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Samstag, 24.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 13. März 2020

Berliner Philharmoniker: Kostenlose Streams im Netz

Die Berliner Philharmoniker stellen während der Schließung ihres Saals mehr als 600 Konzerte kostenlos als Streams im Internet zur Verfügung. In der "Digital Concert Hall" seien Aufnahmen aus mehr als zehn Jahren abrufbar, darunter 15 Konzerte mit dem neuen Chefdirigenten Kirill Petrenko, teilte das Orchester mit. Dazu kämen Pausengespräche mit Dirigenten und Solisten und Dokumentationen zur Orchestergeschichte. Mit dem Code BERLINPHIL könnten nach einer Registrierung alle Konzerte und Filme für 30 Tage kostenfrei abgerufen werden. Der späteste Termin zum Einlösen des Codes sei der 31. März 2020. Mit ihrem Stream von der Oper "Carmen" hatte die Staatsoper Unter den Linden am Donnerstag nach eigenen Angaben einen großen Publikumserfolg. Den Livestream in Zusammenarbeit mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg hätten online mehr als 160 000 Zuschauer in der ganzen Welt abgerufen.

Rijeka sagt wegen Corona Veranstaltungen ab

Die Europäische Kulturhauptstadt Rijeka in Kroatien hat wegen der Coronavirus-Pandemie alle bis zum 14. April geplanten Veranstaltungen abgesagt. Ob sie zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden können, werde später entschieden, teilte das Organisationsbüro des Kulturhauptstadtjahrs mit. Die geschichtsträchtige Stadt an der Adria ist in diesem Jahr zusammen mit dem irischen Galway Europäische Kulturhauptstadt.

Joachim-Ringelnatz-Preis für Hermann van Veen

Der mit 10 000 Euro dotierte Cuxhavener Joachim-Ringelnatz-Preis 2020 geht an den niederländischen Sänger, Schriftsteller und Komponisten Hermann van Veen. Das teilte die Stadt Cuxhaven mit. Van Veen, der an diesem Samstag seinen 75. Geburtstag feiert, engagiert sich in mehreren, teils selbst gegründeten Organisationen für die Rechte von Kindern. Er ist auch Schauspieler, Regisseur und Maler. Die Auszeichnung wird am 7. Juli in Cuxhaven verliehen. "Herman van Veen, dessen Werk ein poetisches Plädoyer für Respekt, Liebe und Toleranz darstellt, der auf der Bühne und in seinen Texten und Liedern die Welt mit Kinderaugen und Clownsnase für Momente 'in ein Tausendschön' verwandelt, ist der Idee des Ringelnatz-Preises und seinem Namensgeber ganz nahe", begründete die Jury ihre Entscheidung.

Pariser Louvre schließt wegen Coronavirus

Das weltberühmte Pariser Museum Louvre schließt wegen des Coronavirus seine Pforten. Ab Freitagabend 18 Uhr werde der Louvre bis auf Weiteres geschlossen, teilte das Museum mit. Alle Besucher, die ein Ticket online gekauft hätten, erhielten auf Anfrage eine Rückerstattung. Frankreichs Regierung hatte am Mittag ein Versammlungsverbot für mehr als 100 Menschen im ganzen Land verhängt.

Eugen Ruge als Mainzer Stadtschreiber eingeführt

Der Schriftsteller Eugen Ruge ist mit dem Literaturpreis "Mainzer Stadtschreiber" ausgezeichnet worden. Bei der Entscheidung für ihren Literaturpreis würdigten die Stadt Mainz und die Fernsehsender ZDF und 3sat den Romanautor als "Meister im Schildern von Familienbeziehungen und Lebensentwürfen, geschrieben in einer klaren Sprache mit souveränem Gespür für Dialoge, Tempo und Pointe". Ruge veröffentlichte seinen ersten Roman "In Zeiten des abnehmenden Lichts" mit 57 Jahren.

Autor Margwelaschwili gestorben

Der deutsch-georgische Schriftsteller Giwi Margwelaschwili ist tot. Der 92-Jähirge starb im Kreis seiner Familie in der georgischen Hauptstadt Tiflis, bestätigte sein Verleger Jörg Sundermeier in Berlin. 2006 hatte Margwelaschwili die Goethe-Medaille erhalten. Mit seinen im Verbrecher Verlag erschienen Romanen rund um die Figur "Kapitän Wakusch" setzte Margwelaschwili nach Meinung von Kritikern literarische Maßstäbe. Schöpfen konnte der Kenner des Werks von Thomas Mann und Martin Heidegger selbst aus einem ereignisreichen Leben zwischen zwei Welten - Deutschland und seiner georgischen Heimat am Schwarzen Meer. Er hatte beide Staatsbürgerschaften.

