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Samstag, 24.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 29. März 2020

Kleist-Preis 2020 geht an Clemens J. Setz

Der Schriftsteller und Übersetzer Clemens J. Setz wird mit dem Kleist-Preis 2020 geehrt. Die Verleihung soll am 22. November 2020 im Deutschen Theater Berlin stattfinden, teilte der Präsident der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft, Günter Blamberger, mit. Clemens J. Setz sei ein "literarischer Extremist im besten Sinne, ein Erzähler und Dramatiker, der seine Leser mit anarchischer Phantasie und maliziöser Fröhlichkeit stets auf Neue verblüfft", heißt es in der Begründung. "Sein neugieriger Blick auf die Welt verrückt die Maßstäbe der Normalität und verbindet wachste Zeitgenossenschaft mit den ganz alten Fragen". Die österreichische Literaturwissenschaftlerin und Kritikerin, Daniela Strigl, hat als Vertrauensperson der Jury Clemens J. Setz in alleiniger Verantwortung zum Preisträger bestimmt.

Stiftung Preußischer Kulturbesitz unterstützt Ärzte

Mit Schutzkleidung für das Gesundheitswesen will die Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Kampf gegen das Coronavirus unterstützen. Dafür stellte die Stiftung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung größere Mengen Schutzkleidung und andere Materialien zur Verfügung, teilte die Einrichtung mit. Übergeben wurden den Angaben zufolge mehrere Tausend Handschuhe, Schutzanzüge, Atemschutzmasken, Hauben und Überschuhe sowie Alkohol und Desinfektionsmittel. Die Materialien aus Beständen der Staatlichen Museen und der Staatsbibliothek Berlin schützen sonst Restauratorinnen und Restauratoren bei ihrer Arbeit mit gefährlichen Stoffen.

Russischer Schriftsteller Bondarew gestorben

Der russische Schriftsteller Juri Bondarew ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Das teilte der russische Schriftstellerverband mit. Bondarew wurde mit Werken wie "Das Ufer", "Die letzten Sklaven", "Am großen Fluss" und "Heißer Schnee" auch einem deutschen Publikum bekannt. Einige seiner Romane wurden verfilmt. Er beschäftigte sich oft mit ethischen Fragen. Der Autor war auch politisch aktiv. Bondarew wurde am 15. März 1924 in Orsk an der Grenze zu Kasachstan geboren. Im Zweiten Weltkrieg war er zum Militärdienst eingezogen und dafür auch ausgezeichnet worden. Zweimal wurde er verwundet. Kurz vor seinem 96. Geburtstag sagte er der russischen Nachrichtenagentur Tass: "Wie man den Sieg feiert? Traurig oder freudig? Für mich sind an diesem Tag die beiden Gefühle untrennbar miteinander verbunden."

Kulturpreis für Keramiker Hans Fischer

Der Passauer Keramiker Hans Fischer erhält den Kulturpreis der Dr.-Franz-und-Astrid-Ritter-Stiftung für Bildende Kunst 2020. Fischer bekommt ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro sowie eine Einzelausstellung, teilte die Stiftung mit. Die Preisverleihung mit Vernissage soll am 3. Juli stattfinden und die Schau im Weytterturm Straubing dann bis 9. August laufen. Fischer gestalte seit vier Jahrzehnten Skulpturen und Keramiken mit innovativen Methoden und Techniken und nutze dabei bewusst die weichen, heimischen Tone. Seine Lust an der Erforschung und Bespielbarkeit des Tonklumpens treibe ihn zu Spontaneität, Lebendigkeit und einer einfallsreichen gestalterischen Dynamik, so die Stiftung.

Luise Kinseher hofft auf neue Ideen nach Corona

Die Kabarettistin Luise Kinseher freut sich schon auf den Austausch mit anderen Künstlern nach der Coronakrise. Sie sei gespannt welche neuen Ideen und Innovationen Theater, Oper und Musik hervorbringen würden, sagte sie der "Süddeutschen Zeitung". Noch nie hätten die Künstler so viel Zeit für die Kunst gehabt wie jetzt. Sie hoffe nur, dass die kulturellen Institutionen diese Krise überlebten. Was derzeit die Lebensmittelgeschäfte seien, würden danach die Theater und Konzertsäle sein: "Die Kinokarte von morgen ist so rar wie heute Klopapier!" Kinseher sagte, sie hoffe und sehe auch schon Anzeichen dafür, dass nach der Krise die Welt eine andere sein werde. "Wir haben jetzt die Aufgabe zu erkennen, was das Wesentliche des Lebens ist".

