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Kulturnachrichten

Mittwoch, 20. März 2019

Bundeskunsthalle verteidigt Michael-Jackson-Ausstellung

Der Intendant der Bundeskunsthalle, Rein Wolfs, hat die umstrittene Ausstellung über Michael Jackson verteidigt. "Gerade jetzt nach dem Bekanntwerden neuer Missbrauchsvorwürfe ist es wichtig, sich mit dem "King of Pop" auseinanderzusetzen", sagte Wolfs der Deutschen Presse-Agentur. Die Ausstellung sei keine Hommage, sondern beleuchte den Megastar aus unterschiedlichen, auch kritischen Perspektiven. Zusätzlich werde sie von Diskussionen begleitet werden und Kunstvermittler sollen mit den Besuchern über die Vorwürfe sprechen, erklärte der 59jährige. In einem Statement zu Beginn der Ausstellung wird zu den neuen Vorwürfen in der Fernsehdokumentation "Leaving Neverland" Stellung genommen. Die Bundeskunsthalle erklärt dort unter anderem: "Die Vorwürfe, die von den mutmaßlichen Opfern erhoben werden, sind schockierend. Wir sehen es als unsere Verantwortung an, diese Thematik nicht auszuklammern." Die Ausstellung ist vom 22. März bis 14. Juli 2019 in Bonn zu sehen.

Leipziger Buchmesse eröffnet mit Solidaritäts-Appell

Mit einem leidenschaftlichen Appell für ein europäisches Miteinander ist die Leipziger Buchmesse eröffnet worden. "Wir alle sind aufgefordert, für ein solidarisches Europa und die Werte, die es verkörpert, einzutreten", sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, bei Festakt im Gewandhaus. "Lassen Sie uns das Feld nicht denen überlassen, die Freiheiten einschränken oder abschaffen wollen, die sich abschotten und Grenzen oder Zäune aufziehen möchten." Europa befindet sich Riethmüller zufolge an einem "Scheideweg". Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) betonte, Demokratie brauche "Sprachkünstler, Querdenker und Freigeister" sowie Verleger, die sich als deren Wegbegleiter verstünden. Höhepunkt des Festaktes war die Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung 2019 an die russisch-amerikanische Journalistin Masha Gessen. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Literaturpreisen in Deutschland. Bis zum Sonntag präsentieren sich gut 2.500 Aussteller aus 46 Ländern.

Erstmals führt eine Frau den Deutschen Kulturrat

Die Sprecher des Deutschen Kulturrats haben die Musikwissenschaftlerin Susanne Keuchel an ihre Spitze gewählt. Die 52-jährige ist Direktorin der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen und hat zahlreiche Publikationen zur Kulturforschung und Kulturellen Bildung herausgegeben. Keuchel löst als Präsidentin des Deutschen Kulturrats den Cellisten und Dirigenten Christian Höppner ab. Der Deutsche Kulturrat mit seinen acht Sektionen aus fast 250 Bundesverbänden versteht sich seit fast 40 Jahren als Ansprechpartner der Politik und Verwaltung des Bundes, der Länder und der Europäischen Union.

Nominierungen für Lola 2019 stehen fest

"Styx", "Gundermann" und "Der Junge muss an die frische Luft": Diese drei Spielfilme haben die meisten Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2019 erhalten. Insgesamt benannte die Filmakademie wieder sechs Produktionen in der Kategorie "bester Spielfilm": Dazu gehören neben dem Geflüchteten-Drama "Styx", der Lebensgeschichte des Liedermachers "Gundermann" und "Der Junge muss an die frische Luft", den Kindheitserinnerung von Hape Kerkeling, die Verfilmung der Anna-Seghers-Novelle "Transit", die Jugend-Komödie "Das schönste Mädchen der Welt" und das Roadmovie "25km/h". "Der Goldene Handschuh" über den Frauenmörder Fritz Honka ging bei der Berlinale leer aus, ist aber nun sowohl für den "besten Darsteller", das "beste Kostümbild" und die "beste weibliche Nebenrolle" im Rennen. Die drei nominierten Dokumentarfilme sind: "Of Fathers and Sons", "Elternschule" und "Hi, AI". Die Preisträger werden bei der Gala am 3. Mai bekanntgegeben. Den Ehrenpreis erhält dann die Regisseurin Margarete von Trotta.

