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Kulturnachrichten

Freitag, 6. März 2020

Ersatz für Leipziger Buchmesse digital und im Radio

Nach der Absage der Leipziger Buchmesse wegen des Coronavirus sind Programmpunkte des Branchentreffs ins Radio und Internet verlegt worden. Bei Deutschlandfunk Kultur werden am 12. März die diesjährigen Preisträger bekanntgegeben und in einer Sondersendung vorgestellt, wie die Buchmesse am Freitag mitteilte. Das geplante Bühnenprogramm ist zum Teil bei MDR und ARD im Radio und Netz zu erleben. MDR Kultur lade außerdem zahlreiche namhafte Autorinnen und Autoren, die ihre Neuerscheinungen nun nicht in Leipzig vorstellen können, ins Hörfunkstudio nach Halle ein. Alle Gespräche würden live im Netz, im Radio und bei Facebook übertragen, hieß es. Unterstützt werde die digitale Alternative zum sonst üblichen Branchentreff in den Messehallen vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Mehrheit findet Coronavirus-Maßnahmen ausreichend

Die Mehrheit der Deutschen findet laut einer aktuellen Umfrage die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ausreichend. 69 Prozent der Befragten sind der Meinung, hierzulande werde genug getan, wie aus dem am Freitag veröffentlichen ZDF-Politbarometer hervorgeht. Im Februar waren es demnach noch 80 Prozent. 39 Prozent der Befragten erklärten zudem, dass sie wegen des Coronavirus Veranstaltungen mit größeren Menschenmengen meiden. 50 Prozent ändern ihr Verhalten den Angaben zufolge hingegen nicht. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 ist in Deutschland auf 534 gestiegen, teilte das Robert Koch-Institut mit. Der Erreger ist in fast allen Bundesländern nachgewiesen. Nur in Sachsen-Anhalt wurde bislang keine Infektion gemeldet.

Frank Barwasser erhält Dieter-Hildebrandt-Preis

Der Kabarettist Frank Markus Barwasser erhält den Dieter-Hildebrandt-Preis der Landeshauptstadt München. In der Begründung der Jury heißt es, mit seiner Kunstfigur Erwin Pelzig verkörpere Barwasser einen Prototypen des nörgelnden Provinzlers, ausgestattet mit Hütli und Täschli - der Inbegriff eines fränkischen Spießers. Scheinbar naiv kommentiere dieser das Leben, gesellschaftliche Phänomene und das politische Geschehen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird in Erinnerung an den 2013 verstorbenen Kabarettisten Dieter Hildebrandt vergeben. Bisherige Preisträger sind Claus von Wagner, Josef Hader, Andreas Rebers und Christine Prayon.

Öhman und Waltz verlassen Staatsballett im Sommer

Die beiden Noch-Intendanten des Berliner Staatsballetts, Sasha Waltz und Johannes Öhman, werden das Ensemble bereits im Sommer verlassen. Um eine Übergabe der Intendanzgeschäfte mitten in der Spielzeit zu vermeiden, sei der Stiftungsrat der Oper gemeinsam mit Öhman und Waltz übereingekommen, ihre Verträge schon mit dem Ende der Spielzeit 2019/2020 zu beenden, teilte die Berliner Kulturverwaltung mit. Ursprünglich sollten beide erst zum Jahresende aufhören. Bis zur Neubesetzung soll die stellvertretende Intendantin des Staatsballetts, Christiane Theobald, die Geschäfte übernehmen. Öhman und Waltz hatten Anfang des Jahres bekanntgegeben, dass sie das Staatsballett vorzeitig verlassen wollen. Öhman wird 2021 das Dansens Hus in Stockholm als neuer Geschäftsführer und künstlerischer Leiter führen.

Disney stellt Filme seines Streamingdienstes vor

Der US-Unterhaltungsriese Disney hat die Filme und Serien seines Streamingdienstes Disney+ vorgestellt. Der Zeichentrickklassiker "Susi und Strolch", die Star-Wars-Serie "The Mandalorian" oder die Doku-Serie "The World According to Jeff Goldblum" sollen ab dem Start der neuen Streaming-Plattform Ende März online abrufbar sein, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt biete Disney+ mehr als 500 Filme und 300 Serien. In den USA, Kanada und den Niederlanden ist der Streamingdienst seit Mitte November verfügbar, am 24. März kommen neben Deutschland auch Österreich, die Schweiz, Frankreich, Spanien, Irland und Großbritannien dazu.

Nachbau des Oval Office in New York

Zum Endspurt bei der US-Präsdidentschaftswahl hat nun auch New York ein eigenes Oval Office. In der New-York Historical Society am Central Park in Manhattan gibt es jetzt einen Nachbau des berühmten Büros des US-Präsidenten im Weißen Haus in Washington - inklusive Schreibtisch, Sofa-Garnitur, Teppichen, Kunst an den Wänden und Regalen. Besucher können sich auf dem Stuhl am Schreibtisch fotografieren lassen. Jeder Präsident kann das Oval Office seinem Geschmack entsprechend einrichten. Der Nachbau orientiere sich an der Einrichtung von US-Präsident Ronald Reagan (1911-2004) in seiner zweiten Amtszeit Mitte bis Ende der 80er Jahre, teilte das Museum mit. Auf dem Schreibtisch befindet sich unter anderem ein Glas mit Jelly Beans, Reagans Lieblingssüßigkeit.