Grabungen am Ringheiligtum Pömmelte starten im April

Die Grabungen in der rund 4000 Jahre alten Siedlung am Ringheiligtum bei Pömmelte in Sachsen-Anhalt starten am 1. April. "Wir hoffen bis September die komplette Siedlung auszugraben", sagte Franziska Knoll, Archäologin am Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas der Universität Halle, der Deutschen Presse-Agentur. Die Archäologen gehen davon aus, dass in der frühbronzezeitlichen Siedlung bei Pömmelte die Menschen der über 3600 Jahre alten "Himmelsscheibe von Nebra" lebten. Geplant sei, auf rund 29 000 Quadratmetern zu graben. Außerdem soll eine frühbronzezeitliche Siedlung knapp einen Kilometer neben dem Ringheiligtum in Richtung Schönebeck untersucht werden. Zudem zeigten Luftbildaufnahmen Knoll zufolge eine 6000 Jahre alte Grabenanlage aus der sogenannten Baalberge-Kultur. "Dieses Grab wird freigelegt. Mitunter finden sich darin eine oder mehrere Bestattungen", sagte Knoll.

Corona-positive Geigerin Mutter denkt an Flüchtlinge

Die mit dem Coronavirus infizierte deutsche Stargeigerin Anne-Sophie Mutter nimmt ihre zwangsweise Auszeit nicht so tragisch. "In gewisser Weise hat sich mein Sabbatical, das ich für 2021 geplant habe, nach vorn verschoben", sagte die 56-Jährige der Wiener Zeitung "Die Presse am Sonntag". Die Krankheit verlaufe bei ihr ohne Komplikationen und es gebe keinen Grund zur Sorge. Ganz anders sei das Schicksal der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln. "Es ist eine Tragödie, dass aufgrund der Coronakrise die schrecklichen Umstände, unter denen diese armen Menschen zu leiden haben, völlig in den Hintergrund getreten sind." Das Ausbleiben wirksamer Hilfe sei eine humanitäre Tragödie. "Das ist mir absolut unerträglich", sagte sie dem Blatt. Sie verbringe im Moment viel Zeit mit der Familie. Sollte sich jedoch der Zwangsurlaub weiter ausdehnen, werde sie ihn sicher auch zum Repertoirestudium nutzen.

Komponist Krzysztof Penderecki ist gestorben

Der polnische Komponist Krzysztof Penderecki ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 86 Jahren in Krakau, wie die Agentur PAP unter Berufung auf seine Ehefrau berichtet. Penderecki wurde in jungen Jahren der Avantgarde zugeschrieben, wandte sich aber später wieder mehr traditionellen Formen zu. Eine seiner bekanntesten Kompositionen widmete er den Opfern des Atombombenangriffs von Hiroshima. Seine ausdrucksstarke Musik wurde in zahlreichen Filmen verwendet, darunter Horrorklassikern wie "Shining" und "Der Exorzist". Er galt als wichtigster polnischer Komponist der Gegenwart.

Bachmann-Jury gegen Aussetzung des Preises

Nach der Absage des Ingeborg-Bachmann-Preises für 2020 haben fünf von sieben Jury-Mitgliedern gegen die Aussetzung der diesjährigen "Tage der deutschsprachigen Literatur" protestiert. In einem offenen Brief an die Landesdirektorin des ORF Kärnten, Karin Bernhard, betonen die Unterzeichnenden die Wichtigkeit des Wettbewerbs als "Zeichen der Solidarität mit den Kulturschaffenden, aber auch mit den Kulturkonsumierenden" in der Corona-Krise. Man halte es für möglich, den Wettbewerb in alternativer Form auch 2020 im Fernsehen stattfinden zu lassen. Zu den unterzeichnenden Jurymitgliedern gehören Klaus Kastberger, Brigitte Schwens-Harrant, Philipp Tingler, Michael Wiederstein und Insa Wilke. Die "Tage der deutschsprachigen Literatur", in deren Rahmen der Bachmann-Preis vergeben wird, sollten eigentlich ab dem 17. Juni stattfinden.

Staatliche Ballettschule Berlin in der Kritik

Nach der Ausschreibung zweier Spitzenposten an der Staatlichen Ballettschule Berlin gibt es Kritik aus der Szene. Die Proskenion Stiftung für Nachwuchsförderung kritisiert, dass nicht erst die Vorwürfe gegen den bisherigen Schulleiter und den künstlerischen Leiter der Ballettschule umfassend aufgeklärt würden. Die Lehrer und ihre Schüler hätten ein Recht auf eine objektive Aufarbeitung durch die bereits eingesetzte neutrale Expertenkommission, so der Leiter der Stiftung, Lars Göhmann in einer Erklärung. Nach anonymer Kritik am Umgang mit Schülerinnen und Schülern waren der Schul- und der künstlerische Leiter im Februar vom Dienst freigestellt worden.

Ohnsorg-Theater in Finanznot

Das Hamburger Ohnsorg-Theater ist durch die Corona-Krise in Finanznöte geraten. Intendant Michael Lang sagte der Bild-Zeitung, er mache sich Sorgen um den Fortbestand des Hauses. Das Theater setzt bis zum 30. April seine Aufführungen aus. Für seine Mitarbeiter habe er Kurzarbeit beantragt, so Lang. Das Hamburger Volkstheater wird seit mehr als 100 Jahren bespielt und ist eine Institution in der Hansestadt. Zu den Stars gehörten einst Heidi Kabel und Henry Vahl.

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