Sonntag, 20.10.2019
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 27. März 2019

The-Beat-Sänger Ranking Roger gestorben

Der Musiker Ranking Roger, der mit bürgerlichem Namen Roger Charlery hieß, ist tot. Er starb mit nur 56 Jahren an einem Krebsleiden. Seine Band teilte mit, dass Roger friedlich im Kreise seiner Familie eingeschlafen sei. Roger war Sänger der britischen Band The Beat, die für einen Mix aus Ska, Pop und New Wave bekannt ist. 1983 hatte sich The Beat aufgelöst, im Jahr 2000 fanden die Mitglieder in veränderter Besetzung wieder zusammen und veröffentlichten 2016 wieder ein Album. Im Januar diesen Jahres erschien das Album "Public Confidential".

Grüne fordern mehr Geld für Rock, Pop und Jazz

Die Grünen fordern im Rahmen der Musikförderung des Bundes mehr Geld für Rock, Pop und Jazz. Der Grünen-Kulturpolitiker Erhard Grundl warf Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) eine einseitige Ausrichtung der Förderung vor. Damit riskiere Grütters, "dass großes Potenzial an musikalischer Vielfalt verloren geht", kritisierte der Grünen-Politiker. Hintergrund ist die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion. Demnach wurden 2018 nur 1,22 Prozent des Gesamtetats für Rock, Pop, Hip-Hop, Elektro und Jazz ausgegeben. 2019 solle der Anteil sogar auf nur 1,01 Prozent sinken. "Zeitgenössische populäre Musik ist identitätsfördernd, prägt Lebensgefühle und muss aktiv praktiziert werden", erklärte dazu Grundl. Die Knappheit von Proberäumen und die Verdrängung von Clubs, die nach Ansicht der Bundesregierung keinem kulturellen Zweck dienen, stellten dafür aber ein großes Hindernis dar. Grundl forderte ein Gesamtkonzept. Dabei müssten "die unterschiedlichen Genres gleichwertig unterstützt werden", ohne dabei die unterschiedlichen Musiksparten gegeneinander auszuspielen.

Teile der Sammlung von Newhouse werden versteigert

Elf Kunstwerke aus der Sammlung des 2017 gestorbenen US-Medienunternehmers Samuel Irving Newhouse werden in New York versteigert. Es handele sich um Werke berühmter Künstler wie Jeff Koons, Andy Warhol und Paul Cézanne, teilte das Auktionshaus Christie's am Mittwoch in New York mit. Die elf Werke könnten zusammen schätzungsweise mehr als 130 Millionen Dollar (etwa 115 Millionen Euro) einbringen. Alleine eine Hasen-Skulptur von Koons schätzt das Auktionshaus auf bis zu 70 Millionen Dollar. Die Versteigerung ist für den 15. Mai angesetzt. Newhouse, der 2017 im Alter von 89 Jahren starb, war Verleger bei Condé Nast und gab unter anderem Magazine wie "The New Yorker" und "Vanity Fair" heraus.

Nationalgalerie zeigt erstmals Jack Whitten in Europa

Die Nationalgalerie Berlin zeigt als erstes Museum in Europa Arbeiten des US-amerikanischen Malers Jack Whitten (1939-2018). Im Hamburger Bahnhof haben Nationalgalerie-Direktor Udo Kittelmann und Co-Kurator Sven Beckstette 30 Arbeiten aus der Zeit zwischen 1964 bis 2018 zusammengetragen. Nach der Eröffnung an diesem Donnerstag sollen "Jack's Jacks" von Freitag an bis zum 1. September gezeigt werden. Die Ausstellung wurde nach Angaben Kittelmanns noch mit Whitten gemeinsam konzipiert, der dann 2018 überraschend gestorben sei. "Jack's Jacks" besteht aus Arbeiten, mit denen Whitten seinen Wegbegleitern, Bekannten oder persönlichen Helden huldigte.

Klage Levines gegen Metropolitan Opera abgewiesen

Der frühere musikalische Direktor der Metropolitan Opera muss vor Gericht eine Niederlage einstecken. Ein Bundesgericht in New York wies einen großen Teil der Klage von James Levine gegen das Haus ab. Levine war von 1976 bis 2016 musikalischer beziehungsweise künstlerischer Leiter, später bekam er den Titel Musikdirektor Emeritus. Im März 2018 wurde er gefeuert, nachdem Ermittlungen in der Oper nach Aussage des Hauses Beweise für sexuellen Missbrauch und Belästigung durch den Stardirigenten ergaben. Levine verklagte die Oper drei Tage später wegen Vertragsbruchs und Verleumdung und forderte mindestens 5,8 Millionen US-Dollar (5,1 Millionen Euro) Schadenersatz. Richterin Andrea Masley wies bis auf einen Klagepunkt der Verleumdung alle ab. Eine Anwältin der Oper teilte mit, das Haus sei zufrieden.

Yad Vashem plant neues Archivzentrum

Die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem will ihre Archive vergrößern. Der Grundstein für das neue "Shoah Heritage Collection Center" soll am 2. Mai, dem israelischen Holocaustgedenktag, gelegt werden, teilte die Gedenkstätte heute mit. Im Sommer 2021 soll der unterirdische Neubau mit einer Fläche von fast 6.000 Quadratmetern fertig sein. Die Baukosten werden auf umgerechnet 44 Millionen Euro geschätzt, das meiste Geld sei bereits durch Spenden zusammengekommen, so Yad Vashem. Die Gedenkstätte war 1953 gegründet worden und ihre Sammlung wächst immer weiter an. Sie umfasst rund 210 Millionen Dokumente, 500.000 Fotografien, die Zeugenaussagen von 131.000 Holocaustüberlebenden sowie zehntausende Artefakte und Kunstwerke.

