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Kulturnachrichten

Donnerstag, 4. März 2021

Schauspielerin Katharina Matz ist tot

Im Alter von 90 Jahren ist Katharina Matz am Mittwochabend in Berlin gestorben. Das hat das Deutsche Theater mitgeteilt. Dorthin hatte Regisseur Wolfgang Langhoff sie 1954 nach ihrer Ausbildung in Magdeburg geholt. Vier Jahre später wechselte sie zu Ida Ehre an die Hamburger Kammerspiele und dann ans Thalia Theater. Sie arbeitete bis Anfang letzten Jahres mit den Regisseuren Jürgen Flimm, Leander Haußmann und Stephan Kimmig. Ebenfalls seit 1954 drehte Katharina Matz auch für Kino und Fernsehen. Ihre letzte Rolle TV-Rolle spielte sie 2020 im Tatort "Ein paar Worte nach Mitternacht".

Haushaltsausschuss stützt Finanzierung "Neustart Kultur"

Nun ist es wirklich beschlossene Sache: Auch der Haushaltsausschuss des Bundestages hat einer zusätzlichen Milliarde für das Corona-Hilfsprogramm "Neustart Kultur" zugestimmt. Kulturstaatsministerin Grütters hatte sie Kunst- und Kulturschaffenden bereits Anfang Februar versprochen und das Kabinett zugestimmt. Ausgebaut werden damit Stipendienprogramme im Bereich Musik, Literatur und Darstellende Künste und neue Programme, mit denen nach Aussage von Grütters "bisherige Förderlücken" geschlossen werden sollen. Spartenübergreifend soll weiter Theater, Konzerthäuser, Festivals und Clubs bis zur Wiederaufnahme des Betriebs geholfen werden.

Jean-Luc Godard zieht sich aus dem Filmgeschäft zurück

"Ich beende mein Leben als Filmemacher, mein Leben als Regisseur, indem ich diese beiden Drehbücher fertig stelle. Dann verabschiede ich mich von den Filmen." Das sagte Jean-Luc Godard in einem Interview für das Kerala International Film Festival in Indien. Das aktuelle Projekt des 90-Jährigen ist für den französisch-deutschen Fernsehsender Arte. Godard hat in seiner fast 70 Jahre währenden Karriere 54 Filme gemacht. "Außer Atem" war einer der ersten. "Bilderbuch" heißt der bislang letzte. 2010 erhielt der Meister der Nouvelle Vague einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Es war seine zwanzigste internationale Auszeichnung.

Erste Bären bei der Berlinale

In der Sparte "Kurzfilm" erhält Regisseurin Olga Lucovnicova aus Moldau einen Goldenen Bären für "Mein Onkel Tudor". Es ist eine 20 Minuten lange Koproduktion aus Belgien, Portugal und Ungarn. Sie erzählt von einem Kindheitstrauma in einer Umgebung, die idyllisch scheint, heißt es in der Pressemitteilung. Ein Silberner Bär geht nach China an Zhang Dalei für seine Geschichte über den Besuch beim Großvater. Die Preise sollen beim Berlinale Summer Special im Juni verliehen werden. Der Jury gehörten der ägyptische Künstler Basim Magdy, die österreichische Kamerafrau Christine A. Maier und der deutsche Schauspieler Sebastian Urzendowsky an.

Streaming rettet Musikbranche

Die deutsche Musikindustrie ist gut durch das Pandemie-Jahr gekommen. Sie erwirtschaftete ein Plus von neun Prozent im Vergleich zu 2019. Zu verdanken ist das dem kontinuierlich wachsenden Streaminggeschäft, teilte der Bundesverband Musikindustrie mit. Denn damit sei fast drei Viertel des Umsatzes gemacht worden. Beim CD-Absatz war die zeitweilige Schließung von Geschäften nach den Branchenzahlen deutlich zu spüren: Der Anteil am Gesamtumsatz ging um fast ein Fünftel auf rund 22 Prozent zurück. Erstmals seit langem wieder auf Platz 3 ist die Schallplatte mit 5,5 Prozent Gesamtmarkt-Anteil vor den Downloads.

Museumsbund will Öffnungschancen schnell nutzen

"Wir appellieren an die Bundesländer, den Austausch mit den Museen und Landesmuseumsverbänden zu suchen." Das sagt der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Eckart Köhne, nach den jüngsten Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern. Die Häuser erfüllten in vielen Bereichen bereits die nötigen Vorgaben. Köhne zeigte sich erleichtert, dass nun ein Neuanfang für die Kultur absehbar sei, weil die regionale Inzidenz-Staffelung ab 8. März "Spielräume" eröffne.

Violinist Michael Wieck gestorben

Er gehörte zur Familie von Clara Schumann: Michael Wieck, geboren 1928 in Königsberg, ist im Alter von 92 Jahren in Stuttgart gestorben. Er hatte nach dem Krieg in West-Berlin studiert und war von 1952 bis 1961 Erster Geiger im RIAS-Sinfonie-Orchester und ging nach dem Bau der Mauer für einige Jahre an die Auckland Universität in Neuseeland. Von 1974 bis zu seiner Pensionierung 1989 arbeitete er in Stuttgart. Wiek hatte die Bombardierungen auf das heutige Kaliningrad 1944 überlebt, wurde aber wegen seines nicht-jüdischen Vaters in einem sowjetischen Lager in Deutschland interniert. Darüber schrieb Michael Wieck 1989 ein Zeitzeugen-Buch, dessen Vorwort der Schriftsteller Siegfried Lenz verfasste. Wieck starb am 27. Februar.

