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Kulturnachrichten

Donnerstag, 5. März 2020

Deutscher Ethikrat will Debatte über Genveränderungen

Nachdem die Ethikräte Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens dazu aufgerufen haben, Veränderungen am menschlichen Erbgut ethischen Standards zu unterwerfen, forderte der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, im Deutschlandfunk Kultur eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über das Thema. In Deutschland, Frankreich und Großbritannien sind erbliche Veränderungen des menschlichen Genoms verboten. In anderen Ländern gibt es keine Regeln. Die Ethikräte Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens hatten in der Zeitschrift "Nature" gefordert, dass alle Staaten Eingriffe in die Keimbahn der Kontrolle von Behörden unterstellen sollten.

Deutscher Lehrerverband gegen Schulschließungen

Der Deutsche Lehrerverband spricht sich dagegen aus, flächendeckend Schulen zu schließen, um wie Italien die Ausbreitung des Corona-Virus zu bekämpfen. Präsident Hans-Peter Meidinger sagte im Deutschlandfunk, er halte einen solchen Schritt für überzogen und wenig hilfreich. Auch in Italien lägen derzeit die Infektionsketten außerhalb der Schulen. Zwar gebe es unter Schülern und Eltern große Verunsicherung und auch Ängste. Er plädiere aber vielmehr für Hygienemaßnahmen wie vermehrtes Händewaschen und Spender mit Desinfektionsmitteln. Nach Angaben der Unesco gehen derzeit wegen des Coronavirus rund 300 Millionen Kinder weltweit nicht zur Schule.

Baustopp für Lenin-Statue in Gelsenkirchen aufgehoben

In Gelsenkirchen kann wie geplant eine über zwei Meter hohe Lenin-Statue errichtet werden. Sie soll vor der Zentrale der Marxistisch-Leninistischen Partei entstehen.Das Verwaltungsgericht hat den Baustopp der Stadt aufgehoben. Diese hatte argumentiert, ein Denkmal des früheren russischen Politikers beeinträchtige ein Baudenkmal auf demselben Grundstück, ein früheres Sparkassengebäude aus dem Jahr 1930. Das Gericht wies diese Argumentation zurück, ebenso wie die Bedenken zur historischen Rolle Lenins. Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands wird vom Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen beobachtet.

Italiens Topdesigner sagen Shows im Ausland ab

Erst Prada, dann Gucci und nun auch Versace und Giorgio Armani. Immer mehr italienische Luxuslabels und Topdesigner sagen ihre für dieses Frühjahr angesetzten "Cruise"-Shows aufgrund des Coronavirus ab. "Die Gesundheit und Sicherheit unserer Gäste und Angestellten hat die oberste Priorität", heißt es fast gleichlautend in den Pressemitteilungen. Die Gucci-Show war für den 18. Mai in San Francisco angesetzt. Zwei Tage vorher und ebenfalls in den USA sollte die "Cruise" von Donatella Versace stattfinden, die am Donnerstag abgesagt wurde. Prada strich die Präsentation in Japan. Und Giorgio Armani verschob sein zweitägiges Showevent in Dubai vom 19. und 20. April auf den November.

Statt Buchmesse Tschechische Literatur in Leipzig

Nach der Absage der Leipziger Buchmesse hat Tschechien für die kommende Woche ein alternatives Literaturprogramm in der Leipziger Innenstadt angekündigt. Zudem soll eine eigens für den Buchmesse-Auftritt 2020 gefertigte Kulturzeitung veröffentlicht werden. Tschechien war Buchmesse-Gastland 2019. Die Messe und die Stadt Leipzig hatten am Dienstag die Buchmesse 2020 wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus abgesagt. Sie hätte vom 12. bis 15. März stattfinden sollen.

Älteste Pyramide Ägyptens wieder geöffnet

Die älteste Pyramide Ägyptens aus der Zeit um 2600 vor Christus ist nach jahrelangen Renovierungsarbeiten wieder für Besucher geöffnet. Das Antikenministerium lud am Donnerstag zur feierlichen Eröffnung der Stufenpyramide des Pharaos Djoser, die etwa eine Autostunde südlich von Kairo bei Sakkara liegt. Die Djoser-Pyramide ist mit 60 Metern das größte Bauwerk der Totenstadt. Das aus sechs abgesetzten Stufen bestehende Bauwerk war zwischen 2006 und 2011 umfangreich restauriert worden. Die Arbeiten wurden im Zuge der ägyptischen Revolution dann ausgesetzt. 2013, im Jahr der Machtübernahme des derzeitigen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi, wurden die Arbeiten schließlich fortgesetzt.

