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Kulturnachrichten

Samstag, 27. März 2021

Berliner Clubs testen Konzert

Die Berliner Clubszene hat den Konzertbetrieb in Corona-Zeiten ausprobiert. Zu der ausverkauften Pilotveranstaltung auf dem Holzmarkt-Gelände an der Spree kamen am Samstagabend laut Veranstalter rund 70 Besucher, die sich vorher online anmelden, Schnelltests absolvieren und eine Maske tragen mussten. Für die Clubcommission ist der Test "ein Funke der Hoffnung". Der Sprecher des Dachverbands, Lutz Leichsenring, sagte der Deutschen Presse-Agentur , das Verfahren könne in einer Übergangszeit eine große Hilfe für die besonders von der Corona-Krise gebeutelten Clubs sein. "Es ist eine Übergangsvariante, die uns wieder ein bisschen Hoffnung gibt. Nicht nur uns, auch den Menschen, die darauf warten, wieder in Clubs gehen zu können." Es gebe die Hoffnung, dass es wieder möglich sei, Veranstaltungen durchzuführen und Kultur erlebbar zu machen, sagte Leichsenring. Der Test habe relativ reibungslos geklappt. Einiges könne man noch digitalisieren und vereinheitlichen und zum Beispiel eine App nutzen.

Katholiken protestieren gegen Segnungsverbot

Nach dem vom Vatikan ausgesprochenen Segnungsverbot für Homosexuelle haben Vertreter der katholischen Kirche am Samstag eine Unterschriftenliste an hohe Geistliche übergeben. "Wir verbinden damit die Erwartung, dass gleichgeschlechtliche liebende Paare künftig nicht nur die Möglichkeit einer kirchlichen Segnung erhalten, sondern volle Anerkennung erfahren", sagte der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose im Vorfeld der Übergabe im Zentralkomitee der deutschen Katholiken in Bonn. Knapp 2600 Menschen aller pastoraler Berufsgruppen und aus allen Diözesen Deutschlands hatten sich der Aktion angeschlossen. Unter den Unterstützern seien Priester, Ordensleute, Theologen, Seelsorger sowie Gemeinde- und Pastoralreferenten. Mit ihrer Unterschrift erklären sie sich bereit, weiterhin gleichgeschlechtlich liebende Paare zu segnen.

Heinrich-Mann-Preis für Kathrin Passig und Eva Horn

Zum 150. Geburtstag des Schriftstellers Heinrich Mann ist die in Berlin lebende Autorin Kathrin Passig mit dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste geehrt worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung gehe an "eine der wichtigsten und treffsichersten Diagnostikerinnen der Gegenwart", urteilte die Jury. Die Sachbuchautorin, Essayistin und Übersetzerin gilt als Vordenkerin des digitalen Zeitalters. Zugleich wurde nachträglich auch die in Wien lehrende Literaturwissenschaftlerin und Essayistin Eva Horn mit dem Heinrich-Mann-Preis 2020 ausgezeichnet. Pandemiebedingt konnte dieser Preis für Essayistik im vergangenen Jahr nicht verliehen werden.

Bildungsministerin plant Corona-Nachhilfeprogramm

Bildungsministerin Anja Karliczek will mit einer Milliarde Euro ein bundesweites Nachhilfeprogramm wegen Corona bedingter Benachteiligungen auf den Weg bringen. Am Ende dieses Schuljahres solle es in allen Bundesländern Lernstandserhebungen in den Kernfächern geben, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Karliczek geht davon aus, dass bis zu 25 Prozent der Schüler große Lernrückstände hätten. Spätestens zum neuen Schuljahr sollen zusätzliche Förderangebote bereitgestellt werden. Zielgruppe des Programms seien vor allem Schülerinnen und Schüler, bei denen ein Wechsel bevorstehe - entweder auf eine weiterführende Schule oder in eine Ausbildung. Erste Angebote soll es bereits zu den Sommerferien geben. Für das Programm will die Ministerin auf vorhandene Strukturen in den Ländern zurückgreifen: "Eingebunden werden könnten zum Beispiel Lehramtsstudierende, pensionierte Lehrkräfte, Bildungsstiftungen und natürlich auch private Nachhilfeanbieter."

