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Kulturnachrichten

Montag, 23. März 2020

Italienische Schauspielerin Lucia Bose gestorben

Die italienische Schauspielerin Lucia Bose, eine der ersten Diven des italienischen Nachkriegskinos, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Dies teilte ihre Familie auf Twitter mit. Bose arbeitete mit großen italienischen Regisseuren zusammen. So spielte sie in Michelangelo Antonionis "Chronik einer Liebe" von 1950 und in Federico Fellinis "Satyricon" von 1969. Bose, deren richtiger Name Lucia Borloni war, kam ins Filmgeschäft, nachdem der Regisseur Luchino Visconti sie in einer Konditorei in Mailand entdeckt hatte.

Grütters: "Rettungsschirm für den Kulturbereich"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sieht im Hilfspaket der Bundesregierung einen "Rettungsschirm für den Kulturbereich". Grütters erklärte, kleinen Unternehmen werde bei der Betriebssicherung geholfen, persönliche Lebensumstände würden abgesichert und mit Einzelmaßnahmen Härten abgemildert. So soll es für Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen bis zu 15.000 Euro Soforthilfe für drei Monate geben, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Ingesamt stehen 50 Milliarden bereit, um laufende Betriebskosten wie Mieten von Kinos, Musikclubs oder Künstlerateliers zu bezahlen, aber auch um Kredite und Leasingraten zu bedienen und finanzielle Engpässe zu überbrücken.

Corona-Hilfe: Radio spielt bevorzugt heimische Künstler

Der Radiosender Bayern 2 will Künstlern helfen, die unter der coronabedingten Kulturpause leiden. Vielen jungen oder weniger bekannten Musikern hierzulande entziehe etwa der Ausfall von Liveauftritten die Lebensgrundlage, teilte der Bayerische Rundfunk am Montag in München mit. Daher spiele Bayern 2 ab sofort im "Nachtmix" täglich ab 23.05 Uhr bevorzugt Lieder von heimischen und existenziell bedrohten Musikern und Labels. So sollen die Künstler Aufmerksamkeit sowie - wenn auch in kleinem Rahmen - Einnahmen durch die Bezahlung der Urhebervergütung an die GEMA erhalten.

Hilfe für Musikverlage von ARD und Deutschlandradio

Konzerte der Rundfunkorchester werden wegen der Corona-Pandemie abgesagt, damit verlieren Musikverlage und Urheber Einnahmen: Um dem entgegenzuwirken, haben sich ARD und Deutschlandradio mit dem Deutschen Musikverleger-Verband über Soforthilfen geeinigt. Dazu werde eine 2016 geschlossene Rahmenvereinbarung über die Anmietung von Noten für Aufführungen der Rundfunkorchester so modifiziert, dass Zahlungsströme nicht abbrechen, teilte der federführende Südwestrundfunk (SWR) mit. Die Regelung gelte rückwirkend zum 1. Januar 2020 und sei auf ein Jahr befristet. Der Musikverleger-Verband sprach von einem wichtigen Zeichen der Solidarität in einer für die klassischen Musikverlage sehr schwierigen Situation.

Woody Allen-Memoiren erscheinen doch in USA 

Trotz scharfer Proteste ist die Autobiografie von Regisseur Woody Allen in den USA erschienen. Nachdem der Verlag Hachette die Memoiren nach Protesten von Mitarbeitern und aus der Familie Allens wieder aus dem Programm genommen hatte, veröffentlichte der Arcade-Verlag "Apropos of Nothing" heute. "In dieser komischen Zeit, wo die Wahrheit zu oft als fake news abgetan wird, ziehen wir als Verleger es vor, einem respektierten Künstler eine Stimme zu geben, als vor denen, die ihn zum Schweigen bringen wollen, in die Knie zu gehen", sagte Lektorin Jeannette Seaver dem Magazin "People". Gegen Allen gibt es seit Jahrzehnten Missbrauchsvorwürfe, die er stets bestritten hatte. Auch in Deutschland hatte es Proteste gegen die Veröffentlichung gegeben, die nun sogar vorgezogen wird, wie der Rowohlt-Verlag mitteilte. Bereits am Mittwoch solle "Ganz nebenbei" als E-Book erscheinen, am Samstag als gedrucktes Buch. Ursprünglich hatte Rowohlt das Werk am 7. April veröffentlichen wollen.

