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Kulturnachrichten

Dienstag, 9. März 2021

Schriftstellerin Katja Behrens gestorben

Die Schriftstellerin Katja Behrens ist tot. Sie starb bereits am vergangenen Samstag im Alter von 78 Jahren nach einem Schlaganfall, von dem sie sich nicht mehr erholt hatte. Das teilte der Alfa-Veda Verlag mit. Der Oberbürgermeister ihrer Heimatstadt Darmstadt, Jochen Partsch (Grüne), sagte: "Darmstadt und die Welt verlieren eine starke, eine interessante, eine fantasievolle Stimme - sie wird uns allen fehlen". In den siebziger Jahren war Behrens Lektorin im Literaturverlag Luchterhand, danach freiberufliche Autorin. Ihr Debüt legte sie 1978 vor, mit dem Erzählband "Die weiße Frau". Für ihre Arbeit hat die Schriftstellerin viele Auszeichnungen bekommen, wie 1982 den Thaddäus Troll Preis.

Patti Smith tritt für Mitarbeiter des Brooklyn Museums auf

Die US-Sängerin Patti Smith hat in der Corona-Krise ein Konzert für die Mitarbeiter des Brooklyn Museums gegeben. Die 74jährige trat in einem großen Raum des Museums im New Yorker Stadtteil Brooklyn auf. Die Zuschauer trugen Masken und saßen mit weitem Abstand voneinander. Das kurze Konzert, das live bei Instagram verfolgt werden konnte, ist Teil einer Initiative des Bundesstaats New York, mit dem die schwer gebeutelte Kulturszene in der Corona-Krise mit Hunderten kleinerer Veranstaltungen wieder angekurbelt werden soll.

Vier Regisseurinnen für Baftas nominiert

Bei den Britischen Filmpreisen, den Baftas, sind in diesem Jahr erstmals vier Frauen in der Kategorie Beste Regie nominiert - so viele wie nie zuvor. Als Favoritin gilt die chinesische Regisseurin Chloé Zhao mit "Nomadland". Auch Sarah Gavron ("Rocks"), Jasmila Zbanic ("Quo Vadis, Aida?") und Shannon Murphy ("Babyteeth") sind nominiert. Männliche Bafta-Kandidaten sind die Regisseure Thomas Vinterberg und Lee Isaac Chung. Nachdem die British Academy of Film and Television Arts im Vorjahr für mangelnde Diversität kritisiert worden war, berücksichtigt die Auswahl in diesem Jahr Kandidatinnen und Kandidaten unterschiedlicher Ethnien. Erwartete Favoriten wie Viola Davis, Sacha Baron Cohen, Olivia Colman, Glenn Close oder Gary Oldman sind überraschend nicht vertreten.

Grütters: Kulturbetrieb soll diverser werden

Die Diversität im Kulturbereich soll mit Hilfe des Bundes gefördert werden. Dieses Ziel präsentierte Kulturstaatsministerin Monika Grütters beim 13. Integrationsgipfel des Bundes in Berlin. Erreicht werden soll es unter anderen durch mehr Diversität in Gremien sowie bei Personal, Publikum, Programm und Partnern der vom Bund geförderten Kultureinrichtungen. Auch solle die Geschichte eingewanderter Menschen zum Beispiel in Museen sichtbarer werden. Kultur sei ein "wichtiger Integrationsmotor", so Grütters. Die Maßnahmen gehören zum Kulturkapitel des Nationalen Aktionsplans Integration. Sie wurden von der Kulturstaatsministerin, den Ländern, der Initiative Kulturelle Integration und mehr als 200 Akteuren aus dem Kulturbereich entwickelt.
 

