Dienstag, 27.10.2020
 

Kulturnachrichten

Dienstag, 3. März 2020

Forschungszentrum für Hochschule für Musik

Die Hochschule für Musik und Theater in München eröffnet am 30. März offiziell das Ben-Haim-Forschungszentrum. Dessen Aufgabe ist es, einen Beitrag zu einer umfassenden Erforschung der jüdischen Musikkultur im süddeutschen Raum und zur Musik NS-verfolgter Musiker und Komponisten zu leisten. Namensgebend für das Forschungszentrum ist der israelische Dirigent und Komponist Paul Ben-Haim (geboren als Paul Frankenburger 1897 in München), der selbst Absolvent der Hochschule war.

Farrell und McNamara erhalten Pritzker-Preis

Die irischen Architektinnen Yvonne Farrell und Shelley McNamara sind mit dem diesjährigen Pritzker-Preis, der höchsten Auszeichnung für Architektur, geehrt worden. Das teilte die Jury am Dienstag in Chicago mit. Gemeinsam hatten Farrell und McNamara in den 70er Jahren das Architekturbüro Grafton Architects gegründet, dessen Bauten inzwischen vielfach preisgekrönt sind. 2018 kuratierte das Duo die Architektur-Biennale in Venedig. Eines der bekanntesten Werke der Architektinnen ist der Grafton-Bau der Universität Bocconi in Mailand.
Der Pritzker-Preis gilt als renommierteste Auszeichnung der Architektur-Branche und ist mit 100 000 Dollar (etwa 90 000 Euro) dotiert.

Musikverband: Erfolg gegen Streaming-Manipulation

Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) teilte heute mit, einen juristischen Erfolg mit Signalwirkung gegen Manipulationen beim Musik-Streaming erzielt zu haben. Das Landgericht Berlin habe eine einstweilige Verfügung gegen den Betreiber einer entsprechenden Webseite erlassen, die auf eine Unterlassung dieses Angebots hinauslaufe. Der Verband vertritt rund 200 Produzenten und Unternehmen mit rund 80 Prozent Anteil am deutschen Musikmarkt.
Erst kürzlich hatte die "Initiative Fair Share", die sich für eine gerechtere Beteiligung von Künstlern an den Streaming-Einnahmen der Musiklabels einsetzt, Manipulationen angeprangert. Es gebe "sogar Hinweise darauf, dass Streamings illegal en bloc gekauft oder mittels sogenannter "Klick-Maschinen" automatisch generiert werden", teilte die Initiative mit.

Leipziger Buchmesse abgesagt

Die Leipziger Buchmesse ist wegen des neuartigen Coronavirus abgesagt worden. Die Stadt Leipzig und die Messeleitung haben die Entscheidung am Vormittag gemeinsam getroffen, wie Stadtsprecher Matthias Hasberg sagte. Es sei eine Maßnahme zur Prävention. Die Frühlingsschau der Buchbranche hätte vom 12. bis 15.März stattfinden sollen. In diesem Jahr waren rund 2500 Aussteller aus 51 Ländern auf der Buchmesse erwartet worden. Von deren Seite hatte es zuvor so gut wie keine Absagen gegeben. Nur ein Aussteller der integrierten Comic-Messe Manga-Comic-Con hatte vorab seine Teilnahme gestrichen. Bundesweit sind wegen der steigenden Zahl von Infektionen bereits mehrere große Messen abgesagt oder verschoben worden, darunter die Tourismusbörse ITB in Berlin, die Pro Wein in Düsseldorf und die Internationale Handwerksmesse in München.

Berlin hat erstmals ein Drei-Sterne-Restaurant

Die Tester des Gourmetführers Guide Michelin haben mit dem Berliner "Rutz" erstmals ein Restaurant in der Hauptstadt mit drei Sternen bewertet. Insgesamt wurde die Top-Auszeichnung dieses Jahr wie bereits 2019 bundesweit zehnmal vergeben. Das geht aus dem jüngsten Guide Michelin hervor, der heute vorgestellt wurde. Eine ursprünglich geplante Gala in Hamburg war wegen des Coronavirus abgesagt worden. Neu aufgestiegen in die Zwei-Sterne-Kategorie sind unter anderen das „Les Deux“ in München und das „bianc“ in Hamburg. Dem Traditionshaus "Schwarzwaldstube" in Baiersbronn, das sich 27 Jahre lang in Folge mit drei Sternen schmücken konnte, wurden diese aberkannt - allerdings nicht aus Qualitätsgründen, sondern weil das Restaurant nach einem Feuer für längere Zeit geschlossen werden muss. In Deutschland gibt es so viele Zwei-Sterne Restaurants wie nie zuvor. 43 Häuser werden jetzt in dieser Kategorie gelistet, darunter gleich sieben Neuzugänge, wie aus dem Guide Michelin 2020 hervorgeht. Alles in allem zeichnet der aktuelle Restaurantführer 308 Häuser aus.