Gewandhausorchester stellt Konzerte online

Das Leipziger Gewandhausorchester will ab dieser Woche je donnerstags und freitags eine Konzertaufzeichnung auf seiner Webseite veröffentlichen. Damit biete das Konzerthaus dem Publikum trotz der Coronakrise Kultur, sagte Gewandhausdirektor Andreas Schulz . "Die Schäden können wir momentan noch nicht absehen und auch noch nicht beziffern", sagte er mit Blick auf die Absage von 80 Veranstaltungen bis zum 20. April. Dennoch blickt Schulz zuversichtlich auf die im September beginnende 240. Saison des Gewandhausorchestersin der insgesamt 243 Veranstaltungen geplant sind.

Corona: Neil Diamond schreibt "Sweet Caroline" um

US-Sänger Neil Diamond hat seinen Hit-Klassiker "Sweet Caroline" im Zeichen der Corona-Krise umgedichtet und auf Twitter veröffentlicht. Statt "Hands, touching hands", also Hände berühren sich, ruft er mit "Hands, washing hands" zum Händewaschen auf. Neil Diamond wurde durch Hit-Songs wie "Sweet Caroline", "Cracklin' Rosie" und "Red Red Wine" zum Weltstar. Vor zwei Jahren kündigte er an, dass er nach einer Parkinson-Diagnose keine Konzerte mehr geben, aber weiter Musik schreiben wolle.

Israels oberstes Gericht will Pessach nicht verschieben

Israels oberstes Gericht hat die Forderung nach einer Verschiebung des jüdischen Pessachfests wegen der Corona-Pandemie abgelehnt. Der zuständige Richter wies das Ansinnen zurück, aufgrund der Krise ein außerordentliches Schaltjahr auszurufen. Für einen solchen Schritt fehle es an rechtlichen Mechanismen, begründete er seine Entscheidung. Der Antragsteller argumentierte laut dem Urteil mit dem gegenwärtigen Ausnahmezustand. Eine Verschiebung von Pessach durch ein Schaltjahr sei "Erste Hilfe" für jene, die isoliert sind und unter Quarantäne stehen und entsprechend das Fest nicht ordnungsgemäß feiern könnten. Ein außerordentlich eingefügter Sondermonat würde das Pessachfest, das in diesem Jahr am Abend des 8. April beginnt, nach hinten verschieben. In der Antike ist eine solche Maßnahme wegen Ereignissen wie einer verspäteten Gerstenernte oder Reisegefahren für Pilger verfügt worden.

Lyriker Ziebritzki erhält Huchel-Preis erst nächstes Jahr

Der in Tübingen lebende Schriftsteller Henning Ziebritzki wird den Peter-Huchel-Preis erst im kommenden Jahr erhalten. Die diesjährige Preisverleihung am 3. April werde wegen der Coronavirus-Panddemie abgesagt, teilte der SWR in Freiburg mit. Geplant sei nun eine Doppel-Preisverleihung im nächsten Jahr. Der nach dem Lyriker Peter Huchel benannte Preis ist mit 10 000 Euro verbunden. Er wird normalerweise jährlich am 3. April, dem Geburtstag Huchels, in Staufen bei Freiburg vergeben. Die Jury hatte sich im Januar für Ziebritzki als diesjährigen Preisträger entschieden. Der 59-Jährige soll die Auszeichnung für sein Band "Vogelwerk" erhalten.

Autorenzentrum PEN gegen Begriff "soziale Distanz"

Die Schriftstellervereinigung PEN wendet sich gegen die Bezeichnung "soziale Distanz" für die Kontakteinschränkungen in der Corona-Krise. Stattdessen sollten Politik und Medien Ausdrücke wie "physische Distanz" oder "körperlicher Abstand" nutzen. "Wir alle wissen, dass jetzt soziale Nähe gefragt ist: Kooperation, Verantwortung füreinander. Man mag sagen, dass es derzeit dringlichere Probleme gibt, als Worte auf die Goldwaage zu legen. Aber Sprache prägt unser Denken und unser Verhalten", sagte PEN-Präsidentin Regula Venske in Darmstadt. Der Begriff "sozial" stehe für gesellschaftliche Werte wie Gemeinsinn und Solidarität, so der Autorenverband. Insofern zeige die Corona-Krise, dass aktuell genau das Gegenteil von "sozialer Distanz" nötig sei.

