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Kulturnachrichten

Montag, 30. März 2020

Der Bachmann-Preis findet nun digital statt

Der aufgrund der Coronavirus-Pandemie ursprünglich abgesagte Ingeborg-Bachmann-Preis findet nun doch statt. Unter dem Arbeitstitel "Bachmannpreis digital" werde der ORF in den kommenden Tagen das Konzept eines digitalen Bachmann-Preises ausarbeiten, teilte der öffentlich-rechtliche Sender mit. Die "Tage der deutschsprachigen Literatur" wanderten ins Internet ab - mit Schaltungen, digitalen Lesungen und den gewohnten Preis-Kategorien, so dass der Grundgedanke der Veranstaltung gewahrt bleibe, teilte ORF-Intendant Wrabetz mit. Die Entscheidung zur Absage des als eine der renommiertesten Literaturauszeichnungen im deutschsprachigen Raum geltenden Preises war von der Mehrheit der Juroren kritisiert worden. An den Literatur-Tagen in Klagenfurt nehmen Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Diesmal sollen sie am 17. Juni beginnen.

Van Gogh Gemälde aus Museum gestohlen

Aus dem niederländischen Museum Singer Laren bei Amsterdam ist bei einem Einbruch ein Gemälde von Vincent van Gogh gestohlen worden. Das Museum ist zur Zeit wegen der Corona-Krise geschlossen. Die Einbrecher stahlen das Gemälde "Frühlingsgarten. Der Pfarrgarten von Nuenen" aus dem Jahre 1884. Das Werk war eine Leihgabe des Groninger Museums. Wie hoch der Wert des Bildes ist, teilte das Museum zunächst nicht mit. Die Einbrecher waren nach Angaben der Polizei gegen 3.15 Uhr durch die gläserne Haupteingangstür eingedrungen. Dabei war der Alarm ausgelöst worden. Beamte waren sofort zu dem Museum gefahren - doch die Täter waren bereits fort. Van Gogh (1853-1890) hatte das Bild im Garten seiner Eltern in dem südniederländischen Ort Nuenen gemalt. Dort war sein Vater Pfarrer gewesen.

Theaterfestival Avignon hält an Eröffnung fest

Das Theaterfestival Avignon hält an der Eröffnung Anfang Juli fest. Das Programm werde am 8. April online auf der Festivalseite zugänglich sein, teilte die Leitung mit. Ursprünglich hätte es schon in der vergangenen Woche auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden sollen, die aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde. Das Festival, weltweit das größte seiner Art, soll vom 3. bis zum 23. Juli dauern. Man werde alles tun, damit es stattfinde, sagte Intendant Olivier Py der Zeitung "La Provence". Nicht ganz sicher sei bislang noch die Teilnahme von fünf Künstlergruppen aus Afrika und dem Nahen Osten. In Frankreich wurde die am 17. März verhängte Ausgangssperre bis zum 15. April verlängert.

Bund: Milliarden-Ausfall im Kulturbereich

Die Bundesregierung rechnet durch die Corona-Krise mit Umsatzeinbußen der Kultur- und Kreativwirtschaft in Höhe von bis zu fast 28 Milliarden Euro. Der anhaltende Coronavirus-Stillstand in diesem Bereich lasse dieses gravierende Szenario wahrscheinlicher werden, heißt es in einer verbreiteten Berechnung des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Die als mildes Szenario bezeichneten Folgen lägen bei Einbußen von 9,5 Milliarden Euro, ein mittleres Szenario geht von 14,7 Milliarden Euro aus. In der Musikwirtschaft erwarten die Analysten bis zu 5,1 Milliarden Euro Einbußen, was 59 Prozent des jährlichen Umsatzes wären. Bei der Filmwirtschaft könnten mit bis zu 7,2 Milliarden Euro 71 Prozent des Umsatzes wegbrechen. Auf dem Buchmarkt werden Einbußen bis zu 4,5 Milliarden Euro oder 34 Prozent befürchtet. Besonders hart treffen kann die Krise aus Sicht der Analysten Selbstständige und Unternehmen aus dem Kunstmarkt und den Darstellenden Künsten. Nahezu alle Beschäftigten dieses Bereichs würden von Umsatzausfällen betroffen und bis zu 75 Prozent ihrer jährlichen Umsätze verlieren.