Nazi-Architektur soll Raum für Kultur werden

Die unvollendete Kongresshalle am ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg soll zu einem Raum für Kunst und Kultur werden. Es werde ein "einzigartiges Experiment", wie die Stadt ein Gebäude nutzen könne, das ein wichtiger Teil ihres nationalsozialistischen architektonischen Erbes ist, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Zurzeit sei angedacht, ein Segment des Rundbaus mittelfristig herzurichten, damit dort Kunstschaffende arbeiten und ihre Werke präsentieren können. Das Projekt solle zentraler Bestandteil der Nürnberger Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt 2025 werden. Die Jury entscheidet am 23. September 2020 über den Titel. Die Kongresshalle ist Teil des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes aus den 1930er Jahren. Der für bis zu 50.000 Menschen geplante Bau wurde nicht fertiggestellt.

Ermittlungen gegen Ex-Intendant Kuhn eingestellt

Das Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Intendanten der Festspiele Erl, Gustav Kuhn, wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung ist eingestellt worden. 15 angebliche Vorfälle seien untersucht worden, teilte die Staatsanwaltschaft Innsbruck mit. Am Ende sei kein Vorfall übrig geblieben, der strafbar, nicht verjährt und beweisbar gewesen wäre, sagte der zuständige Staatsanwalt. Kuhn selbst hatte die Vorwürfe von fünf Künstlerinnen stets vehement bestritten. Unter dem Druck der Anschuldigungen hatte er sich im Sommer 2018 als Leiter der Festspiele vorerst zurückgezogen und war später zurückgetreten.

Kulturminister sagen Kulturbranche Unterstützung zu

Die Kulturminister der Länder haben der Kultur- und Kreativbranche ihre Unterstützung angesichts von Einnahmeverlusten durch die Coronaviruspandemie zugesichert. Die Minister würden sich gemeinsam dafür einsetzen, dass die Branche in Krisenprogramme von Bund und Ländern einbezogen werde, erklärten die Minister in Berlin. Zahlreiche Konzerte und andere Veranstaltungen werden wegen der Ausbreitung des Virus abgesagt, auch Museen sind zum Teil geschlossen.
"Von den wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung werden staatliche und private Kultureinrichtungen und kulturelle Veranstaltungsbetriebe sowie Künstlerinnen und Künstler massiv betroffen sein", erklärten die Kulturminister. Es entstünden schon jetzt wirtschaftliche Einbußen, "die Institutionen gefährden und Existenzen bedrohen können".

Musikrat fordert Notfallfonds für Künstler

Der Deutsche Musikrat ruft Bund und Länder in der Corona-Krise dazu auf, einen Notfallfonds aufzulegen. Arbeitsplätze in der Musikbranche sollten gesichert und soziale Härten vermieden werden, erklärte der Musikrat in Berlin. "Für viele Kulturschaffende steht jetzt durch abgesagte Veranstaltungen die Existenz auf dem Spiel", sagte der Generalsekretär des Musikrates, Christian Höppner. Wer laut Künstlersozialkasse mit einem Jahresbruttoeinkommen von 13.000 Euro über die Runden kommen müsse, könne keine Rücklagen schaffen. Die klare Botschaft von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, helfen zu wollen, sei ein wichtiges Signal an die gesamte Kulturszene.

Chorfest abgesagt, Re:publica verschoben

Das Deutsche Chorfest 2020 ist wegen des Coronavirus abgesagt worden. Es sollte vom 30. April bis 3. Mai in Leipzig stattfinden. Über einen Ausweichtermin im Jahr 2021 oder 2022 sei der Deutsche Chorverband mit der Stadt Leipzig im Gespräch, teilte der Verband am Freitag in Berlin als Veranstalter mit. Erwartet wurden zum Treffen in Leipzig rund 15.000 Sängerinnen und Sänger aus ganz Deutschland. Auch die Digitalmesse Re:publica in Berlin findet wegen des Virus nicht planmäßig im Mai statt. Als neuer Termin werde der 10. bis 12. August angepeilt, teilten die Veranstalter mit. Zur Re:publica und der begleitenden Media Convention Berlin kamen im vergangenen Jahr mehr als 20 000 Besucher.

