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Kulturnachrichten

Donnerstag, 11. März 2021

Erster "Kulturlichter"-Preis für kulturelle Bildung

Das Jüdische Museum Berlin und zwei Projekte in Sachsen sind mit dem erstmals verliehenen Deutschen Preis für Kulturelle Bildung "Kulturlichter" ausgezeichnet worden. Die "Lernplattform für Jewish Places" des Jüdischen Museums konnte sich den mit 20 000 Euro dotierten Preis des Bundes sichern. Über die Plattform können Informationen zu jüdischen Orten der Gegenwart und der Vergangenheit generiert und im Onlineportal ergänzt werden. Das in Dresden angesiedelte und in der Lausitz agierende Projekt "Fabmobil" des Vereins Constitute ist eine fahrende Kunst- und Digitalwerkstatt für den ländlichen Raum und bekommt den Preis der Länder - ebenfalls mit 20 000 Euro dotiert. Der undotierte und per Online-Voting entschiedene Preis des Publikums ging an den Chemnitzer Verein ASAFF für das Projekt "Wandertag im Weltraum", ein digitales, interaktives Figurentheater für die Klassenstufen drei bis fünf.

Neuer Leiter für Berliner Bauakademie ernannt

Nach dem Streit um die zwischenzeitliche Ernennung des SPD-Politikers Florian Pronold zum künftigen Leiter der Berliner Bauakademie ist eine neue Lösung gefunden. Der Wuppertaler Architekturprofessor Guido Spars soll nun als Gründungsdirektor die Bundesstiftung aufbauen. Das gab das zuständige Bundesbauministerium in Berlin nach einer öffentlichen Ausschreibung des Postens bekannt. Spars habe mit einem Gesamtkonzept zu Aufbau und inhaltlich konzeptioneller Auslegung der Bauakademie überzeugt, hieß es. Zuvor hatte der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Pronold, verzichtet. Gegen seine Ernennung hatten mehrere Hundert Architekten und Museumsfachleute protestiert. Zwei unterlegene Mitbewerber hatten gegen die Entscheidung geklagt. In einem Fall hatte das Berliner Arbeitsgericht dann das Auswahlverfahren gestoppt. Die vom preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel gegründete Akademie soll an ihrem historischen Standort im Zentrum Berlins wiederaufgebaut werden.

EBU lehnt Eurovision-Song aus Belarus ab

Die Europäische Rundfunkunion EBU hat das Lied, mit dem sich Belarus beim Eurovision Song Contest beworben hat, abgelehnt. Der Beitrag mit dem Titel „Ya nauchu tebya“ – übersetzt etwa „Ich bringe Dir bei“ – stelle die nicht-politische Natur des Wettbewerbs infrage, heißt es in einer Mitteilung der EBU. Belarus droht nun eine Disqualifikation, solange das Land keine geänderte Version des Songs oder einen neuen Vorschlag einreicht. Zuvor hatten der Mitteilung zufolge Menschen weltweit darauf aufmerksam gemacht, dass das eingereichte Lied die Proteste im Land gegen Präsident Lukaschenko verhöhne. Auch aus Reihen des Europäischen Parlaments waren Forderungen laut geworden, Belarus vom ESC auszuschließen.

Collage von US-Künstler Beeple schreibt Geschichte

Ein rein digitales Werk des US-Künstlers Beeple ist für umgerechnet mehr als 58 Millionen Euro versteigert worden. Wie das Auktionshaus Christie's mitteilte, erzielte die Versteigerung der digitalen Collage "Everydays: The First 5000 Days" damit einen Rekordpreis. 22 Millionen Menschen folgten den letzten Minuten der Versteigerung - so viele wie noch nie. Beeple, der mit bürgerlichem Namen Mike Winkelmann heißt, hatte im Mai 2007 begonnen, jeden Tag ein digitales Bild anzufertigen. In der jetzt versteigerten Collage sind die ersten 5.000 dieser Werke zusammengefasst. Der 39-jährige Grafikdesigner aus Charleston im US-Bundesstaat South Carolina ist zu einem Pionier der virtuellen Kunst und im Internet zu einem Superstar geworden.