Kunstwettbewerb zum Beethoven-Jubliäum

Die Deutsche Post hat einen Kunstwettbewerb zum 250-jährigen Geburtstag des Komponisten Ludwig van Beethoven gestartet. Die bundesweite Ausschreibung "Beethoven im Bild" ruft Hobbykünstler dazu auf, sich in der durch die Corona-Pandemie bedingten häuslichen Isolation kreativ mit dem Musiker auseinanderzusetzen. Gefragt seien zweidimensionale Kunstwerke, die den Komponisten zeigten, wobei die Technik den Teilnehmern überlassen bleibe. Laut Post werden die drei besten Einsendungen prämiert; der erste Platz mit 3.000 Euro, der zweite mit 2.000 Euro und der dritte mit 1.000 Euro. Die Teilnahme am Wettbewerb sei bis zum 1. Mai möglich.

Regisseur Ostermeier fürchtet um städtisches Leben

Der Berliner Theaterregisseur Thomas Ostermeier hofft, dass die Stilllegung des öffentlichen Lebens am Ende nicht zu viele kleine Betriebe ihre Existenz kostet. "Mein Bruder ist Arzt, meine Schwägerin ist Ärztin. Beide arbeiten auf der Intensivstation und sprechen von einem Tsunami, der auf sie zurollt. Deswegen bin ich natürlich für die aktuell umgesetzten Maßnahmen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Wenn man sich aber in den Stadtvierteln umschaue, dann sehe man die kleine Buchhandlung, die kleine Bar, das kleine Café, die Initiativen für Obdachlose oder kommunale Kultur, die keinerlei Rücklagen hätten. "H&M, Zara und McDonald's gibt es in jeder Metropole dieser Welt, aber das ureigene Berliner Kiez-Klima?! Davor habe ich am meisten Angst, dass dann alles, was das Leben wertvoll macht, auf der Strecke bleibt", sagte der künstlerische Leiter der Berliner Schaubühne, die derzeit ebenfalls wegen der Ausbreitung des Coronavirus stillsteht. "Und für unser Theater sieht es natürlich auch ganz furchtbar aus, wenn wir so lange nicht spielen können."

Schriftstellerverband zu Folgen der Corona-Krise

Die Vorsitzende des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Lena Falkenhagen, erwartet gravierende Auswirkungen der Corona-Krise auf die Kulturszene. "Ich denke, dass in dieser Krise viel zerstört werden wird. Wir werden diese Zäsur in der Kultur noch sehr lange spüren", sagte die Autorin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Falkenhagen verwies dabei vor allem auf die Situation von Autoren, die schon seit Jahren finanziell am Limit arbeiten würden. Durch die Corona-Krise seien Honorare weiter eingebrochen, Vorschüsse auf Buchveröffentlichungen würden immer weniger gezahlt. Die Folgen der Epidemie hätten mit der Absage der für März geplanten Leipziger Buchmesse begonnen. Auch andernorts würden nun alle Lesungen entfallen. Auf die Einnahmen aus diesen Veranstaltungen seien aber viele zwingend angewiesen.

US-Country-Sänger Joe Diffie ist tot

Der US-Country-Sänger Joe Diffie ist nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Diffie wurde in den 1990er Jahren mit Hits wie "Home" und "Pickup Man" bekannt. Am Freitag hatte er erklärt, dass er sich infiziert habe. Gestern sei er dann wegen Komplikationen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, sagte sein Pressesprecher. Diffie wurde 61 Jahre alt. Seine Alben "Honkey Tonk Attitude" und "Third Rock From the Sun" erreichten Mitte der 1990er Jahre Platin-Status, fünf seiner Songs landeten in den Country-Charts auf Platz eins. Für den Song "Same Old Train" gewann er gemeinsam mit Merle Haggard, Marty Stuart und anderen einen Grammy. 2010 veröffentlichte er sein letztes Album "The Bluegrass Album: Homecoming".

