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Kulturnachrichten

Samstag, 21. März 2020

Der Star-Geiger Hellmut Stern ist tot

Der Geiger Hellmut Stern ist tot. Dies hat der RBB aus Familienkreisen erfahren. Stern war 34 Jahre Konzertmeister der Berliner Philharmoniker. 1928 in Friedenau geboren, konnte Stern nach den Novemberpogromen mit seinen Eltern nach China fliehen, bevor er Konzertmeister des Israel Philharmonic Orchestra wurde. 1961 kehrte er nach Berlin zurück, wo er bei den Berliner Philharmonikern als Konzertmeister und Orchestervorstand tätig war. Ihm ist es gelungen, das Orchester erstmals nach Israel zu führen, wo es unter dem Dirigat von Daniel Barenboim Triumphe feierte. Stern hat nach seiner aktiven Zeit als Geiger ab 1994 in unzähligen Schulklassengesprächen als Zeitzeuge gewirkt.

Filmfest Dresden auf September verschoben

Das Filmfest Dresden wird wegen der Corona-Krise auf September verschoben. Die 32. Ausgabe soll nun vom 8. bis 13. September stattfinden, wie die Organisatoren am Samstag mitteilten. Ursprünglich sollte es vom 21. bis 26. April über die Bühne gehen. Die Veranstaltung zählt zu den höchst dotierten Kurzfilmfestivals Europas. Festivalleiterin Sylke Gottlebe erklärte, die Verschiebung sei "auch aus Verantwortungsgefühl unseren Gästen und Mitarbeitern gegenüber unumgänglich" gewesen. Die sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) zeigte sich als Schirmherrin "sehr betrübt" über die notwendige Absage. Ob das Festivalprogramm im September wie geplant oder mit Einschränkungen stattfindet, werde noch geprüft. Im vergangenen Jahr standen beim 31. Filmfest Dresden knapp 400 internationale Kurzfilme, Workshops, Podiumsdiskussionen und selten gezeigte Filme auf dem Programm. Rund 500 Gäste aus 20 Nationen waren dabei. Vergeben wurden mehr als ein Dutzend Preise im Gesamtwert von über 67.000 Euro.

Der Schauspieler Sascha Oskar Weis ist tot

Der Schauspieler Sascha Oskar Weis ist tot. Er starb mit nur 49 Jahren an einem Herzinfarkt. Das teilte das Landestheater Salzburg mit. Weis spielte neben vielen Paraderollen auch den "Mammon" im Salzburger "Jedermann". Der gebürtige Wiener war seit 2009 als festes Ensemblemitglied am Salzburger Landestheater engagiert. Zuvor arbeitete er zehn Jahre in Deutschland. Zu seinen Rollen gehörte Mozart in Peter Shaffers "Amadeus", Mercutio in "Romeo und Julia", Danny in "Grease" und Tony in "West Side Story". In der laufenden Spielzeit war er als Professor Higgins im Musical "My Fair Lady" am Salzburger Landestheater zu sehen. Intendant Carl Philip von Maldeghem reagierte mit Bestürzung auf den plötzlichen Tod des Schauspielers. Sascha Oskar Weis habe über zehn Jahre lang mit zentralen Partien das Landestheater wesentlich mitgeprägt. "Seine Leidenschaft für die Bühne und seine Präzision in der Gestaltung seiner Bühnenfiguren werden uns immer in Erinnerung bleiben", sagte Maldeghem.