E-Book-Aufschwung im Pandemie-Jahr 2020

Im Zuge der Corona-Pandemie ist der E-Book-Markt in Deutschland 2020 zeitweilig gewachsen - vor allem ab dem ersten Lockdown. Der Umsatz von E-Books stieg im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 um 16,2 Prozent, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt mitteilte. Der Absatz kletterte demnach auf 35,8 Millionen verkaufte Exemplare. Bestehende E-Book-Käufer hätten vom ersten Lockdown bis in den Herbst ihre Nutzung intensiviert. Wachstumstreiber waren demnach die Belletristik sowie Kinder- und Jugendbücher. Gleichzeitig hätten etliche Leserinnen und Leser, die sonst Printbücher kaufen, in dieser Zeit auch E-Books erworben.

Compliance-Vorwürfe gegen Bild-Chef Reichelt

Der Springer-Verlag prüft offenbar Compliance-Vorwürfe gegen „Bild“-Chef Julian Reichelt, das berichtet der "Spiegel". Demnach beschuldigten sechs Mitarbeiterinnen Reichelt wegen Machtmissbrauchs und des Ausnutzens von Abhängigkeitsverhältnissen. In einzelnen Fällen soll sich Reichelt möglichen Vorwürfen von Nötigung und Mobbing stellen müssen, heißt es weiter. Springer kommentierte die Vorwürfen nicht. Julian Reichelt ist seit 2017 Chef von bild.de, seit 2018 ist er auch Chefredakteur der Printausgabe.

EuGH: Framing kann als öffentliche Wiedergabe gelten

Das Framing genannte Einbetten fremder, zuvor woanders publizierter Inhalte auf der eigenen Website kann eine öffentliche Wiedergabe sein. Dies gelte, wenn Schutzmaßnahmen der Rechteinhaber umgangen würden, entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. Es ging um einen Rechtsstreit zwischen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Verwertungsgesellschaft (VG) Bild-Kunst, die Urheberrechte wahrnimmt. Die VG macht den Abschluss eines Vertrags zur Nutzung von Bildern davon abhängig, dass wirksame technische Maßnahmen gegen Framing ergriffen werden. Der EuGH stellte nun fest, dass Framing nur dann keine öffentliche Wiedergabe sei, wenn der Zugang zu den betreffenden Werken auf der ursprünglichen Website keinen Beschränkungen unterliege. Im konkreten Fall muss nun der BGH entscheiden.

Besucherandrag nach Öffnung von Kunsthalle

Der Server der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe ist unter dem Besucheransturm nach der langen pandemiebedingten Schließung kurzzeitig zusammen gebrochen. Wie eine Sprecherin des Hauses in Baden-Württemberg weiter berichtete, hätten zahllose Kunstfans versucht, online eines der Zeitfenster für die neue Schau "Francois Boucher" zu buchen. Die Kunsthalle darf wegen der Hygieneauflagen zur Eindämmung des Virus nur eine begrenzte Zahl der sogenannten Timeslots mit je 15 Besuchern vergeben. Zu einem Server-Zusammenbruch war es am Samstag auch in Köln gekommen, als der Vorverkauf für die Andy-Warhol-Ausstellung im Museum Ludwig startete.

Politische Themen in Songtexten nehmen zu

In Songtexten haben Themen wie Umwelt- und Naturschutz sowie Gewalt und Krieg seit den 1970er Jahren zugenommen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Gießen. Sie erforschten den Einfluss von Liedtexten auf die Alltagssprache. Dafür habe man erstmals eine Datenbasis mit Songtexten der letzten 50 Jahre erstellt und systematisch untersucht, so der Sprachwissenschaftler Roman Schneider bei der Online-Jahrestagung des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache in Mannheimn. Besonders häufig seien Begriffe zu Gewalt und Krieg 2003 während des Irakkriegs von Liedermachern verwendet worden.

Neandertaler früher ausgestorben gedacht

Der Neandertaler in Nordeuropa ist laut einer Studie früher ausgestorben als bislang angenommen. Bei der Untersuchung von Knochen, die einigen der letzten Neandertaler im Norden des Kontinents zugeschrieben werden, stellten Wissenschaftler aus Großbritannien, Deutschland und Belgien fest, dass diese bis zu 20.000 Jahre älter sind, als frühere Analysen ergeben hatten. Die Studie wurde im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht. Sie kam zu dem Ergebnis, dass die Knochen zwischen 40.600 und 44.200 Jahr alt sind. Bislang hatten sie als rund 24.000 Jahr alt gegolten. Der Zeitpunkt des Aussterbens der Neandertaler ist ein wesentlicher Anhaltspunkt zur Beantwortung von Fragen nach ihren Fähigkeiten und den Gründen für ihr Verschwinden.

