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Samstag, 24.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 7. März 2020

Papst-Auftritte wegen Corona nur per Liveübertragung

Wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus in Italien wird Papst Franziskus das nächste Angelus-Gebet nicht am Fenster vor den Menschen direkt sprechen. Das traditionelle Gebet am Sonntagmittag soll stattdessen per Video live aus dem Papstpalast übertragen werden. Das teilte das Pressebüro des Vatikans mit. Es werde zudem auf Bildschirmen auf dem Petersplatz zu sehen sein. Die nächste Generalaudienz am Mittwoch solle ebenfalls auf ähnliche Weise verändert werden. Es gehe darum, die Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit Covid-19 zu bremsen und die Sicherheit zu erhöhen. Das Angelusgebet des Papstes wird in der Regel von Tausenden Besuchern auf dem Petersplatz verfolgt. Große Menschenansammlungen gelten aber als Risiko für eine Ansteckung. Italien ist in Europa das am stärksten von Corona-Infektionen betroffene Land.

Frauenrechtsorganisation erhält Göttinger Friedenspreis

Die Frauenrechtsorganisation Amica hat den Göttinger Friedenspreis 2020 erhalten. Mit der Unterstützung von Frauen in Krisengebieten wie Syrien, Libyen und der Ostukraine leiste der Verein einen entscheidenden Beitrag zur Versöhnung und einer nachhaltigen Friedensordnung in den Konfliktländern, hieß es zur Begründung bei der Verleihung in Göttingen. Gewürdigt werde die langjährige Tätigkeit einer Organisation, "die nicht sehr laut, dafür umso effizienter an der Basis von Gesellschaften arbeitet". Amica setzt sich seit mehr als 25 Jahren für von Gewalt betroffene Frauen ein. Zu den Kernaufgaben gehören psychosoziale Arbeit mit Traumatisierten, medizinische Versorgung, Rechtsberatung, Maßnahmen der Existenzsicherung sowie Projekte etwa für Chancengleichheit.

Lit.Cologne trotzt dem Coronavirus

Das Literaturfestival Lit.Cologne soll trotz der Ausbreitung des Coronavirus wie geplant am Dienstag starten. Die Lit.Cologne sei nicht mit Großveranstaltungen wie der Leipziger Buchmesse zu vergleichen, sagte der Festivalchef Rainer Osnowski der Deutschen Presse-Agentur. Die Veranstaltungen seien kleiner und verteilten sich auf zwölf Tage. Damit seien sie mit Theater-, Konzert- und Kinoveranstaltungen vergleichbar, die tausendfach in Deutschland stattfänden. "Wenn man die absagen würde, dann müsste man das gesamte kulturelle Leben in der Bundesrepublik stilllegen. Das wäre völlig unverhältnismäßig", sagte Osnowski. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Besucher aus Angst vor einer Ansteckung nicht kommen wollten. Viele Veranstaltungen seien schon seit Wochen ausverkauft. Einige Veranstaltungen sind auf Wunsch der Autoren abgesagt oder auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr verschoben worden. Es sind vor allem Mitwirkende aus dem Ausland, die unter den derzeitigen Umständen lieber nicht reisen wollen. Im Fall einer Absage der gesamten Lit.Cologne wäre laut Osnowski der Fortbestand des Literaturfestivals gefährdet

Umstrittenes Mediengesetz in Polen verabschiedet

Gut zwei Monate vor der Präsidentenwahl in Polen hat Staatsoberhaupt Andrzej Duda ein umstrittenes Mediengesetz unterzeichnet, das hohe Subventionen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorsieht. Regierungsgegner hatten zuvor vergeblich an den Präsidenten appelliert, sein Veto einzulegen. Sie kritisieren die Subventionen als Wahlkampfhilfe für ihn. Duda sagte dagegen, er habe keine Zweifel, dass diese Mittel für die Funktion der Radio- und Fernsehsender nötig seien. Laut Gesetz erhalten die Sender im laufenden Jahr Subventionen in Höhe von umgerechnet 454 Millionen Euro. Die nationalkonservative Regierungspartei PiS hatte dies damit begründet, dass die Öffentlich-Rechtlichen massive Ausfälle bei den Rundfunkgebühren haben, die in Polen kaum jemand zahlt. Die PiS hat seit ihrer Machtübernahme im Jahr 2015 den öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter ihre Kontrolle gebracht. PiS-Gegner werfen besonders dem Fernsehsender TVP vor, Propaganda für die Nationalkonservativen zu machen.

Rapperin Sookee kritisiert Sexismus im Hip-Hop

Die deutsche Musikern Sookee hat angekündigt, als Rapperin aufzuhören und ist zum Abschied hart mit der Szene ins Gericht gegangen. "Gegenwärtig wird ja jede Frau, die an einem Mikrofon steht schon als feministisch bezeichnet - sogar wenn sie sexistische Sachen rappt oder mit Sexisten zusammenarbeitet", sagte die 36-jährige dem Berliner "Tagesspiegel". Feminismus setze aber voraus, dass es nicht nur um den eigenen Erfolg gehe, sondern dass man unmittelbare und weiter entfernte Menschen mitdenke. Außerdem brauche es ein Strukturbewusstsein und einen Blick auf die Machtverhältnisse. Rapper, die sagten, sie spielten nur Rollen, seien für sie unglaubwürdig: "Es ist doch nicht so, dass jemand Sexismus total ablehnt, ihn aber auf der Bühne reproduziert, weil das die Rolle ist. Niemand leidet unter seiner eigenen Bühnenfigur und konzipiert etwas, was er gar nicht will."