Wohl sieben Täter bei Einbruch ins Grüne Gewölbe

Rund vier Monate nach dem Einbruch in das Historische Grüne Gewölbe in Dresden gehen die Ermittler von mindestens sieben Tätern aus. Dies ergebe sich aus einer Fallanalyse des Landeskriminalamts Sachsen, aus Videoauswertungen und weiteren Ermittlungen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Nach einem der Verdächtigen wird mit einem Phantombild gefahndet, bei ihm soll es sich um den Käufer des späteren Fluchtfahrzeugs handeln. Ende November waren Einbrecher durch ein Fenster in das Grüne Gewölbe im Residenzschloss gestiegen. In wenigen Minuten stahlen sie aus einer Ausstellungsvitrine Juwelenschmuck von großem Wert.

Die didacta wird wegen Coronavirus verschoben

Die Bildungsmesse didacta wird wegen der Ausbreitung des Coronavirus verschoben. Das zuständige Ordnungsamt Leinfelden-Echterdingen in Baden-Württemberg habe dies auf dringende Empfehlung des zuständigen Gesundheitsamtes des Landkreises Esslingen verfügt, teilte die Messe Stuttgart mit. Es werde an einem nahen Alternativtermin gearbeitet. Ursprünglich sollte die Messe, die sich vor allem an Lehrkräfte und Erzieher richtet, vom 24. bis 28. März stattfinden. Die Messe Stuttgart hat etwa 85.000 Besucher erwartet.

Leipziger Dokfilmfestival kündigt Neuerungen an

Beim Dokumentarfilmfestival DOK Leipzig stehen einige Änderungen an: Unter der Leitung des neuen Intendanten Christoph Terhechte wird es zum ersten Mal einen eigenen Wettbewerb für lange Animationsfilme geben. Andere Wettbewerbe werden zusammengelegt. Die Jury wird größer, es gibt aber weniger Filme. Dies habe aber keine finanziellen, sondern künstlerische Gründe, hieß es. Das Dokfilmfestival Leipzig findet vom 26. Oktober bis 1. November statt.

Jazzsängerin Lauren Newton ausgezeichnet

Die Sängerin Lauren Newton erhält in diesem Jahr den baden-württembergischen Landesjazzpreis für ihr Lebenswerk. Damit werde ihre herausragende musikalische Lebensleistung gewürdigt, teilte das Kunstministerium in Stuttgart mit. Der Sonderpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, er geht erstmals an eine Frau. Die Preisträgerin wurde in den USA geboren und absolvierte ihre Gesangsausbildung in Oregon sowie an der Musikhochschule Stuttgart. Nach verschiedenen Lehraufträgen war sie Professorin für Jazzgesang und freie Improvisation in Luzern. Heute lebt sie in Tübingen. Die Liste ihrer Aufnahmen umfasst mehr als 75 Tonträger.

Frauen sehen Gleichberechtigung anders

Frauen und Männer schätzen die Gleichberechtigung unterschiedlich ein. 66 Prozent der Männer halten die Gleichstellung zwischen Mann und Frau für vollzogen, aber nur 56 Prozent der Frauen. Das ist das Ergebnis einer Onlinestudie des Meinungsforschungsinstituts YouGov mit dem Sinus-Institut. Zwei Drittel der Männer zeigten sich überzeugt, dass sich die Gleichstellung der Frau in den vergangenen zehn Jahren verbessert habe. Diese Auffassung teilte aber nur gut die Hälfte der Frauen. Für die repräsentative Studie anlässlich des Internationalen Frauentags wurden 2008 Menschen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren befragt.

Museums-"Oscar" für Bremerhavener Klimahaus

Das Klimahaus in Bremerhaven erhält den internationalen "Leading Culture Destination Award", der als "Oscar" unter den Museums-Auszeichnungen gilt. In der Kategorie "Climate Smart" habe sich das Haus gegen drei Mitbewerber aus New York und Hongkong durchgesetzt, teilte das Klimahaus mit. Den Preis vergibt ein Netzwerk aus Tourismus- und Kulturbranche. Er würdigt herausragende Reise- und Kulturziele weltweit. In der Kategorie "Climate Smart" werden Museen und Ausstellungen ausgezeichnet, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen.

