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Kulturnachrichten

Mittwoch, 17. März 2021

Seltene Porzellanschale für 605.000 Euro versteigert

Vom Flohmarkt zu Sotheby's: Eine seltene Schale aus dem China des 15. Jahrhunderts ist für rund 605.000 Euro versteigert worden. Wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte, gibt es nach aktuellem Wissensstand nur sechs weitere solcher Schalen in der Welt, die zumeist in Museen ausgestellt sind. Das weiße Porzellangefäß mit kobaltblauen Blumenverzierungen und anderen Zeichnungen aus der sogenannten Ming-Dynastie hatte laut Sotheby's ein Antiquitätenliebhaber bei einem Hinterhofverkauf in Connecticut entdeckt. Die Person habe sich gedacht, dass die Schale etwas Besonderes sein könnte. Später schickte sie per E-Mail Informationen und Fotos an Sotheby's und bat um eine Schätzung.

Theaterregisseur Françon bei Angriff schwer verletzt

Der französische Theaterregisseur Alain Françon ist laut Medienberichten bei einem Angriff schwer verletzt worden. Demnach ereignete sich der Vorfall im Zentrum der südfranzösischen Stadt Montpellier. Der 76-Jährige soll mit einem Messer angegriffen worden sein. Die genauen Umstände waren zunächst unklar. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP mit Verweis auf die Polizei schrieb, wurde Françon operiert und war am Abend nicht mehr in Gefahr. Nach Berichten einer Lokalzeitung gehen die Ermittler nicht von einem terroristischen Motiv aus.

James Levine mit 77 Jahren gestorben

Der Dirigent und Pianist James Levine ist tot. Wie heute bekannt wurde, starb er bereits am 9. März im Alter von 77 Jahren. Levine galt als einer der vielseitigsten und einflussreichsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Mit gerade einmal 29 Jahren wurde er 1973 Chefdirigent der Metropolitan Opera in New York und drei Jahre später auch ihr musikalischer Direktor. Jahrzehntelang prägte er das weltberühmte Opernhaus. Außerdem war er u. a. Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra und verfolgte eine internationale Karriere mit zahlreichen Gastverpflichtungen. In den vergangenen zehn Jahren litt Levine an gesundheitlichen Problemen. Außerdem wurden Missbrauchsvorwürfe gegen ihn laut, weshalb er 2018 von der Met suspendiert und schließlich entlassen wurde.

Frankreichs Datenschutzbehörde untersucht Clubhouse

Die französische Datenschutzbehörde CNIL hat Untersuchungen zur Social-Media-App Clubhouse eingeleitet. Es solle geprüft werden, ob die Datenschutz-Grundverordnung anwendbar sei. Falls ja, könne man im Falle eines Verstoßes Restriktionen anordnen, hieß es. Clubhouse ist eine Audio-App aus den USA, bei der die Anwender Live-Gesprächen zuhören oder sich aktiv an Diskussionen beteiligen können. Unklar ist allerdings, wie lange das Tonmaterial in den USA gespeichert wird. In Deutschland hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband die US-amerikanischen Anbieter der App unter anderem wegen Mängeln beim Datenschutz abgemahnt.

Budapester Theaterstudenten schließen im Ausland ab

Nach der Übernahme der Budapester Universität für Theater- und Filmkunst durch eine regierungsnahe Stiftung im vergangenen Jahr können rund 150 Studenten ihr Studium jetzt in vier europäischen Ländern, darunter Deutschland, an verschiedenen künstlerischen Akademien abschließen. Das Diplomanden-Rettungsprogramm heißt "Emergency Exit". Die Studienergebnisse, die in Ungarn erworben wurden, werden anerkannt. Studenten und Lehrkräfte hatten gegen die Übernahme der Budapester Uni protestiert und diese Gebäude zunächst besetzt. Inzwischen haben die meisten Lehrkräfte von Rang ihre Professuren und Lehraufträge gekündigt.

Hass-Kampagnen in den USA stark gestiegen

Hass-Kampagnen von Rechtsextremisten und weißen Suprematisten sind in den USA stark gestiegen. Das berichtet die Anti-Diffamierungs-Liga in New York. Viele von ihnen hätten die Stimmung während der Corona-Pandemie genutzt, um neue Anhänger ihrer extremistischen Ideen zu finden. Patriotische und nationalsozialistische Gruppierungen hätten während der Regierung von Ex-Präsident Donald Trump Zulauf und Rückendeckung bekommen. Im vergangenen Jahr sind nach dem Bericht 5.125 Fälle von rassistischen, antisemitischen und anderen Hassbotschaften erfasst worden - so viele wie seit zehn Jahren nicht. Die Hass-Propaganda sei über Flugblätter, Banner oder Poster gelaufen. Damit würden die Gruppen auf ihre Online-Aktivitäten hinweisen, sagt eine Direktorin der Anti-Diffamierungs-Liga.

Golden-Globes: Verband will mehr Schwarze in der Jury

Der Verband, der die Golden-Globes-Filmpreise vergibt, will laut Medienberichten mehr schwarze Journalisten in die Jury nehmen. Im Zusammenhang mit der diesjährigen Verleihung der Golden Globes am 28. Februar hatte es Kritik an der Jury gegeben. Sie besteht bisher aus 87 ausländischen Journalisten, die ausschließlich weiß seien. Der "Hollywood Reporter" berichtet nun, dass der Verband einen Plan verabschiedet habe, die Jury auf 100 Mitglieder zu erweitern, von denen mindestens 13 Prozent schwarze Journalisten seien. Über die Vergabe der Golden Globes entscheiden nur internationale Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten. Die Preise geben meist schon Hinweise auf die später folgenden Oscars.