Deutscher Presserat erhält mehr Beschwerden

Beim Deutschen Presserat gehen mehr Beschwerden von Lesern zu Medienberichten ein. Es gab im letzten Jahr 2175 Beschwerden und damit 137 mehr als im Vorjahr, wie das Gremium in Berlin mitteilte. Seit 2017 steigt die Zahl stetig an. Erhöht hat sich auch die Zahl der Rügen, von denen im vergangenen Jahr 34 gegenüber den Medien ausgesprochen. In 14 Fällen ging es um Schleichwerbung. Ein weiterer Schwerpunkt waren Fotos von Unfall- oder Verbrechensopfern, die ohne Einwilligung aus Facebook- oder Instagramseiten verwendet worden waren. Zugenommen hat auch die Zahl der Beschwerden, die als unberechtigt abgelehnt wurden. Dabei ging es häufig um Karikaturen oder Meinungsbeiträge genannt. Grundlage für die Beurteilung ist der Pressekodex, in dem Richtlinien für die Berichterstattung festgelegt sind.

Albertina rechnet mit bis zu acht Millionen Euro Verlust

Die Albertina in Wien wird das laufende Jahr aufgrund der Coronavirus-Krise nach Ansicht ihres Generaldirektors mit einem Millionenverlust beenden. "Wir rechnen bis Jahresende mit einem Besucherrückgang von weit über 50 Prozent: statt über eine Million unter 500 000 Besucher", sagte Klaus Albrecht Schröder der Wiener Tageszeitung "Der Standard". "Diese Krise trifft uns allein bis Ende Mai mit einem Einnahmeentgang von 3,6 Millionen Euro. Wir gehen von einem Jahresverlust von sechs bis acht Millionen Euro aus." Dadurch befinde sich das renommierte Museum in der größten Krise seit Jahrzehnten, erklärte Schröder. Im August stoße das Haus an seine Liquiditätsgrenzen. Ab dann sei die Bezahlung der Gehälter ohne staatliche Hilfe nicht mehr möglich.

Meiste Neuzugänge bei Nationalbibliothek digital

Ein Großteil der Medien, die in der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) in Leipzig und Frankfurt gesammelt werden, ist mittlerweile digital. Je Standort werden täglich etwa tausend haptische Publikationen zusammengetragen, dazu kommen pro Tag etwa 6000 elektronische Medien, wie Kathrin Jockel sagte. Sie ist bei der DNB für Digitale Dienste zuständig. Allerdings werde auch ein einzelner Artikel als bibliografische Einheit gezählt, betonte Jockel - vergleichbar seien die Zahlen darum nicht. Fest stehe: Die Zahl von elektronischen Medien ist rasant gestiegen. Vor 15 Jahren wurden noch weniger als tausend elektronische Publikationen pro Jahr gesammelt, so Jockel.

Netflix will Mitarbeitern gestoppter Produktionen helfen

Netflix hat einen 100 Millionen Dollar schweren Hilfsfonds für Mitarbeitende der Film- und Serienproduktionen aufgelegt, die wegen der Coronavirus-Krise gestoppt wurden. Derzeit analysiere der Videostreaming-Dienst, wer die Unterstützung besonders dringend brauche, schrieb der Programmchef von Netflix, Ted Sarandos, in einem Blogbeitrag. Mit 15 Millionen Dollar sollen demnach generell von der Krise betroffene Mitarbeitende der Branche in Ländern, in denen Netflix viel produziert, unterstützt werden. Wegen der Coronavirus-Ausbreitung wurden die Dreharbeiten vielerorts auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Zugleich stieg in den vergangenen Wochen die Nutzung des Dienstes, weil die Menschen viel Zeit zu Hause verbringen.

Virtuelle Party zieht mehr als 100 000 Nutzer an

Michelle Obama, Oprah Winfrey, Rihanna, Will Smith und andere Promis haben an einer virtuellen DJ-Party teilgenommen. Am Samstagabend riefen mehr als 100 000 Nutzerkonten ein über zehn Stunden dauerndes Live-Set des DJs D-Nice ab, das dieser auf seinem Instagram-Account laufen ließ. Winfrey äußerte sich im Anschluss via Twitter begeistert von der Musikveranstaltung, Will Smith äußerte sich ähnlich. D-Nice hat seine "Club Quarantine"-Partys seit Mittwoch über Instagram angeboten, am Samstag aber den vorläufigen Höhepunkt bei den Nutzerzahlen erreicht. Neben anderen Musikern wie Missy Elliott und Unternehmern wie Mark Zuckerberg schauten auch die US-Politiker Joe Biden und Bernie Sanders virtuell vorbei. Die beiden kämpfen um die demokratische Präsidentschaftsnominierung.