Wegen Coronavirus verzichten Maori auf Nasengruß

Die Ureinwohner in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington wollen wegen des Coronavirus auf ihren traditionellen Nasengruß verzichten. Das Ganze sei kein Verbot, aber eine Sache des gesunden Menschenverstands, erklärte der Stammeschef der Maori im Sender "Radio New Zealand". Beim Hongi drücken die Maori die Nasen aneinander, um den Lebensatem des Gegenübers zu spüren. Zu sehen war das Ritual beispielsweise beim Besuch von Prinz Charles im vergangenen Jahr.

Mehr Deutsche kaufen E-Books

Im letzten Jahr haben mehr Menschen in Deutschland E-Books gekauft und durchschnittlich mehr für einen Titel ausgegeben. Daher stieg der Umsatz mit E-Books auf dem Publikumsmarkt leicht um 0,6 Prozent, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt mit. Die Zahl der E-Book-Käufer hat 2019 um 1,9 Prozent zugenommen und lag bei 3,6 Millionen. Durchschnittlich gaben diese 6,32 Euro für ein E-Book aus.

Australische Zeitung hilft mit Klopapier aus

Kein Toilettenpapier, weil die Leute wegen des Coronavirus die Regale leergekauft haben? Eine australische Lokalzeitung hat sich daraus einen Spaß gemacht und erschien mit acht leeren Extra-Seiten zum Zurechtschneiden. "Das Klopapier ist ausgegangen? Die NT News kümmert sich darum", schrieb die Zeitung, die im Norden des Landes erscheint und für freche Schlagzeilen bekannt ist. "Holen Sie sich die limitierte Edition einlagiger Toiletten-Zeitungsblätter." Wie in vielen Ländern, in denen das Virus grassiert, gibt es auch in Australien gegenwärtig in den Läden leere Regale wegen der Hamsterkäufe.

Neuer Bond kommt wegen Corona später

Die Premiere des neuen James Bond Films "No Time to Die" wird wegen des Coronavirus von April auf November verschoben. Das kündigten die Produzenten auf Twitter an. Nach "sorgfältiger Überlegung" sei entschieden worden, den Starttermin in Großbritannien auf den 12. November und in den USA auf den 25. November zu verschieben. Wann der Film in Deutschland und anderen Ländern Premiere feiert, steht noch nicht fest. Außerdem wurde nach der Buchmesse in Leipzig nun auch die Londoner Buchmesse wegen der Pandemie abgesagt. Die Architektur Bienale in Venedig wird um drei Monate verkürzt und beginnt nun statt im Mai erst Ende August. Der Louvre in Paris ist dagegen seit gestern Nachmittag wieder geöffnet. Nachdem das Museum seit Sonntag geschlossen war, sprachen sich die Mitarbeiter, die zunächst Sorge vor einer Ansteckung hatten, nun dafür aus, wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren zu wollen.

Goethe-Institut und Humboldt-Forum gemeinsam

Das Goethe-Institut und die Stiftung Humboldt Forum bauen ihre Zusammenarbeit weiter aus. Der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, und der Generalintendant des Humboldt Forums, Hartmut Dorgerloh, unterzeichneten eine entsprechende Kooperationsvereinbarung, teilten die Einrichtungen in Berlin mit. Mit dem "Memorandum of Understanding" soll die fachliche Expertise beider Institutionen stärker genutzt werden. Hierzu wird eine Vollzeitstelle bei der Stiftung Humboldt Forum eingerichtet, die als Verbindungsstelle zum Goethe-Institut fungiert. Darüber hinaus wird eine vierköpfige Steuerungsgruppe aus beiden Institutionen gebildet.

Politiker und Publizist: Freimut Duve ist tot

Der Hamburger Politiker und Publizist Freimut Duve ist tot. Er starb nach langer Krankheit im Alter von 83 Jahren, wie der Ida-Ehre-Kulturverein mitteilte. Duve habe stets mutig, kraftvoll und vorbildhaft für die Wahrung der Menschenrechte gekämpft, hieß es. Duve arbeitete in den 1970er und 80er Jahren als Lektor im Rowohlt Verlag und als Herausgeber der Buchreihe „rororo aktuell“. Bis 1998 war er knapp 20 Jahre lang SPD-Bundestagsabgeordneter. Ijoma Mangold würdigt den Verstorbenen in der "Zeit" als frühen "Kämpfer für eine ökologische Modernisierung der Industriegesellschaft", der unter anderem gegen das Kernkraftwerk in Brokdorf demonstriert habe.

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