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Samstag, 15.05.2021
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 21. März 2021

Trump arbeitet an eigener Internet-Plattform

In zwei bis drei Monaten sei es soweit: Dann werde der ehemalige US-Präsident Donald Trump wieder machen können, was ihm Twitter, Facebook und andere Social-Media-Seiten seit Anfang des Jahres untersagen. Das sagte sein Berater Jason Miller im US-Sender Fox News. Trump wolle "das Spiel völlig neu definieren", so Miller ohne genauer zu werden. Unterdessen denkt Twitter laut darüber nach, wann und wie es Äußerungen von Staatsoberhäuptern verbieten sollte. Ob Politikerinnen und Politiker besonders behandelt würden oder sich alle an die gleichen Regeln halten müssten - dazu werde "öffentlicher Input" eingeholt.

Französische Kulturministerin an Corona erkrankt

Hat sich Roselyne Bachelot zu viel zugemutet oder war sie leichtsinnig? Diese Frage wird diskutiert, seit die französische Kulturministerin gestern mitteilte, dass sie positiv auf das Corona-Virus getestet und wurde und "Atemwegssymptome" habe. Am Freitag, berichtet die Zeitung "Libération" an diesem Sonntag, sei Madame Bachelot in der Pariser Opéra Bastille gewesen, um als einzige Zuschauerin bei der "Faust"-Premiere des deutschen Regisseurs Tobias Kratzer dabei zu sein, die vom Fernsehen aufgezeichnet wurde. Die Zeitung findet, dies sei eine "neue Art von politischer Performance" und peinlich. Zumal Bachelot in den vergangenen Wochen viele Künstlerinnen und Künstler getroffen hat - was sie selbst als ihre Pflicht ansehe.

Ägyptische Frauenrechtlerin Nawal al-Saadawi ist tot

Die berühmte ägyptische Frauenrechtlerin und Schriftstellerin Nawal al-Saadawi ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Das teilte das ägyptische Kulturministerium mit. Lokalen Medien zufolge starb sie gestern in Folge einer nicht näher bezeichneten Krankheit. Al-Saadawi galt als "Großmutter der ägyptischen Frauenbewegung" und war in ihrer Heimat bekannt dafür, Kontroversen auszulösen. Sie kämpfte gegen die Unterdrückung von Frauen und gegen weibliche Genitalverstümmelung, von der sie nach eigenen Angaben selber betroffen und traumatisiert war. Mehrere ihrer Bücher wurden in Ägypten und anderen arabischen Ländern verboten, da sie sich mit Tabu-Themen wie Sex und Frauenrechten befassten. Al-Saadawi forderte säkulare Gesetze. Religionen wie das Christentum und der Islam mit ihren patriarchalen Strukturen dienten schlicht dem Zweck, Frauen zu kontrollieren und für die Interessen der Männer auszunutzen, argumentierte sie. Von der 1931 geborenen Schriftstellerin sind auf Deutsch unter anderem "Ich spucke auf euch. Bericht einer Frau am Punkt Null" (1994) und "Fundamentalismus gegen Frauen" (2002) erschienen. Die Autorin wurde auch als Anwärterin auf den Literaturnobelpreis gehandelt.

Lehrerverband befürchtet neue Schulschließungen

Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger befürchtet, dass wegen fehlender Corona-Tests und Impfungen von Lehrern Schulen bald wieder in den Distanzunterricht zurückkehren müssten. Aktuell sei es kaum möglich, die Schulen in einer dritten Welle zu einigermaßen sicheren Orten zu machen. Seit Beginn der Pandemie seien 500 bis 600 Stunden Unterricht weggefallen, beklagte der Lehrerverbandschef. Selbst der beste Distanzunterricht habe nicht dieselbe Qualität wie Präsenzunterricht. Es stelle sich die Frage, was das Schuljahr noch wert sei, so Meidinger. Alle Schüler hätten Lücken aufgebaut. Bei 20 Prozent seien sie so groß, dass sie gar nicht mehr begleitend aufgeholt werden könnten. Die Schulen seien vielerorts als "Versuchslabore" ohne kontrollierte Teststrategien oder Impfangebote geöffnet worden, kritisierte auch der Bundesvorsitzende des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR), Jürgen Böhm.

