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Samstag, 24.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 4. März 2020

Forscher entdecken bei Honigbienen einen "Dialekt"

Deutsche und indische Forscher haben nach Angaben der Universität Würzburg ein Rätsel der Zoologie gelöst: Anhand der Untersuchung dreier Honigbienenarten in Südindien hätten sie nachgewiesen, dass jede Art über einen eigenen "Dialekt" verfüge. Die jeweilige "Mundart" der Bienen hänge mit dem Aktionsradius zusammen, in dem sie rund um ihren Stock Futter sammelten. Die Tanzsprache der Honigbienen ist demnach eine im Tierreich einzigartige Form der symbolischen Kommunikation. Habe eine Biene etwa einen blühenden Kirschbaum entdeckt, informiere sie ihre Artgenossen mit einem Tanz darüber, in welcher Himmelsrichtung und Entfernung die Futterquelle liege. Ein Element des Tanzes sei der Schwänzellauf, bei dem die Bienen energisch mit ihrem Hinterteil wackelten. Dieser Lauf falle je nach Art bei identischen Futterquellen unterschiedlich lang aus.

Iranischer Berlinale-Sieger soll Haftstrafe antreten

Der iranische Filmemacher Mohammed Rassulof soll eine einjährige Haftstrafe antreten. Er wurde dafür einbestellt, teilte sein Anwalt der Nachrichtenagentur AP mit. Außerdem dürfe er zwei Jahre lang keine Filme drehen. Die Islamische Republik erachte drei seiner Werke als "Propaganda gegen das System". Rassulof werde der Vorladung nicht Folge leisten, sondern Berufung einlegen. Dabei werde er besonders auf das grassierende Coronavirus Sars-CoV-2 verweisen, an dem im Iran bereits 92 Menschen gestorben sind. Die Behörden haben bereits Zehntausende Häftlinge in Hafturlaub geschickt, aus Furcht, dass sich das Virus in den Gefängnissen verbreiten könnte. Rassulof hatte erst am Samstag auf der Berlinale den Goldenen Bären für sein Werk "Es gibt kein Böses" erhalten.

Das Louvre in Paris kann trotz Corona wieder öffnen

Nach der mehrtägigen Schließung des Pariser Louvre aus Furcht der Museumsbeschäftigten vor einer Infektion mit dem Coronavirus kann das Haus wieder öffnen. Das Personal war der Arbeit seit Sonntag ferngeblieben, stimmte aber für eine Wiederaufnahme des Betriebs. Die Museumsleitung hatte zuvor eine ganze Reihe von Schutzmaßnahmen vorgestellt.

Musiker fürchten wegen Coronavirus um Existenz

Nachdem klar ist, dass die Musikmesse Frankfurt nicht wie ursprünglich geplant Anfang April stattfindet, bedauerte der Generalsekretär des Deutschen Musikrats, Christian Höppner, deren Verschiebung. Angesichts der aktuellen Ausbreitung des Corona-Virus sei diese Entscheidung aber die einzig richtige, sagte Höppner laut einer Pressemitteilung. Die Verschiebung der Frankfurter Musikmesse treffe die Musikwirtschaft hart. Etliche kleinere und mittelständische Unternehmen, selbstständige Musikerinnen und Musiker sowie Konzert- und Tourneeveranstalter bangten derzeit durch eine Reihe von abgesagten Veranstaltungen um ihre Existenz. Nun sei die Bundesregierung gefordert, ein Auffangprogramm aufzulegen, um Arbeitsplätze im Musikleben zu sichern.

Londoner Buchmesse wegen Coronavirus abgesagt

Auch die London Book Fair, die ab dem 10. März im Londoner Olympia stattfinden sollte, fällt wegen des Coronavirus aus, teilten die Veranstalter mit. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die Jugendbuchmesse in Bologna, der Salon du Livre in Paris und die Leipziger Buchmesse ausfallen.

Rockband Genesis wieder auf Tournee

Die Rockband Genesis geht im Herbst erstmals seit 13 Jahren wieder auf Tournee. Sänger Phil Collins, Gitarrist Mike Rutherford und Keyboarder Tony Banks kündigten die "The Last Domino?"-Tour an. Im November und Dezember finden zunächst acht Konzert in Großbritannien statt. Der ehemalige Genesis-Sänger Peter Gabriel und der frühere Leadgitarrist Steve Hackett, der seit Jahren Konzerte mit Genesis-Musik spielt, sind nicht Teil der Reunion. Collins' Sohn Nic wird am Schlagzeug sitzen, weil sein Vater aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst spielen kann.

Protest gegen Woody-Allen-Buch

Aus Protest gegen die Veröffentlichung der Autobiografie seines Vaters Woody Allen hat der Journalist Ronan Farrow die Zusammenarbeit mit seinem Verlag Hachette aufgekündigt. Er sei enttäuscht, dass Hachette Allens Manuskript hinter seinem Rücken angenommen habe, während er selbst mit dem französischen Verlagshaus an einem Buch arbeitete, teilte Farrow über Twitter mit. In seinem Buch "Catch and Kill" (etwa: abfangen und vernichten) gehe es gerade um mächtige Männer, die sich ihrer Verantwortung für sexuellen Missbrauch entzögen, schrieb Ronan Farrow weiter. Obwohl es solche Vorwürfe gegen den Erfolgsregisseur Woody Allen gibt, soll dessen Autobiografie noch in diesem Jahr erscheinen.