Kleist-Preis 2020 geht an Clemens J. Setz

Der Schriftsteller und Übersetzer Clemens J. Setz wird mit dem Kleist-Preis 2020 geehrt. Die Verleihung soll am 22. November 2020 im Deutschen Theater Berlin stattfinden, teilte der Präsident der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft, Günter Blamberger, mit. Clemens J. Setz sei ein "literarischer Extremist im besten Sinne, ein Erzähler und Dramatiker, der seine Leser mit anarchischer Phantasie und maliziöser Fröhlichkeit stets auf Neue verblüfft", heißt es in der Begründung. "Sein neugieriger Blick auf die Welt verrückt die Maßstäbe der Normalität und verbindet wachste Zeitgenossenschaft mit den ganz alten Fragen". Die österreichische Literaturwissenschaftlerin und Kritikerin, Daniela Strigl, hat als Vertrauensperson der Jury Clemens J. Setz in alleiniger Verantwortung zum Preisträger bestimmt.

Stiftung Preußischer Kulturbesitz unterstützt Ärzte

Mit Schutzkleidung für das Gesundheitswesen will die Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Kampf gegen das Coronavirus unterstützen. Dafür stellte die Stiftung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung größere Mengen Schutzkleidung und andere Materialien zur Verfügung, teilte die Einrichtung mit. Übergeben wurden den Angaben zufolge mehrere Tausend Handschuhe, Schutzanzüge, Atemschutzmasken, Hauben und Überschuhe sowie Alkohol und Desinfektionsmittel. Die Materialien aus Beständen der Staatlichen Museen und der Staatsbibliothek Berlin schützen sonst Restauratorinnen und Restauratoren bei ihrer Arbeit mit gefährlichen Stoffen.

Kulturpreis für Keramiker Hans Fischer

Der Passauer Keramiker Hans Fischer erhält den Kulturpreis der Dr.-Franz-und-Astrid-Ritter-Stiftung für Bildende Kunst 2020. Fischer bekommt ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro sowie eine Einzelausstellung, teilte die Stiftung mit. Die Preisverleihung mit Vernissage soll am 3. Juli stattfinden und die Schau im Weytterturm Straubing dann bis 9. August laufen. Fischer gestalte seit vier Jahrzehnten Skulpturen und Keramiken mit innovativen Methoden und Techniken und nutze dabei bewusst die weichen, heimischen Tone. Seine Lust an der Erforschung und Bespielbarkeit des Tonklumpens treibe ihn zu Spontaneität, Lebendigkeit und einer einfallsreichen gestalterischen Dynamik, so die Stiftung.

Luise Kinseher hofft auf neue Ideen nach Corona

Die Kabarettistin Luise Kinseher freut sich schon auf den Austausch mit anderen Künstlern nach der Coronakrise. Sie sei gespannt welche neuen Ideen und Innovationen Theater, Oper und Musik hervorbringen würden, sagte sie der "Süddeutschen Zeitung". Noch nie hätten die Künstler so viel Zeit für die Kunst gehabt wie jetzt. Sie hoffe nur, dass die kulturellen Institutionen diese Krise überlebten. Was derzeit die Lebensmittelgeschäfte seien, würden danach die Theater und Konzertsäle sein: "Die Kinokarte von morgen ist so rar wie heute Klopapier!" Kinseher sagte, sie hoffe und sehe auch schon Anzeichen dafür, dass nach der Krise die Welt eine andere sein werde. "Wir haben jetzt die Aufgabe zu erkennen, was das Wesentliche des Lebens ist".

Die "Lindenstraße" ist zu Ende

Die "Lindenstraße" ist vorbei. Am Sonntagabend lief nach fast 35 Jahren die letzte Folge der ARD-Kultserie. In der Schlussszene stand Helga Beimer (Marie-Luise Marjan) auf der Straße und ließ ihren Blick verklärt lächelnd über die Hausfassaden schweifen - ehe im Restaurant "Akropolis" ihre Geburtstagsfeier begann, zu der alle Bewohner gekommen waren. Im Abspann wurde ein Dank an die Zuschauer für ihre jahrelange Treue eingeblendet - begleitet vom Applaus aus dem "Akropolis". Die in Köln produzierte "Lindenstraße", deren erste Folge am 8. Dezember 1985 lief, zeigte von ihrer Grundidee den Alltag einer Nachbarschaft. Vor allem in ihren Anfangsjahren sorgte sie für manchen Tabu-Bruch, etwa mit dem ersten Schwulen-Kuss im deutschen TV. 2018 entschied sich die Fernsehprogrammkonferenz der ARD mehrheitlich gegen eine Verlängerung des Produktionsvertrags.

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