Fell hatte. Das Skelett soll nach seiner erfolgreichen Bergung in der Nähe des Fundortes ausgestellt werden.

Karlsinstallation in Aachen wird eröffnet

500 Mal Karl der Große:

Das ist das Prinzip der Installation des Künstlers Ottmar Hörl zum 1.200. Todestag Karls des Großen, die heute in Aachen eröffnet wird. Die Figuren sind rot oder golden gefärbt und etwa einen Meter groß. Sie sollen zunächst die Aufmerksamkeit auf die Ausstellungen lenken, die zum Jubiläum stattfinden. Später werden sie - ganz so wie Hörls Luther- und Marx-Figuren - in Schulen, Schaufenstern und Gärten zu sehen sein.

Alternative Unterbringung für Nachlass der Familie Frank

Das "Familie Frank Zentrum" in Frankfurt soll 2017 fertig sein - und das ist ein Problem.

Wie die "Frankfurter Rundschau" schreibt, könnte die Stadt Objekte aus der Geschichte der jüdischen Familie bereits im Spätherbst erhalten. Deshalb gebe es Überlegungen, die Dauerleihgabe des Anne Frank Fonds Basel übergangsweise ins Ikonenmuseum auszulagern. Der Direktor des Jüdischen Museums, Raphael Groß, spricht von einer guten Lösung, weil eine sichere Aufbewahrung der Objekte gewährleistet werden müsse. - Zum Nachlass der Familie Frank gehören neben Akten und Briefen auch Gemälde, Fotos und Möbel.

Snowden-Helfer in den USA mit Journalisten-Preis ausgezeichnet

Im Juni vergangenen Jahres veröffentlichten der "Guardian" und die "Washington Post" die ersten geheimen Dokumente von Edward Snowden.

Die verantwortlichen Journalisten haben dafür jetzt in New York den renommierten George-Polk-Award für investigative Recherche bekommen - unter ihnen auch Glenn Greenwald und Laura Poitras. Für die beiden war es die erste Reise in die USA seit dem NSA-Skandal. Ihre Sorge, dass sie festgenommen werden könnten, bestätigte sich nicht. Dafür kündigte Greenwald weitere Enthüllungen an. Sie würden noch schockierender und folgenschwerer sein als das, was bisher über die US-Geheimdienste bekannt geworden sei.

Singender Pfarrer aus Irland ist YouTube-Star

Ein singender Pfarrer aus Irland ist zum Star auf YouTube aufgestiegen.

Am Abend übersprang er mit seiner Version des Leonard Cohen-Klassikers "Hallelujah" die Marke von zehn Millionen Klicks. Pfarrer Ray Kelly hatte das Lied während einer Trauung in der Kirche von Oldcastle zum Besten gegeben - zur Überraschung des Brautpaares und der Hochzeitsgesellschaft. Anschließend gab es Beifall für den Priester, der für seine gute Stimme bekannt ist und schon mehrere CDs besungen hat.

Hier ist ein Video des Auftritts zu sehen.

Musiker Jesse Winchester gestorben

Der Musiker Jesse Winchester ist tot.

Auf seiner Facebook-Seite heißt es, er sei im Alter von 69 Jahren in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia einem Krebsleiden erlegen. - Vor fünf Jahren wurde Winchester von der amerikanischen Musik-Verwertungsgesellschaft ASCAP für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Zu seinen bekanntesten Titeln gehören "Yankee Lady", "Biloxi" und "Mississippi, You´re On My Mind". Viele Songs wurden oft gecovert, unter anderem von Elvis Costello, den Everly Brothers und Joan Baez.

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