Franziska Schuster erhält Jazz-Preis

Der baden-württembergische Landesjazzpreis geht in diesem Jahr an die Sängerin Franziska Ameli Schuster. Sie erhalte die Auszeichnung für ihre "ureigene Musiksprache" und Experimentierfreude, teilte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski in Stuttgart mit. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und soll der Sängerin am 10. Juli bei einem Konzert im Rahmen der "Jazzopen" in Stuttgart überreicht werden. Schuster wurde 1989 in Stuttgart geboren und ist seit ihrem 16.
Lebensjahr Frontsängerin und Songwriterin. Sie studierte Gesang in Freiburg und in Stuttgart. Die Künstlerin gründete mehrere Bands und war unter anderem in Südafrika, Mexiko, Chile, im Libanon und der Türkei auf Tour.

Musikstars trotzen Corona mit Hauskonzerten

Einige prominente Musiker, die Auftritte wegen der Verbreitung des Corona-Virus absagten, geben Hauskonzerte. Starpianist Igor Levit spielte zuhause auf dem Flügel und übertrug das Konzert via Twitter. Er gab mehr als 20 Minuten Beethoven zum Besten und postete später: "Überwältigt. Danke. Bis morgen, gleiche Zeit. 19:00". Auch die italienische Sängerin Gianna Nannini spielte am Donnerstagnachmittag live auf Instagram einige Akustikstücke in ihrem Wohnzimmer in Mailand und sendete sie live auf Instagram. Heute sollte es zur gleichen Zeit eine Neuauflage geben, kündigte sie in ihrer Instagram-Story an.

Coronavirus: Immer mehr Kultureinrichtungen schließen

Immer mehr Kultureinrichtungen schließen wegen der Ausbreitung des Coronavirus. So pausieren die Semperoper und das Staatsschauspiel in Dresden zunächst bis zum 19. April. Die Museen in der Stadt sollen vorerst grundsätzlich geöffnet bleiben, aber besondere Hygienemaßnahmen ergreifen. Auch in Hamburg wurden alle Veranstaltungen in staatlichen Theatern und Konzerthäusern bis Ende April per Erlass untersagt. Damit fallen von Freitag an unter anderen alle Veranstaltungen in der Elbphilharmonie, an der Hamburgischen Staatsoper, am Deutschen Schauspielhaus, am Thalia-Theater und auf Kampnagel aus. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz schließt ab Samstag sämtliche Häuser. Die von Bund und Ländern getragene Stiftung ist mit fast zwei Dutzend Sammlungen, Museen, Instituten eine der international größten und wichtigsten Kulturinstitutionen. Dazu gehört auch die als Weltkulturerbe eingestufte Museumsinsel in Berlin. In Düsseldorf stoppten Oper, Schauspielhaus und Tonhalle den Spielbetrieb bis zum 2. April. Insgesamt fallen weit über hundert Veranstaltungen aus. Das Kölner Schauspielhaus, die Oper und die Philharmonie sagten bis einschließlich Karfreitag alle Veranstaltungen ab. Die städtischen Museen sollen dagegen geöffnet bleiben. Die größte deutsche Kunstmesse Art Cologne, die für Ende April geplant war, soll nun im November stattfinden. In den vergangenen Tagen waren schon staatliche Theater, Opernhäuser und Konzertsäle etwa in Bayern und in Berlin geschlossen worden. Auch die Salzburger Osterfestspiele und das Beethovenfest in Bonn wurden abgesagt, ebenso die "Lohengrin"-Premiere von Katharina Wagner, die für nächste Woche in Barcelona geplant war.

Tonie Marshall ist gestorben

Die französisch-amerikanische Regisseurin und Schauspielerin Tonie Marshall ist tot. Sie starb im Alter von 68 Jahren, wie ihre Agentur in Paris bestätigte. Marshall wurde 1951 in einem Pariser Vorort geboren. Sie begann ihre Karriere zunächst als Schauspielerin. 1973 gab sie ihr Kino-Debut an der Seite von Catherine Deneuve in "Die Umstandshose". Später fing sie an, auch erfolgreich hinter der Kamera als Regisseurin und Drehbuchautorin zu arbeiten.Tonie Marshall ist die einzige Frau, die jemals den französischen Filmpreis César in der Kategorie Beste Regie gewann. Sie erhielt die Auszeichnung im Jahr 2000 für die dramatische Komödie "Schöne Venus". Das Werk wurde unter anderem auch als Bester Film ausgezeichnet.