Der Regisseur Andres Veiel kritisiert Film über Hanau-Attentat

Der Regisseur Andres Veiel hat den noch nicht veröffentlichten Film über das Attentat in Hanau von Regisseur Uwe Boll kritisiert. Sein Konzept, eine Gewalttat noch einmal abzubilden, habe überhaupt nichts Aufklärerisches, sagte er im Deutschlandfunk Kultur. Dass die Angehörigen der Ermordeten den Film nicht veröffentlicht haben wollen, könne er verstehen, so der Filmregisseur. Das Attentat einfach abzubilden sei geschmacklos, instinktlos und sinnlos. "Meistens haben solche Täter ja selbst Bilder, auf die sie sich beziehen. Das heißt, frühere Filme, Gewaltfilme dienen als Vorlage für neue Gewaltakte. Und insofern ist das, was Boll jetzt produziert auch wiederum eine Vorlage möglicherweise für Dritte, Vierte, wieder eine ähnliche Tat zu begehen.", sagte Veiel. Es sei auf eine zynische Weise Lernen am Modell. Das aufklärerisch zu nennen, fände er absurd.

Mehr Diversität: Journalisten legen Handbuch vor

Das Journalisten-Netzwerk Neue deutsche Medienmacher*innen hat ein Handbuch vorgelegt, mit dem es Medienhäuser zu mehr Vielfalt in den Redaktionen anregen will. Darin wird empfohlen, Posten für Beauftragte zu schaffen, die die Diversität des Unternehmens im Blick behalten. Außerdem schlagen die Neuen deutschen Medienmacher*innen eine 30 Prozent-Quote für schwarze Journalistinnen und Journalisten vor, sowie für solche aus Einwandererfamilien und Medienschaffende of Color. Diversity-Checklisten sollen dabei helfen, dass Medien bei allen Themen nicht nur weiße Menschen zeigten. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in der Gesellschaft steige, heißt es in der Ankündigung des Handbuchs. Wenn Medien in den kommenden Jahren anschlussfähig bleiben wollten, müssten sie sich grundlegend verändern, so die Neuen deutschen Medienmacher*innen.

Gedenk- und Begegnungsort: Kabinett setzt Arbeitsgruppe ein

Die Bundesregierung hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die bis Mitte Juli ein Konzept für das "Zukunftszentrum für Europäische Transformation und Deutsche Einheit" erarbeiten soll. Damit folgt sie dem Vorschlag einer Kommission, die zum 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung eingerichtetet worden war, um Ideen für einen neuen Gedenk- und Begegnungsort zu entwickeln. Geleitet wird die neue Arbeitsgruppe vom ehemaligen Brandenburger Ministerpräsidenten Matthias Platzeck und dem Ost-Beauftragten der Bundesregierung, Marco Wanderwitz. Das Zentrum soll zugleich wissenschaftliches Institut und Dialogstätte sein. Einen konkreten Standort gibt es bisher nicht.

Theater wählt neuen Schauspieldirektor demokratisch

Das Theater Krefeld und Mönchengladbach hat vor dem Hintergrund der Debatte um Machtmissbrauch an den Theatern ein Zeichen gesetzt: Der neue Schauspieldirektor wurde in einem demokratischen Verfahren von den Schauspielern selbst gewählt. Unter 15 Bewerberinnen und Bewerbern konnte sich Christoph Roos durchsetzen. Er war bisher Oberspielleiter am Landestheater Tübingen. Auch am Theater Krefeld und Mönchengladbach hatte er bereits zahlreiche Stücke auf die Bühne gebracht. Der lange, oft auch mühsame Weg der Bewerbungsgespräche habe sich gelohnt, teilten die Ensemblesprecher des Schauspiels mit. Das Ensemble habe über diese Entscheidungsteilhabe viel gelernt und sei noch mehr zusammengewachsen.

Moskau beklagt Einschränkungen für RT in Deutschland

Russland hat Einschränkungen für sein Staatsmedium RT in Deutschland beklagt. Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte, dass Banken auf deutschen Behördendruck die Eröffnung eines Geschäftskontos für RT ablehnen würden. Es müssten umgehend alle einschränkenden Maßnahmen für das Medium beendet werden. «Im anderen Fall sehen wir uns gezwungen, harte Gegenmaßnahmen für die in Russland arbeitenden deutschen Medien zu ergreifen.» RT, früher Russia Today, steht im Westen immer wieder als Propagandainstrument des Kreml in der Kritik, im Auftrag des russischen Staates Verschwörungstheorien und Desinformationen zu verbreiten. Moskau will das bisher im Internet verfügbare Programm nach sechs Jahren Vorbereitung zu einem vollwertigen deutschsprachigen TV-Sender ausbauen. Eine Lizenz dafür gibt es aber noch nicht.

Elliot Page: Erster Transgender-Mann auf "Time"-Cover

Der kanadische Schauspieler Elliot Page ist als erster Transgender-Mann auf dem Titel des "Time"-Magazins abgebildet. Das Magazin werde ab Freitag verkauft, teilten die Herausgeber mit. Im Internet sind das Titelbild und das Interview mit Page bereits verfügbar. Vor einigen Jahren war die Schauspielerin Laverne Cox als erste Transgender-Frau auf demTitelbild des US-Magazins zu sehen. Page war 2007 mit dem Film "Juno" berühmt geworden. Er hatte im Dezember verkündet, von nun an mit dem Namen Elliot leben zu wollen. Im "Time"-Interview sprach Page von einem Gefühl von wahrer Aufregung und tiefer Dankbarkeit, es zu diesem Punkt in seinem Leben geschafft zu haben, gemischt mit viel Angst und Sorge.

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Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

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