Inder nehmen trotz Corona religöses Bad im Ganges

In Indien haben trotz Corona hunderttausende Menschen das hinduistische Kumbh-Mela-Fest gefeiert. Die Behörden hatten zwar negative Corona-Tests zur Bedingung gemacht, aber schon im Morgengrauen drängelten sich am ersten von drei Badetagen Menschenmassen am Ufer des Ganges, um ein rituelles Bad in dem Fluss zu nehmen. Mit Lautsprecher-Durchsagen wurden die Menschen zum Tragen von Masken und zum Abstandhalten aufgefordert, hunderte Freiwillige besprühten die Pilger mit Desinfektionsmittel. Das Kumbh-Mela-Fest gehört zu den heiligsten Zeremonien der Hindus und findet in Haridwar nur alle zwölf Jahre statt. Indien hat insgesamt mehr als elf Millionen Corona-Fälle, die zweithöchste Zahl weltweit. Offiziell starben fast 160.000 Menschen an den Folgen der Infektion.

Öffentlichkeitsfahndung nach Dresdner Juwelendieben

Nach dem Juwelendiebstahl aus dem Dresdner Grünen Gewölbe suchen die Ermittler mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach vier mutmaßlichen Helfern der Täter. Als Besucher sollen sie am Tag vor dem Einbruch die Räume ausgekundschaftet haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Dresden mit. Sie veröffentlichten Aufnahmen der Männer von Überwachungskameras und baten um Hinweise zu ihrem Aufenthaltsort. Einer soll mit einem der festgenommenen Haupttäter verwandt sein. Bei dem Einbruch Ende November 2019 wurde Juwelenschmuck aus dem 18. Jahrhundert von großem Wert gestohlen. Drei der vier mutmaßlichen Täter aus dem kriminellen Clanmilieu wurden im November in Berlin gefasst, der vierte Beschuldigte ist noch auf der Flucht. Von dem Raubgut fehlt bislang jede Spur.

Berliner Bühnen sollen mit Tests wieder öffnen

In Berlin sollen die ersten Bühnen noch im März für ein Pilotprojekt öffnen. Neben den Philharmonikern, der Berliner Volksbühne und der Staatsoper Unter den Linden ist beispielsweise auch die Clubcommission mit einem Konzert dabei. Die Senatskulturverwaltung plant neun Veranstaltungen bis Anfang April. Das sei ein einmaliger Pilot in Deutschland und hoffentlich ein Beitrag für unbeschwerte Besuche von Kulturveranstaltungen, erklärte Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Das Publikum muss am Tag der Veranstaltung zu einem Coronatest und soll während der Vorstellung einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Den Auftakt macht am 19. März das Berliner Ensemble, am 20. März soll ein Sinfoniekonzert der Berliner Philharmoniker folgen.

Grütters will Preußen-Stiftung reformieren

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz soll in reformierter Form erhalten bleiben. Das hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters nach der jüngsten Sitzung der Reformkommission am Mittwoch klar gestellt. Dafür müssten konkrete Modelle entwickelt werden. Alle Einrichtungen bräuchten deutlich mehr Autonomie, vor allem in Personal- und Budgetfragen, so die CDU-Politikerin. Der neue Verbund solle den Einrichtungen einen Mehrwert bieten, ohne neuen Gestaltungsspielraum zu beeinträchtigen. Diesen Weg trügen alle Mitglieder der Reformkommission mit, sagte Grütters. Der Wissenschaftsrat hat eine Aufspaltung der Stiftung vorgeschlagen. Die Museen sollen teils vom Land Berlin und dem Bund oder nur vom Bund getragen werden.

Erfinder von Kompaktkassette und CD gestorben

Der niederländische Ingenieur, Lou Ottens, der als "Vater" der Kompaktkassette und CD gilt, ist bereits am vergangenen Wochenende im Alter von 94 Jahren gestorben. Ottens arbeitete ab Beginn der 60er Jahre als Produktentwickler für Philips und hat dort nach der Kompaktkassette auch die Entwicklung der Compact Disc (CD) vorangetrieben. Bis in die 90er-Jahre hinein war die Kompaktkassette der wichtigste Tonträger, dann wurde sie von der CD abgelöst. Die Kassetten machten es allen möglich, Musik aufzunehmen und zu verbreiten. Sogenannte "Mix-Tapes" mit selbst zusammengestellten Stücken prägten eine ganze Generation und veränderten auch die Musikindustrie maßgeblich.

