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Kulturnachrichten

Montag, 16. März 2020

Goethe-Institut setzt bei Sprachkursen auf online

Das Goethe-Institut stellt wegen der Ausbreitung des Coronavirus seine Präsenzkurse in Deutschland ein. Die Angebote werden ab Mittwoch bis zunächst 19. April als Kurse online gestellt. Im Ausland sind rund 90 von 157 Instituten für den Besucherverkehr geschlossen. Auch dort werden Sprachkurse und Kulturangebote teilweise digital zur Verfügung gestellt. Die zwölf Goethe-Institute in Deutschland haben heute den Publikumsverkehr eingeschränkt. Das Goethe-Institut ist derzeit in 98 Ländern vertreten.

Flötistin Doriot Anthony Dwyer gestorben

Die US-amerikanische Musikerin Doriot Anthony Dwyer ist tot. Die frühere erste Flötistin des Boston Symphony Orchestra sei im Alter von 98 Jahren gestorben, teilte das Orchester mit. Die 1922 geborene Dwyer wurde zunächst von ihrer Mutter unterrichtet und studierte dann an der Eastman School of Music in Rochester im Bundesstaat New York. 1952 schloss sie sich dem Boston Symphony Orchestra an, dem sie bis 1990 angehörte. Berühmte Komponisten wie Leonard Bernstein schrieben Stücke für sie. Später trat Dwyer als Solistin auf und wurde 2012 in die Rochester Music Hall of Fame aufgenommen.

New Yorker MoMA geschlossen

Auch das New Yorker Museum of Modern Art, eines der größten Museen der Welt, hat aufgrund der Corona-Krise bis zum 30. März geschlossen. Nach Rücksprache mit Gesundheitsexperten und Behörden habe man entschieden, die Museumsstandorte in Midtown Manhattan und Soho vorübergehend zu schließen und alle Veranstaltungen zu verschieben. "In diesen herausfordernden Zeiten glauben wir, dass Kunst uns in Verbindung halten und Kreativität, Offenheit und Großzügigkeit anregen kann", hieß es von den Museumsverantwortlichen. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, Kunst durch das MoMA zu erleben, "wo immer Sie sind". Darunter seien etwa das Online-Magazin, kostenlose Online-Kurse sowie der Podcast "The Way I See It".

Vorbereitungen Oberammergauer Passion beeinträchtigt

Vorsichtsmaßnahmen wegen der Coronavirus-Ausbreitung beeinträchtigen die Vorbereitungen auf die Oberammergauer Passionsspiele. Die Volksproben mit sehr vielen Menschen auf der Bühne wurden vorerst ausgesetzt. Derzeit laufen die Proben nur "sehr reduziert", ist auf der Website der Passionsspiele zu lesen. Rund 2400 Oberammergauer sind an den Spielen beteiligt, etwa die Hälfte der Einwohner. Die Premiere am 16. Mai und die Vorstellungen sind bisher nicht abgesagt. Allerdings entwickeln die Verantwortlichen Alternativszenarien. Der Ursprung der Passion geht auf eine Epidemie zurück: Vor fast 400 Jahren wütete die Pest im Land.1633 gelobten die Oberammergauer, alle zehn Jahre das Spiel vom Leiden, Sterben und der Auferstehung Christi aufzuführen, wenn niemand mehr an der Pest sterben sollte.

Theatertreffen ist abgesagt

Das diesjährige Theatertreffen ist abgesagt worden. Wie die Berliner Festspiele mitteilten, sind von der Absage im Zusammenhang mit dem Coronavirus auch der Stückemarkt, das Internationale Forum sowie Preisverleihungen, Public Viewings und das Theatertreffen der Jugend betroffen. Zum Theatertreffen werden jedes Jahr die zehn bemerkenswertesten Bühnenstücke der Saison eingeladen, ausgewählt von einer Jury aus sieben Theaterkritikern. Vom 1. bis 17. Mai 2020 hätte das Festival zum 57. mal stattgefunden.

Seniorenunion empört über "funk"-Corona-Satire

Der Bundesvorsitzende der Seniorenunion, Otto Wulff, übt scharfe Kritik an einem Satire-Video, in dem es heißt, dass zu Recht vor allem ältere Menschen am Coronavirus sterben. Das Video „Corona rettet die Welt“ stammt vom Youtube-Kanal „Bohemian Browser Ballett“ und wurde für das gemeinsame Jugendangebot „funk“ von ARD und ZDF produziert. Dieses Video empfinde er auch deshalb als "fürchterlich", so Wulff, weil diese "Niedertracht" über Gebühren bezahlt werde. "In der jetzigen Not- und Angstsituation" müssten "Jung und Alt zusammenhalten". Im Internet wird der Satire-Beitrag inzwischen heftig kritisiert.