Frankfurter Messe verschiebt Veranstaltungen

Die Frankfurter Messe hat wegen des Coronavirus weitere Großveranstaltungen verschoben. Die auf Veranstaltungstechnik fokussierte "Prolight + Sound" soll nun vom 26. Mai an stattfinden, teilte die Messegesellschaft mit. Ursprünglich sollte die Messe ab dem 31. März abgehalten werden. Für die parallel geplante Musikmesse steht noch kein neuer Termin fest. Allerdings sollen publikumswirksame Nebenveranstaltungen wie die "Musikmesse Plaza" und das "Musikmesse Festival" mit Live-Shows an den geplanten Terminen stattfinden.

Trumps Team verklagt auch "Washington Post"

Nach der New York Times hat das Wahlkampfteam von US-Präsident Trump auch eine Klage gegen die "Washington Post" eingereicht. Die Zeitung habe wissentlich "falsche und verleumderische Aussagen" veröffentlicht, heißt es in der bei einem Gericht in Washington eingereichten Klageschrift. Sie bezieht sich auf zwei im Juni 2019 veröffentlichte Meinungsbeiträge, in denen es unter anderem um die angebliche Zusammenarbeit zwischen dem Trump-Lager und Russland im Präsidentschaftswahlkampf 2016 und die Möglichkeit von Absprachen vor der Wahl 2020 ging. Der "Washington Post" wird "rücksichtslose Missachtung der Wahrheit" sowie ein "systematisches Muster der Voreingenommenheit" vorgeworfen, das dem Ruf von Trumps Team schaden und die Organisation zum Scheitern bringen solle. Die Zeitung kündigte an, sich gegen die Vorwürfe verteidigen zu wollen.

Preisträger Földényi versteht Buchmessen-Absage

Der Träger des Leipziger Buchpreises für Europäische Verständigung, László Földényi, bedauert die Absage der Leipziger Buchmesse, weil er dadurch den Preis nicht im Rahmen der Messe entgegennehmen kann. „Das bedauere ich sehr", sagte der ungarische Schriftsteller dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Er könne die Entscheidung jedoch nachvollziehen. Informationen, ob es eine alternative Preisverleihung geben werde, habe er noch nicht. Földényi bekommt in diesem Jahr den Preis für sein Buch „Lob der Melancholie." Der Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung wird seit 1994 jährlich vergeben und gehört zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen Deutschlands. Im vergangenen Jahr wurde die russisch-amerikanische Journalistin Masha Gessen ausgezeichnet.

Parzinger sieht Chancen in der Kolonialismus-Debatte

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Parzinger, sieht in der Debatte um Museumsobjekte aus der Zeit des Kolonialismus auch Chancen. Oft erkenne man erst in der Zusammenarbeit mit den Herkunftsgesellschaften, was in den Objekten eigentlich stecke, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Rück- oder Leihgaben seien eine Möglichkeit, damit umzugehen. Das funktioniere nur im Miteinander, nicht durch Klagen und Anklagen. Nun brauche es Aufklärung. Provenienzforschung sei heute wichtiger denn je, so Parzinger. Entscheidend sei, die einzelnen Fälle zu betrachten: "Die Museen sollten ihre Provenienzforschung nicht als Verteidigungslinie benutzen. Geschichte besteht aus Grautönen. Die Beschäftigung damit kann zu einem neuen Miteinander führen."

Ägypten verhindert mutmaßlichen Antikenschmuggel

Ägyptische Behörden haben einen mutmaßlichen Antikenschmuggel verhindert. Wie die Zeitung "Al-Ahram" berichtete, beschlagnahmte der ägyptische Zoll sechzehn Pakete mit antiken Statuen, Nachbildungen sowie den Formen zur Herstellung der Nachbildungen. Der Inhalt der Pakete werde gegenwärtig von Archäologen untersucht, hieß es. Unter anderem fanden die Experten Köpfe von Königs- und Gottheitenstatuen aus Granit, Basalt und Sandstein, darunter der Kopf einer Amun-Statue sowie einer Statue des altägyptischen Königs Ramses III.
Die Funde stammen demnach aus verschiedenen Epochen der altägyptischen Geschichte.

Italiens Präsident Mattarella eröffnet Raffael-Schau

Italiens Staatspräsident Mattarella hat in Rom eine große Raffael-Schau mit mehr als 200 Werken eröffnet. Der Renaissance-Maler starb vor 500 Jahren, im April 1520. Für die Ausstellung schickten viele renommierte Häuser Meisterwerke nach Rom. Die Leihgaben stammen unter anderem aus den Uffizien in Florenz, dem Louvre in Paris, der Albertina in Wien, dem British Museum in London und der National Gallery of Art in Washington. Offiziell ist die Ausstellung ab Donnerstag zu sehen.

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