Erstes Impf-Fläschchen in den USA kommt ins Museum

Das Fläschchen von der ersten Corona-Impfung in den USA kommt ins Museum. Der New Yorker Krankenhausbetreiber Northwell Health spendete das leere Fläschchen des Biontech-Pfizer-Vakzins dem Nationalmuseum für Amerikanische Geschichte in Washington, wie das Museum mitteilte. Gespendet wurden außerdem die Impfkarte, die Mitarbeiterkarte und der Kittel der New Yorker Krankenschwester Sandra Lindsay, die am 14. Dezember als offiziell erste US-Bürgerin geimpft worden war. Northwell Health überließ dem Museum zudem weitere leere Fläschchen, Nadeln und weiteres Impfmaterial. "Diese inzwischen historischen Gegenstände dokumentieren nicht nur den bemerkenswerten wissenschaftlichen Fortschritt, sondern repräsentieren auch die Hoffnung für Millionen Menschen", erklärte Museumsdirektorin Anthea Hartig. Das zur Smithsonian-Stiftung gehörende Nationalmuseum für Amerikanische Geschichte hatte im April 2020 angefangen, Gegenstände zur Corona-Pandemie zu sammeln.

Bruno Mars darf bei Grammys auftreten

Nach seiner Bitte um einen Auftritt haben die Organisatoren der Grammy Awards den US-Popstar Bruno Mars zu der Gala eingeladen. Mars werde gemeinsam mit seinem Musik-Kollegen Anderson Paak als Band Silk Sonic bei der Veranstaltung am Sonntagabend in Los Angeles auftreten, teilten die Veranstalter per Twitter mit. Zuvor hatte Mars ebenfalls per Twitter um einen Auftritt gebeten. "Liebe Grammys, wenn ihr so freundlich sein würdet, zwei arbeitslosen Musikern zu erlauben bei eurer Show aufzutreten, dann würden wir das wirklich zu schätzen wissen. Wir schicken euch eine Aufnahme und machen so viele Corona-Tests wie nötig", hatte der 35-jährige geschrieben, der vergangene Woche mit Silk Sonic den ersten Song "Leave the Door Open" veröffentlicht hatte. US-Medien rätseln allerdings, ob das Ganze schlicht eine Marketing-Kampagne ist. Bei der diesjährigen Grammy-Gala sollen unter anderen auch Taylor Swift und Billie Eilish auftreten.

Ältester Beleg für jüdisches Leben kommt nach Köln

Die Vatikanische Bibliothek stellt den ältesten Beleg für jüdisches Leben in Deutschland für eine Ausstellung der Katholischen Kirche in Köln zur Verfügung. Erzbischof Rainer Maria Woelki habe darum gebeten, das Dokument für die Schau "1700 Jahre Jüdisches Leben" als Leihgabe auszustellen, teilte das Erzbistum Köln mit. Das Dekret Kaiser Konstantins gilt als eine der bedeutendsten Quellen für den Nachweis jüdischen Lebens in Deutschland. Am 11. Dezember 321 hatte der römische Kaiser die Stadtoberen in Köln angewiesen, Juden die Ausübung öffentlicher Ämter zu erlauben. Die Ausstellung im erzbischöflichen Kunstmuseum Kolumba soll von September 2021 bis August 2022 zu sehen sein.

Afghanistan untersagt Mädchen öffentliches Singen

In Afghanistan sollen Schülerinnen über zwölf Jahren nicht mehr bei öffentlichen Veranstaltungen singen dürfen. Das hat die Schulbehörde in Kabul angewiesen. Davon ausgenommen seien Zeremonien, die nur von Frauen besucht würden. Eine Sprecherin des Bildungsministeriums erklärte, die Verordnung gelte für alle Provinzen des Landes. Die Mitteilung, die in sozialen Medien verbreitet wurde, stieß auf heftige Kritik in der afghanischen Zivilgesellschaft. Die Regierung würde sich auf eine Kapitulation vor den Taliban einstellen, schrieb der Schriftsteller Kawa Dschobran auf Facebook. Unter der Herrschaft der Radikalislamisten zwischen 1996 und 2001 waren Singen und Musikhören verboten.

