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Kulturnachrichten

Freitag, 12. März 2021

Journalist der dpa in Myanmar festgenommen

Ein polnischer Journalist, der für die Deutsche Presse-Agentur in Myanmar tätig ist, ist von Einsatzkräften im Zentrum des Landes festgenommen worden. Robert Bociaga sei am Donnerstag in Taunggyi, der Hauptstadt des Shan-Staates, von Soldaten inhaftiert worden. Das berichteten übereinstimmend das Portal Myanmar Mix, das Nachrichtenunternehmen Khit Thit Media und zahlreiche User in sozialen Netzwerken. Der 30-Jährige soll dabei auch geschlagen und verletzt worden sein, so ein Reporter von Khit Thit Media auf Facebook. Die Deutsche Presse-Agentur hat derzeit keinen Kontakt zu Bociaga. Sie verurteile das Vorgehen und fordere die Verantwortlichen auf, den Journalisten umgehend freizulassen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte in Berlin, der Fall sei bekannt und man bemühe sich um konsularische Betreuung.

Berlinale 2022 wieder im Februar

Nach einem Ausnahmejahr soll die Berlinale 2022 wieder wie üblich im Februar stattfinden. Die nächsten Filmfestspiele sind vom 10. bis 20. Februar 2022 geplant, teilten die Veranstalter mit. Wegen der Pandemie war das Filmfestival in diesem Jahr geteilt worden: Anfang März gab es einen digitalen Branchentreff, im Juni ist ein Festival fürs Publikum geplant. Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals der Welt.

Jüdischer Fotowettbewerb zeichnet Preisträger aus

Zehn Fotografien sind beim Wettbewerb "Zusammenhalt in Vielfalt - Jüdischer Alltag in Deutschland" prämiert worden. "Die eingereichten Fotos illustrieren wie eine bunte Collage jüdisches Leben und damit auch das Miteinander in unserer Gegenwart in Deutschland im 21. Jahrhundert. Sie sind mal lässig, mal witzig, pointiert oder plakativ", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der digitalen Preisverleihung. Insgesamt waren 650 Beiträge zum Wettbewerb eingereicht worden. Der Fotowettbewerb war ein Jahr nach dem Anschlag auf die Synagoge von Halle als ein Zeichen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung ausgelobt worden.

Silberner Löwe der Biennale für Stuttgarter Musiker

Das Stuttgarter Musik-Ensemble Neue Vocalsolisten erhält einen Silbernen Löwen bei der italienischen Biennale di Venezia 2021. Das Ensemble sei ein "Labor für Experimente der stimmlichen Dramaturgie", begründeten die Veranstalter die Entscheidung. Damit treffen sie das Selbstverständis der Musiker: die Neuen Vocalisten Stuttgart sehen sich als "Forscher und Entdecker". Sie arbeiten mit digitalen Medien und experimentieren mit verschiedenen Genres. Die Verleihung des Preises ist für den 20. September in der Lagunen-Stadt geplant.

Linden-Museum stellt schwieriges Erbe aus

Das Stuttgarter Linden-Museum stellt sich der eigenen umstrittenen Vergangenheit. Unter dem Ausstellungstitel „Schwieriges Erbe" widmet es sich vor allem den ersten Jahrzehnten seiner Geschichte und den Spuren, die der Kolonialismus auch in Württemberg und den Sammlungen des Hauses hinterlassen hat. „Wir werden mit Sicherheit unschöne Seiten des Museums aufdecken, aber es ist wichtig, sich damit zu beschäftigen", kündigte Museumsleiterin Ines de Castro an. Mit der Ausstellung öffnet das Linden-Museum nach dem Corona-Lockdown am 16. März. Das Linden-Museum beherbergt mehr als 160 000 Objekte aus allen Erdteilen außerhalb Europas. Bekannt ist es auch für seine fortgeschrittene Provenienzforschung.

