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Kulturnachrichten

Sonntag, 28. März 2021

Neue Stiftung soll sich um Einheitsdenkmal kümmern

Die Stiftung "Orte der Demokratiegeschichte" nimmt Gestalt an. Nach langen Verhandlungen innerhalb der Koalition liege nunmehr das detaillierte Konzept vor, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Die Stiftung soll demnach noch vor der Sommerpause vom Bundestag beschlossen werden, die Arbeit noch in diesem Jahr beginnen. Der Sitz der Stiftung werde ein "Haus der Demokratie" nahe der Paulskirche in Frankfurt am Main sein. Die Stiftung solle die Verantwortung für das Freiheits- und Einheitsdenkmal übernehmen, die vieldiskutierte "Einheitswippe". Weitere Stiftungsaufgaben sind dem Konzept zufolge, im Deutschen Historischen Museum sowie im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland neue Dauerausstellungen mit dem Schwerpunkt Demokratiegeschichte vorzubereiten. Das Konzept fordert dem Bericht zufolge, die Stiftung solle helfen, aktuelle Gefühle von Ohnmacht angesichts der Demokratiegefährdung zu überwinden.

Kunsthistorikerin sieht Wende bei Raubkunst

Im Umgang mit kolonialer Raubkunst in europäischen Museen deutet sich nach Ansicht von Bénédicte Savoy eine Zeitenwende an. Inzwischen sprächen Politiker öffentlich von Restitution, also einer Rückgabe der fraglichen Objekte in ihre Herkunftsländer, sagte die aus Frankreich stammende und in Berlin lehrende Kunsthistorikerin der Deutschen Welle. "Das klingt wie der Anfang einer riesigen Veränderung der Weltgeographie der Kunst." Im deutschsprachigen Raum werde die Debatte stark von der Zivilgesellschaft getragen, so Savoy. "Sie wird auch von einer, wie ich finde, sehr guten Presse unterstützt." Die Öffentlichkeit sei gut informiert, wisse immer mehr über die Zusammensetzung der musealen Sammlungen Bescheid. Das ist nicht überall in Europa so. In Frankreich zum Beispiel ist die Öffentlichkeit schlecht informiert, die Presse sehr polemisierend.

Filmdreh auf Raumstation ISS geplant

Für einen Film im Weltall will Russland den Regisseur Klim Schipenko und eine Schauspielerin in einem halben Jahr zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Der Flug sei für den 20. September geplant, sagte der Chef des Kosmonauten-Ausbildungszentrums, Pawel Wlassow, der von der Raumfahrtbehörde herausgegebenen Zeitschrift "Russkij Kosmos". Die Rückkehr zur Erde sei für Oktober vorgesehen. Den Namen der Schauspielerin für den Streifen mit dem Arbeitstitel "Wysow" (Herausforderung) nannte Wlassow nicht. Die Staatsagentur Ria Nowosti hatte vor zwei Wochen gemeldet, dass unter 3000 Bewerbungen für die Rolle 20 Finalistinnen ausgesucht worden seien, darunter neben Schauspielerinnen auch Pilotinnen, Psychologinnen und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen. Der Film, von dem Teile im Kosmos gedreht werden, habe das Ziel, den Beruf des Kosmonauten heroisch darzustellen, hatte der staatliche TV-Sender Perwy Kanal mitgeteilt. Auch die USA planten einen Dreh in der ISS.

Bayern plant Kultursommer im Freien

Die bayerische Staatsregierung hat eine neue Kulturinitiative gestartet. Unter dem Motto "Bayern spielt" sollen von Juni bis September möglichst viele Freiluftbühnen entstehen. Das kündigte Kulturminister Sibler am Sonntag an. Der Freistaat stelle dafür zusätzliche öffentliche Flächen zur Verfügung. Das sollten auch die mehr als 2.000 Kommunen in Bayern tun. "Jeder, der mitmacht, sendet ein Zeichen der Zuversicht und des Neustarts", sagte Sibler. Über das Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft "bayernkreativ" werde eine Plattform eingerichtet. Sie soll Veranstaltern, Künstlerinnen und Künstlern sowie Besucherinnen und Besuchern als Informations- und Servicestelle dienen. Dank zunehmender Impfmöglichkeiten und Testangebote, sowie ausgefeilter Hygienekonzepte ergäben sich für den Sommer neue Perspektiven für einen Aufbruch in der Kultur.

Eddie Murphy in Ruhmeshalle aufgenommen

Die US-Bürgerrechtsorganisation NAACP hat den Schauspieler Eddie Murphy in ihre Ruhmeshalle aufgenommen. Er sei sehr bewegt, gestand Murphy, als ihm sein Freund und Kollege Arsenio Hall den Preis überreichte. Murphy wird an diesem Sonntag 60. Seit 40 Jahren dreht er Filme - darunter etliche Blockbuster wie "Beverly Hills Cop", "Der Prinz aus Zamunda" oder "Dr. Dolittle". Die NAACP setzt sich für die Förderung Nicht-Weißer ein und nimmt Menschen in ihre Ruhmeshalle auf, die als Pionier auf ihrem Fachgebiet gelten. Bisher haben unter anderem Oprah Winfrey, Stevie Wonder oder Ray Charles die Auszeichnung erhalten.