Berliner Schaubühne geht online

Die Berliner Schaubühne verlegt ihren Spielbetrieb auf die virtuelle Bühne. Auf der Webseite des Theaters stehe ab sofort täglich von 18.30 Uhr bis Mitternacht kostenfrei ein Online-Ersatzspielplan mit täglich wechselndem Programm bereit, kündigte das Theater an. Zu sehen seien Fernsehaufzeichnungen von Schaubühnen-Inszenierungen aus verschiedenen Jahrzehnten, darunter auch von Peter Stein, Luc Bondy, Klaus Michael Grüber und Andrea Breth. Es sei naheliegend, mit Henrik Ibsens "Volksfeind" zu beginnen, sagte der künstlerische Leiter Thomas Ostermeier. In dem Stück bedrohe das verseuchte Grundwasser eines Badeorts die Gesundheit der Menschen und es entbrenne ein Konflikt um die Frage, was vernünftigerweise zu tun sei. Die Ensemblemitglieder beteiligten sich an dem Programm mit kleinen Video-Botschaften aus der häuslichen Isolation. Der Online-Spielplan gelte erst einmal bis zum Ende der Osterferien. In Berlin sind - wie auch in anderen Städten - große Theater wegen der Corona-Pandemie geschlossen.

"Gerechte unter den Völkern" gestorben

Eine der letzten deutschen "Gerechten unter den Völkern", die Nürnbergerin Gertrud Steinl, ist tot. Sie starb bereits am Montag, einen Tag vor ihrem 98. Geburtstag, wie ihre Vertraute Doris Katheder am Samstag dem Evangelischen Pressedienst bestätigte. Steinl schickte eine Mitarbeiterin namens Shlomi, die ihr verriet, dass sie Jüdin sei, zu ihren Eltern ins Sudentenland. Shlomi blieb dort bis zum Kriegsende und wanderte dann nach Israel aus. Die beiden Frauen behielten ihr Leben lang Kontakt. Es sei wichtig, heute noch den Blick auf die Menschen zu lenken, die "aus dem Bauch heraus human entschieden haben", sagte Katheder zum Tod Steinls. Die Erinnerung an diese Menschen komme zu kurz. Sie hoffe, dass nach Gertrud Steinl irgendwann einmal eine Straße oder Schule benannt werde. Steinl erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande, die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.

Rapper Eko Fresh: Aufeinander achtgeben!

Mit einem eindringlichen Appell hat Rapper Eko Fresh dazu aufgerufen, die von den Behörden aufgestellten Regeln zur Eindämmung des Coronavirus einzuhalten: "Ich bin ungern der Überbringer von schlechten Neuigkeiten, aber diesmal muss es sein. Freunde, was soll das, sich trotzdem zu treffen, gerade in dieser Zeit? Was sollen Grillpartys, Corona-Partys, das ist doch nicht die richtige Einstellung", sagte der Musiker in einem bei Twitter veröffentlichten Video. "Wir müssen jetzt aufeinander achtgeben! Bitte haltet Euch an die Regeln, umso schneller ist das Ganze doch vorbei." Fresh erinnerte an die Verantwortung die jeder einzelne jetzt, auch indirekt, habe für Ältere, Menschen mit Vorerkrankung oder Behinderte: "Reißt Euch zusammen, Freunde!"

US-Country-Legende Kenny Rogers gestorben

Der Country- und Popmusiker Kenny Rogers ist tot. Wie seine Familie auf Twitter mitteilte, starb der dreifache Grammy-Gewinner im Alter von 81 Jahren. Die Karriere des US-Sängers von Hits wie "Islands In The Stream", "The Gambler" oder "Lucille" umfasste sechs Jahrzehnte. In seiner vor allem in den USA sehr erfolgreichen Karriere trat er auch mit Countrymusik-Ikonen wie Dolly Parton und Willie Nelson zusammen auf. Rogers verkaufte mehr als 120 Millionen Alben. Im Oktober 2017 verabschiedete sich Rogers mit einem furiosen Konzertfinale an der Seite von Kollegen wie Dolly Parton und Lionel Richie in den Ruhestand. Rogers war auch Star mehrerer Fernsehfilme.