"The Weeknd" will Grammys künftig boykottieren

Der kanadische R&B-Popstar The Weeknd hat angekündigt, die Verleihung der wichtigsten Musikpreise der Welt künftig zu boykottieren. Trotz seines weltweit erfolgreichen Songs "Blinding Lights" war er bei den Nominierungen für die diesjährigen Grammy-Preise leer ausgegangen. Die Grammys werden in rund 80 Kategorien vergeben, etwa 13 000 Mitglieder der Recording Academy entscheiden über die Preisträger. Die Intransparenz des Vergabeverfahrens und die Frage, inwieweit die Grammys der zunehmenden Diversität in der Musikszene gerecht werden, wird bereits seit Jahren öffentlich diskutiert. Zuletzt hatte die zuständige Recording Academy einige Verbesserungsvorstöße unternommen. Die Grammy Awards 2021 werden am 14. März 2021 in Los Angeles verliehen.

Kunst-Initiative zieht in Bayern vor Verfassungsgericht

Die Initiative "Aufstehen für die Kunst" will wegen der Corona-bedingten Schließung von Theatern und Opernhäusern vor den Bayerischen Verfassungsgerichtshof ziehen. Die geplanten allgemeinen Öffnungsschritte zeigten zwar Perspektiven auf, seien aber immer noch verfassungswidrig, weil sie inzidenzabhängig und mit zahlreichen Auflagen versehen seien, sagte einer der Initiatoren, der Opernsänger Wolfgang Ablinger-Sperrhacke der Nachrichtenagentur dpa. Das werde anderen Bereichen so nicht zugemutet. Die Initiative sieht die Kunst in ihrer von der Verfassung garantierten Freiheit unrechtmäßig beschränkt.

Erster "Kulturlichter"-Preis für kulturelle Bildung

Das Jüdische Museum Berlin und zwei Projekte in Sachsen sind mit dem erstmals verliehenen Deutschen Preis für Kulturelle Bildung "Kulturlichter" ausgezeichnet worden. Die "Lernplattform für Jewish Places" des Jüdischen Museums konnte sich den mit 20 000 Euro dotierten Preis des Bundes sichern. Über die Plattform können Informationen zu jüdischen Orten der Gegenwart und der Vergangenheit generiert und im Onlineportal ergänzt werden. Das in Dresden angesiedelte und in der Lausitz agierende Projekt "Fabmobil" des Vereins Constitute ist eine fahrende Kunst- und Digitalwerkstatt für den ländlichen Raum und bekommt den Preis der Länder - ebenfalls mit 20 000 Euro dotiert. Der undotierte und per Online-Voting entschiedene Preis des Publikums ging an den Chemnitzer Verein ASAFF für das Projekt "Wandertag im Weltraum", ein digitales, interaktives Figurentheater für die Klassenstufen drei bis fünf.

Neuer Leiter für Berliner Bauakademie ernannt

Nach dem Streit um die zwischenzeitliche Ernennung des SPD-Politikers Florian Pronold zum künftigen Leiter der Berliner Bauakademie ist eine neue Lösung gefunden. Der Wuppertaler Architekturprofessor Guido Spars soll nun als Gründungsdirektor die Bundesstiftung aufbauen. Das gab das zuständige Bundesbauministerium in Berlin nach einer öffentlichen Ausschreibung des Postens bekannt. Spars habe mit einem Gesamtkonzept zu Aufbau und inhaltlich konzeptioneller Auslegung der Bauakademie überzeugt, hieß es. Zuvor hatte der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Pronold, verzichtet. Gegen seine Ernennung hatten mehrere Hundert Architekten und Museumsfachleute protestiert. Zwei unterlegene Mitbewerber hatten gegen die Entscheidung geklagt. In einem Fall hatte das Berliner Arbeitsgericht dann das Auswahlverfahren gestoppt. Die vom preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel gegründete Akademie soll an ihrem historischen Standort im Zentrum Berlins wiederaufgebaut werden.

