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Kulturnachrichten

Dienstag, 17. März 2020

Gold-Münzenurteil gefallen

Der Eigentümer der gestohlenen Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum ist mit einer Klage gegen seine Versicherung gescheitert. Das hat das Landgericht entschieden. Die Versicherung hatte bisher nur 20 Prozent der Versicherungssumme ausgezahlt. Der Eigentümer, der die Münze an das Museum ausgeliehen hatte, verlangte weitere 3,36 Millionen Euro. Das Gericht argumentierte, die Sicherheitsmaßnahmen im Museum seien vernachlässigt worden.

Zahlreiche Kinos ab sofort geschlossen

Immer mehr Kinos in Deutschland bleiben wegen der aktuellen Situation ab sofort geschlossen. So teilten unter anderem die Ketten Cinemaxx und Cinestar mit, dass alle ihre Kinos von der sofortigen Schließung betroffen sind. Wie lange die neue Regelung in Kraft bleiben soll, ist nicht einheitlich geregelt. Einige Städte kündigten demnach an, dass die Kinos bis Mitte April geschlossen bleiben - in anderen ist sogar die Rede von Schließungen bis Mitte Juni. In Deutschland gibt es den Angaben zufolge rund 4000 Leinwände in mehr als 700 Kinos.

Onlinemagazin "Republik" bleibt

Die Finanzierung des Schweizer Onlinemagazins "Republik" ist vorerst gesichert. Dem Unternehmen hatte wegen fehlender Millionen zuletzt die Schließung gedroht. Laut Gründer Constantin Seibt haben nun fast 21 000 Menschen ein Abo abgeschlossen. Dazu hätten Investoren 2,5 Millionen Franken (rund 2,4 Millionen euro) riskiert. Seibt schrieb auf Twitter, das sei alles andere als selbstverständlich, man sei jedem einzelnen Leser zu Dank verpflichtet. Man werde nun nichts Euphorisches machen, sondern das Geschäftsmodell stabilisieren.

Deutscher Musikrat appelliert an Kirchen

Der Deutsche Musikrat hat an die Kirchen appelliert, soziale Verantwortung für die Kirchenmusiker zu übernehmen. Konkret bedeute dies, vereinbarte Honorare für bevorstehende Veranstaltungen auch dann auszuzahlen, wenn diese abgesagt würden, erklärte der DMR-Präsident Martin Maria Krüger in einem offenen Brief an die Kirchen. Krüger adressierte den Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, und an den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm.

Proben-Stopp bei Oberammergauer Passionsspielen

Die Proben zu den Oberammergauer Passionsspielen sind wegen Corona bis 29. März unterbrochen worden. Das teilten die Verantwortlichen auf ihrer Internetseite mit. Außerdem pausierten nun auch die Fotoproben für den Bildband, der zur Spielpremiere am 16. Mai erscheinen sollte. Für den Fall der Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen über den 19. April hinaus erarbeite man Notfallszenarien für die Passionsspiele. "Stand heute gehen wir davon aus, dass die Premiere am 16. Mai 2020 stattfinden kann", so die Organisatoren.

Sorge um Existenz von Kulturschaffenden

Der Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage in Berlin sieht Bühnenverlage, Medienagenturen und Autorinnen und Autoren mit dem Stillstand des kulturellen Lebens wegen des Coronavirus existenziell bedroht. Man befürchtet Verdiensteinbrüche in Millionenhöhe. In einem offenen Brief an die Bundesregierung fordern die Kulturschaffenden deswegen Zuschüsse und finanzielle Soforthilfen. Steuern, Beiträge und Abgaben sollten geschoben und Liquidität über vergünstigte Kredite sichergestellt werden.

Süddeutsche Zeitung bekommt neue Chefin

Judith Wittwer soll nach einer Entscheidung der Herausgeber der "Süddeutschen Zeitung" zur neuen Chefredakteurin berufen werden. Sie soll die Redaktion künftig gemeinsam mit Wolfgang Krach führen. Wittwer ist derzeit Chefredakteurin des "Tages-Anzeiger" in Zürich. Kurt Kister ziehe sich "auf eigenen Wunsch" zurück.

"Biennale für aktuelle Fotografie" geht online

Eines der bundesweit größten Ausstellungsfestivals für Fotokunst bietet ab sofort einen virtuellen Rundgang an. Wegen der Corona-Krise sind derzeit alle sechs Einzelausstellungen der "Biennale für aktuelle Fotografie" in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen geschlossen. Der Internet-Rundgang soll es laut Organisatoren ermöglichen, alle Ausstellungsbereiche digital zu erleben. Ab sofort ist der Online-Rundgang für die Ausstellungen im Ludwigshafener Kunstverein und im Wilhelm-Hack-Museum freigeschaltet. Die weiteren Stationen in Heidelberg und Mannheim sollen in den kommenden Tagen folgen.

