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Mittwoch, 20.03.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 20. März 2019

Woodstock reloaded

Ein halbes Jahrhundert nach dem legendären Festival haben sich zur Jubiläumsausgabe viele der Künstler angesagt, die schon 1969 auf der Bühne standen. Wie Veranstalter Michael Lang dem "Rolling Stone" sagte, gehören dazu Santana, Country Joe McDonald, Canned Heat und John Fogerty, der frühere Frontmann von Credence Clearwater Revival. Weil es eine "generationsübergreifende" Veranstaltung werden soll, so Lang, werden auch Jay-Z und Miley Cyrus bei Woodstock 50 auftreten.

Ende für Hamburgs denkmalgeschützte City-Hochhäuser

In den 50er Jahren gebauten Wolkenkratzer sind zum Abriß freigegeben. Das teilte die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen mit. Weil sie unter Denkmalschutz und unweit der mit dem Weltkulturerbe geschützten Speicherstadt und dem Kontorhausviertel stehen, wurde ICOMOS International darüber informiert. Laut Behörde bedauere der Rat für Denkmalpflege der Vereinten Nationen, die Entscheidung, stellte jedoch keine Gefährdung des Welterbestatus' fest. Die Hochhäuser sollen durch einen Neubau mit rötlicher Backstein-Fassade ersetzt werden. Kritiker fürchten, dadurch könnten Sichtachsen versperrt und der Gesamtanspruch des Weltkulturerbes Kontorhausviertel und Speicherstadt beeinträchtigt werden.

Iffland-Ring keine Männerdomäne

Bevor bekanntgegeben wird, an wen der verstorbene Bruno Ganz seine Auszeichnung im Angedenken an den 1814 verstorbenen Theater-Granden August Wilhelm Iffland vererbt hat, spricht sich das Fachmagazin "Theater heute" dafür aus, die Kriterien für die Vergabe zu ändern. Der seit 1954 vergebene Diamantring den "bedeutendsten und würdigsten Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters" darf satzungsgemäß nur an Männer vergeben werden. "Wir fänden es angemessen, allen historischen - und historisch bedingten - Regeln zum Trotz, den Iffland-Ring für Frauen zu öffnen", schreibt die Redaktion. Im Deutschlandfunk Kultur sagte auch Kay Voges, Intendant des Schauspiel Dortmund, es sei "Zeit für eine Frau" - und fügte hinzu: "Dieser Geniekult um den einen oder die eine Größte, das ist eine sehr antiquierte Denkweise." Die Theaterszene sei so "unglaublich reichhaltig", dass man den Ifflandring nicht so hoch hängen sollte. Nach der Beisetzung von Bruno Ganz heute in Zürich soll der Name des neuen Preisträgers in Wien bekanntgegeben werden.

Knapp halbe Million Zuschauer für Gottschalk im BR

Der Talkmaster erreichte mit der ersten Ausgabe der neuen Literatursendung "Gottschalk liest" im Bayerischen Rundfunk einen Marktanteil von 2 Prozent. Die um 22 Uhr ausgestrahlte Fernsehsendung mit vier Schriftstellerinnen und Schriftstellern lag damit im Vergleich zum 12-Monats-Durchschnitt von derzeit 0,6% auf einem guten Platz.

Wuppertal feiert 2020 Friedrich Engels

Mit wissenschaftlichen Tagungen und Kulturveranstaltungen wird der berühmte Sohn der Stadt geehrt. Sie stehen nach dem wissenschaftlichen Schwerpunkt zu Beginn ab Sommer im Mittelpunkt, sagte Julia Kohake, die Koordinatorin des Engels-Jahres in Wuppertal. Ein Höhepunkt werde am 28. November 2020 die Wiedereröffnung des großbürgerlichen Engels-Hauses sein, das der Unternehmer-Familie gehörte, sagte Kohake. Bereits seit fünf Jahren steht dort eine von der Volksrepublik China gestiftete Engels-Statue. Auch das angegliederte Museum für Frühindustrialisierung soll dann saniert sein. Friedrich Engels war Mäzen von Karl Marx und Mitautor des Kommunistischen Manifests von 1848. Er war am 28. November 1820 in Barmen, einem heutigen Stadtteil von Wuppertal, zur Welt gekommen.