Spiegel zieht personelle Konsequenzen aus Fall Relotius

„Ullrich Fichtner und Matthias Geyer werden mit neuen strategischen Aufgaben beim ,Spiegel' betraut“. Das hat das Nachrichtenmagazin in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Die beiden Journalisten waren maßgeblich für die Veröffentlichung der Reportagen von Claas Relotius verantwortlich, dessen Fälschungen Ende vergangenen Jahres aufgeflogen waren. „Die ihnen ursprünglich zugedachten Leitungsfunktionen, Chefredakteur und Blattmacher, treten Fichtner und Geyer "in Einvernehmen mit der Chefredaktion nicht an“, heißt es weiter. Geyer gebe auf eigenen Wunsch auch die Leitung des Ressorts Gesellschaft ab. „Die Untersuchung der Kommission, die sich mit der Aufarbeitung des Falls Relotius beschäftigt, hat ergeben, dass Ullrich Fichtner und Matthias Geyer keine persönliche Schuld an den Betrugsfällen trifft“. Beide verbleiben mit besonderen Aufgaben im Haus.

Woodstock reloaded

Ein halbes Jahrhundert nach dem legendären Festival haben sich zur Jubiläumsausgabe viele der Künstler angesagt, die schon 1969 auf der Bühne standen. Wie Veranstalter Michael Lang dem "Rolling Stone" sagte, gehören dazu Santana, Country Joe McDonald, Canned Heat und John Fogerty, der frühere Frontmann von Credence Clearwater Revival. Weil es eine "generationsübergreifende" Veranstaltung werden soll, so Lang, werden auch Jay-Z und Miley Cyrus bei Woodstock 50 auftreten.

Ende für Hamburgs denkmalgeschützte City-Hochhäuser

In den 50er Jahren im Stadtzentrum gebaute Wolkenkratzer sind zum Abriß freigegeben. Das teilte die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen mit. Weil die City-Hochhäuser unter Denkmalschutz und unweit der mit dem Weltkulturerbe geschützten Speicherstadt und dem Kontorhausviertel stehen, wurde ICOMOS International darüber informiert. Laut Behörde bedauere der Rat für Denkmalpflege der Vereinten Nationen, die Entscheidung, stellte jedoch keine Gefährdung des Welterbestatus' fest. Die Hochhäuser sollen durch einen Neubau mit rötlicher Backstein-Fassade ersetzt werden. Kritiker fürchten, dadurch könnten Sichtachsen versperrt und der Gesamtanspruch des Weltkulturerbes Kontorhausviertel und Speicherstadt beeinträchtigt werden.

Schloss Wiepersdorf wird Landesstiftung

Ab kommendem Jahr soll der ehemalige Wohnsitz des Dichterpaars Ludwig Achim und Bettina von Arnim von einer Kulturstiftung des Landes Brandenburg betrieben werden. Das teilte das Kulturministerium in Potsdam mit. Dieser Neustart für das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf sei notwendig, weil sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im vergangenen Jahr als Betreiberin zurückgezogen hatte. Das Haus 80 Kilometer südlich von Berlin wird seit August saniert. Auch zu DDR-Zeiten war es ein Treffpunkt von Künstlerinnen und Künstlern. Laut Kulturministerin Martina Münch (SPD) werde das Haus ab 2020 wieder als Künstler- und Stipendiatenhaus eröffnen. Für den Weiterbetrieb stellt das Land ab kommendem Jahr 720.000 Euro jährlich bereit.

Finanzierung von Lüpertz-Projekt in Karlsruhe steht

750.000 Euro sind zusammengekommen, um vierzehn Keramiktafeln von Markus Lüpertz umzusetzen. Das teilte der Initiator des Karlsruher Kunstprojekts, Anton Goll, mit. Die Summe hätten ausschließlich private Spenden ermöglicht. Der 77-jährige Künstler will sein Projekt "Genesis" für sieben Haltestellen der neuen U-Bahn schaffen. Die Bauarbeiten sollen Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein. Mutmaßungen über den Titel trat Lüpertz erneut entgegen: Die ganze Diskussion sei absurd. Er sei selber wahnsinnig neugierig, was rauskommen wird.»

ZfA will neues Bilder-Archiv aufbauen

Die größte Privatsammlung antisemitischer Bilder ist der Technischen Universität Berlin geschenkt worden. Der Holocaust-Überlebende Arthur Langerman übergab ihr mehr als 9.000 Objekte, darunter 5.000 Postkarten, 1.000 Skizzen sowie hunderte Plakate, Gemälde und Drucke aus Europa, den USA und der arabischen Welt. Das Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU will damit ein "Arthur Langerman Archiv" aufbauen. Der 1942 geborene Sammler sagte in Berlin, für ihn läge in den Bildern "eine zentrale Erklärung für die Schoah". Das Sammeln sei zu einer Passion und "vielleicht einer Art Therapie" geworden. Aus seiner Familie hatten den Holocaust nur er und seine Mutter überlebt.