Fernsehgottesdienste weiter auf Sendung

"Wir bleiben auf Sendung", sagte Pfarrerin Simone Hahn, die evangelische Senderbeauftragte für ZDF-Gottesdienste. Gegebenenfalls würde um eine Ausnahmegenehmigung ersucht, sagte der Leiter der Katholischen Fernseharbeit, Ulrich Fischer. Unabhängig davon solle nur ein Gottesdienst mit so wenig Personen wie möglich übertragen werden. Den evangelischen ZDF-Gottesdienst am vergangenen Sonntag sollen etwa 270.000 mehr Menschen als im Durchschnitt gesehen haben.

Bayreuther Festspiele sollen trotz Corona stattfinden

Man sei voller Optimismus, dass sich die Situation bessert, teilten die Festspiele mit. Eine Absage wäre ein "Supergau". Der Online-Sofortkauf der Tickets werde aber sicherheitshalber von Ende März auf Ende Mai verschoben.
Die Vorbestellung der Karten für die Spielsaison 2020 war schon im Herbst möglich. Manche Besucher hätten sich in den letzten Tagen erkundigt, ob die Bayreuther Festspiele stattfinden können. Es habe noch keine Stornierungswelle gegeben. Die szenischen Proben für die Festspiele beginnen regulär im Mai, die technischen Proben kurz zuvor. Das Festspielhaus solle dafür öfter gereinigt und desinfiziert werden.

Medienprojekt startet "Corona Diaries"

Das Medienprojekt Wuppertal ruft junge Menschen dazu auf, ihr Leben während der Ausbreitung des Coronavirus per Video zu dokumentieren. Für ein digitales Tagebuch könne so der eigene Umgang mit den Einschränkungen reflektiert werden. Die entstandenen Videos sollen unter dem Titel "Corona Diaries" auf Youtube, Instagram und in einer größeren Dokumentation veröffentlicht werden. Das Filmprojekt soll ein "Mittel gegen die Ohnmacht" sein. Die Filmemacher können ihre Inhalte mit dem eigenen Handy aufnehmen. Das Medienprojekt Wuppertal verleiht aber auch Videotagebuchkameras für den nächsten Monat.

Preisträger der "Goldenen Himbeere" benannt

Das von Kritikern verrissene Filmmusical "Cats" ist mit sechs Trophäen der große "Gewinner" des Spottpreises "Goldene Himbeere". Das haben die Juroren in einer Videobotschaft bekannt gegeben. Die Kinoverfilmung von Andrew Lloyd Webbers Musical-Klassiker unter der Regie von Tom Hooper holte unter anderem die Schmähpreise für den schlechtesten Film, die schlechteste Regie und die Nebendarsteller Rebel Wilson und James Corden. Als schlechteste Hauptdarsteller wurden John Travolta und Hilary Duff ausgewählt. Der brutale Action-Streifen "Rambo: Last Blood" holte zwei Preise, als schlechteste Fortsetzung und in der neuen Filmsparte "rücksichtslose Missachtung von Menschenleben und Gemeingut".

Proteste gegen Schließung schiitischer Schreine im Iran

Strenggläubige Schiiten haben im Iran gegen die Schließung heiliger Stätten wegen der Coronavirus-Epidemie demonstriert. Laut iranischer Staatsmedien stürmten Pilger am Montagabend in die Innenhöfe des Imam-Resa-Schreins in Meschhed und dem Fatima-Massumeh-Schrein in Kom. Diese sind normalerweise täglich geöffnet, Pilger beten dort rund um die Uhr. Am Montag waren die Schreine geschlossen worden.

Neu erlernte Solidarität könnte Corona überdauern

Eine Gesellschaft kann aus einer Krise wie der Corona-Pandemie lernen. Das sagte Mediziner und Publizist Rainer Erlinger im Deutschlandfunk Kultur. So sei Aristoteles in der antiken Ethik der Überzeugung gewesen, charakterliche Tugenden müssten durch Einübung erlernt werden. In Zeiten von Corona zeigt man sich seinem Eindruck nach gerade solidarisch, zum Beispiel nachbarschaftlich. Jüngere gehen für bisher unbekannte ältere Nachbarn einkaufen, so Erlinger. Diese Solidarität könnte beibehalten werden.

Filmverleihe verschieben Kinostarts

Angesichts der Corona-Krise verschieben viele Filmverleihe ihre Kinostarts. Aufgrund der behördlichen Anordnungen seien die Betreiber deutschlandweit gezwungen, ihre Kinos zu schließen, erklärte Josef Lederle, Chefredakteur des Portals filmdienst.de. Darauf reagierten nun ihrerseits die Filmverleiher und setzten die schon lange im Voraus geplanten Starttermine ihrer Filme aus. In dieser Woche betreffe das beispielsweise "Über die Unendlichkeit" des schwedischen Regisseurs Roy Andersson und "Der Fall Richard Jewell" von Clint Eastwood über das Bombenattentat bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta.

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