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Dienstag, 07.04.2020
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 7. April 2020

Internationale Maifestspiele abgesagt

Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden hat beschlossen die Internationalen Maifestspiele 2020 wegen der Coronapandemie abzusagen. Das Hessische Staatstheater Wiesbaden plant zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein "Maifestspiel-Special 2020" durchzuführen und hofft, nach dem 20. April 2020 mitteilen zu können, wann das stattfinden können. Die Maifestspiele hätten am 1. Mai beginnen sollen, mit einer Voraufführung von Schillers "Wallenstein" und Richard Wagners Oper "Tristan und Isolde". Die Eigenproduktion Schillers Wallenstein sollte eine von insgesamt zehn Schauspiel-Produktionen werden.

Berliner Häuser warnen vor Theatersterben

Mehrere Privattheater in Berlin haben in der Coronakrise Unterstützung gefordert. "Wir weisen mit diesem offenen Brief eindringlich darauf hin, dass es ohne unbürokratische und schnelle Hilfsmaßnahmen zu einem massiven Theatersterben in der Stadt kommen wird", heißt es in dem Schreiben, das zum Beispiel Schaubühne, Kudammbühnen und Berliner Ensemble unterzeichnet haben. Es sei wichtig, dass alle Kulturinstitutionen die Krise überstünden und nicht nur einzelne Häuser. Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hatte am Montag vom Bund Zuschüsse zur Liquiditäts- und Existenzsicherung im Kultursektor gefordert. Für viele Kulturbetriebe seien Kredite untauglich, weil sie zwar kurzfristig ein Liquiditätsproblem lösen könnten, aber dann zu einer "kaum wieder loszuwerdenden Verschuldung" führten. Seiner Forderung schlossen sich die Privattheater an.

Landgericht will Loveparade-Prozess einstellen

Das Landgericht Duisburg hat wegen der Coronakrise die Einstellung des Loveparade-Strafprozesses vorgeschlagen. Damit würde der Prozess ohne Urteil beendet. Die Verfahrensbeteiligten sollen bis zum 20. April Stellung nehmen. Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg gab es am einzigen Zu- und Abgang zum Veranstaltungsgelände ein so großes Gedränge, dass 21 Menschen starben und mindestens 652 verletzt wurden. Angeklagt sind drei Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Die Hauptverhandlung hatte im Dezember 2017 begonnen. Zuletzt wurde am 4. März 2020 verhandelt. Es war der 183. Verhandlungstag.

New Yorker Kathedrale zum Krankenhaus

Die New Yorker Kathedrale St. John the Divine wird in der Coronakrise zum Behelfskrankenhaus. In dem knapp 200 Meter langen Kirchenschiff sollen Zelte für bis zu 200 Patienten aufgebaut werden, berichteten Lokalmedien unter Berufung auf Dekan Clifton Daniel. Auch die darunterliegende Krypta soll genutzt werden, beides in Zusammenarbeit mit einem benachbarten Krankenhaus. Es sei das erste Mal in der Geschichte der Kathedrale, das sie für einen solchen Zweck genutzt werde, sagte Daniel. Die rund 100 Jahre alte Episkopalkirche im Nordwesten Manhattans gilt als eines der größten gotischen Gotteshäuser der Welt.

Bocelli gibt Osterkonzert im Mailänder Dom

Der italienische Star-Tenor Andrea Bocelli wird am Ostersonntag ein Konzert im menschenleeren Mailänder Dom geben. Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala sagte in seiner täglichen Facebook-Botschaft, Bocelli werde mitten in der Coronakrise "für die ganze Welt" geistliche Musikstücke singen. Das Konzert ohne Publikum soll im Internet übertragen werden. Mailand ist die Hauptstadt der norditalienischen Region Lombardei, die innerhalb Italiens am stärksten von der Coronapandemie betroffen ist. In ganz Italien werden an Ostern die Kirchen geschlossen sein, auch die traditionellen Osterfeierlichkeiten im Vatikan werden nur im Internet übertragen.

Direktor der Feininger-Galerie bleibt länger im Amt

Der für den 1. Juni geplante Wechsel an der Spitze der Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg verschiebt sich. Weil die Gespräche mit Bewerbern wegen der Coronakrise im März ausgesetzt werden mussten, bleibe Direktor Michael Freitag bis Ende des Jahres im Amt, sagte eine Sprecherin der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt. Die Stiftung hatte die Stelle im Dezember und Januar deutschlandweit ausgeschrieben. Gesucht werde ein Kunsthistoriker oder eine Kunsthistorikerin mit Spezialisierung auf moderne und zeitgenössische Kunst. Freitag ist seit 2014 Direktor der nach dem Künstler und Bauhaus-Meister Lyonel Feininger benannten Galerie.