Spanischer Rapper kann auf Nichtauslieferung hoffen

Der in Spanien wegen Verherrlichung von Terror verurteilte Rapper Valtònyc kann nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs weiter darauf hoffen, nicht in seine Heimat ausgeliefert zu werden. Eine nachträgliche Rechtsänderung aus dem Jahr 2015 sei für ihn nicht anwendbar, urteilten die Luxemburger Richter. Die Taten des Musikers, der sich in Belgien aufhält, hatten bereits 2012 und 2013 stattgefunden. Der aus Mallorca stammende Rapper mit dem bürgerlichen Namen Josep Miquel Arenas war 2017 wegen seiner Texte in Spanien verurteilt worden, unter anderem zu zwei Jahren Haft wegen der Verherrlichung von Terrorismus und der Erniedrigung von Terror-Opfern. Zum Tatzeitpunkt war dies die mögliche Höchststrafe, 2015 erhöhte Spanien das Höchstmaß auf drei Jahre. Dies ist das Mindestmaß für eine vereinfachte Auslieferung auf Grundlage europäischer Haftbefehle.

Australier Carter wird Generalmusikdirektor in Coburg

Der australische Dirigent Daniel Carter wird neuer Generalmusikdirektor am Landestheater Coburg. Sein Vertrag beginne im Februar 2021, teilte das Theater mit. Carter studierte Komposition und Klavier an der University of Melbourne. Er dirigierte an der Hamburgischen Staatsoper, am Theater Freiburg und seit August 2019 als Kapellmeister an der Deutschen Oper Berlin. In Coburg setzte sich Carter gegen 95 Bewerber durch. Er löst Roland Kluttig ab, der als Chefdirigent der Philharmoniker an die Oper Graz wechselt.

Streaming-Serien erneut bei Grimme-Preisen erfolgreich

Die Grimme-Preise gehen erneut an einige Streaming- und Pay-TV-Serien. Neben den Netflix-Serien "Skylines" über das Hip-Hop-, Finanz- und Drogengeschäft in Frankfurt am Main und "How to sell Drugs online (fast)" erhält auch der Sky-Krimi "Der Pass" eine der renommierten Auszeichnungen, wie das Grimme-Institut Marl mitteilte. Insgesamt werden 16 Produktionen ausgezeichnet. Als einziger Fernsehfilm in der Kategorie Fiktion wird das Drama "Hanne" (NDR/ARTE) ausgezeichnet. Den Grimme-Preis Spezial in dieser Kategorie erhält die deutsch-französische Serie "Eden". Der Publikumspreis geht an die WDR-Satire "Der König von Köln". In der Kategorie Information und Kultur wird unter anderen der NDR-Dokumentarfilm "SeaWatch3" ausgezeichnet. Den Grimme-Preis für die "Besondere Journalistische Leistung" erhält Georg Restle stellvertretend für die Redaktion des WDR-Magazins "Monitor". In der Kategorie Unterhaltung geht ein Preis an das ProSieben-Format "Joko und Klaas LIVE - 15 Minuten", in dem die Moderatoren unter anderen Aktivistinnen gegen Rechtsextremismus eine Plattform gaben. Zudem wird die RBB-Talkshow "Chez Krömer" ausgezeichnet.

Große Gerhard-Richter-Ausstellung in New York

Erstmals seit rund 20 Jahren bekommt der in Dresden geborene Künstler Gerhard Richter in den USA wieder eine große Ausstellung. Rund 100 Werke des Malers sind ab Mittwoch im Met Breuer in New York zu sehen. Die Schau "Gerhard Richter: Painting After All" zeigt bis zum 5. Juli einige der bekanntesten Werke aus der jahrzehntelangen Arbeit des deutschen Künstlers, viele davon ausgeliehen von deutschen Museen. Im Anschluss soll die Ausstellung noch in Los Angeles im Museum of Contemporary Art zu sehen sein. Das Met Breuer ist ein Außenposten des Metropolitan Museums im früheren Gebäude des Whitney Museums an der Madison Avenue in Manhattan. Zwei neue Glas-Skulpturen von Richter, der heute in Köln lebt, sind dort erstmals zu sehen.

Grammy-Akademie entlässt suspendierte Chefin

Die suspendierte Chefin der Grammy-Akademie, Deborah Dugan, ist entlassen worden. In einem vom Branchenblatt "Variety" veröffentlichten Brief begründete die Organisation hinter dem US-Musikpreis den Schritt mit "ständigen Mängeln und Fehlern im Management". Vor gut einem Monat war Dugan kurz vor der Grammy-Verleihung wegen Vorwürfen des Fehlverhaltens und Mobbings überraschend suspendiert worden. Kurz darauf reichte sie eine Beschwerde wegen sexueller Belästigung und Unregelmäßigkeiten bei den Nominierungen für die Grammys ein. Sie sei von der Entlassung "enttäuscht", aber angesichts des bisherigen Umgangs der Akademie mit "Whistleblowern" nicht überrascht, teilte Dugan über ihre Anwälte mit. Dugan war als erste Frau an die Spitze der Grammy-Akademie berufen worden. Sie hatte das Amt im vergangenen Mai von Neil Portnow übernommen, der mit Äußerungen über die männliche Dominanz bei den Grammys eine Kontroverse ausgelöst hatte.

