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Kulturnachrichten

Sonntag, 31. März 2019

Roberto Saviano muss vor Gericht erscheinen

Der Schriftsteller und Anti-Mafia-Aktivist Roberto Saviano hat eine Vorladung eines Gerichts in Rom erhalten. Der italienische Innenminister Matteo Salvini hatte dort Klage gegen Saviano wegen angeblicher Verleumdung und Rufschädigung eingereicht. Saviano sagte der britischen Zeitung „The Observer: „Ich muss wegen meiner Meinung vor Gericht. Das ist die Vorgehensweise von Salvini. Er will seine Gegner mit Klagen mundtot machen. Saviano ist ein lautstarker Kritiker der Politik Salvinis und seiner Partei Lega, insbesondere in Fragen der Flüchtlings- und Migrationspolitik. Letzten Sommer hatte Salvini damit gedroht, Saviano den Polizeischutz zu entziehen, unter dem der Autor wegen Morddrohungen der Mafia lebt. Der französische Verleger Antoine Gallimard und der Schriftsteller Salman Rushdie erklärten sich in der italienischen Zeitung La Repubblica solidarisch mit Saviano. Im Falle einer Verurteilung drohen Roberto Saviano bis zu drei Jahre Haft.

2.600 Jahre alter Siegelstein entdeckt

Archäologen haben in Jerusalem einen 2.600 Jahre alten Siegelstein mit einem eingeprägten Namen aus der Bibel entdeckt. Das etwa einen Zentimeter große Artefakt aus Ton wurde in einem großen öffentlichen Gebäude gefunden, das mutmaßlich bei der Babylonischen Zerstörung Jerusalems (586 v. Chr.) einem Brand zum Opfer fiel, wie die Israelische Antikenbehörde (IAA) am Wochenende mitteilte. Der "seltene und aufregende Fund" sei bei Ausgrabungen im Mauerpark am Rande der Jerusalemer Altstadt gelungen.

Hemingways Finca auf Kuba widmet sich Nachlass

Der Nachlass von Ernest Hemingway (1899-1961) wird künftig im ehemaligen Anwesen des US-Schriftstellers in Kuba gepflegt. Ein Archiv mit Beständen des Literatur-Nobelpreisträgers wurde in seinem einstigen Wohnsitz in der Hauptstadt Havanna eröffnet. Das teilt die nach dem Anwesen benannte Stiftung "Finca Vigía" mit. Teile des Gebäudes, in dem Hemingway über zwei Jahrzehnte hinweg während seiner Kuba-Aufenthalte lebte, waren zuvor als Museum genutzt worden. Das Projekt wird neben der Stiftung auch von kubanischen Behörden getragen. Bei der Eröffnung des Archivs übte der US-Kongressabgeordnete James McGovern heftige Kritik an der Kuba-Politik der Regierung von US-Präsident Donald Trump.

Serebrennikow erhält russischen Filmpreis

Der unter Hausarrest stehende russische Starregisseur Kirill Serebrennikow ist für seinen Kinofilm "Leto" mit einem der wichtigsten Filmpreise des Landes ausgezeichnet worden. Der Produzent des Films, Ilja Stewart, sagte bei der Verleihung der "Nika" für die bestes Regiearbeit in Moskau: "Ich hoffe ernsthaft, dass es das letzte Mal ist, dass der große Künstler Kirill Serebrennikow seinen eigenen Preis nicht abholen kann." Der Film lief im vergangenen Jahr auch in deutschen Kinos. Serebrennikow wurde im Sommer 2017 wegen angeblicher Unterschlagung von Fördergeldern bei den Dreharbeiten zu "Leto" festgenommen. Seitdem befindet er sich im Hausarrest. Den Film, der die Geschichte des sowjetischen Rockstars Viktor Zoi erzählt, stellte er in seiner Wohnung fertig. Serebrennikow bestreitet die Vorwürfe vor Gericht vehement. Zahlreiche renommierte Künstler in Russland und auch in Deutschland haben sich für den 49-Jährigen eingesetzt.

