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Kulturnachrichten

Montag, 2. März 2020

Performancekünstler Ulay gestorben

Der in Solingen geborene Performancekünstler Ulay ist im Alter von 76 Jahren in Ljubljana gestorben. Zuerst hatte das Kunst-Magazin "Monopol" über seinen Tod berichtet. Ulay fotografierte in Amsterdam in den frühen 1970er Jahren auf der Straße Transvestiten, Randfiguren, Abhängige und Obdachlose. Er war auch einer der Pioniere der "Body Art". Auf Polaroid-Fotos hat er Tätowierungen thematisiert, als diese Art des Körperschmucks noch ganz zur Welt der Matrosen und Gefangenen gehörte. Ulay war zudem langjähriger Partner der Künstlerin Marina Abramovic, mit der er mit Aktionen über die Kunstwelt hinaus für Aufsehen sorgte. So entwendete Ulay Carl Spitzwegs Meisterwerk "Der arme Poet" aus der Berliner Nationalgalerie. Das Künstlerpaar platzierte und fotografierte das Gemälde dann - es war eines der Lieblingsbilder von Adolf Hitler - in der Wohnung einer türkischen Gastarbeiterfamilie in Kreuzberg. "Mit großer Trauer habe ich heute vom Tod meines Freundes und Ex-Partners Ulay erfahren", schrieb Abramovic bei Instagram. Er sei ein außergewöhnlicher Künstler gewesen. Für Ende dieses Jahres ist eine große Solo-Ausstellung in Amsterdam geplant.

DDR-Schlagergröße Peter Wieland gestorben

Peter Wieland, der einstige DDR-Schlagersänger, ist tot.
Wieland sei in der Nacht zu Montag in Berlin im Alter von 89 Jahren gestorben, teilte das Künstlerbüro Show Express Könnern auf Anfrage mit. Als Ralf Sauer in Stralsund geboren, trat er nach einer Gesangsausbildung an der Berliner Musikhochschule "Hanns Eisler" für Jahrzehnte im Berliner Friedrichstadt-Palast als Sänger und Conferencier auf. Wieland gehörte zu den festen Größen in DDR-Fernsehshows wie "Ein Kessel Buntes" und "Da liegt Musike drin". Zusammen mit seiner damaligen Ehefrau Dagmar Frederic wurden sie als Duo 1981 von Erich Honecker mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Auch nach der Wende blieb Wieland im Showgeschäft mit Auftritten im Fernsehen unter anderem in der Daily-Soap "Gute Zeiten - Schlechte Zeiten".

Trauerfeier für Joseph Vilsmaier

Die Filmbranche hat sich in München von dem Regisseur und Kameramann Joseph Vilsmaier verabschiedet. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder nannte ihn bei dem Trauergottesdienst in der katholischen Kirche St. Michael einen großen Filmemacher und einen vielseitigen Künstler mit einer unverwechselbaren, sympathischen bayerischen Stimme. Am 11. Februar war er mit 81 Jahren gestorben. Die Urnenbeisetzung sollte später im engsten Familienkreis stattfinden.

Fischer bleibt Dirigent der Düsseldorfer Symphoniker

Adam Fischer, Chefdirigent der Düsseldorfer Symphoniker, bleibt bis 2025 auf dem Posten. Der 70-Jährige Ungar habe seinen Vertrag um fünf Jahre verlängert, teilte das städtische Orchester mit. Die Symphoniker spielen in der Oper und geben Konzerte. Fischer dirigiert hauptsächlich die Sinfoniekonzerte. Er arbeitet auch mit Orchestern wie den Wiener, Berliner und Münchner Philharmonikern. In diesem Frühjahr dirigiert er an der Scala in Mailand die Wagner-Oper "Tannhäuser" und in Wien an der Staatsoper Beethovens "Fidelio". Für sein humanitäres Engagement erhielt er 2018 den israelischen Wolf-Preis. Den Menschenrechten widmet Fischer jährlich ein Sonderkonzert in Düsseldorf.

Staatsballett Berlin sagt Pressekonferenz ab

Das Staatsballett Berlin hat eine geplante Pressekonferenz mit den Intendanten Sasha Waltz und Johannes Öhman kurzfristig abgesagt. Das Programm der Saison werde von Waltz und Öhman nicht wie bisher vorgesehen an diesem Mittwoch persönlich bekannt gegeben, sondern auf der Internetseite des Staatsballetts am Freitag veröffentlicht und per Mail versendet, teilte das Staatsballett mit. Damit wolle man den Fokus auf das Programm richten und verzichte deswegen auf das Pressegespräch mit den beiden Choreographen, sagte ein Sprecherin als Begründung für die Absage. Die beiden Co-Intendanten hatten kürzlich erklärt, dass sie die gemeinsame Leitung zum Jahresende 2020 aufgeben. Sie hatten diese erst seit August 2019 gemeinsam inne. Ursprünglich sollten sie bis zum Ende der Saison 2024/25 bleiben.

