Donnerstag, 26.11.2020
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 22. April 2020

Nominierungen für Grimme Online Award stehen fest

Das Grimme-Institut in Marl hat die Nominierungen für den Grimme Online Award bekanntgegeben. Ausgewählt wurde der NDR-Podcast "Das Coronavirus Update" mit dem Berliner Virologen Christian Drosten. Auch die alternative WDR-Talkshow "Karakaya Talk" ist in dieser Sparte im Rennen. Der YouTuber Rezo wurde für sein umstrittenes Video "Zerstörung der CDU" in der Kategorie "Spezial" nominiert. Der Mitmach-Podcast "Meine Wende - Unsere Einheit?" des ZDF, der im Bereich "Kultur und Unterhaltung" ins Rennen geht, sammelt persönliche Wende-Geschichten. Die Jury kann aus allen Nominierten bis zu acht Preisträger auswählen. Zudem gibt es einen Publikumspreis, für den jeder Internetnutzer abstimmen kann. Die undotierten Preise in insgesamt vier Kategorien werden am 25. Juni verliehen.

Nibelungen-Festspiele abgesagt

Die Nibelungen-Festspiele in Worms fallen in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Sie hätten vom 17. Juli bis 2. August stattfinden sollen. "Die geplante Inszenierung 'Hildensaga. Ein Königinnendrama' wird in das Jahr 2022 verschoben", teilten die Organisatoren in Rheinland-Pfalz mit. Für 2021 schreibt der Georg-Büchner-Preisträger Lukas Bärfuss ein Stück über den Reformator Martin Luther. Die Nibelungen-Festspiele finden seit 2002 vor dem Wormser Dom statt.

Schauspieler Leon Boden gestorben

Der Schauspieler und Synchronsprecher Leon Boden ist im Alter von 61 Jahren gestorben. Das bestätigten seine Agenturen in Berlin unter Berufung auf sein persönliches Umfeld. Boden synchronisierte u.a. den US-Schauspieler Denzel Washington und den Actionstar Jason Statham ("Fast & Furious"). Er spielte auch in mehreren Fernsehproduktionen mit. Geboren wurde Boden in Kiel, seine Ausbildung machte er am Mozarteum in Salzburg.

Musikfestivals fordern Gleichbehandlung mit Sport

Musikfestivals aus ganz Deutschland haben während der Corona-Pandemie eine Gleichbehandlung mit Sport, Kirchen und Wirtschaft gefordert. Auch bei Kulturveranstaltungen könnten wie in anderen Bereichen strenge Hygiene- und Abstandsregeln umgesetzt werden, erklärten die Verantwortlichen von 40 Klassik-Festivals - vom Schleswig-Holstein Musik Festival bis zum Kissinger Sommer - in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel und Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Die Festivals fordern klare Regeln für die Einschränkungen, einfachere Finanzhilfen für die Veranstalter und eine europaweite Regelung für die Zahlung von Ausfallhonoraren.

Violinist und Bratschist Jan Talich gestorben

Der tschechische Violinist und Bratschist Jan Talich ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Er starb bereits am 16. April, wie Radio Prag unter Berufung auf die Familie meldete. Der Neffe des weltberühmten Dirigenten Vaclav Talich (1883-1961) gründete 1964 das renommierte Talich-Quartett, das weltweit Konzerte gab. Er war Mitglied der Tschechischen Philharmonie, spielte auch Solo-Konzerte und unterrichtete bei Meisterkursen in der ganzen Welt.

75. Jahrestag der Befreiung wird digital

Zum 75. Jahrestag des Kriegsendes und zum Tag der Befreiung am 8. Mai plant Berlin wegen der Corona-Pandemie eine digitale Ausstellung mit dem Titel "Nach Berlin". Sie soll die eigentlich geplante große Open-Air-Ausstellung am Brandenburger Tor ersetzen, wie Moritz van Dülmen, Geschäftsführer von Kulturprojekte Berlin, der "Berliner Zeitung" sagte. "Beim Aufmachen der Webseite öffnet sich eine Art 360-Grad-Panorama. Mit vielen Bildern laden wir ein, in die Zeit von 1945 quasi hineinzufliegen", so van Dülmen.