Roboter-Selbstportät für fast 700 000 Dollar versteigert

Ein vom menschenähnlichen Roboter Sophia gemaltes Selbstporträt ist für 688 888 Dollar versteigert worden. Zu dem Bild gehört auch ein kurzes Video, das mit einer digitalen NFT-Signatur versehen ist. Die NFT-Signatur (non fungible token) ist ein digitales Echtheitszertifikat, dessen Echtheit mit der Blockchain-Datenkette der Krypto-Währung Etherium abgesichert wird. Sophia wurde 2016 von der japanischen Firma Hanson Robotics vorgestellt und war in den vergangenen Jahren auf diversen Konferenzen zu sehen. Der Roboter ist einem Menschen nachempfunden und versucht unter anderem die Mimik beim Sprechen nachzuahmen. In Deutschland unterhielt sich Sophia 2018 mit Bundeskanzlerin Merkel. Hanson Robotics zog für das Selbstporträt-Projekt den Maler Andrea Bonaceto hinzu. Sophia malte ihr Bild auf einem zuvor von Bonaceto erstellten Porträt von ihr.

Kritik an Film über Hanau-Anschlag

Im Streit um den Thriller von Regisseur Uwe Boll über den rassistischen Anschlag von Hanau 2020 äußern Angehörige der Opfer scharfe Kritik. Cetin Gültekin, der Bruder des ermordeten Gökhan Gültekin, sagte: "In meinen Augen tötet er mit dieser Verunglimpfung meinen Bruder ein zweites Mal." Die Mutter von Sedat Gürbüz erklärte zu Boll: "Er hat uns nicht gefragt. Der darf das nicht. Der war nie hier." Auch der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky lehnt den Film ab: "Diesen unsäglichen Film will in Hanau niemand. Nicht die Angehörigen, nicht die politischen Gremien, nicht die Stadtgesellschaft. Wir werden gemeinsam alle Hebel in Bewegung setzen, um die Ausstrahlung zu verhindern." Bolls Film "Hanau - Deutschland im Winter, Pt. 1" ist bereits abgedreht und befindet sich laut "Spiegel" in der Postproduktion. Uwe Boll schildert darin die Tatnacht aus der Perspektive des Täters. Er hätte das Projekt auch realisiert, wenn die Opferfamilien die Gelegenheit gehabt hätten, ein Veto einzulegen, sagte Boll dem Nachrichtenmagazin.

Bayern gibt Raubkunst-Gemälde zurück

Das in der NS-Zeit geraubte Gemälde "Das Zitronenscheibchen" von Jacob Lucasz Ochtervelt soll an die Erben des ursprünglichen Eigentümers zurückgegeben werden. Die Beratende Kommission für die Rückgabe von NS-Raubkunst hatte vergangenes Jahr die Rückgabe empfohlen. Bayerns Kunstminister Sibler sagte, man wolle mit diesem Schritt zur Wiedergutmachung von NS-Verbrechen beitragen und ein Stück Gerechtigkeit herstellen. "Das Zitronenscheibchen" befindet sich aktuell im Bestand der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Es wird nun an die Erben des Berliner Bankiers Carl Hagen restituiert.

Belarus vom Eurovision Song Contest ausgeschlossen

Belarus ist vom Eurovision Song Contest (ESC) im Mai ausgeschlossen worden. Das hat die Europäische Rundfunkunion entschieden. Auch das neu eingereichte Lied verstoße gegen die ESC-Regeln, die sicherstellten, "dass der Wettbewerb nicht instrumentalisiert oder in Verruf gebracht wird". Die staatliche Rundfunkgesellschaft von Belarus habe es versäumt, "innerhalb der verlängerten Frist einen teilnahmeberechtigten Beitrag einzureichen", hieß es. Zunächst war der Song "Ja nauchu tebja" ("Ich werde dir beibringen") der Band Galasy ZMesta eingereicht worden. Die ESC-Organisatoren monierten bei diesem Lied, dass es "den nicht-politischen Charakter des Wettbewerbs" infragestelle. Es hatte Beschwerden gegeben, weil der Song in den Augen vieler Menschen die Protestbewegung gegen Machthaber Alexander Lukaschenko verhöhnt. Belarus reichte nach der Kritik einen neuen Song der Band ein, der nun ebenfalls von den ESC-Verantwortlichen abgelehnt wurde.

Schriftsteller Larry McMurtry ist tot

Der US-amerikanische Schriftsteller Larry McMurtry, der den Pulitzer-Preis, einen Oscar und einen Golden Globe gewann, ist tot. Das bestätigte seine Sprecherin der "New York Times" und dem "Hollywood Reporter". McMurtry wurde 84 Jahre alt. Der gebürtige Texaner verfasste Dutzende Romane und Drehbücher. 1986 wurde er für seinen Roman "Lonesome Dove" mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Die Geschichte über einen Viehtrieb im Wilden Westen Ende des 19. Jahrhunderts wurde später als preisgekrönte Mini-Serie verfilmt. McMurtry und seine Co-Autorin Diana Ossana gewannen 2006 den Golden Globe und den Oscar für ihre Drehbuch-Adaption von "Brokeback Mountain". Die Kurzgeschichte von Annie Proulx um die heimliche Liebe von zwei schwulen Cowboys war von Ang Lee verfilmt worden.