Russland verklagt Google, Facebook und Twitter

Russische Aufsichtsbehörden haben fünf internationale Internetplattformen wegen der Verbreitung von Aufrufen zu verbotenen Kundgebungen von Regierungskritikern verklagt. Den US-Konzernen Twitter, Google und Facebook werde vorgeworfen, die Appelle nicht gelöscht zu haben, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Den Unternehmen drohten Strafen in Höhe von vier Millionen Rubel, das sind umgerechnet etwa 45.400 Euro. Auch gegen den Kurznachrichtendienst Telegram und das Videoportal Tiktok seien Verfahren eröffnet worden. Die juristischen Schritte wurden nach landesweiten Protesten gegen die Verurteilung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny zu einer mehrjährigen Strafe eingeleitet. Die Unterstützer Nawalnys hatten zu Kundgebungen aufgerufen, die von Behörden verboten worden waren.

Elfjähriger findet in Israel 2500 Jahre alte Figur

Ein elfjähriger Junge hat bei einem Familienausflug im Süden Israels eine rund 2500 Jahre alte Keramik-Figur gefunden. Sie sei sieben Zentimeter hoch sowie sechs Zentimeter breit und zeige eine barbrüstige Frau, deren Kopf und Hals von einem Schal bedeckt seien, sagte der Archäologe Oren Schmueli laut Mitteilung der israelischen Altertumsbehörde. Die Statuette stamme wahrscheinlich aus dem fünften oder sechsten Jahrhundert vor Christus und sei offensichtlich als Glücksbringer an einer Kette um den Hals getragen worden. Es handele sich um einen seltenen Fund, sagte Schmueli. Nach Angaben der Altertumsbehörde erhielt der Junge eine Auszeichnung, weil er seine Entdeckung den Behörden gemeldet hatte.

"Borat" und "Nomadland" für Produzentenpreis nominiert

Die Golden-Globe-Gewinner "Nomadland" und "Borat Subsequent Moviefilm" haben ihre Chancen auf die diesjährigen Oscars weiter verbessert. Der US-Produzentenverband nominierte insgesamt zehn Spielfilme für den Spitzenpreis der Producers Guild of America (PGA). Er gilt als Barometer für die Oscars, die in diesem Jahr am 25. April verliehen werden. Ebenfalls im Rennen: "Judas and the Black Messiah", "Mank" und "Promising Young Women". Im Fernsehbereich sind unter anderem die Produzenten der Netflix-Serie "Unorthodox" der deutschen Regissseurin Maria Schrader in der Sparte beste Mini-Serie nominiert. Die Trophäen der Hollywood-Produzenten werden am 24. März im Rahmen einer virtuellen Show vergeben.

US-Filmemacher Leon Gast ist gestorben

Der US-Filmemacher Leon Gast ist tot. Der Regisseur sei in seinem Haus in Woodstock im Bundesstaat New York gestorben, teilten die Veranstalter des Woodstock Film Festivals mit. Gast war ein langjähriges Beiratsmitglied des Filmfestivals. Er wurde 85 Jahre alt. Gast habe seine Kamera auf "kulturelle Titanen" wie B. B. King, Kobe Bryant und Muhammad Ali gerichtet, hieß es in einer Würdigung der Oscar-Akademie. Man werde ihn vermissen, schrieb der Filmverband auf Twitter. Seine Oscar-prämierte Doku "When We Were Kings" drehte sich um einen der spektakulärsten Kämpfe der Boxgeschichte. Bei dem "Rumble in the Jungle" traten die US-Schwergewichtler Muhammad Ali und George Foreman 1974 in den Ring. Ali siegte damals durch K.O. in der achten Runde.