Ikonen des Katharinenklosters im Sinai online

Die bedeutendsten Ikonen des griechisch-orthodoxen Katharinenklosters auf der ägyptischen Halbinsel Sinai sind jetzt online zugänglich. Sie wurden im Rahmen des Projekts "Icons of Sinai" des Fachbereichs für Kunst und Archäologie der US-Universität Princeton archiviert. Viele von ihnen stammen aus der Zeit vor dem Ikonoklasmus des 8. und 9. Jahrhunderts, als viele alte Ikonen zerstört wurden. Mehr als die Hälfte aller erhalten gebliebenen byzantinischen Ikonen befindet sich im Katharinenkloster. Zurückzuführen ist dies auf das trockene und stabile Klima, die ununterbrochene Geschichte des Klosters über 17 Jahrhunderte und die Pflege durch die Mönche.

Pariser Buchmesse wegen Corona verschoben

Nach der Pariser Landwirtschaftsmesse und dem Halbmarathon in der französischen Hauptstadt wurde nun auch die Buchmesse, Livre Paris, wegen des Coronavirus abgesagt. Die franzöischen Verleger erklärten, dass die für Ende März geplante Messe verschoben wird. Die Entscheidung sei angesichts des Dekrets der Regierung gefallen, alle Veranstaltungen mit mehr als 5000 Personen in geschlossenen Räumen zu verbieten. Die Leipziger Buchmesse hält dagegen an ihrem geplanten Termin in wenigen Tagen fest. Die Bücherschau ist nach Frankfurt die zweitgrößte Buchmesse in Deutschland. Sie soll vom 12. bis 15. März veranstaltet werden. Voriges Jahr kamen rund 286 000 Besucher zur Messe und dem dazugehörigen Festival "Leipzig liest", das sich über hunderte Leseorte in der gesamten Stadt verteilt.

Vatikan öffnet Geheimarchiv zu Pius XII.

Der Vatikan hat erstmals die geheimen Archive aus dem Pontifikat von Papst Pius XII. von 1939 bis 1958 geöffnet. Zahlreiche Forscher hatten deren Öffnung schon seit Jahren verlangt, um ermitteln zu können, weshalb sich der Papst nicht vehementer gegen den Massenmord durch die Nazis an den Juden wandte. Unter Historikern ist seine Politik während des Zweiten Weltkriegs umstritten. Kritikern zufolge hätte Pius XII. den Holocaust deutlich schärfer verurteilen müssen, andere Forscher hingegen sind davon überzeugt, dass er still im Hintergrund wirkte. Die Beantwortung der Frage dürfte noch Jahre dauern: Nach Angaben von Experten umfassen die Dokumente 16 Millionen Seiten und sind in Dutzenden Sprachen abgefasst.

Performancekünstler Ulay gestorben

Der in Solingen geborene Performancekünstler Ulay ist im Alter von 76 Jahren in Ljubljana gestorben. Zuerst hatte das Kunst-Magazin "Monopol" über seinen Tod berichtet. Ulay fotografierte in Amsterdam in den frühen 1970er Jahren auf der Straße Transvestiten, Randfiguren, Abhängige und Obdachlose. Er war auch einer der Pioniere der "Body Art". Auf Polaroid-Fotos hat er Tätowierungen thematisiert, als diese Art des Körperschmucks noch ganz zur Welt der Matrosen und Gefangenen gehörte. Ulay war zudem langjähriger Partner der Künstlerin Marina Abramovic, mit der er mit Aktionen über die Kunstwelt hinaus für Aufsehen sorgte. So entwendete Ulay Carl Spitzwegs Meisterwerk "Der arme Poet" aus der Berliner Nationalgalerie. Das Künstlerpaar platzierte und fotografierte das Gemälde dann - es war eines der Lieblingsbilder von Adolf Hitler - in der Wohnung einer türkischen Gastarbeiterfamilie in Kreuzberg. "Mit großer Trauer habe ich heute vom Tod meines Freundes und Ex-Partners Ulay erfahren", schrieb Abramovic bei Instagram. Er sei ein außergewöhnlicher Künstler gewesen. Für Ende dieses Jahres ist eine große Solo-Ausstellung in Amsterdam geplant.

Sonderbriefmarke für die Stars der Sesamstraße

Ernie und Bert, Elmo, das Krümelmonster, Tiffy und Samson: Die Stars der Sesamstraße haben jetzt eine eigene Sonderbriefmarke. In Hamburg präsentierte der NDR gemeinsam mit der Deutschen Post die neue 80-Cent-Marke. Als "fröhlicher Botschafter" solle sie künftig kreuz und quer durch Deutschland reisen, wie die Deutsche Post mitteilte. Die Briefmarke wurde nach Angaben des NDR in einer Auflage von rund 55 Millionen Exemplaren gedruckt. Die Sesamstraße ist eine der erfolgreichsten Fernsehserien für Kinder im Vorschulalter und stammt aus den USA. Der NDR produziert die deutsche Ausgabe seit 1973.

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