Lesefest "Leipzig liest" findet im Mai statt

Trotz der bereits abgesagten Leipziger Buchmesse soll im Mai das traditionelle Lesefest "Leipzig liest" stattfinden. Geplant sind rund 300 Veranstaltungen unter Pandemiebedingungen in der Innenstadt, wie die Leipziger Messe mitteilte. Die Lesungen vom 27. Mai bis zum 30. Mai sollen auch mit Publikum stattfinden.
Der Branche fehle die persönliche Begegnung, erklärte Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. Daher werde der Fokus in diesem Jahr genau darauf gelegt. Unter dem Motto "Leipzig liest extra" sollen an ausgewählten Orten Autoren auf Leserinnen und Leser treffen. Einzelne Veranstaltungen werden kostenlos live im Internet übertragen. Ein detailliertes Programm soll Anfang Mai veröffentlicht werden.

Eine Million Schulkinder bekommen Buch geschenkt

Rund eine Million Kinder der vierten und fünften Klassenstufen bekommen den zum Welttag des Buches am 23. April verfassten Comicroman "Biber undercover" geschenkt. Die Schulklassen können vom 20. April bis 30. Juni eine von rund 3.500 Buchhandlungen besuchen und die Bücher gegen Vorlage ihres Gutscheins in Empfang nehmen. Das teilten der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main und die Stiftung Lesen in Mainz mit. Die Aktion "Ich schenk dir eine Geschichte" findet zum 25. Mal statt. Jedes Jahr schreiben bekannte Kinderbuchautoren zum Welttag des Buches einen neuen Titel für die Reihe.

Hamburger Gegenwind für Bundeskulturministerium

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) hat die Forderung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) nach einem Bundeskulturministerium abgelehnt. Es gebe wichtigere Themen, sagte Brosda im Deutschlandfunk. Statt neuer Strukturen sei eine Verständigung notwendig, wie die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen bei der Kulturförderung besser werden könne. Und es sei eine Verständigung über die Zuständigkeiten nötig und wie die unterschiedlichen Ebenen besser zusammenarbeiten könnten als bisher, so Brosda. Solche Prozesse funktionierten jedoch nicht gut, wenn sie mit einem Anspruch anfingen, eine Seite mächtiger zu machen. Mit dem Ministerium wolle der Bund die Zuständigkeit in einem Bereich, der nach der Verfassung den Bundesländern zustehe. Grütters hatte in der "Süddeutschen Zeitung" ein eigenständiges Ministerium für Kultur auf Bundesebene gefordert. Unterstützt wird sie dabei vom Deutschen Kulturrat.

Open-Air-Festivals erneut abgesagt

Wegen der Corona-Pandemie fallen auch in diesem Jahr sieben große Open-Air-Festivals in Deutschland und der Schweiz aus. Das hat das Veranstalter-Netzwerk Eventim Live mitgeteilt. Betroffen seien "Rock am Ring" am Nürburgring, "Rock im Park" in Nürnberg, das "Hurricane Festival" in Niedersachsen und "Southside" in Neuhausen in Baden-Württemberg. Auch das "Deichbrand" bei Cuxhaven, "SonneMondSterne" in Thüringen und das "Greenfield Festival" in der Schweiz fallen aus. Bereits 2020 waren die Festivals, so wie alle Großveranstaltungen, gestrichen worden. Die Eintrittskarten für das vergangene und dieses Jahr können online auf 2022 umgebucht werden.

Russland verstärkt den Druck auf Twitter

Die russischen Behörden verstärken den Druck auf Twitter. Die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor teilte in Moskau mit, man werde die Geschwindigkeit bei der Nutzung des Kurznachrichtendienstes drosseln. Ziel sei es, die Bürgerinnen und Bürger zu schützen und Twitter zur Einhaltung der Gesetze zu zwingen. Russland hatte bereits im Januar Geldstrafen gegen mehrere Online-Netzwerke wie Twitter verhängt – und zwar wegen der Verbreitung von Protestaufrufen im Zusammenhang mit dem inhaftierten Kreml-Kritiker Nawalny.

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Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

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