Unesco ruft zum Schutz von Geflüchteten auf

Die Unesco hat in der Coronakrise zum Schutz von Armen, Geflüchteten und anderen besonders gefährdeten Gruppen aufgerufen. Die UN-Kulturorganisation verwies auf die Schwierigkeit, "soziale Distanz unter Bedingungen der Überbevölkerung herzustellen, die in Slums und Flüchtlingslagern herrschen". Armut und Heimatlosigkeit machten besonders verwundbar, hieß es. Besorgt äußerte sich Unesco-Generalsekretärin Audrey Azoulay angesichts der weltweiten Coronaauflagen zudem über die Einhaltung von Bürgerrechten und ethischen Normen. Die deutsche Unesco-Kommission rief dazu auf, "Grundrechtseinschränkungen und unumkehrbare wirtschaftliche Schäden zu minimieren".

Theologe lehnt Online-Abendmahlsfeiern ab

Der evangelische Mainzer Theologie-Professor Kristian Fechtner rät Kirchengemeinden davon ab, während der Coronaviruspandemie Online-Abendmahlsfeiern anzubieten. Dass Christen während einer Gottesdienst-Übertragung zu Hause vor dem Computer oder Fernseher ein Stück Brot und etwas Wein zu sich nehmen, entspreche nicht der Bedeutung des Abendmahls. Eine Feier sei nur möglich, wenn "für alle Beteiligten die Einheit von Raum, Zeit und leiblichem Zusammensein gilt und erfahrbar wird". Die Zulässigkeit von Online-Abendmahlsfeiern werde intern derzeit in den evangelischen Landeskirchen sehr intensiv und kontrovers diskutiert. Eine einheitliche Haltung gebe es bislang nicht.

Bildungsministerium stärkt Antisemitismusforschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stärkt die Antisemitismusforschung in Deutschland. Dazu werden ab dem kommenden Jahr Forschungsverbünde gefördert. Man wolle unter anderem interdisziplinäre Forschungsvorhaben fördern, die Ursachen und Verbreitung von Antisemitismus praxisbezogen untersuchen und geeignete Gegenmaßnahmen entwickeln, so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Dafür stelle das Ministerium rund 12 Millionen Euro bis 2025 bereit.

Berlin sagt Veranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkriegs ab

Zum 75. Jahrestag des Kriegsendes wird es keine großen Veranstaltungen am Brandenburger Tor und an anderen historischen Orten der Hauptstadt geben. Die vorgesehenen Projekte hat Berlin komplett abgesagt. "Wir gehen von der Straße runter", sagte Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der federführenden "Kulturprojekte Berlin". Bei aller Hoffnung auf Lockerungen in der Coronakrise sei ein Angebot mit großen Feierlichkeiten am 8. Mai nicht die richtige Idee. Vergleichbare Veranstaltungen locken sonst bis zu 250.000 Besucher an. Alternativ wird ein aufwendiges digitales Projekt geplant, mit dem an Orten wie dem Reichstagsgebäude, dem Brandenburger Tor oder dem Alexanderplatz die letzten Kriegstage und die Befreiung vom Nationalsozialismus im Mai 1945 dargestellt und erläutert werden sollen.

Deutscher Filmpreis wird als TV-Show verliehen

Der Deutsche Filmpreis wird wegen der Corona-Krise in diesem Jahr nicht bei einer großen Gala verliehen. Stattdessen ist eine Fernsehshow am 24. April geplant. Viele Filmschaffende, Musiker und Laudatoren sollen sich aus ihren Wohnzimmern dazuschalten, teilte die Deutsche Filmakademie in Berlin mit. Erstmals werde die Verleihung live übertragen. Schauspieler Edin Hasanovic moderiert den Abend. Der Filmpreis gilt als wichtigste nationale Auszeichnung für die Branche. Die rund 2.000 Mitglieder der Filmakademie stimmen über die Gewinner ab, ähnlich wie bei den Oscars in den USA. Die Preise sind insgesamt mit fast drei Millionen Euro dotiert. Mit elf Nominierungen geht die Literaturverfilmung "Berlin Alexanderplatz" ins Rennen. Auf neun Nominierungen kommt das Drama "Systemsprenger".

Schauspielhaus Bochum fertigt Gesichtsmasken an

Um die Stadt Bochum bei ihren Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu unterstützen, hat das Schauspielhaus Bochum mit der Produktion von Mund-Nase-Masken begonnen. Rund zwanzig Mitarbeitende der Kostümabteilung, der Requisite und der Polsterei nähen seit Montag Gesichtsmasken. Die fertigen Masken werden an das zentrale Lager des Kommunalen Krisenmanagements der Stadt Bochum gegeben. Von dort aus werden sie an Alten- und Pflegeheime, Kliniken und weitere Einrichtungen verteilt. Die aus Baumwolle gefertigten Gesichtsmasken sind keine medizinischen Schutzmasken; sie vermindern jedoch das Ansteckungsrisiko von Personen um die Träger.