Newsletter "Corona versus Kultur"

Mit gebündelter Information unterstützt der Deutsche Kulturrat die Kulturszene ab heute. Während der Krisenzeit fasst er in seinem Newsletter "Corona versus Kultur" aktuelle Ereignisse, Positionen und Maßnahmen zusammen. Neben der Forderung nach einem Notfallfond will der Deutsche Kulturrat auf diese Weise notwendige Informationen zusammentragen über Unterstützungsmöglichkeiten für von Ausfall und momentaner Schließung betroffene Künstler*Innen und kulturwirtschaftliche Unternehmen, aber auch interessierte Politiker*Innen, und Journalist*Innen. Der Newsletter kann über www.kulturrat.de bezogen werden.

Staatsoper streicht Proben und Streaming-Premiere

Nach der Schließung aller Theater in Berlin zur Eindämmung des Coronavirus streicht die Staatsoper Unter den Linden auch ihre Proben. Der für diesen Mittwoch geplante Livestream der Premiere von Mozarts Oper "Idomeneo" unter der musikalischen Leitung von Simon Rattle müsse vorerst abgesagt werden, sagte Intendant Matthias Schulz. Von diesem Dienstag an biete die Staatsoper ein kostenloses Online-Programm auf ihrer Website an. Die Erfahrung mit dem "Carmen"-Livestream am vergangenen Donnerstag mit rund 160 000 Zusachauern weltweit zeige, wie wichtig Kultur gerade in diesen Zeiten sei, so Schulz.

Sängerin Rokia Traoré in Paris inhaftiert

Wie erst gestern bekannt wurde sitzt die malische Sängerin Rokia Traoré schon seit Dienstag in einem Pariser Gefängnis. Die französische Polizei nahm sie aufgrund eines in Belgien ausgestellten Europäischen Haftbefehls nach ihrer Ankunft aus Mali fest. Hintergrund ist ein Sorgerechtsstreit mit ihrem in Frankreich lebenden belgischen Ex-Ehemann. Traoré hat sich seit gestern in einen Hungerstreik begeben und in einer Erklärung den Behörden Rassismus vorgeworfen. In einer Petition fordern Unterstützer ihre sofortige Freilassung.

ARD ändert Fernseh-Programm für Kinderangebote

Der Bayerische Rundfunk bietet unter dem Motto «Schule daheim» ab sofort Angebote für das Lernen zuhause an. Diese richten sich an die von der Schulschließung betroffenen Schüler und sind im Bildungskanal «ARD-alpha» und in der BR Mediathek zu finden. Auch der SWR ändert sein Programm und sendet am Vormittag "Planet Schule" und "Planet Wissen". Für Kinder, deren Eltern in kritischen Berufen arbeiten, wie etwa bei der Polizei, in Krankenhäusern, Supermärkten oder bei der Müllabfuhr, soll es in den Schulen eine Notbetreuung geben.

Grüne fordern Rettungsfonds für Solo-Selbständige

Die Grünen fordern in der Corona-Krise einen Rettungfonds für Solo-Selbstständige und Kulturschaffende. Das geht aus einem Papier der Grünen-Fraktion im Bundestag hervor. Danach sollen Unterstützungsleistungen an all diejenigen fließen, die nachweislich Umsatzeinbußen durch Corona-Absagen haben und in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sind. Bis zu 60% des letzten Jahresdurchschnittseinkommens sollen gezahlt werden können, und dabei soll es einen Höchstbetrag geben. Vorbild sei der Fluthilfefonds von 2013, erklärte die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Damit seien Solo-Selbstständige und Kulturschaffende dann ähnlich abgesichert wie abhängig Beschäftigte durch das Kurzarbeitergeld.

Architekt Gregotti stirbt mit 92 nach Corona-Infektion

Der renommierte italienische Architekt und Designer Vittorio Gregotti ist nach einer Infektion mit dem Coronavirus im Alter von 92 Jahren in Mailand gestorben. Das teilten mehrere offizielle Stellen der Stadt Mailand mit. Bekannt geworden war der 1927 geborene Gregotti insbesondere für seine Werke in Mailands Bicocca-Viertel, für das Olympiastadion von Barcelona, das neue Opernhaus in Aix-en-Provence und das Kulturzentrum Belem in Portugal. Gregotti sei einer der "größten Architekten" gewesen, schrieb Mailands Bürgermeister Beppe Sala auf Twitter. Seine Stadt habe ihm viel zu verdanken. Die Coronavirus-Pandemie plagt derzeit Italien besonders stark: Es ist das am schlimmsten betroffene Land der Welt außerhalb Chinas, wo der Ausbruch seinen Ursprung hatte.

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