Dritte Milliardenstrafe der EU gegen Google

Die Wettbewerbshüter der Europäischen Union haben den Internet-Riesen "Google" erneut mit einer hohen Strafe belegt. Weil bei Suchmaschinen-Werbung im Dienst "AdSense for Search" andere Anbieter zwischen 2006 und 2016 unzulässigerweise behindert worden seien, hieß es zur Begründung. Die heute verhängte dritte Strafzahlung von 1,49 Milliarden Euro mitgerechnet, muss der US-Konzern insgesamt 8,25 Milliarden Euro nach Brüssel überweisen - ein Rekordbetrag.

Iffland-Ring keine Männerdomäne

Bevor bekanntgegeben wird, an wen der verstorbene Bruno Ganz seine Auszeichnung im Angedenken an den 1814 verstorbenen Theater-Granden August Wilhelm Iffland vererbt hat, spricht sich das Fachmagazin "Theater heute" dafür aus, die Kriterien für die Vergabe zu ändern. Der seit 1954 vergebene Iffland-Ring für den "bedeutendsten und würdigsten Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters", darf satzungsgemäß nur an Männer vergeben werden. "Wir fänden es angemessen, allen historischen - und historisch bedingten - Regeln zum Trotz, den Iffland-Ring für Frauen zu öffnen", schreibt die Redaktion. Im Deutschlandfunk Kultur sagte auch Kay Voges, Intendant des Schauspiel Dortmund, es sei "Zeit für eine Frau" - und fügte hinzu: "Dieser Geniekult um den einen oder die eine Größte, das ist eine sehr antiquierte Denkweise." Die Theaterszene sei so "unglaublich reichhaltig", dass man den Ifflandring nicht so hoch hängen sollte. Nach der Beisetzung von Bruno Ganz heute in Zürich soll der Name des neuen Preisträgers in Wien bekanntgegeben werden.

Knapp halbe Million Zuschauer für Gottschalk im BR

Talkmaster Thomas Gottschalk erreichte mit der ersten Ausgabe der neuen Literatursendung "Gottschalk liest" im Bayerischen Rundfunk einen Marktanteil von 2 Prozent. Die um 22 Uhr ausgestrahlte Fernsehsendung mit vier Schriftstellerinnen und Schriftstellern lag damit im Vergleich zum 12-Monats-Durchschnitt von derzeit 0,6% auf einem guten Platz. Die Mehrheit der TV-Kritiker befand, Gottschalk habe die vorgestellten Bücher nicht aufmerksam genug gelesen und mehr auf Pointen denn auf interessierte Gespräch gesetzt.

Wuppertal feiert Friedrich Engels

Mit wissenschaftlichen Tagungen und Kulturveranstaltungen wird Friedrich Engels, der berühmte Sohn der Stadt Wuppertal, zu seinem 200. Geburtstag im Jahr 2020 geehrt. Ein Höhepunkt werde außerdem am 28. November 2020 die Wiedereröffnung des großbürgerlichen Engels-Hauses sein, das der Unternehmer-Familie gehörte, sagte Koordinatorin Julia Kohake. Auch das angegliederte Museum für Frühindustrialisierung soll dann saniert sein. Bereits seit fünf Jahren steht in Wuppertal eine von China gestiftete Engels-Statue. Friedrich Engels war Mäzen von Karl Marx und Mitautor des Kommunistischen Manifests von 1848. Er war am 28. November 1820 in Barmen, einem heutigen Stadtteil von Wuppertal, zur Welt gekommen.

KI braucht für Ethikrat mehr klassische Bildung

Die Fähigkeiten zur Unterscheidung und zum Zulassen von Zweideutigkeiten: Das ist für den Vorsitzenden des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, das wichtigste Mittel, um vernünftig mit Künstlicher Intelligenz umzugehen. Die Bibel sei wie Goethes "Faust" ein Beispiel für menschliche Möglichkeiten - mit allen Höhen und mit den schrecklichsten Tiefen, sagte er. Andere Denksysteme erreiche man nicht, wenn man automatische Übersetzungssysteme nutze. Menschen seien nicht nur für Handlungen sondern auch Unterlassungen verantwortlich, so Dabrock vor dem Europaparlament. KI habe aber viele Potenziale zur Verbesserung des Lebens, zum Beispiel in der Krebsforschung.

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