KI braucht für Ethikrat mehr klassische Bildung

Die Fähigkeiten zur Unterscheidung und zum Zulassen von Zweideutigkeiten: Das ist für den Vorsitzenden des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, das wichtigste Mittel, um vernünftig mit Künstlicher Intelligenz umzugehen. Die Bibel sei wie Goethes "Faust" ein Beispiel für menschliche Möglichkeiten - mit allen Höhen und mit den schrecklichsten Tiefen, sagte er. Andere Denksysteme erreiche man nicht, wenn man automatische Übersetzungssysteme nutze. Menschen seien nicht nur für Handlungen sondern auch Unterlassungen verantwortlich, so Dabrock vor dem Europaparlament. KI habe aber viele Potenziale zur Verbesserung des Lebens, zum Beispiel in der Krebsforschung.

Leipziger Buchmesse eröffnet am Abend

Zu Beginn wird der US-russischen Schriftstellerin Masha Gessen der Buchpreis zur Europäischen Verständigung verliehen. Sie erhält ihn für ihr Buch "Zukunft ist Geschichte. Wie Russland die Freiheit gewann und wieder verlor". Bis Sonntag präsentieren sich mehr als 2.500 Aussteller aus mehr als 50 Ländern. Für das Publikumsfest "Leipzig liest" sind mehr als 3.600 Veranstaltungen eingeplant. Morgen wird bekanntgegeben, wer den Leipziger Buchpreis in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essay und literarische Übersetzung erhält.

Starsopranistin Gruberova beendet Opernkarriere

Die Sopranistin Edita Gruberova beendet ihre Opernkarriere. Am 27. März werde sie zum letzten Mal in einem szenischen Stück auf der Bühne stehen, teilte die Bayerische Staatsoper in München mit. Gruberova wird dort die Königin Elisabetta in Gaetano Donizettis Oper "Roberto Devereux" in der Inszenierung von Christof Loy geben. Danach werde sie nur noch bei Konzerten singen und Meisterklassen halten. Gruberova, die in Bratislava geboren wurde, hat in ihrer langen Karriere viele Opernrollen gesungen - in München und auf vielen Bühnen weltweit. Sie war die Königin der Nacht ebenso wie Lucrezia di Borgia oder Lucia di Lammermoor. Der Münchner Opernintendant würdigte die 72-Jährige als Primadonna assoluta und große Diva.

Andrej Kiska mit Sinti und Roma-Bürgerpreis geehrt

Der slowakische Präsident Andrej Kiska hat in Brüssel den Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma erhalten. Kiska wurde für sein gesellschaftliches Engagement und seinen beharrlichen Einsatz für die Belange der Roma in der Slowakei ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es: "Besonders in einer Zeit, in der sich Sinti und Roma in Europa von rechtsextremen und nationalistischen Strömungen und Parteien zunehmend bedroht sehen, spricht sich Andrej Kiska deutlich für die gleichberechtigte Teilhabe der Roma in seinem Heimatland aus." Die Auszeichnung findet im Rahmen der Roma-Woche im Europäischen Parlament statt. Bis Donnerstag diskutieren Vertreter von Roma-Organisationen mit EU-Politikern Strategien im Kampf gegen Antiziganismus und für die Förderung von Bildungschancen für Kinder aus Roma-Familien.

Abelpreis für Mathematik erstmals an Frau verliehen

Zum ersten Mal erhält eine Frau den Abelpreis. Er zählt mit der Fields-Medaille zu den angesehensten Preisen auf dem Gebiet der Mathematik. Wie die Norwegische Akademie der Wissenschaften bekanntgab, geht die renommierte Auszeichnung an die US-Wissenschaftlerin Karen Uhlenbeck für ihre Arbeit zu partiellen Differenzialgleichungen. "Karen Uhlenbeck erhält den Abelpreis 2019 für ihre grundlegende Arbeit in der geometrischen Analyse und der Eichtheorie, die die mathematische Landschaft dramatisch verändert hat", erklärte der Vorsitzende des Abel-Komitees, Hans Munthe-Kaas. "Ihre Theorien haben unser Verständnis von minimalen Oberflächen, wie etwa die einer Seifenblase, revolutioniert", sagte er. Die von ihr entwickelten Methoden würden heute von "jedem Geometer und Analysten" genutzt, teilte die Akademie mit.

Filmemacher Chuzijew gestorben

Der russische Regisseur Marlen Chuzijew ist mit 93 Jahren in Moskau gestorben. Bekannt war er für seine Filme der 50er und 60er Jahre wie "Frühling in der Saretschnaja-Straße" und "Ich bin 20 Jahre alt". Sie prägten die sowjetische Tauwetter-Periode der 60er Jahre. Er gewann zahlreiche internationale Preise, unter anderem bei der Berlinale und den Filmfestspielen von Venedig. Russlands Präsident Putin drückte sein tiefes Beileid aus und würdigte den Filmemacher als großen Regisseur und Pädagogen.

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