Angus Young: Cancel Culture Gefahr für Meinungsfreiheit

AC/DC-Gitarrist und -Mitgründer Angus Young sieht in der sogenannten Cancel Culture - der öffentlichen Ächtung wegen eines vermeintlichen Fehlverhaltens - eine Gefahr für die Meinungsfreiheit und künstlerische Freiheit. Der 65-Jährige sagte der "Welt am Sonntag", "alle Künstler hoffen auf die Freiheit des Worts, des Ausdrucks - da kann ich mich nicht hinstellen und jemanden für etwas verdammen, was er früher geschrieben hat." Ihn persönlich rege die Cancel Culture aber nicht auf. AC/DC sei schon so oft gecancelt worden, dass er denke: "Was soll's?" Wer gecancelt werde, der verschwinde ja nicht, er werde nur zum Teil der Underground-Kultur, so Angus Young.

Bischof: Missbrauch der Religion durch "Querdenker"

Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat vor einer Instrumentalisierung religiöser Symbole durch "Querdenker" gewarnt. Meier kündigte für Ostern Widerstand gegen derartiges Vorgehen an. Das sagte Meier der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). Hintergrund ist, dass bei Demonstrationen von "Querdenkern" gegen die Corona-Maßnahmen in der Vergangenheit immer wieder auch christliche Symbole wie Kreuze zum Einsatz kamen.

Kinderhilfswerk: Corona-Politik Desaster für Kinder

Das Deutsche Kinderhilfswerk kritisiert die Prioritäten in der Corona-Politik mit Blick auf die Rechte von Kindern als "ein einziges Desaster". "Wenn wir so weitermachen, wird unser Bildungssystem Schiffbruch erleiden", sagte Anne Lütkes, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes (DKHW), den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bund und Länder hätten es entgegen ihren Versprechungen verpasst, die notwendigen Bedingungen zu schaffen, um einen sicheren Betrieb in Schulen und Kitas zu gewährleisten, so Lütkes. Das Kinderhilfswerk fordert die Einführung eines "Corona-Bildungsregisters", in dem aktuelle Daten zur Lage der Schulen und Kitas erfasst werden. Mit einer verlässlichen Entscheidungsgrundlage könne das Recht auf Bildung in Schulen und Kitas bestmöglich umgesetzt werden. Zudem seien eine engmaschige Impf- und Teststrategie sowie mehr Flexibilität für Schulen nötig. Lütkes sagte, dramatische Berichte aus zum Beispiel Kinder- und Jugendarztpraxen zeigten, dass sowohl Ängste, Vereinsamung, Unsicherheiten und Depressionen als auch innerfamiliäre Konflikte deutlich zunehmen".

Wim Wenders: Kultur wird im Ernstfall schnell vergessen

Filmregisseur Wim Wenders sieht in der Aufarbeitung der Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung für die Filmbranche. "Wie lernfähig die Menschheit durch solch eine globale Erfahrung ist, das ist ein Bereich, in dem Filme viel bewirken können", sagte der 75-Jährige. Andere hätten es in der Pandemie deutlich schwerer als er, sagte Wenders. Aber auch seine Filmproduktion und Stiftung seien existenziell bedroht worden. Die Politik sieht Wenders kritisch: "Wenn's um nichts geht, nimmt die Politik immer den Mund voll, wie wichtig doch Kultur für unsere Gesellschaft ist, für unsere Zivilisation, für unser Gemeinschaftsgefühl. Und kaum kommt mal ein Ernstfall, ist das schnell vergessen."

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Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

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