"Neustart Kultur" soll mehr Künstler individuell fördern

Beim coronabedingten Programm "Neustart Kultur" soll stärker als bisher der Fokus auf der individuellen Künstlerförderung liegen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters konkretisierte am Freitag die Pläne für eine zweite Milliarde des Programms. Mehr als 250 Millionen Euro sind für die Ausweitung bereits bestehender und zur Entwicklung neuer Stipendienprogramme vorgesehen. Insgesamt bis zu 800 Millionen Euro sollen in den Bereich "Erhalt und Stärkung von Kulturproduktion und -vermittlung" fließen. Grütters sagte, der zweite Lockdown habe den Kultur- und Medienbereich noch einmal mit voller Härte getroffen. Den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern verlange dies eine große Leidensfähigkeit ab, ihre soziale Lage verschärfe sich. Das Programm "Neustart Kultur", das im vergangenen Jahr mit zunächst einer Milliarde Euro gestartet war, umfasst rund 60 Teilprogramme für verschiedene Kultursparten. Weitere 15 sollen neu hinzukommen.

Genderstern wird keine Rechtschreibregel

Der Genderstern wird bis auf weiteres nicht in das Amtliche Regelwerk der deutschen Sprache aufgenommen. Dies geht aus einem Zwischenbericht hervor, den der Rat für deutsche Rechtschreibung am Freitag in Mannheim beschlossen hat. Demnach will das Expertengremium die Entwicklung des Schreibgebrauchs zunächst weiter beobachten. In dem Papier heißt es, der Rat wolle sich in seiner Bewertung geschlechtergerechter Schreibweisen an der Lesbarkeit und Verständlichkeit orientieren. Ziel sei es, "einem unkontrollierten Nebeneinander unterschiedlichster Variantenschreibungen entgegenzuwirken" und "die Einheitlichkeit der Rechtschreibung in allen deutschsprachigen Ländern zu erhalten". Die Verwendung der Sonderzeichen könne zu Folgeproblemen und grammatisch unkorrekten Lösungen führen. Seit 2004 ist der Rat für deutsche Rechtschreibung die maßgebliche Instanz in Fragen der Orthografie.

Düsseldorf soll Franz Marcs "Füchse" restituieren

Im jahrelangen Streit um das Ölgemälde "Die Füchse" von Franz Marc hat die Beratende Kommission für Raubkunstfälle die Rückgabe des Werks an die Erben des ursprünglichen Besitzers Kurt Grawi empfohlen. Das wertvolle Kunstwerk war 1962 als Schenkung in den Bestand der Städtischen Kunstsammlung Düsseldorf eingegangen. Die Empfehlung zur Restitution sei mit einer Mehrheit von sechs Stimmen bei drei Gegenstimmen beschlossen worden, teilte die Kommission mit. Laut einer Mitteilung der Stadt Düsseldorf will das Kulturdezernat die Empfehlung in die nächste Sitzung des Kulturausschusses am 15. April einbringen. Anschließend werde sie in den Stadtrat eingebracht. Die Stadt Düsseldorf war ursprünglich der Ansicht, dass das Gemälde nicht zu restituieren ist, da der Verkauf 1940 außerhalb des NS-Machtbereichs stattgefunden hatte.

Corona-Tests verteuern Kulturtickets um 20 Euro

Bei Kulturveranstaltungen mit Coronatests fallen pro Ticket Mehrkosten von etwa 20 Euro an. Das ist eines der ersten Ergebnisse aus dem derzeitigen Pilotprojekt mehrerer Bühnen in Berlin. Bei dem Konzert in der Philharmonie vor einer Woche war die Hälfte der 1000 Besucher zentral getestet worden. Zusammen mit den Tests für das Personal seien Kosten von 23 000 Euro entstanden, hieß es in Berlin. Die Kosten von 35 Euro pro Test könnten bei Optimierung der Abläufe auf knapp unter 20 Euro gesenkt werden. Nach Angaben von Projektleiterin Susanna Kunz gab es bei keiner der Veranstaltungen einen positiven Corona-Test. Das Pilotprojekt sieht insgesamt neun Veranstaltungen in der Hauptstadt vor. Die über Ostern geplanten Termine sollen verschoben werden.

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Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

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