Auch Schausteller durch Coronavirus in Not

Die Coronavirus-Krise bringt auch die rund 5.000 Schausteller in Deutschland in existenzielle Not. "Die meisten hatten ihren letzten Einsatz bei den Weihnachtsmärkten. Seitdem haben sie keine Einnahmen", sagte Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes und Präsident der Europäischen Schausteller-Union, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Vielen der oft seit Generationen familiengeführten Betriebe stehe das Wasser bis zum Hals. "Sie fürchten um ihre Existenz." Ritter fordert, den Unternehmen in der Krise sämtliche Steuern zu stunden sowie schnelle, unbürokratische Sofortzahlungen und Zuschüsse für die Unternehmen. Dabei sei es wichtig, dass der Staat die Unternehmer nicht dazu zwinge, zunächst notwendige Betriebsmittel – wie Autos oder Schlepper – zu verkaufen. "Wir wollen nach der Krise nicht in die Rente sondern weitermachen", so Ritter.

Musiker streamen das "#Wirbleibenzuhause-Festival"

Mehrere Popmusikerinnen und -musiker haben wegen der Coronavirus-Pandemie ein Online-Musikfestival ins Leben gerufen. Unter anderen Johannes Oerding, Max Giesinger, Lotte und Nico Santos spielten am Sonntagabend insgesamt vier Stunden lang zu Hause und streamten die Auftritte online. Die Stars spielten Gitarre oder Klavier und sangen dabei eigene Songs, aber auch Cover-Versionen. Beim "#Wirbleibenzuhause-Festival" schalteten zeitweise bis zu 70.000 Instagram-Nutzer auf dem jeweiligen Profil der Musiker ein. Viele Künstlerinnen und Künstler mussten aufgrund der Coronavirus-Krise ihre Tourneen in den Herbst verschieben oder absagen. Seitdem melden sich immer mehr per Livestream, um von zuhause aus zu musizieren.

Facebook und Instagram entlasten Internet

Um das Internet in der Coronavirus-Krise zu entlasten, werden auch Facebook und Instagram die Bildqualität von Videos in Europa verringern. Das teilte das Mutterunternehmen der beiden Online-Netzwerke mit. Zuvor hatten bereits der Streaming-Dienst Netflix und das Video-Portal YouTube ähnliche Maßnahmen angekündigt. Die US-Konzerne reagierten damit auf eine entsprechende Bitte von EU-Industriekommissar Thierry Breton, da viele Menschen derzeit von zu Hause aus arbeiten und Unterhaltungsangebote verstärkt genutzt werden.

Weltgrößte Klosterbibliothek geht online

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die weltgrößte Klosterbibliothek im österreichischen Benediktinerstift Admont nun virtuell zugänglich gemacht. Neben einer 360-Grad-Darstellung der gesamten barocken Bibliothek mit ihren 200.000 Bänden erhält man mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille eine dreidimensionale Darstellung in hoher Qualität. Eine neue Software soll es ermöglichen, in Büchern zu blättern, den Prunksaal zu durchwandern und per Audio- und Video-Guide Fotos- und Textfunktionen abzurufen. Die digitale Führung wird in diversen Sprachen angeboten. Im vergangenen Jahr hatten 70.000 Besucher die Bibliothek und das Museum besucht.

In Jerusalem ist der Tempelberg geschlossen worden

Der Tempelberg in Jerusalem ist seit dem Abend für muslimische Beter geschlossen. Entsprechende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus veröffentlichte die zuständige islamische Wakf-Behörde laut örtlichen Medienberichten. Wakf-Mitarbeiter sollen demnach weiter ihrer Arbeit auf dem Areal nachkommen. Erstmals rief damit die Behörde Muslime auf, der drittheiligsten Stätte des Islam fernzubleiben. Die Entscheidung sei "bitter", aber zum Schutz des Lebens und der Sicherheit der Gläubigen unvermeidlich, hieß es. Israel verpflichtete sich laut Berichten, keine jüdischen Besucher und keine Touristen auf den Tempelberg zu lassen.

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