EBU lehnt Eurovision-Song aus Belarus ab

Die Europäische Rundfunkunion EBU hat das Lied, mit dem sich Belarus beim Eurovision Song Contest beworben hat, abgelehnt. Der Beitrag mit dem Titel „Ya nauchu tebya“ – übersetzt etwa „Ich bringe Dir bei“ – stelle die nicht-politische Natur des Wettbewerbs infrage, heißt es in einer Mitteilung der EBU. Belarus droht nun eine Disqualifikation, solange das Land keine geänderte Version des Songs oder einen neuen Vorschlag einreicht. Zuvor hatten der Mitteilung zufolge Menschen weltweit darauf aufmerksam gemacht, dass das eingereichte Lied die Proteste im Land gegen Präsident Lukaschenko verhöhne. Auch aus Reihen des Europäischen Parlaments waren Forderungen laut geworden, Belarus vom ESC auszuschließen.

Collage von US-Künstler Beeple schreibt Geschichte

Ein rein digitales Werk des US-Künstlers Beeple ist für umgerechnet mehr als 58 Millionen Euro versteigert worden. Wie das Auktionshaus Christie's mitteilte, erzielte die Versteigerung der digitalen Collage "Everydays: The First 5000 Days" damit einen Rekordpreis. 22 Millionen Menschen folgten den letzten Minuten der Versteigerung - so viele wie noch nie. Beeple, der mit bürgerlichem Namen Mike Winkelmann heißt, hatte im Mai 2007 begonnen, jeden Tag ein digitales Bild anzufertigen. In der jetzt versteigerten Collage sind die ersten 5.000 dieser Werke zusammengefasst. Der 39-jährige Grafikdesigner aus Charleston im US-Bundesstaat South Carolina ist zu einem Pionier der virtuellen Kunst und im Internet zu einem Superstar geworden.

In Düsseldorf beginnt die Standortsuche für ein neues Opernhaus

Düsseldorf soll ein neues Opernhaus bekommen. Dafür hat sich der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, der CDU-Politiker Keller ausgesprochen. Zuvor hatte er Konzepte für einen Neubau oder eine Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes aus der Nachkriegszeit vorgestellt. Der Neubau solle noch in dieser Wahlperiode auf den Weg gebracht oder begonnen werden. An der endgültigen Entscheidung sollen auch die Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden. Keller machte aber klar, dass er einen Neubau auch aus wirtschaftlichen Gründen bevorzugt. Wenn Düsseldorf kulturell konkurrenzfähig bleiben wolle, gehe das nur mit einem neuen Opernhaus. Unterstützt wird der OB vom Architekten- und Ingenieurverein der Stadt. Er sprach von einem "Befreiungsschlag und einer großen Chance für Düsseldorf". Nun müsse schnell ein geeigneter Standort gefunden werden.

Berliner Bühnen sollen mit Tests wieder öffnen

In Berlin sollen die ersten Bühnen noch im März für ein Pilotprojekt öffnen. Neben den Philharmonikern, der Berliner Volksbühne und der Staatsoper Unter den Linden ist beispielsweise auch die Clubcommission mit einem Konzert dabei. Die Senatskulturverwaltung plant neun Veranstaltungen bis Anfang April. Das sei ein einmaliger Pilot in Deutschland und hoffentlich ein Beitrag für unbeschwerte Besuche von Kulturveranstaltungen, erklärte Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Das Publikum muss am Tag der Veranstaltung zu einem Coronatest und soll während der Vorstellung einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Den Auftakt macht am 19. März das Berliner Ensemble, am 20. März soll ein Sinfoniekonzert der Berliner Philharmoniker folgen.

Öffentlichkeitsfahndung nach Dresdner Juwelendieben

Nach dem Juwelendiebstahl aus dem Dresdner Grünen Gewölbe suchen die Ermittler mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach vier mutmaßlichen Helfern der Täter. Als Besucher sollen sie am Tag vor dem Einbruch die Räume ausgekundschaftet haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Dresden mit. Sie veröffentlichten Aufnahmen der Männer von Überwachungskameras und baten um Hinweise zu ihrem Aufenthaltsort. Einer soll mit einem der festgenommenen Haupttäter verwandt sein. Bei dem Einbruch Ende November 2019 wurde Juwelenschmuck aus dem 18. Jahrhundert von großem Wert gestohlen. Drei der vier mutmaßlichen Täter aus dem kriminellen Clanmilieu wurden im November in Berlin gefasst, der vierte Beschuldigte ist noch auf der Flucht. Von dem Raubgut fehlt bislang jede Spur.

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Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

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