Andy-Warhol-Ausstellung im Kölner Museum Ludwig

Ein Vierteljahr lang war die Ausstellung wegen Corona den Blicken entzogen, doch am Dienstag öffnet das Museum Ludwig in Köln nun endlich seine große Andy-Warhol-Ausstellung. Es ist die wichtigste und kostspieligste Ausstellung, die das Museum seit Jahren zeigt. Ursprünglich sollte sie am 12. Dezember starten. Aufgrund der stark verspäteten Eröffnung wird sie nun bis zum 13. Juni verlängert. Dies zu bewerkstelligen war schwierig, da die Ausstellung anschließend noch nach Toronto in Kanada und Aspen im US-Bundesstaat Colorado weiterzieht.

Ken Follett spendet Bucherlöse aus "Notre-Dame"

Der britische Bestsellerautor Ken Follett will die Tantiemen aus seinem Buch "Notre-Dame" für die Restaurierung einer gotischen Kathedrale in Frankreich spenden. Da es für den Teil-Wiederaufbau der bei einem Brand schwer beschädigten Pariser Kathedrale genügend Geld gebe, sollen die rund 150.000 Euro in die Restaurierung einer Kirche in der Bretagne fließen. In "Notre-Dame" erzählt der 71-jährige Schriftsteller die Geschichte der berühmten Pariser Kathedrale und beschreibt seine eigenen Gefühle, als sie vor fast zwei Jahren in Flammen stand. Notre-Dames weniger bekannte Schwester in der Bretagne ist ebenfalls in baufälligem Zustand. 2019 wurde deshalb ein Projekt zu ihrer Sanierung in Höhe von 2,4 Millionen Euro gestartet.

Janosch meldet sich mit Zeichnungen zurück

2019 war nach sechs Jahren Schluss - jetzt meldet sich Illustrator und Autor Janosch zumindest kurzzeitig mit Zeichnungen im "Zeit Magazin" zurück. In der Ausgabe am Donnerstag erscheinen bislang unveröffentlichte Texte und Bilder, wie die Zeit-Verlagsgruppe ankündigte. Sechs Jahre lang hatte Janosch wöchentlich einen Cartoon mit dem Latzhosen-Held Wondrak in der Zeitschrift gezeigt. Darin gab es Antworten auf fast alle Lebenslagen. 2019 war dann Schluss. Zu Janoschs 90. Geburtstag am Donnerstag gibt es nun die neuen Arbeiten.

Neues Filmmuseum in LA ehrt Sophia Loren

Die italienische Filmschauspielerin Sophia Loren soll bei der Eröffnungsgala des neuen Filmmuseums in Los Angeles im Herbst besonders geehrt werden. Loren erhalte den Visionary Award für ihre Verdienste um den Film, ihre KolIegInnen Tom Hanks und Annette Bening würden für ihren Einsatz um Spenden für das Museum gewürdigt, teilte die Einrichtung mit. Das Academy Museum of Motion Pictures soll am 30. September für das Publikum eröffnet werden. Das Museum wolle Menschen in der Filmindustrie feiern, teilte Direktor Bill Kramer mit.

Ehrung für frühere First Lady Michelle Obama

Die frühere First Lady der USA, Michelle Obama, wird in die National Women's Hall of Fame aufgenommen. Das wurde auf einer Sitzung in Seneca Falls im Bundesstaat New York beschlossen, die alle zwei Jahre stattfindet. An diesem Ort ereignete sich die erste Versammlung für Frauenrechte in den Vereinigten Staaten. Zu den neuen Mitglieder gehören auch die Fußballspielerin Mia Hamm, die Autorin Octavia Butler, die Anti-Sklaverei-Aktivistin Emily Howland, die Künstlerin Judy Chicago sowie die verstorbene Nasa-Mathematikerin Katherine Johnson. Die Aufnahme-Zeremonie soll am 2. Oktober stattfinden.

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Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

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