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Sonntag, 16.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 12. März 2019

Theaterkritiker Andrzej Wirth gestorben

Der Theaterkritiker, Übersetzer und Gründer des Gießener Theaterinstituts Andrzej Wirth ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren in Berlin. Wirth war Dozent an Universitäten wie Stanford, Harvard, Yale und Oxford bevor er 1982 das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen gründete. „Das war ein Grandseigneur, Gentleman und eine Erscheinung, die in diesem Kleinstadt-Uni-Kontext natürlich wahnsinnig rausstach, erinnert sich Lisa Lucassen vom Performance-Kollektiv She She Pop im Deutschlandfunk Kultur an ihre Begegnung mit Wirth während ihrer Studienjahre. Wirth leitete das Gießener Theaterinstitut bis zu seiner Emeritierung 1992 und prägte in dieser Zeit eine ganze Generation von Theatermachern.

Türkei gibt doch Arbeitserlaubnis für ZDF-Reporter

Die Türkei erlaubt nun doch dem ZDF-Korrespondenten Jörg Brase die Arbeit im Land. Ankara sei nun zur jüngst verweigerten Akkreditierung bereit, teilte das ZDF auf seiner Homepage mit. Der Journalist selbst schrieb bei Twitter, er werde nun doch eine Pressekarte bekommen. "Ich werde in den kommenden Tagen nach Istanbul zurückkehren", schrieb er. Das Presseamt in Ankara hatte Brase sowie dem «Tagesspiegel»-Reporter Thomas Seibert und dem nicht ständig in der Türkei lebenden NDR-Reporter Halil Gülbeyaz vor rund zehn Tagen ohne Angabe von Gründen mitgeteilt, dass ihnen eine neue Pressekarte nicht bewilligt werde. Am Sonntag mussten Brase und Seibert deswegen die Türkei verlassen.

Schauspieler sollen US-Eliteunis bestochen haben

Dutzende wohlhabende und prominente Amerikaner sollen US-Hochschulen bestochen haben, um einen Studienplatz für ihre Kinder zu ergattern. Unter den 46 Beschuldigten sind unter anderem die Schauspielerinnen Felicity Huffman ("Desperate Housewives") und Lori Loughlin ("Full House"), wie die Staatsanwaltschaft in Boston mitteilte. Beide Schauspielerinnen wurden Berichten zufolge festgenommen und sollten vor Gericht erschienen. Über einen Mittelsmann flossen in den Jahren von 2011 bis zum Februar dieses Jahres 25 Millionen Dollar an Sporttrainer und Verwaltungsangestellte von Eliteunis wie Stanford oder Yale.

Säule von Cape Cross soll an Namibia zurückgehen

Deutschland will eine von Namibia als koloniales Objekt zurückgeforderte Kreuzsäule an das westafrikanische Land zurückgegeben. Die Säule von Cape Cross gehört seit 1953 zu den Beständen des Museums für Deutsche Geschichte, das nach der Wiedervereinigung im Deutschen Historischen Museum aufgegangen ist. Museumspräsident Raphael Gross will nun dem Kuratorium des Hauses die Rückgabe vorschlagen. Eine Zustimmung gilt als Formsache.

Dieter Bohlen gibt Bühnen-Comeback

Nach 16 Jahren Konzertpause in Deutschland spielt Dieter Bohlen am 31. August live mit Band in Berlin. Auf die Idee, ein großes Open Air Konzert zu geben, hätten ihn seine Instagram-Follower gebracht, erklärte der 65-jährige Musikproduzent und Komponist laut Mitteilung des Veranstalters. Bohlen will unter anderem Hits von Modern Talking aus den 1980er Jahren singen, allerdings ohne seinen ehemaligen Partner Thomas Anders.

Biennale Venedig will offen und grenzenlos sein

In Zeiten zunehmender nationaler Abschottung setzt die Kunstausstellung Biennale Venedig auf einen offenen Diskurs. Die Ausstellung müsse "offen und grenzenlos" bleiben, sagte Biennale-Präsident Paolo Baratta in Berlin während der Vorstellung des diesjährigen Konzeptes. Ziel der Biennale sei, Künstlern einen Ort des Dialogs zu bieten, der so frei wie möglich sei, und den Besuchern eine intensive Begegnung mit der Kunst zu ermöglichen. Diesjähriger Kurator der Kunstausstellung unter dem Motto "May You Live In Interesting Times" ist der US-Amerikaner Ralph Rugoff. Die Biennale dauert vom 11. Mai bis 24. November und präsentiert sich in diesem Jahr zum 58. Mal. Sie gilt neben der documenta in Kassel als weltweit wichtigste Kunstschau.