Mehr Einreichungen beim Deutschen Buchpreis 2020

Rekorde beim Deutschen Buchpreis 2020: 120 deutschsprachige Verlage schickten insgesamt 187 Titel ins Rennen um den Roman des Jahres. Das sind mehr Einreichungen und teilnehmende Verlage als je zuvor. Jeder Verlag konnte maximal zwei Titel einreichen, die zwischen Oktober 2019 und dem 15. September 2020 erschienen sind bzw. erscheinen. Die Jury entscheidet über den Roman des Jahres in einem mehrstufigen Auswahlverfahren. Am 18. August 2020 erscheint die 20 Titel umfassende Longlist, mitte September die Shortlist mit sechs Titeln. Der Deutsche Buchpreis wird im Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen. Er ist mit 25.000 Euro dotiert.

"Shiloh Ranch"-Star James Drury ist gestorben

Der amerikanische Schauspieler James Drury, der vor allem in der Rolle des Cowboys 'Virginian' in der Western-Serie "Die Leute von der Shiloh Ranch" bekannt wurde, ist tot. Nach Angaben seiner Assistentin Karen Lindsey starb er am Montag in seinem Haus im texanischen Houston. Er wurde 85 Jahre alt. Der gebürtige New Yorker kam in den 1950er Jahren nach Hollywood, wo er in Filmen wie "Die Saat der Gewalt", "Alarm im Weltall" und "Pulverdampf und heiße Lieder", dem ersten Spielfilm mit Elvis Presley, auftrat. 1962 erhielt er eine Hauptrolle in der Western-Serie "Die Leute von der Shiloh Ranch".

Dänisches Roskilde-Festival abgesagt

In Dänemark ist das diesjährige Roskilde-Festival wegen der Coronaviruspandemie abgesagt worden. Damit folge man den Anordnungen der Behörden, teilte der Veranstalter auf Facebook mit. In Dänemark sind größere Versammlungen bis einschließlich August verboten. Die Konzertreihe in Roskilde ist das größte Musikfestival Nordeuropas. Jedes Jahr kommen mehr als 100.000 Besucher in die dänische Stadt, rund 30 Kilometer westlich von Kopenhagen. In diesem Jahr wäre es das 50. Mal gewesen.

Der australische Regisseur George Ogilvie ist gestorben

Der australische Regisseur George Ogilvie ist tot. Er starb laut einem Medienbericht im Alter von 89 Jahren. Sein erster Spielfilm als Ko-Regisseur war 1985 die Produktion "Mad Max 3 - Jenseits der Donnerkuppel". 1990 holte er für das romantische Drama "The Crossing" den damaligen Neuling und späteren Oscar-Preisträger Russell Crowe vor die Kamera. Ogilvie war außerdem als Theater- und Fernsehregisseur und als Schauspieler tätig.

Bond-Girl Honor Blackman ist gestorben

Die britische Schauspielerin Honor Blackman, die in den 60er Jahren durch ihre Rolle der "Pussy Galore" in dem James-Bond-Film "Goldfinger" weltbekannt wurde, ist tot. Sie starb nach Angaben ihrer Familie im Alter von 94 Jahren eines natürlichen Todes. 1964 hatte Blackman an der Seite von Bond-Darsteller Sean Connery die Pilotin Pussy Galore gespielt, die zunächst für den Schurken Goldfinger (Gert Fröbe) arbeitet, sich dann aber auf die Seite von 007 schlägt. Zuvor war sie einem breiteren Publikum durch die britische TV-Serie "Mit Schirm, Charme und Melone" bekannt geworden, in der sie neben Patrick Macnee spielte. Weitere Rollen hatte sie in Theater-Produktion wie "My Fair Lady" oder "Cabaret".

Gesellschaft für Umbau der Kölner-Dom-Umgebung

Die Stadt Köln und die Hohe Domkirche haben eine Gesellschaft zum Umbau der südlichen Dom-Umgebung gegründet. Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) und Dompropst Gerd Bachner unterzeichneten einen entsprechenden Vertrag. Die Gesellschaft übernehme die Bauherrenschaft für das erste gemeinsame Bauprojekt zwischen Stadt und Hoher Domkirche, der sogenannten Historischen Mitte, heißt es. Geschäftsführer werde der langjährige Vize-Baudezernent der Universität Köln, Bernd Portz (47). Laut Stadt kostet das Vorhaben rund 144 Millionen Euro, wovon 116 Millionen Euro auf eigene Kassen entfallen. Der Stadt gehören 80 Prozent der Fläche. 20 Prozent zählen zur Hohen Domkirche, die eine eigenständige Körperschaft öffentlichen Rechts ist.

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