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Kulturnachrichten

Donnerstag, 14. März 2019

Weiteres Gemälde aus Gurlitt-Fund NS-Raubkunst

Ein weiteres Gemälde aus dem Kunstfund Gurlitt ist als NS-Raubkunst identifiziert worden. Auf das Werk "Quai de Clichy" von Paul Signac sei ein Anspruch auf Herausgabe angemeldet worden, teilte das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste am Donnerstag in Magdeburg mit. Sie sei zuversichtlich, dass das Gemälde zügig an Nachkommen eines Opfers nationalsozialistischer Verfolgung zurückgegeben werden könne, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Man stehe bereits mit einer Vertreterin in Kontakt. Es handelt sich um den siebten aufgedeckten Raubkunstfall aus dem Bestand Cornelius Gurlitt, dem Sohn von Hildebrand Gurlitt, einem Kunsthändler unter den Nationalsozialisten. Im November 2013 war bekannt geworden, dass aus der Münchner Wohnung des inzwischen gestorbenen Sohnes mehr als 1.200 Kunstwerke beschlagnahmt worden waren.

"Die Kinder von Golzow" kommen ins Museum

Die einzigartige Langzeitdokumentation "Die Kinder von Golzow" über den Lebensweg ehemaliger Schüler über fast fünf Jahrzehnte kommt in die Obhut des Filmmuseums Potsdam. Die Macher Barbara und Winfried Junge überließen dem Museum eine DVD-Edition aller Filme und weiteres Material. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte, das Ehepaar habe mit den den "Kindern von Golzow" ein unvergessliches Denkmal gesetzt. Gerade im Jahr des Jubiläums von 30 Jahren Mauerfall handle es sich um einen sehr wertvollen Beitrag für das Wissen um das Leben in der DDR, "das wir in Andenken erhalten werden". Die Chronik berichtet über Menschen aus Golzow im Oderbruch, die zwischen 1953 und 1955 in der DDR geboren wurden. Sie beginnt wenige Tage nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 und endet 2007.

Hochschulen sollen Digitalisierung vorantreiben

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat in Berlin Empfehlungen zur Digitalisierung in der Hochschullehre verabschiedet. Diese richten sich an die Länder, den Bund und an die Hochschulleitungen, die Fakultäten, die Fachbereiche und die Lehrenden selbst, wie es in der Erklärung hieß. Demnach soll jede Universitäten oder Fachhochschule eine Digitalisierungsstrategie hochschulübergreifend fest auf allen Ebenen verankern. Dies solle von den Hochschulleitungen sichergestellt werden. Dazu gehöre auch, die organisatorischen, personellen und finanziellen Voraussetzungen zur Durchführung und Unterstützung der Lehre in der digitalen Welt zu schaffen.

Siebenstündige Sendung zum deutschen Einmarsch

Der tschechische Rundfunk erinnert mit einer siebenstündigen Live-Sendung an den Einmarsch deutscher Truppen in Prag vor 80 Jahren. Unter dem Titel "Studio 39" werden morgen Zeitzeugen, Holocaust-Überlebende, Historiker und Politiker zu Wort kommen, erklärte der Leiter der Nachrichtenredaktion des Senders, Jan Pokorny. Gesendet wird die Radiosendung unter anderem aus einem Studio auf dem Prager Hauptbahnhof. Außerdem soll ein Team aus 13 Reportern an die Orte der damaligen Ereignisse zurückkehren. Eingespielt werden historische Aufnahmen aus dem Prager Rundfunkarchiv. Nach der erzwungenen Abtretung des Sudetenlandes im Münchner Abkommen waren deutsche Truppen am 15. März 1939 auch in der sogenannten Rest-Tschechei einmarschiert. Hitler errichtete ein hartes Besatzungsregime. Von den mehr als 80.000 deportierten Juden überlebten nur rund 11.000 den Holocaust.

Kulturrat genügt Einigung zu Kolonialgütern nicht

Der Deutsche Kulturrat hat das Bund-Länder-Papier zum Umgang mit kolonialem Erbe begrüßt, hält es aber für nicht ausreichend. Wichtig sei die Klarstellung, dass koloniales Unrecht nicht vergessen werden dürfe, erklärte der Spitzenverband der Bundeskulturverbände in Berlin. Auch die im Papier getroffene Unterscheidung zur Aufarbeitung von NS-Raubkunst und die Entscheidung, menschlichen Überresten Vorrang einzuräumen, seien positiv zu bewerten. Der Kulturrat bemängelte allerdings, dass die Kirchen nicht adressiert würden und dass kein Ombudsmann oder Ethikrat vorgesehen sei, der in Zweifelsfällen angerufen werden könne. Die Kirchen, die durch ihre Missionstätigkeit in die Kolonialgeschichte verstrickt sind, müssten in die Diskussion miteinbezogen werden, sagte Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Außerdem seien neben den ethnologischen Museen auch Naturkundemuseen und Bibliotheken betroffen und sollten ebenfalls angesprochen werden.

Hoch dotierter Preis für indischen Psychoanalytiker

Der indische Psychoanalytiker und Sozialtheoretiker Ashis Nandy erhält den mit 80.000 Euro dotierten Hans-Kilian-Preis der Köhler-Stiftung. Mit dem internationalen Forschungspreis würdige die Stiftung einen weltweit bekannten und streitbaren Intellektuellen, der mit seiner wissenschaftlichen Arbeit auch nachhaltige politische Debatten anrege, teilte der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in Essen mit. Die Auszeichnung wird am 9. Mai an der Ruhr-Universität Bochum verliehen. Nandy, einer der bekanntesten Psychologen und Soziologen Indiens, ist Mitbegründer der weltweiten Postcolonial Studies, die sich mit postkolonialen Kulturen befassen. Der Hans-Kilian-Preis gehört zu den höchst dotierten Auszeichnungen im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften.

Wissenschaftler zweifeln am Ort der Varusschlacht

Die Varusschlacht aus dem Jahr 9 n. Chr. hat möglicherweise doch nicht in Bramsche-Kalkriese bei Osnabrück stattgefunden. Die Forscher seien aufgrund neuer Erkenntnisse dazu übergegangen, von einem "Varusereignis" zu sprechen, sagte der wissenschaftliche Leiter der Grabung, Salvatore Ortisi, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". In der unter anderem vom römischen Schriftsteller Tacitus beschriebenen Varusschlacht schlug ein germanisches Heer unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius drei römischen Legionen unter dem Feldherrn Publius Quinctilius Varus.

Hinweise auf Kannibalismus bei Neandertalern

Die vor rund 40.000 Jahren ausgestorbenen Neandertaler ernährten sich ähnlich wie die überlebenden Vorfahren des heutigen Menschen. Auf dem Speisezettel von modernen Menschen und Neandertalern standen in Europa vor rund 50.000 Jahren vor allem die großen Pflanzenfresser Mammut und Nashorn. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Studie der Universität Tübingen, die Knochenfunde aus Belgien und Deutschland analysiert hat. Die Erkenntnisse widersprächen damit einer Vermutung, wonach unzureichende Ernährung zum Untergang der Neandertaler geführt haben könnte, erklärten die Tübinger Wissenschaftler. Zugleich fanden sie Hinweise auf Kannibalismus. Ein Großteil der Knochen einer untersuchten Neandertaler-Gruppe habe entsprechende Schnittspuren aufgewiesen.

Kunst- und Antiquitätenmesse TEFAF beginnt

In Maastricht hat eine der weltweit wichtigsten Messen für alte Kunst und Antiquitäten begonnen – die TEFAF. Daran nehmen bis zum 24. März mehr als 200 der bedeutendsten internationalen Händler teil. Ihr Sortiment umfasst nach Angaben der Messeveranstalter Zehntausende Objekte aus 7.000 Jahren Kunstgeschichte. Eines der teuersten Werke ist in diesem Jahr das Porträt „Hugo von Ernst Ludwig Kirchner von 1914, das für gut drei Millionen Euro angeboten wird. Die größten Märkte für Kunst und Antiquitäten sind die USA, China und Großbritannien.

Italienische Polizei trickst Gemälde-Diebe aus

Die italienische Polizei hat den Diebstahl eines kostbaren Gemäldes aus einer Kirche mithilfe eines Tricks vereitelt. Zwar ergatterten die Diebe am Mittwoch ein Bild - dabei handelte es sich aber lediglich um eine Kopie, wie der Bürgermeister des Ortes Castelnuovo Magra, Daniele Montebello, der Nachrichtenagentur Ansa sagte. Die Polizei habe von dem bevorstehenden Raub bereits vor mehr als einem Monat erfahren und das Gemälde durch die Kopie ersetzt. Zudem seien Überwachungskameras installiert worden. Die Diebe seien allerdings noch auf freiem Fuß. Das Gemälde - eine Kreuzigungsszene - von Pieter Brueghel dem Jüngeren war schon einmal im Jahr 1981 gestohlen, allerdings nach wenigen Monaten wiedergefunden worden.

US-Betrugsskandal. Loughlin zahlt hohe Kaution

Die in einem Bestechungsskandal beschuldigte US-Schauspielerin Lori Loughlin ("Full House") ist vorerst wieder auf freiem Fuß. Nach ihrem Gerichtstermin in Los Angeles hinterlegte sie eine Kaution in Höhe von einer Million Dollar, berichten US-Medien. Loughlin war zuvor nach einem Flug aus Kanada verhaftet worden. Der Richter erlaubte Loughlin das Reisen, solange sie das Gericht über ihren Aufenthaltsort informiere. Ende März muss sie sich den Angaben zufolge vor einem Gericht in Boston einfinden. Der Betrugsskandal an Elite-Universitäten wirbelte diese Woche die US-amerikanische Hochschullandschaft auf. Unter den 50 mutmaßlichen Tätern sind reiche Unternehmer und Schauspieler. Loughlin und ihr Mann sollen 500.000 Dollar bezahlt haben, um ihre beiden Töchter über das Sportteam an der USC in Kalifornien unterzubringen.

Musiker Leopold Kozlowski-Kleinman gestorben

Der Klezmer-Musiker Leopold Kozlowski-Kleinman ist tot. Aus Galizien stammend galt er als letzter Klezmer seiner Heimat im Osten Europas. Kozlowski-Kleinman überlebte als einziger seiner Familie den Holocaust. Als Pianist arbeitete er mit dem Geiger Itzhak Perlman und war musikalischer Berater bei Steven Spielbergs Film "Schindlers Liste" von 1993. Leopold Kozlowski-Kleinman starb am Dienstag im Alter von 100 Jahren.

Minister einigen sich auf Umgang mit kolonialem Erbe

Kulturgüter aus kolonialem Kontext sollen an die Herkunftsländer zurückgegeben werden. Vorrang bei der Aufarbeitung des Sammlungsgutes soll den menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten zukommen, heißt es in einer am Mittwoch in Berlin verabschiedeten gemeinsamen Eckpunktepapier der Kulturminister. Besonders relevant seien Kulturgüter, die im Rahmen formaler Kolonialherrschaften des Deutschen Reiches nach Deutschland verbracht wurden. Museen sollen selbstständig und proaktiv Sammlungsgut identifizieren, für das eine Rückführung infrage kommt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprach von einer Anerkennung der historischen Verantwortung Deutschlands für sein koloniales Erbe. Mit den Herkunftsstaaten werde ein Dialog der Partnerschaft und Würde angestrebt.

Bürgerpreis für Eltern ermordeter Studentin

Friederike und Clemens Ladenburger haben für die nach ihrer ermordeten Tochter benannten Stiftung den "Bürgerpreis der deutschen Zeitungen" erhalten. Die Stiftung sei aus Mut und Kraft und wirklicher menschlicher Größe entstanden, würdigte die Frau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender, das Engagement des Ehepaares. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) werde ihnen verliehen, weil sie mit der Stiftung dem Dunklen, das sie erlebten, trotzten, "weil sie nicht zulassen, dass der Hass von ihnen Besitz ergreifen, weil sie Marias Licht weiter leuchten lassen", so Büdenbender. Die Tochter Maria war Ende 2016 in Freiburg von einem afghanischen Asylbewerber getötet worden. Mit der Stiftung setzte das Ehepaar in "lauten Zeiten leise Töne entgegen", betonte Büdenbender. Nach dem Mord an Maria habe das Ehepaar immer zu Besonnenheit aufgerufen und nicht zugelassen, dass laute Stimmen das Schicksal ihrer Tochter instrumentalisierten.

Ungarn ehrt antisemitischen Schriftsteller

Ungarns rechts-nationaler Ministerpräsident Viktor Orban hat einem für antisemitische Äußerungen bekannten Schriftsteller eine hohe staatliche Ehrung zukommen lassen. Der Dichter und Essayist Kornel Döbrentei (72) erhielt den Lorbeerkranz Ungarns, berichteten ungarische Medien. Die Auszeichnung wird für schriftstellerische Leistungen vergeben, die Zuerkennung schlägt der Ministerpräsident vor. Döbrentei hatte unter anderen 2004 in einer Rede bei einem Protest der Rechten erklärt: "Falsche Propheten in Verkleidungen und Masken - nur ihr Bart ist echt - dirigieren den moralischen Holocaust am Ungartum." Als sich der Ungarische Schriftstellerverband damals nicht von Döbrentei distanzierte, führte dies zum Austritt von mehr als 100 Mitgliedern, unter ihnen Imre Kertesz, Peter Nadas, Peter Esterhazy, Magda Szabo und György Konrad.

Konzept zur Zukunft der Stasi-Unterlagen vorgestellt

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, und der Präsident des Bundesarchivs, Michael Hollmann, haben ein Konzept zur Zukunft der Stasi-Unterlagen vorgestellt. Danach soll auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg ein "Archivzentrum zur SED-Diktatur" entstehen. Opfer, Wissenschaftler und Journalisten sollen dort künftig nicht nur die Papiere des Ministeriums für Staatssicherheit auswerten können, sondern auch die Akten der SED. Die Bestände liegen derzeit im Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde. Einen Bundesbeauftragten wird es künftig nicht mehr geben.

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