Literaturarchiv Marbach kauft Celan-Briefe

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat unveröffentlichte Briefe des Lyrikers Paul Celan ersteigert. Die Sammlung umfasst fünf Briefe an eine Freundin und vier Gedichte aus dem Jahr 1951. Wer sich hinter der Anrede Hannele in den Briefen verbirgt, ist unbekannt. Er verfasste die Schreiben kurz vor dem Kennenlernen seiner späteren Frau Gisele Lestrange. Die Briefe schließen eine Lücke im Nachlass des Dichters, der ebenso wie dessen Bibliothek in Marbach ist. Celan (1920-70) gilt als einer der wichtigsten deutschsprachigen Dichter.

Ruhrtriennale-Programm für 2019 vorgestellt

In Essen ist das Programm der diesjährigen Ruhrtriennale vorgestellt worden. Insgesamt stehen 35 Produktionen auf dem Programm - die Aufführungen finden in stillgelegten Industriedenkmälern des Ruhrgebiets statt. Den Spielplan bestücken hochkarätige Regisseure wie Christoph Marthaler. Er wird im August das Kulturfestival mit der Uraufführung einer Musiktheater-Kreation über den Verlust von Demokratie in Vergangenheit und Gegenwart eröffnen. Die Ruhrtriennale findet vom 21. August bis zum 29. September statt.

"Reporter ohne Grenzen" entsperrt Internetseiten

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" hat nach eigenen Angaben drei zensierte Online-Medien in Saudi-Arabien, Pakistan und China wieder zugänglich gemacht. Mit der Aktion #CollateralFreedom seien seit 2015 bereits 22 gesperrte Internetseiten in zwölf Ländern wieder entsperrt worden, erklärte die Journalistenorganisation anlässlich des Welttages gegen Internetzensur. Vielen Menschen sei so die Möglichkeit gegeben worden, sich frei zu informieren. Die entsperrten Seiten hätten in den vergangenen vier Jahren 142 Millionen Besuche verzeichnet. Um die gesperrten Seiten zugänglich zu machen, legt "Reporter ohne Grenzen" exakte und ständig aktualisierte Kopien auf den Cloud-Servern großer Anbieter an. Um die Seiten wieder zu sperren, müssten die Regierungen die gesamten Cloud-Dienste blockieren. Da aber viele weitere Unternehmen auf diese Dienste angewiesen seien, scheuten die Regierungen häufig vor diesem Schritt zurück, um keine "Kollateralschäden" in Kauf nehmen zu müssen.

Chipperfield-Haus in Berlin geht an Stiftung

Die Galeristenfamilie Bastian hat ihr Chipperfield-Haus in Berlin an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben. Das Galeriegebäude an der Museumsinsel soll ein kulturelles Bildungszentrum werden. Es stammt von dem britischen Stararchitekten David Chipperfield, der auch die James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel entworfen hat. Um das Haus hatte es ein langes Hin und Her gegeben. Nach Ankündigungen und Rückziehern hatte sich die Familie schließlich zur Schenkung entschlossen.

Legendärer Schlagzeuger Hal Blaine gestorben

Er spielte das Schlagzeug bei Elvis Presleys "Return to Sender" und bei Frank Sinatras "Strangers in the Night". Jetzt ist der Musiker Hal Blaine mit 90 Jahren in Kalifornien gestorben. Das teilte sein Schwiegersohn mit. Beach-Boys-Mitgründer Brian Wilson würdigte Blaine als "den größten Schlagzeuger aller Zeiten". Nach Angaben der Hall of Fame des Rock'n'Rolls spielte Blaine bei 40 Nummer-Eins-Hits Schlagzeug und wirkte bei 150 Top-Ten-Songs mit. Er wurde mit einem Grammy für sein Lebenswerk geehrt und gilt als der Schlagzeuger mit den meisten Plattenaufnahmen.

EU beschließt besseren Schutz von Whistleblowern

Die Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments haben sich in Straßburg auf EU-weite Mindeststandards zum Schutz der Hinweisgeber geeinigt. Das teilte die Verhandlungsführerin des Parlaments, Virginie Rozière, auf Twitter mit. Demnach haben Whistleblower künftig mehr Flexibilität bei der Wahl des Meldekanals. Parlament und EU-Staaten hatten lange darüber gestritten, ob die Hinweisgeber sich zuerst an eine Meldestelle im eigenen Unternehmen wenden müssen. Das Parlament hatte sich für mehr Wahlfreiheit eingesetzt. EU-Staaten und Parlament müssen die Einigung noch formell bestätigen. Anschließend haben die Länder rund zwei Jahre Zeit, die neuen Regeln in nationales Recht umzuwandeln.

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