Woody Allens Memoiren erscheinen bei Rowohlt

Die deutschsprachige Ausgabe von Woody Allens Biografie wird wie geplant im April bei Rowohlt erscheinen, teilte der Verlag in Hamburg mit. "So können sich interessierte Leserinnen und Leser ihr eigenes Urteil bilden", hieß es in der Mitteilung. Die Veröffentlichung der deutschen Ausgabe "Ganz nebenbei" war wegen der ungeklärten Rechtelage unsicher. Zuvor hatte der US-Verlag Hachette die Memoiren des New Yorker Regisseurs am Wochenende aus dem Programm genommen hatte - nach scharfen Protesten von Mitarbeitern und aus der Familie Allens. Auch Rowohlt-Autoren hatten gegen die Veröffentlichung einen offenen Brief unterzeichnet. Gegen Allen gibt es seit Jahrzehnten Missbrauchsvorwürfe. Seine Adoptivtochter Dylan Farrow hält ihm vor, sich in ihrer Kindheit an ihr vergangen zu haben. Der Regisseur hat das stets zurückgewiesen.

Bücher, Hörbücher und Apps für Kinder prämiert

Die Stiftung Lesen und die Leipziger Buchmesse haben mit dem "Lesekompass" gemeinsam 30 aktuelle Bücher, Hörbücher und Apps für Kinder und Jugendliche prämiert. Der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Jörg F. Maas, sagte, die diesjährige Auswahl ginge der Frage nach, "warum Verantwortung füreinander wichtig ist". Zugleich bewiesen sie Nähe zu gesellschaftlichen Debatten, die auch Kinder und Jugendliche beträfen: Umweltschutz, Klimawandel, Inklusion und Integration. Ziel des "Lesekompass 2020" sei es, eine Orientierung für die jährlich mehr als 9.000 Neuerscheinungen im Kinder- und Jugendbuchbereich zu bieten. Die Auszeichnung würdigt seit 2012 Medien, die sich besonders gut zur Leseförderung eignen.

Rundfunkbeitrag soll auf 18,36 Euro pro Monat steigen

Der Rundfunkbeitrag in Deutschland soll ab 2021 um 86 Cent auf 18,36 pro Monat steigen. Das beschloss die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) der Bundesländer in Berlin, wie die Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz mitteilte. Die Regierungschef folgten dabei einer entsprechenden Empfehlung der sogenannten Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarf der Rundfunkanstalten (KEF) vom Februar.

Konzertbranche erwartet Milliardenschaden

Die massenhaften Absagen von Großveranstaltungen werden für die Branche nach Schätzungen des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) zu Schäden in Milliardenhöhe führen. Der Verband kalkuliere, dass in der Zeit von März bis Mai rund 80.000 Veranstaltungen abgesagt werden müssen, sagte Jens Michow, geschäftsführender Präsident des BDKV, der "Welt". "Der Schaden wird, sofern sich dieses Katastrophenszenario realisiert, gut und gerne 1,25 Milliarden Euro betragen." Viele Unternehmen in der Branche fürchten um ihre Existenz. Bereits Ende Februar hatte sein Verband ein Hilfsprogramm von der Politik gefordert.

Lutz Seiler gewinnt Leipziger Buchpreis

Lutz Seiler hat den Preis der Leipziger Buchmesse für seinen Roman "Stern 111" gewonnen. Das gab die Jury im Deutschlandfunks Kultur bekannt. Seiler erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Belletristik. Erstmals in der 16-jährigen Geschichte der Veranstaltung wurden die Preise nicht öffentlich vergeben. Die Leipziger Buchmesse war wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt worden. Der mit insgesamt 60.000 Euro Preis der Leipziger Buchmesse wird in den drei Kategorien Übersetzung, Sachbuch/Essayistik und Belletristik vergeben. Die Gewinner wurden live in der Hörfunksendung "Lesart - das Literaturmagazin" des Deutschlandfunks Kultur verlesen. In der Kategorie Übersetzung gewann Pieke Biermann für ihre Übersetzung des Romans "Oreo" von Fran Ross. Den Preis für das beste Sachbuch/Essayistik erhielt Bettina Hitzer für "Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts". hex/cfm

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