Bundesregierung will Kulturschaffenden helfen

Die Bundesregierung will Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen mit einer Milliardenhilfe vor der Pleite bewahren. Dafür stelle die Regierung 40 bis 50 Milliarden Euro bereit, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters dem Rundfunk Berlin-Brandenburg. Ein Teil davon komme dem Kulturbereich zugute. Künstler seien in dieser Situation lebenswichtig, da sie Orientierung gäben und Sinn stifteten, so Grütters. Sie betonte, die Hilfe solle so schnell und unbürokratisch wie möglich kommen. Einzelheiten sollen bis Montag geklärt sein.

Virtueller Spaziergang durch Bachs Leipzig

Ein Digital-Projekt ermöglicht ab sofort einen virtuellen Spaziergang durch das Leipzig des Komponisten Johann Sebastian Bach (1685-1750). Zu seinem 335.
Geburtstag können Interessierte den täglichen Arbeitsweg Bachs online unter jsbach.de nachverfolgen, teilte das Bach-Archiv Leipzig mit. Die Voraussetzung dafür liefert ein 3-D-Stadtmodell des Leipziger Tapezierers und Möbeltischlers Johann Christoph Merzdorf, das dieser 1822 vollendete. Das Modell aus dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig zeigt die Stadt weitestgehend in jener Form, wie sie Johann Sebastian Bach in seinen 27 Leipziger Jahren erlebte. Dadurch konnte der tägliche Weg des Thomaskantors von seiner Wohnung zur Nikolaikirche rekonstruiert werden.

Festival "Theater der Welt" auf 2021 verschoben

Das Festival "Theater der Welt" in Düsseldorf findet nicht wie geplant im Mai 2020 statt. Das internationale Theaterfest wird auf Juni 2021 verschoben, teilten die Organisatoren mit. Vor dem Hintergrund der Entwicklungen durch das Coronavirus hätten Förderer und Veranstalter dies entschieden. Unter den derzeitigen Bestimmungen zum internationalen Reiseverkehr und für die Visa-Vergabe sei die weitere Planung und Umsetzung nicht mehr möglich. Vom 14. bis zum 31. Mai 2020 hatten in Düsseldorf 34 künstlerische Produktionen mit 400 Künstlern aus 48 Ländern an vielen Orten gezeigt werden sollen. Das Festival des Internationalen Theaterinstituts findet regulär alle drei Jahre statt.

Serebrennikow gibt Tipps für Corona-Isolation

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow hat Tipps gegen die Corona-Einöde gegeben. Der 50-Jährige stand anderthalb Jahre unter Hausarrest und sagt nun in einem Video: Das ist die Chance, aus dieser Isolation als völlig neuer Mensch herauszukommen. Serebrennikow rät, Ordnung in das "tägliche Chaos" zu bringen und sich auf das Wesentliche zu besinnen und auf die Menschen, die einem am wichtigsten seien. Der Regisseur empfiehlt unter anderem Sex, Sport, Schreiben, Zeichnen, Sprachenlernen, Kochen und das Lesen dicker Bücher. Serebrennikow inszenierte Anfang März von Moskau aus am Deutschen Theater in Berlin das Stück "Decamerone". Er darf zwar inzwischen wieder an seinem Theater Gogol-Center arbeiten. Die Stadt verlassen darf er aber nicht. Sein Theater musste - wie alle in Moskau - nun wegen des Coronavirus bis 10. April schließen.

Leipziger Theaterwerkstätten nähen Corona-Schutz

Alle Aufführungen sind abgesagt, die Theater geschlossen. Daher übernehmen die Kostümbildner in den Leipziger Theaterwerkstätten in Corona-Zeiten eine andere Aufgabe: Wie Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung sagte, nähen sie ab Montag Masken und Schutzkleidung. Die Masken würden eine einfache Form haben, die Schutzkleidung solle jedoch allen medizinischen Ansprüchen genügen. Die Schutzkleidung aus der Theaterwerkstatt werde natürlich nur einen kleinen Beitrag leisten können, sagte Jung, aber man sollte die Kapazitäten und das handwerkliche Niveau nutzen.

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