Berlin stoppt Modellprojekte für Kultur und Sport

Wegen steigender Corona-Zahlen werden Modellprojekte für Kultur- oder Sportveranstaltungen mit Zuschauern in Berlin gestoppt. Das kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller an. Bisherige Projekte wie das Konzert in der Berliner Philharmonie mit 1.000 Besuchern oder ein Theaterabend im Berliner Ensemble vor einer Woche seien sehr erfolgreich umgesetzt worden, so Müller. "Ich finde es auch richtig, dass man immer wieder guckt, wie man mit zusätzlichen Möglichkeiten beim Impfen und beim Testen Dinge auch ermöglicht. Aber wir sind im Moment in einer Situation, wo man das nicht nahtlos weiterführen kann." Denn solche Veranstaltungen hätten Kontakte und damit neuen Infektionsrisiken zur Folge. Mit den Pilotprojekten verband nach monatelanger Zwangspause vor allem der Kulturbetrieb große Hoffnungen - weit über Berlin hinaus. Wann die Modellprojekte nun weitergeführt werden könnten, werde man von der Entwicklung der Infektionszahlen abhängig machen, sagte Müller.

Bundesgartenschau setzt auf Luca-App

Bei der Bundesgartenschau in Erfurt soll neben der Corona-Warn-App auch die Luca-App zum Einsatz kommen. Dies sei Teil eines umfangreichen Schutzkonzepts für die Großveranstaltung, erklärte Thüringens Ministerpräsident Ramelow. Die elektronische Kontaktverfolgung mit der Luca-App werde bereits ab morgen bei einem in Weimar beginnenden Modellprojekt zur Öffnung von Geschäften und Museen erprobt. Das sei zugleich der Test für die Bundesgartenschau, die am 23. April in Erfurt eröffnet werden soll. Kerngelände der Bundesgartenschau sind der Egapark und der Petersberg, eine ehemalige Militärfestung. Zehntausende Tickets sind bereits verkauft.

"Earth Hour" mit deutscher Rekordbeteiligung

Bei der diesjährigen "Earth Hour" für mehr Klimaschutz hat es am Abend in Deutschland eine Rekordbeteiligung gegeben. Für eine Stunde hätten nicht nur das Brandenburger Tor, Schloss Neuschwanstein und die Frauenkirche in Dresden im Dunkeln gestanden, erklärte der WWF. Auch 575 Städte und Gemeinden hätten teilgenommen, dazu fast 450 Unternehmen. Sie alle verdunkelten um halb Neun für eine Stunde Wahrzeichen, Rathäuser, Kirchen, Firmenzentralen und Büros. Die Rekordbeteiligung zeige, dass im Superwahljahr 2021 niemand am Klimaschutz vorbeikomme, erklärte die Umweltschutz-Organisation.

Erstes Großkonzert in Barcelona mit 5000 Fans

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat es in Barcelona am Samstagabend wieder ein großes Popkonzert mit 5.000 Zuschauern gegeben. Der Auftritt der Indie Popband Love of Lesbians in der für bis zu 24.000 Gäste ausgelegten Mehrzweckhalle "Palau de Sant Jordi" hatte Pilotcharakter und war offiziell genehmigt. Es ging darum zu testen, ob solche Großveranstaltungen trotz Corona bei ausreichenden Vorsichtsmaßnahmen sicher sein können. Vor und während des Konzerts galten strenge Schutzmaßnahmen, die von einem Ärzteteam überwacht wurden. Alle Zuschauenden mussten am Samstag in einem von drei speziellen Testzentren einen Schnelltest machen. Nur 6 der 5.000 Tests seien positiv ausgefallen, schrieb die Zeitung "La Vanguardia".

Katholiken protestieren gegen Segnungsverbot

Nach dem vom Vatikan ausgesprochenen Segnungsverbot für Homosexuelle haben Vertreter der katholischen Kirche am Samstag eine Unterschriftenliste an hohe Geistliche übergeben. "Wir verbinden damit die Erwartung, dass gleichgeschlechtliche liebende Paare künftig nicht nur die Möglichkeit einer kirchlichen Segnung erhalten, sondern volle Anerkennung erfahren", sagte der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose im Vorfeld der Übergabe im Zentralkomitee der deutschen Katholiken in Bonn. Knapp 2600 Menschen aller pastoraler Berufsgruppen und aus allen Diözesen Deutschlands hatten sich der Aktion angeschlossen. Unter den Unterstützern seien Priester, Ordensleute, Theologen, Seelsorger sowie Gemeinde- und Pastoralreferenten. Mit ihrer Unterschrift erklären sie sich bereit, weiterhin gleichgeschlechtlich liebende Paare zu segnen.

Heinrich-Mann-Preis für Kathrin Passig und Eva Horn

Zum 150. Geburtstag des Schriftstellers Heinrich Mann ist die in Berlin lebende Autorin Kathrin Passig mit dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste geehrt worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung gehe an "eine der wichtigsten und treffsichersten Diagnostikerinnen der Gegenwart", urteilte die Jury. Die Sachbuchautorin, Essayistin und Übersetzerin gilt als Vordenkerin des digitalen Zeitalters. Zugleich wurde nachträglich auch die in Wien lehrende Literaturwissenschaftlerin und Essayistin Eva Horn mit dem Heinrich-Mann-Preis 2020 ausgezeichnet. Pandemiebedingt konnte dieser Preis für Essayistik im vergangenen Jahr nicht verliehen werden.

Bayern gibt Raubkunst-Gemälde zurück

Das in der NS-Zeit geraubte Gemälde "Das Zitronenscheibchen" von Jacob Lucasz Ochtervelt soll an die Erben des ursprünglichen Eigentümers zurückgegeben werden. Die Beratende Kommission für die Rückgabe von NS-Raubkunst hatte vergangenes Jahr die Rückgabe empfohlen. Bayerns Kunstminister Sibler sagte, man wolle mit diesem Schritt zur Wiedergutmachung von NS-Verbrechen beitragen und ein Stück Gerechtigkeit herstellen. "Das Zitronenscheibchen" befindet sich aktuell im Bestand der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Es wird nun an die Erben des Berliner Bankiers Carl Hagen restituiert.

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Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

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