Kulturschaffende sehen Corona-Beschlüsse skeptisch

Kulturschaffende sehen die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern skeptisch. Der Chef der Intendantengruppe im Bühnenverein, Hasko Weber, sagte im Deutschlandfunk Kultur, die Schäden seien mittlerweile enorm. Die Kopplung an Inzidenzwerte sei schwierig. Außerdem stehe man mit der Kultur neben existenziellen Fragen vor einem riesengroßen Sinnverlust, der nicht so ohne weiteres aufzuholen sein werde. Die Aussicht sei düster, so Weber. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, sieht fundamentale Schäden im Kulturbereich, nicht nur finanzielle, sondern auch emotionale. Viele Künstlerinnen und Künstler seien extrem verzweifelt, sagte er ebenfalls im Deutschlandfunk Kultur. Er forderte, Kulturbetriebe nicht mehr anders zu behandeln als andere Gesellschaftsbereiche. Man habe mit Blick auf Hygienekonzepte ausreichend vorgesorgt. Man könne etwas anbieten, so Zimmermann, was für Besucher und Mitarbeiter sehr sicher sei.

Disney schließt mindestens 60 Filialen in Nordamerika

Der US-Unterhaltungskonzern Disney will seine Präsenz im klassischen Einzelhandel deutlich reduzieren und sich dafür stärker aufs Online-Shopping konzentrieren. Deswegen sollen nach Angaben des Unternehmens in diesem Jahr mindestens 60 Läden in Nordamerika geschlossen werden. Wie viele Arbeitsplätze wegfallen, ist noch unklar. Disney hatte bereits angekündigt, in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2021 rund 32 000 Mitarbeiter zu entlassen. Vor allem Disneys Vergnügungsparks und Kreuzfahrten leiden massiv unter der Pandemie. Der Konzern hatte außerdem nach eigenen Angaben weltweit mehr als 300 "Disney Stores" mit Flaggschiff-Filialen, unter anderem am Times Square in New York.

"Soul" und "Wolfwalkers" Favoriten für Annie Awards

Die Filme "Soul" und "Wolfwalkers" gehen mit je zehn Gewinnchancen als Favoriten in das Rennen um die diesjährigen Annie-Awards. Die renommierten Preise für Film-, Fernseh- und Videospiel-Produktionen werden in 36 Kategorien verliehen. Der Disney-Film "Soul" aus dem Hause Pixar begibt sich mit philosophischen Fragen in die New Yorker Jazz-Szene und in die Welt von Seelen. Er tritt in der Sparte "Bester Film" gegen "Die Croods - Alles auf Anfang", "Familie Willoughby", "Trolls World Tour" und gegen einen weiteren Pixar-Film, "Onward: Keine halben Sachen", an. Auch der deutsche Regisseur Max Lang könnte gemeinsam mit seinem Regie-Kollegen Daniel Snaddon einen Annie Award gewinnen. Ihr Trickfilm "The Snail and the Whale" ("Die Schnecke und der Buckelwal") nach der Kinderbuchvorlage der britischen Autorin Julia Donaldson ist in der Sparte "Special Production" nominiert. Die Gewinner der 48. Annie Awards sollen am 16. April bei einer Online-Preisverleihung ausgezeichnet werden.

Auszeichnung für Ulrike Ottinger

Ulrike Ottinger wird für ihr Lebenswerk mit dem Hans-Thoma-Preis ausgezeichnet.
Die Filmemacherin und Künstlerin Ottinger habe in Zeiten, in denen die
Kunst vor allem von männlichen Protagonisten geprägt gewesen sei, "gegen alle Konventionen einen sehr eigenständigen und bildstarken Stil entwickelt, der bis heute inspirierend ist", heißt es zur Begründung. Ottinger wurde in den 1960er Jahren in Paris als Pop-Art-Malerin bekannt. Vielfach ausgezeichnet wurden ihre
Filmdokumentationen und teils extrem langen Spielfilme. Seit 2019 ist die 78-Jährige Mitglied der Oscar-Filmakademie.

Bundesrechnungshof kritisiert "Museum der Moderne"

Der Bundesrechnungshof geht mit der Planung für das Museum der Moderne in Berlin scharf ins Gericht. Das meldet die Berliner Morgenpost unter Berufung auf einen Bericht des Rechnungshofs an den Haushaltsausschuss des Bundestages. Darin rügten die Finanzkontrolleure, dass nicht versucht worden sei, die ursprünglich vom Parlament vorgegebene Kostenobergrenze von 200 Millionen Euro einzuhalten, heißt es. Hinzu kämen kostspielige Umplanungen und ein Raumkonzept, das im Bau teuer sei und die späteren Betriebskosten deutlich erhöhen werde. Weder das Staatsministerium für Kultur und Medien noch die Bauverwaltung oder die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hätten sich "erkennbar bemüht", den Kostenrahmen einzuhalten. Das Museum der Moderne soll bis 2026 am Kulturforum in Berlin entstehen.

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Fazit

Residenztheater München"Hamlet" überzeugt nur teilweise
Johannes Nussbaum als Hamlet steht auf der Bühne und hält einen Totenkopf. (Rezidenztheater München / Birgit Hupfeld)

191 Tage war das Münchner Residenztheater zu. Nun hat es für 200 Gäste wieder seine Türen geöffnet und startet mit einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“. Kritiker Michael Laages lobt den ersten Teil und ist vom zweiten umso mehr enttäuscht. Mehr

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