Jazz-Legende McCoy Tyner mit 81 Jahren gestorben

Der einflussreiche US-Jazz-Pianist McCoy Tyner ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Der Musiker, der durch seine Arbeit mit dem John-Coltrane-Quartett zur Legende wurde, startete seine Karriere bei Benny Golson und Art Farmer. 1960 stieß er zum Coltrane-Quartett und war an den legendären Platten "A Love Supreme" und "My Favourite Things" beteiligt. Von den vier Musikern des Coltrane-Quartetts starb Tyner als Letzter. Sein Klavierspiel und seine Kompositionen haben den modernen Jazz maßgeblich beeinflusst. "Wir haben mit dem Tod von Jazz-Legende McCoy Tyner einen Titanen verloren", erklärte das Plattenlabel Blue Note Records auf Twitter. Der Musiker sei einer "der Größten aller Zeiten" gewesen.

South by Southwest fällt wegen Coronagefahr aus

Das Kunst- und Technologiefestival South by Southwest im US-Staat Texas fällt in diesem Jahr aus. Der Bürgermeister der Hauptstadt Austin, Steve Adler, verkündete die Vorsichtsmaßnahme wegen des neuen Coronavirus. Das Festival hätte am 13. März beginnen sollen. Mehrere große Unternehmen wie Netflix, die Nachrichtenwebsite Mashable, das Videoportal TikTok und der Chiphersteller Intel hatten ihre Teilnahme an dem Festival in den vergangenen Tagen abgesagt. Mehr als 50 000 Menschen hatten eine Petition unterzeichnet und gefordert, es zu streichen. In den USA sind an der vom Virus ausgelösten Lungenerkrankung Covid-19 mittlerweile 14 Menschen gestorben.

Dichter Cardenal früher bestattet als angekündigt

Der nicaraguanische Dichter und Befreiungstheologe Ernesto Cardenal ist früher als angekündigt bestattet worden. Grund seien Störungen einer vorangegangenen Trauerfeier durch Anhänger von Nicaraguas Staatschef Ortega, teilten die Angehörigen mit. Die Beisetzung habe nun heimlich im kleinen Kreis stattgefunden. Cardenal war ab 1979 acht Jahre lang Kulturminister unter Ortega, sagte sich aber später von ihm los. Der Literat warf dem Staatschef einen autoritären Führungsstil und Korruption vor. Cardenal war bis ins hohe Alter als Schriftsteller aktiv. Für sein literarisches Werk bekam er 1980 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Der Dichter war am 1. März im Alter von 95 Jahren gestorben.

"PlayStation"-Prototyp für 360.000 Dollar versteigert

Ein Prototyp der Spielekonsole "PlayStation" ist für 360.000 Dollar versteigert worden. Es handele sich um den einzig erhaltenen Prototypen der von Nintendo und Sony in den 1990er Jahren gemeinsam entwickelten Konsole, teilte das US-Auktionshaus "Heritage Auctions" in Dallas mit. Die anderen 199 Modelle seien nach Ende der Zusammenarbeit zerstört worden. Der jetzt erzielte Preis sei der höchste gewesen, der je bei einer Auktion für Spielekonsolen, Videospiele oder Zubehör bezahlt worden sei, hieß es. Wer den "PlayStation"-Prototypen ersteigert hat, blieb unbekannt.

Münchner Literaturarchiv erwirbt Nadolny-Manuskripte

Die Stadt München erhält für ihr Literaturarchiv die gesammelten Manuskripte, Reden und Korrespondenzen des in Berlin lebenden Schriftstellers Sten Nadolny. Das bei der Münchner Stadtbibliothek angesiedelte Archiv "Monacensia" erwarb außerdem den Nachlass von dessen Eltern, dem Autorenpaar Isabella und Burkhard Nadolny. In dem Archiv werden die Originale wichtiger Autoren mit Bezug zu München und Bayern gesammelt. Der in Chieming in Oberbayern aufgewachsene Sten Nadolny wurde unter anderem mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis auszeichnet.

Veröffentlichung von Woody Allen-Memoiren abgesagt

Nach tagelanger Kritik hat der US-Verlag Hachette Book Group die Veröffentlichung der Erinnerungen von Regisseur Woody Allen abgesagt. Die Entscheidung sei schwierig gewesen, weil der Verlag die Beziehungen zu seinen Autoren sehr ernst nehme und Bücher nicht ohne weiteres streiche, erklärte Hachette. Die Kritik daran ging auf jahrzehntealte Vorwürfe zurück, der heute 84-Jährige habe seine Adoptivtochter Dylan Farrow sexuell missbraucht. Mitarbeiter des Verlags hatten gestern aus Protest die Arbeit niedergelegt. Dylans Bruder Ronan Farrow hatte aus Protest gedroht, die Zusammenarbeit mit dem Verlag zu beenden.

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