Parzinger für differenzierten Blick auf koloniale Objekten

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, plädiert für einen differenzierten Umgang mit Exponaten mit kolonialer Vergangenheit. So wichtig die Erforschung der Herkunfts- und Erwerbungsgeschichte ist, so wenig dürften die Kulturgüter in den Sammlungen der Museen auf ihr Schicksal in der Kolonialzeit reduziert werden, schreibt Parzinger im Berliner "Tagesspiegel" (Sonntag). Die Kernfrage sei, unter welchen Umständen Objekte erworben wurden. Im geplanten Berliner Humboldt Forum soll der eurozentrischen Blick überwunden werden. Für ein umfassendes Verständnis der Objekte seien die Sichtweisen der Ursprungsgesellschaften von zentraler Bedeutung, so Parzinger. Es sei abwegig, zu befürchten, das Humboldt Forum würde in seinen künftigen Ausstellungen koloniale Präsentationsmuster auf Kosten der Ursprungskulturen fortführen, betonte Parzinger. Unbestritten sei Kolonialgeschichte immer eine Geschichte von ungleicher Macht, Repression und Rassismus gewesen.

"Black Panther" triumphiert bei NAACP Image Awards

Bei der Verleihung der NAACP Image Awards, die die Arbeit von Künstlern mit dunkler Hautfarbe ehren, triumphierte der Superheldenfilm "Black Panther". Der Streifen wurde in der Kategorie bester Spielfilm, bester Schauspieler in einem Spielfilm (Chadwick Boseman), bester Nebendarsteller in einem Spielfilm (Michael B. Jordan) und beste Regie bei einem Spielfilm (Ryan Coogler) ausgezeichnet. Die Sängerin Beyoncé wurde als "Entertainerin des Jahres" gefeiert. Sie setzte sich im Dolby Theatre in Los Angeles gegen LeBron James, Regina King, Chadwick Boseman und Ryan Coogler durch.

Rolling Stones verschieben Nordamerika-Tournee

Die Rolling Stones haben ihre anstehenden Konzerte in Nordamerika wegen einer Erkrankung ihres Frontmannes Mick Jagger verschoben. Ärzte hätten dem Sänger geraten, derzeit nicht auf Tour zu gehen, da er medizinische Behandlung benötige, teilte die englische Rockband mit. Details wurden nicht genannt. Die Rolling Stones hatten für April, Mai und Juni mehr als ein Dutzend Auftritte in den USA und Kanada geplant. Die neuen Daten für die Tournee wolle die Gruppe in Kürze verkünden. Bereits erworbene Tickets behielten ihre Gültigkeit.

Greta Thunberg-Appell an Stars für mehr Klimaschutz

Die schwedische Schülerin und Umweltaktivistin Greta Thunberg hat die Verleihung des Medienpreises "Goldene Kamera" zu einem eindringlichen Appell für den Klimaschutz genutzt. "Wir stehen jetzt am Scheideweg der Geschichte", sagte die 16-Jährige bei der Gala am Samstagabend in Berlin. Noch gebe es ein wenig Zeit, etwas zu verändern. Aber diese Zeit müsse jetzt für mehr Klimaschutz genutzt werden. Sie appellierte an die Stars, sich aktiv dabei einzureihen: "Die Menschen sehen Sie, sehen Euch Prominente als Götter an. Ihr habt Einfluss auf Milliarden von Menschen. Ihr könnt Eure Stimme verwenden, um Bewusstsein zu schaffen für die globale Krise." Zu den großen Gewinnern des Abends gehörte das Fernsehdrama "Aufbruch in die Freiheit". Dieses wurde als bester Fernsehfilm ausgezeichnet, außerdem gewann Hauptdarstellerin Anna Schudt in der Kategorie Beste Schauspielerin. Den Preis als Bester Schauspieler bekam Albrecht Schuch für seine Rollen in "Kruso" und "Der Polizist und das Mädchen".

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