Verdienstorden für Engagement um Gleichstelllung

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, wird heute bei einem feierlichen Festakt in der Barenboim-Said Akademie den Bundesverdienstorden an 19 Persönlichkeiten überreichen. Vor dem Weltfrauentag würden beherzte Streiterinnen und Streiter für faire Chancen sowie als erfolgreiche Vorbilder ausgezeichnet, um Frauen in Kultur und Medien zur eigentlich selbstverständlichen Gleichstellung zu verhelfen, so Grütters. Mit ihrem Engagement machten sie sich alle gemeinsam stark, dass großartige Kultur- und Medienfrauen die ihnen gebührende Wertschätzung bekämen. Auf Vorschlag von Grütters werden von Bundespräsident Steinmeier unter anderem die Museumsleiterin Ingrid Bodsch, den Schauspieler Michael Brandner und Maria Gazzetti, die Leiterin der Casa di Goethe in Rom. Der Orden ist die höchste Auszeichnung, die Deutschland vergibt.

Bekanntgabe des Leipziger Buchpreises bei DLF Kultur

Nach der Absage der Leipziger Buchmesse wird die Bekanntgabe des Preises der Leipziger Buchmesse im Programm von Deutschlandfunk Kultur stattfinden. Der Preis ist Teil eines umfangreichen Literatur-Sonderprogramms, das trotz Absage der Messe in den Programmen von Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk zu hören ist. Die drei Preisträger in den Kategorien Übersetzung, Sachbuch/Essayistik und Belletristik werden am 12. März in der zweistündigen Sondersendung "Lesart" ab 9.05 Uhr vorgestellt. Zu Gast in der Sendung werden dann der Jury-Vorsitzende Jens Bisky und weitere Mitglieder des siebenköpfigen Auswahlgremiums sein. Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen. 2019 waren die Preisträger Anke Stelling ("Schäfchen im Trockenen"), Harald Jähner (Wolfszeit) und Eva Ruth Wemme ("Verlorener Morgen").

Verlagsmitarbeiter streiken wegen Woody-Allen-Buch

Aus Protest gegen die Veröffentlichung der Autobiografie von Hollywood-Regisseur Woody Allen (84) haben Dutzende Mitarbeiter der Hachette-Verlagsgruppe in New York und Boston die Arbeit niedergelegt. "Wir stehen Ronan Farrow, Dylan Farrow und den Opfern sexueller Übergriffe in Solidarität zur Seite", hieß es nach US-Medienberichten in den Email-Abwesenheitsnotizen einiger Mitarbeiter. Zuvor hatten Allens Kinder Ronan (32) und Dylan Farrow (34) auf Twitter gegen das umstrittene Buch protestiert. Trotz der Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen Allen soll dessen Autobiografie ("Apropos of Nothing") Anfang April herauskommen. Gegen Allen liegen seit Jahrzehnten Missbrauchsvorwürfe vor. Seine Adoptivtochter Dylan Farrow hält ihm vor, sich in ihrer Kindheit an ihr vergangen zu haben. Der Regisseur hat das stets zurückgewiesen.

Deutscher Ethikrat will Debatte über Genveränderungen

Nachdem die Ethikräte Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens dazu aufgerufen haben, Veränderungen am menschlichen Erbgut ethischen Standards zu unterwerfen, forderte der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, im Deutschlandfunk Kultur eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über das Thema. In Deutschland, Frankreich und Großbritannien sind erbliche Veränderungen des menschlichen Genoms verboten. In anderen Ländern gibt es keine Regeln. Die Ethikräte Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens hatten in der Zeitschrift "Nature" gefordert, dass alle Staaten Eingriffe in die Keimbahn der Kontrolle von Behörden unterstellen sollten.

Deutscher Lehrerverband gegen Schulschließungen

Der Deutsche Lehrerverband spricht sich dagegen aus, flächendeckend Schulen zu schließen, um wie Italien die Ausbreitung des Corona-Virus zu bekämpfen. Präsident Hans-Peter Meidinger sagte im Deutschlandfunk, er halte einen solchen Schritt für überzogen und wenig hilfreich. Auch in Italien lägen derzeit die Infektionsketten außerhalb der Schulen. Zwar gebe es unter Schülern und Eltern große Verunsicherung und auch Ängste. Er plädiere aber vielmehr für Hygienemaßnahmen wie vermehrtes Händewaschen und Spender mit Desinfektionsmitteln. Nach Angaben der Unesco gehen derzeit wegen des Coronavirus rund 300 Millionen Kinder weltweit nicht zur Schule.

Baustopp für Lenin-Statue in Gelsenkirchen aufgehoben

In Gelsenkirchen kann wie geplant eine über zwei Meter hohe Lenin-Statue errichtet werden. Sie soll vor der Zentrale der Marxistisch-Leninistischen Partei entstehen.Das Verwaltungsgericht hat den Baustopp der Stadt aufgehoben. Diese hatte argumentiert, ein Denkmal des früheren russischen Politikers beeinträchtige ein Baudenkmal auf demselben Grundstück, ein früheres Sparkassengebäude aus dem Jahr 1930. Das Gericht wies diese Argumentation zurück, ebenso wie die Bedenken zur historischen Rolle Lenins. Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands wird vom Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen beobachtet.

Italiens Topdesigner sagen Shows im Ausland ab

Erst Prada, dann Gucci und nun auch Versace und Giorgio Armani. Immer mehr italienische Luxuslabels und Topdesigner sagen ihre für dieses Frühjahr angesetzten "Cruise"-Shows aufgrund des Coronavirus ab. "Die Gesundheit und Sicherheit unserer Gäste und Angestellten hat die oberste Priorität", heißt es fast gleichlautend in den Pressemitteilungen. Die Gucci-Show war für den 18. Mai in San Francisco angesetzt. Zwei Tage vorher und ebenfalls in den USA sollte die "Cruise" von Donatella Versace stattfinden, die am Donnerstag abgesagt wurde. Prada strich die Präsentation in Japan. Und Giorgio Armani verschob sein zweitägiges Showevent in Dubai vom 19. und 20. April auf den November.

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