Schriftsteller fordern Bekenntnis zur Literatur

Zum morgigen Welttag des Buches und des Urheberrechts fordern Schriftsteller in der Corona-Krise langfristige Unterstützung und ein Bekenntnis zur Literatur. "Bücher sind nicht nur Unterhaltung, sie vermitteln Erfahrungen, ordnen ein und fördern die demokratische Grundhaltung und die gesellschaftliche Meinungsbildung zu einem hohen Anteil mit", hieß es in einer Mitteilung des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in der Gewerkschaft Verdi. Die Urheber müssten in ihren Rechten gestärkt werden. 1995 hatte die UN-Kulturorganisation Unesco den 23. April zum Welttag des Buches erklärt. Es ist der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes.

1,3 Millionen Menschen im Kulturbereich beschäftigt

3,1 Prozent aller Erwerbstätigen gehen in Deutschland einem Beruf im Kulturbereich nach. Dass teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Insgesamt sind damit rund 1,3 Millionen Personen im Kulturbereich beschäftigt. Der Selbstständigen-Anteil bei den Kulturschaffenden liegt nach Angaben der Statistikbehörde mit 39 Prozent deutlich über dem entsprechenden Anteil der gesamten erwerbstätigen Bevölkerung. Dort macht er 10 Prozent aus.

Karliczek: Längerfristig kein normaler Unterricht

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek erwartet längerfristig keinen normalen Unterricht an den Schulen in Deutschland. Es gehe jetzt zunächst darum, das zu tun, was möglich sei, sagte die CDU-Politikerin im Deutschlandfunk. Dies bedeute etwa, Präsenzunterricht und digitale Lernmethoden zu kombinieren. Wenn Anfang Mai die meisten Schulen wieder öffneten, sei es vor allem wichtig, Abschlussklassen die Möglichkeit zu geben, Stoff nachzuholen, so Karliczek.

Netflix mit Rekord-Abozahlen wegen Corona

Der US-Streamingdienst Netflix profitiert offenbar von den Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise. Im ersten Quartal schlossen fast 15,7 Millionen Neukunden ein Abonnement ab, wie das Unternehmen mitteilte. Netflix habe das "Glück, einen Dienst anzubieten, der noch bedeutsamer ist für die Menschen", während sie die meiste Zeit zu Hause verbringen müssen, erklärte die Unternehmensführung. "Wie andere Unterhaltungsangebote beobachten wir vorübergehend höhere Zugriffszahlen und ein größeres Wachstum der Abonnentenzahlen." Angesichts der schrittweisen Lockerung der Corona-Maßnahmen in vielen Ländern wird sich diese Entwicklung nach Einschätzung von Netflix in den kommenden Monaten wieder verlangsamen.

EU-Abgeordnete fordern Notfallfonds für Medien

Mehrere EU-Abgeordnete fordern einen europäischen Notfallfonds zur Unterstützung der Medien- und Pressebranche. Die EU-Kommission solle dies prüfen, schrieben Abgeordnete des Kulturausschusses im Europaparlament in einem Brief an die Kommissare Thierry Breton und Maria Gabriel. Geld dafür könnte aus Mitteln für andere Programme kommen, die wegen der Covid-19-Pandemie nicht aufgebraucht wurden.

Nordsee-Leuchtturm Roter Sand wird saniert

Der Leuchtturm Roter Sand in der Nordsee soll saniert werden. Spätestens in zwei Monaten will die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ein Konzept zum langfristigen Erhalt des Leuchtturms vorlegen. Sturmfluten und der steigende Meeresspiegel setzten dem 135 Jahre alten maritimen Denkmal auf offener See vor Bremerhaven zu. Selbst kleine Reparaturen sind allerdings zurzeit nicht möglich, da keine Fahrten mehr zum Leuchtturm angeboten werden. Die Reederei will Touristenausflüge in diesem Jahr aussetzen. Die Fahrten lohnten sich wirtschaftlich nicht, es gebe lukrativere Aufträge.

Kulturnachrichten hören

März 2020
MO DI MI DO FR SA SO
24 25 26 27 28 29 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Corona-Lockdown an der OperEine Simulation von Kultur
Ein Mann sitzt auf einer Bühne und hört zu. (picture alliance/dpa/Ina Fassbender)

Viele Kulturschaffende proben jetzt im Lockdown light weiter. Aber für wen soll das Ganze in der aktuellen Situation sein? Das fragt sich der Musiker und Autor Schorsch Kamerun, der an der Staatsoper Stuttgart an einem Jugendstück arbeitet.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur