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Kulturnachrichten

Donnerstag, 19. März 2020

Filmfestspiele von Cannes verschoben

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird das Filmfestival von Cannes in diesem Jahr nicht wie geplant im Mai stattfinden. Möglicherweise werde es auf Ende Juni oder Anfang Juli verschoben, teilten die Organisatoren am Abend mit. Es gebe aber auch noch andere Überlegungen, wie sich das diesjährige Festival retten ließe. Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes zählen zu den weltweit bedeutendsten Filmfestivals.

Gallery Weekend in den Herbst verlegt

Das für Mai geplante Gallery Weekend Berlin wird mit Blick auf die Corona-Krise auf Herbst verschoben. In Absprache mit den teilnehmenden Galerien wird die Präsentation überwiegend zeitgenössischer Kunst auf das Wochenende vom 11. bis 13. September verlegt, wie die Veranstalter mitteilten. Dann würden mehr internationale Gäste erwartet. Gleichzeitig wollen einige Galerien wie vorgesehen ihre Ausstellungen im Mai zeigen.

"Fidelio"-Premiere im TV statt auf der Bühne

Nachdem die Wiener "Fidelio"-Premiere unter der Regie von Hollywood-Star und Oscar-Preisträger Christoph Waltz der Coronavirus-Krise zum Opfer gefallen ist, kommt die Inszenierung nun stattdessen ins Fernsehen. Da die letzten Proben aufgezeichnet worden waren, können die Klassikplattformen fidelio.at und medici.tv und ORF2 die Arbeit von Waltz am Freitag als Aufzeichnung zeigen. "Das Theater an der Wien wurde kurzfristig für die finalen Proben zu einem Filmstudio umfunktioniert, mit Kameras, einem großen Kamerakran und technischem Equipment", erklärte Dirigent Manfred Honeck.

Oberammergauer Passionsspiele auf 2022 verschoben

Die Passionsspiele von Oberammergau werden wegen der Corona-Pandemie um zwei Jahre verschoben. Da die Gesundheit von Gästen und Mitwirkenden höchste Priorität habe, werde die für den 16. Mai geplante Premiere im Mai 2022 stattfinden, teilten die Veranstalter mit. 1633 hatten die Oberammergauer gelobt, das Epos alle zehn Jahre zu spielen, wenn niemand mehr an der Pest sterbe. Seither mussten die Spiele nur zweimal ersatzlos gestrichen werden: 1770 wegen eines Generalverbots und 1940 wegen des Zweiten Weltkriegs.

PEN fordert Grundeinkommen für Künstler

Die Schriftstellervereinigung PEN fordert angesichts von Corona ein sechsmonatiges bedingungsloses Grundeinkommen für Solo-Selbstständige in der Kulturbranche. Viele Freiberufliche in der Kreativwirtschaft seien wegen der Veranstaltungsabsagen existenziell bedroht und bräuchten staatliche Hilfe, erklärte das deutsche PEN-Zentrum in Darmstadt. Ersten Umfragen zufolge fielen bei vielen Künstlern, die auf Honorarbasis arbeiteten, 80 bis 100 Prozent der Einnahmen weg.

Ruhrtriennale soll wie geplant stattfinden

Trotz Corona-Krise laufen die Planungen für das bekannte Kulturfestival Ruhrtriennale. Das "Festival der Künste" soll vom 14. August bis 20. September stattfinden, wie die Veranstalter in Bochum mitteilten. In der letzten Spielzeit von Intendantin Stefanie Carp seien 33 Produktionen und Projekte an 17 Spielstätten in Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gladbeck und Wuppertal geplant. 700 Künstler aus 40 Ländern präsentierten Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Konzerte und bildende Kunst in den Industriehallen des Ruhrgebiets. Bei einer Absage der Veranstaltungen werde der Ticketpreis zurückerstattet.

Mehr als die Hälfte der Musiker sieht Existenz bedroht

Nach einer Umfrage des Landesmusikrats Berlin fühlt sich durch die Corona-Krise mehr als die Hälfte der Musikschaffenden (57 Prozent) in ihrer Existenz akut bedroht. Rund 97 Prozent gaben an, von Einnahmeausfällen betroffen zu sein, wie der Landesmusikrat in Berlin bekanntgab. Rund 91 Prozent benötigten grundsätzlich Unterstützung. An der Umfrage beteiligten sich 1.380 Berliner Musikschaffende, Verbände, Institutionen und Unternehmen.

Barrierefreie Infos zu Corona im Netz

Eine neue Internetseite sammelt barrierefreie Informationsangebote zur Corona-Epidemie. Auf www.aktion-mensch.de/corona-infoseite sind Informationen des Bundesgesundheitsministeriums in leichter Sprache und aktuelle Nachrichten der ARD in Gebärdensprache verlinkt, wie die Aktion Mensch in Bonn mitteilte. "Um sich selbst und andere zu schützen, müssen Informationen zum Corona-Virus allen Menschen gleichermaßen zugänglich gemacht werden", so die Aktion Mensch.

PEN-Zentrum sagt Jahrestagung ab

Wegen der Corona-Pandemie sagt das deutsche PEN-Zentrum seine diesjährige Jahrestagung in Tübingen ab. "Die Entscheidung haben wir mit schwerem Herzen getroffen, doch die Gesundheit unserer Mitglieder, der Auftretenden, Gäste sowie unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist für uns von höchster Priorität", erklärte der Generalsekretär der Schriftstellervereinigung, Heinrich Peuckmann, in Darmstadt. Die Tagung sollte ursprünglich vom 7. bis 10. Mai stattfinden.

Evangelisches Internetportal startet Dauergebet

Das Onlineportal "evangelisch.de" hat ein Dauergebet bis zum Ende der Corona-Krise gestartet. Dabei werde unter dem Motto "Du bist nicht allein!" rund um die Uhr mindestens eine Person beten, teilte das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik in Frankfurt am Main mit. In einem Stundenplan können sich engagierte Gläubige eintragen, die sich bereiterklären, mindestens eine halbe Stunde lang zu beten. Diese loggen sich dann zu der entsprechenden Zeit auf der Seite ein. So werde immer mindestens eine Person sichtbar sein, die gerade betet.

Schweiz droht mit Blockierung von Streaming-Diensten

Die Schweizer Datennetze sind in Coronavirus-Zeiten unter Druck: Immer mehr Menschen nutzen Streaming-Dienste, um Filme zuhause zu schauen. Es gebe punktuelle Überlastungen, heißt es bei den Internet-Anbietern. Die Regierung rief die Menschen auf, weniger Videos zu streamen. Sollten gravierende Engpässe entstehen, bestehe die Möglichkeit, nicht versorgungsrelevante Dienste einzuschränken oder zu blockieren, teilte das Kommunikationsministerium mit.

Popmusiker spielen Online-Festival

Wohnzimmerkonzert statt Livetour: Popmusiker wie Max Giesinger, Lea, Johannes Oerding und Michael Schulte wollen am Sonntagabend per Livestream vor ihren Fans auftreten. Beim sogenannten "#Wirbleibenzuhause-Festival" wollen insgesamt sieben Künstler jeweils eine halbe Stunde von zuhause aus spielen. Die Gigs sollen auf den jeweiligen Instagram-Konten gestreamt werden. Auch Nico Santos, Álvaro Soler, Lotte und Mathea sind dabei.

Synchronstudios beschließen Corona-Pause

Ein Großteil der Synchronstudios in Deutschland hat beschlossen, wegen der Corona-Krise vorerst die Arbeit einzustellen. Der sogenannte Sprachatelierbetrieb werde bundesweit zunächst bis zum 19. April komplett ausgesetzt, teilte der Synchronverband Die Gilde nach einem entsprechenden Vorstandsbeschluss mit. Der Verband spricht für rund zwei Drittel des Marktes.

Hälfte aller Schüler und Studenten ohne Unterricht

Weltweit dürfen rund die Hälfte aller Schüler und Studenten als Folge der Corona-Pandemie nicht in ihre Lehreinrichtungen gehen. Insgesamt sind 850 Millionen junge Menschen betroffen, teilte die UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur Unesco in Paris mit. In 102 Staaten sind landesweit die Schulen und Universitäten geschlossen. Die Unesco geht von weiteren Schließungen aus und sprach von einer beispiellosen Herausforderung für die Bildungssysteme. Die Organisation wies darauf hin, dass viele Einrichtungen die Wissensvermittlung nun online gestalteten. Auch würden Radio- und Fernsehprogramme für Schüler und Studenten ausgestrahlt.

Mülheimer Theatertage wegen Coronavirus abgesagt

Wenige Tage nach dem Theatertreffen in Berlin sind auch die Mülheimer Theatertage abgesagt worden. Das Festival "Stücke 2020" sollte am 16. Mai beginnen und bis zum 6. Juni dauern. Die Eindämmung des Virus habe "oberste Priorität", teilten die Organisatoren mit. Außerdem fehle für die weiteren Vorbereitungen des Festivals in der jetzigen Situation die erforderliche Planungssicherheit. Veranstalter des Festivals sind die Stadt Mülheim und das Kulturministerium des Landes Nordrhein-Westfalen.

Filme auf Online-Plattformen

Angesichts von Corona-Krise und geschlossenen Kinosälen gehen Verleiher neue Wege. Einige Rechteinhaber wollen neue Filme parallel über Streamingdienste zur kostenpflichtigen Leihe anbieten, sagte der Chefredakteur des Portals filmdienst.de. In den USA will laut Medienberichten NBC Universal Filme wie "Der Unsichtbare", "The Hunt" und "Emma" zugänglich machen. Ob Universal-Studio in Deutschland und Europa die Produktionen auch online zugänglich machen wird, ist laut Lederle unklar. "Zwei deutsche Anbieter, Grandfilm und Salzgeber, haben bereits eigene Video-on-Demand-Kanäle, dort werden aber bisher noch keine Premieren gezeigt", so Lederle. Die deutsche Komödie "Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes" von Julian Radlmaier und "Zama" von Lucretia Martel sollen demnach den Anfang machen. Die Hälfte der Einnahmen von 9,99 Euro pro Film würden an von den Ausfällen durch Corona betroffene Kinos fließen.

Virtuelle Rundgänge durch Vatikan-Museen

Die derzeit geschlossenen vatikanischen Museen ermöglichen den Zutritt immerhin digital, auf sieben virtuellen Rundgängen, abrufbar per Smartphones, PC oder Tablet. Zu sehen sind die Sixtinische Kapelle mit den Fresken Michelangelos und die Stanzen des Raffael im Apostolischen Palast mit der "Schule von Athen", beide vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Hochauflösende Videoaufnahmen bieten auch einen 360-Grad-Blick in das "Museo Pio Clementino", das "Museo Chiaramonti", den "Braccio Nuovo" und die "Nikolinische Kapelle". Einzelne Kunstwerke stellen die Vatikanischen Museen auch auf Instagram vor.

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