Bund will Kinos auf dem Land unterstützen

Kinos auf dem Land bekommen nach Plänen der großen Koalition noch in diesem Jahr Unterstützung vom Bund. Die Kultur- und Haushaltspolitiker von Union und SPD verständigten sich mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) auf ein "Soforthilfeprogramm" von fünf Millionen Euro, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Damit sollen Investitionen der Kinos in Orten mit bis zu 25 000 Einwohnern unterstützt werden. Pro Kino soll es bis zu 25 000 Euro Zuschuss geben, mindestens 20 Prozent der Kosten müssen sie selbst tragen. Die Kinos können die Anträge bei der Filmförderungsanstalt stellen, die in der Reihenfolge des Eingangs bearbeitet werden.

Erleichterte Suche nach NS-Raubkunst in Bayern

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen wollen das Auffinden von NS-Raubkunst in ihren Beständen erleichtern. Dazu werde man die Zugangsbücher aus dieser Zeit online stellen, sagte Sammlungsdirektor Bernhard Maaz. In diesen Büchern ist verzeichnet, welche Kunstwerke zwischen 1933 und 1945 in die Sammlung gelangten und woher sie stammen. So könne man von jedem Ort der Welt aus Verdachtsfälle prüfen. Parallel läuft die Provenienzforschung weiter.

Österreichischer Sprachkünstler Achleitner gestorben

Der österreichische Schriftsteller und Architekturkritiker Friedrich Achleitner ist tot. Er sei im Alter von 88 Jahren in Wien gestorben, teilte der Zsolnay Verlag mit. Achleitner war Hauptvertreter der "Konkreten Poesie" und der modernen Dialektdichtung. Er schuf außerdem eine mehrbändige Bestandsaufnahme der österreichischen Architektur des 20. Jahrhunderts. Die literarische Szene eroberte er 1959, als er mit dem Schriftsteller Gerhard Rühm bei einer Klavier-Zertrümmerungsaktion einen Polizeieinsatz provozierte. Zu seinen wichtigsten literarischen Werken zählen «schwer schwarz» (1960) und der 1973 erschienene "quadratroman". 2015 erschien sein Prosaband "wortgesindel" mit vielen Mini-Reflexionen, Dialogen und knappsten Geschichten.

Katar eröffnet spektakuläres Nationalmuseum

Nach mehrjähriger Bauzeit hat das Golfemirat Katar mit seinem Nationalmuseum ein neues spektakuläres Bauwerk eröffnet. Das Gebäude in der Hauptstadt Doha wurde vom französischen Stararchitekten Jean Nouvel nach dem Vorbild einer Wüstenrose entworfen. Besucher dürfen erstmals am Donnerstag das neue Museum besuchen. Es erstreckt sich entlang der Küstenstraße Dohas. In insgesamt elf Dauerausstellungsräumen werden auf mehr als 40 000 Quadratmetern Exponate zur Geschichte des kleinen Wüstenemirats, aber auch zeitgenössische Kunstwerke gezeigt. Die Baukosten sollen Berichten zufolge bei mehr als 400 Millionen Euro gelegen haben. Die Eröffnung verzögerte sich um mehr als zwei Jahre.

Asli Erdogan wirft türkischer Regierung Faschismus vor

Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan hat der Regierung ihres Heimatlandes unmenschliches Vorgehen gegen Kritiker vorgeworfen. "Vielleicht ist nun wirklich die Zeit gekommen, das Wort Faschismus zu benutzen", sagte die 52-jährige Autorin und Journalistin am Dienstagabend in Frankfurt am Main anlässlich der Veröffentlichung der deutschen Übersetzung ihres Romans "Das Haus aus Stein". Über inhaftierte Journalisten und Schriftsteller werde wenigstens noch berichtet, sagte Erdogan. Aber auch andere Berufsgruppen wie Ärzte oder Anwälte würden in der Türkei verfolgt. Im Gefängnis säßen auch viele Schüler und Studenten, über die niemand berichte. Erdogan saß nach dem gescheiterten Militärputsch 2016 fast ein halbes Jahr lang im Gefängnis. Wegen angeblicher Propaganda für eine terroristische Vereinigung droht ihr lebenslange Haft. Seit Oktober 2017 lebt sie in Frankfurt am Main.

Neuseeländische Buchkette hebt Boykott auf

In Neuseeland hat die größte Buchhandelskette Whitcoulls die Bücher des umstrittenen kanadischen Bestseller-Autors Jordan Peterson wieder in die Regale gestellt. Nach dem rassistisch motivierten Anschlag in Christchurch mit 50 Toten hatte der Buchhändler "12 Rules for Life. Ordnung und Struktur in einer chaotischen Welt" und andere Peterson-Bücher weggeräumt. Dafür gab es Lob, aber auch viel Kritik. Der Psychologie-Professor Peterson hat einen eigenen YouTube-Kanal mit knapp zwei Millionen Abonnenten. Die "New York Times" bezeichnet ihn als aktuell "einflussreichsten Intellektuellen der westlichen Welt". Seit den Anschlägen von Christchurch kursiert im Internet ein Foto des 56-Jährigen, auf dem er mit einem Mann posiert, der ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Ich bin ein stolzer Islamhasser" trägt. Was Whitcoulls nun veranlasst hat, seinen Bann gegen Peterson zu widerrufen, wollte das Unternehmen nicht erklären.

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