Sonderbriefmarke für die Stars der Sesamstraße

Ernie und Bert, Elmo, das Krümelmonster, Tiffy und Samson aus der Sesamstraße haben jetzt eine eigene Sonderbriefmarke.In Hamburg präsentierte der NDR gemeinsam mit der Deutschen Post die neue 80-Cent-Marke. Als "fröhlicher Botschafter" soll sie künftig kreuz und quer durch Deutschland reisen. Die Briefmarke wurde nach Angaben des NDR in einer Auflage von rund 55 Millionen Exemplaren gedruckt. Die Sesamstraße ist eine der erfolgreichsten Fernsehserien für Kinder im Vorschulalter, stammt aus den USA und der NDR produziert die deutsche Sesamstraße seit 1973.

Denkmalwettbewerb für Schulen

Weiterführende Schulen können sich bis zum 5. Mai für das Schulprogramm "denkmal aktiv" 2020/21 der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bewerben. Schüler sollen dadurch Denkmale erleben und das kulturelle Erbe als Teil der eigenen Geschichte kennenlernen, wie die Stiftung ankündigte. Zu einem bestimmten Denkmal könnten sie beispielsweise in Archiven und Bibliotheken recherchieren oder Interviews mit Experten führen. Die Projektergebnisse könnten unter anderem als Dokumentationen, Führungen, Internetseiten oder Ausstellungen festgehalten werden.

Vatikan öffnet Geheimarchiv zu Pius XII.

Der Vatikan öffnet heute erstmals die geheimen Archive aus dem Pontifikat von Papst Pius XII. von 1939 bis 1958. Zahlreiche Forscher hatten deren Öffnung schon seit Jahren verlangt, um ermitteln zu können, weshalb sich der Papst nicht vehementer gegen den Massenmord durch die Nazis an den Juden wandte. Unter Historikern ist seine Politik während des Zweiten Weltkriegs umstritten. Kritikern zufolge hätte Pius XII. den Holocaust deutlich schärfer verurteilen müssen, andere Forscher hingegen sind davon überzeugt, dass er still im Hintergrund wirkte. Die Beantwortung der Frage dürfte noch Jahre dauern: Nach Angaben von Experten umfassen die Dokumente 16 Millionen Seiten und sind in Dutzenden Sprachen abgefasst.

Leinwand-Riese muss in Deutschland Kinos verkaufen

Der britische "Cinemaxx"-Betreiber Vue Entertainment muss vor der Übernahme der deutschen Kinokette Cinestar sechs Häuser in Deutschland verkaufen. Das Bundeskartellamt genehmigte die vor fast eineinhalb Jahren beschlossene Fusion der beiden größten deutschen Filmtheater-Ketten unter Auflagen, wie die Behörde mitteilte. Daher müssten die Cinestar-Kinos in Augsburg, Bremen, Gütersloh, Magdeburg und Remscheid sowie das Cinemaxx-Kino in Mülheim/Ruhr innerhalb von sechs Monaten verkauft werden. Erst danach könne die Fusion vollzogen werden. Vue gehören 31 Kinos in Deutschland, dem Cinestar-Betreiber Event Hospitality & Entertainment aus Australien 53.

Schulze will klimafreundliche Digitalisierung

Leichter austauschbare Akkus, Video-Streaming nicht immer in höchster Auflösung und Öko-Wegweiser beim Online-Shopping: Bundesumweltministerin Svenja Schulze will die Digitalisierung umweltfreundlicher machen. Der global steigende Datenverbrauch könne ohne Steuerung zum "Brandbeschleuniger für den Klimawandel" werden, sagte die SPD-Politikerin. Prognosen zufolge könne er beim Treibhausgas-Ausstoß 2025 mit dem weltweiten Autoverkehr gleichziehen. Schulze fordert unter anderem, die Lebensdauer von Smartphones zu verlängern. Online-Marktplätze wie Amazon sollten aus Schulzes Sicht für Kunden transparenter machen, wie nachhaltig Produkte sind, und die Umweltfreundlichkeit in ihren Algorithmen berücksichtigen. Mit Streaming-Diensten wie YouTube, Netflix oder Amazon Prime will Schulze das Gespräch suchen. Es könne für sie attraktiv sein, damit zu werben, umweltfreundlich zu sein, sagte sie.

Madonna sagt Konzert in Paris wegen Verletzung ab

Popstar Madonna hat ein für Sonntagabend geplantes Konzert in Paris wegen einer Verletzung kurzfristig abgesagt. Die Show von Madonna im Rahmen ihrer "Madame X"-Tournee sei wegen "anhaltender Verletzungen" der US-Sängerin gestrichen worden, hieß es auf der Website der Veranstaltungshalle Grand Rex. Nach Informationen der Zeitung "Le Parisien" erlitt die 61-Jährige einen Bänderriss im Knie. Schon ihr Konzert am Donnerstag in der französischen Hauptstadt stand sie nur mit Mühen durch, vor den Fans brach sie in Tränen aus. Madonna hatte ihre "Madame X"-Tournee im September in den USA begonnen. Die Konzertreihe setzte sie dann in Europa fort, wo sie zunächst in Lissabon und London auftrat.

Jubel und Buhrufe für "Fidelio" von Tobias Kratzer

Eine "Fidelio"-Neuinszenierung des deutschen Opernregisseurs Tobias Kratzer ist in London mit Jubel und vereinzelten Buhrufen aufgenommen worden. Kratzer brachte die einzige Oper van Beethovens in einer Mischung aus Tradition und Moderne auf die Bühne. Der deutsche Startenor Jonas Kaufmann sang die Rolle des Florestan, die norwegische Sopranistin Lise Davidsen war Leonore. Beide Solisten wurden vom Publikum mit großem Beifall bedacht. Vereinzelte Buhrufe gab es, als Kratzer nach Ende der Vorstellung auf die Bühne kam.

Dichter und Theologe Ernesto Cardenal gestorben

Der nicaraguanische Dichter und Theologe Ernesto Cardenal ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Staatschef Daniel Ortega rief drei Tage Staatstrauer aus. Der Befreiungstheologe Cardenal war am Sturz des Diktators Anastasio Somoza in Nicaragua beteiligt gewesen. Nach dem Sieg der Revolution 1979 wurde er Kulturminister der sandinistischen Regierung. Später überwarf er sich mit seinen einstigen Kampfgenossen und wurde ein scharfer Kritiker von Präsident Daniel Ortega, den er korrupt und einen Diktator nannte. Seine Lesereisen führten Cardenal ("Gesänge des Universums", "Das Evangelium der Bauern von Solentiname") bis zuletzt auch immer wieder nach Deutschland. Im Jahr 1980 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Wegen seines politischen Engagements verbot Papst Johannes Paul II. Cardenal 1985 die Ausübung von priesterlichen Ämtern. Vor gut einem Jahr hob Papst Franziskus die Sanktionen wieder auf.

Armin Laschet erhält Israel-Jacobson-Preis 2020

Die Union progressiver Juden in Deutschland zeichnet Armin Laschet mit dem Israel-Jacobson-Preis 2020 aus. Die Auszeichnung wird dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten heute in der Neuen Synagoge in Berlin verliehen. Die Laudatio hält der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Abraham Lehrer. Laschet erhalte die Auszeichnung "in Anerkennung seiner großen Verdienste für das liberale Judentum, für die Stärkung des jüdischen Lebens in Nordrhein-Westfalen in seiner ganzen Vielfalt sowie für seinen persönlichen Einsatz für Begegnung und Dialog zwischen den Religionen und Kulturen", heißt es in der Begründung. Die Union progressiver Juden würdigt seit 2001 Menschen, die sich um ein vielfältiges Judentum verdient gemacht haben. 2014 ging der Preis an den heutigen Außenminister Heiko Maas, 2018 an den damaligen Ministerpräsidenten von Thüringen, Bodo Ramelow.

Leipziger Buchmesse hält trotz Corona an Termin fest

Die Leipziger Buchmesse hält nach der Absage verschiedener Messen wegen der Ausbreitung des Coronavirus an ihrem geplanten Termin fest. Das teilten die Verantwortlichen über ihren Twitter-Account mit. Man stehe in Kontakt mit den zuständigen Gesundheitsbehörden. Bislang lägen keine Auflagen für die Messe vor. Die Messe ist nach Frankfurt die zweitgrößte Buchmesse in Deutschland und soll vom 12. bis 15. März stattfinden. Wegen der Zunahme von Coronavirus-Infektionen in Deutschland sind unter anderem die Tourismusbörse ITB, die Pro Wein in Düsseldorf und die Eisenwarenmesse in Köln abgesagt oder verschoben worden.

Sebastian Pufpaff bekommt Deutschen Kleinkunstpreis

Der Entertainer Sebastian Pufpaff ist mit dem Deutschen Kleinkunstpreis 2020 in der Sparte Kabarett geehrt worden. Der 43-Jährige nahm die Ehrung am Sonntagabend im Mainzer Unterhaus entgegen. Die Jury hatte den Preisträger als "Meister der Widersprüche" und "als gut gelaunten Zyniker" gewürdigt, der sein Publikum "aus der moralischen Komfortzone" zwingt. "Statt einfacher Wahrheiten bietet er Perspektivwechsel, bläst Klischees auf bis zur Selbstzerstörung und löst die komplexesten Probleme mit einer Pointe." Das Mainzer Unterhaus, eines der bedeutendsten Zentren für Kleinkunst in Deutschland, vergibt die Auszeichnung seit 1972. Der Preis ist in fünf Kategorien aufgeteilt und insgesamt mit 25 000 Euro dotiert.

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