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Kulturnachrichten

Freitag, 8. März 2019

Ex-Wikileaks-Informantin Manning in Beugehaft

Grund: Manning will nicht vor Grand Jury aussagen

Die ehemalige Wikileaks-Informantin Chelsea Manning ist am Freitag in Beugehaft genommen worden, weil sie sich weigert, vor der Grand Jury eines Gerichts im US-Bundesstaat Virginia auszusagen. Daraufhin ordnete Richter Claude Hilton die Verhaftung an. Nach Angaben aus Mannings Umfeld erklärte Hilton, Manning müsse so lange in Haft bleiben, bis sie sich anders entscheide. Die Grand Jury - ein mit weitreichenden Ermittlungsvollmachten ausgestattetes Geschworenengremium - ist mit dem Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange befasst. In Erwartung ihrer Verhaftung hatte sie bereits am Donnerstag erklärt, sie mache mit der Aussageverweigerung ihre verfassungsmäßigen Rechte geltend. Sie sprach sich gegen den geheimen Charakter von Grand Jurys aus, die Zeugen in Abwesenheit ihrer Anwälte befragen dürfen. "In Solidarität mit vielen Aktivisten, die gegen Ungerechtigkeit kämpfen, bleibe ich meinen Prinzipien treu", bekräftigte Manning. Sie wolle alle rechtlichen Mittel ausschöpfen.

Der Dirigent und Komponist Michael Gielen ist tot

Gielen gehörte zu den profiliertesten Dirigenten des 20. Jahrhunderts

Der Dirigent und Komponist Michael Gielen ist tot. Wie Dlf Kultur aus dem Umfeld der Familie erfuhr, starb er heute früh in seinem Haus am Mondsee in Österreich an den Folgen einer Lungenentzündung. Er wurde 91 Jahre alt. Gielen gehörte zu den profiliertesten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Er brachte viele zeitgenössische Werke zur Uraufführung, beschritt aber auch neue Wege in der Interpretation klassischer und romantischer Werke. Als Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt machte Gielen das Haus zu einem der wichtigsten Opernhäuser Europas. Außerdem leitete er zeitweilig das BBC Symphony Orchestra in London, das Cincinnati Symphony Orchestra und das Südwestfunk-Sinfonieorchester Baden-Baden. Darüber hinaus arbeitete Gielen regelmäßig mit dem Konzerthausorchester Berlin zusammen.

Facebook geht gegen Inhalte von Impfgegnern vor

Auch Instagram geht gegen solche Inhalte vor

Facebook will die Verbreitung der Inhalte von Impfgegnern einschränken. Facebook-Seiten und -Gruppen, die "falsche Informationen über Impfungen verbreiten", werden in Newsfeeds der Nutzer und bei Suchanfragen zurückgestuft, wie das Online-Netzwerk in einem Blogeintrag mitteilte. Damit werden die Facebook-Algorithmen sie seltener anzeigen. Werbung mit falschen Informationen über Impfungen wird überhaupt nicht mehr angenommen. Auch bei Facebooks Fotoplattform Instagram sollen solche Inhalte nicht mehr in der Suchansicht angezeigt werden. Die Maßnahmen gelten zunächst für Inhalte in Englisch, Spanisch und Französisch und sollten auch auf weitere Sprachen ausgeweitet werden.

NRW: Neuer Exzellenzpreis für Geschlechterforschung

Die Frist beginnt am 1. April und endet am 1. Juli 2019

Mit einem neuen Wissenschaftspreis möchte die nordrhein-westfälische Landesregierung die Geschlechterforschung stärken. Wissenschaftler, die eine akademische Laufbahn in der sogenannten Genderforschung anstreben, können in einem Exzellenz-Wettbewerb Preise in Höhe von 50.000 Euro und 25.000 Euro gewinnen. Bewerben können sich Nachwuchswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten sowie der Fach-, Kunst- und Musikhochschulen in der Trägerschaft des Landes. Die Frist beginnt am 1. April und endet am 1. Juli 2019. Die Preisverleihung ist für Herbst 2019 geplant.

Julie Andrews erhält Ehrenlöwen in Venedig

In ihrer Rolle als "Mary Poppins" wurde sie weltberühmt

Die britische Schauspielerin Julie Andrews wird in diesem Jahr mit dem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk geehrt. Die 83-Jährige sei eine Ikone und werde von mehreren Generationen Kinogängern verehrt, teilte Festivaldirektor Alberto Barbera am Freitag mit. "Sie nahm Rollen an, die abwechslungsreich, dramatisch, provozierend und von vernichtender Ironie durchdrungen waren", ergänzte Barbera. Die britische Darstellerin wurde vor allem als zauberhaftes Kindermädchen im Kultfilm "Mary Poppins" aus dem Jahr 1964 weltberühmt. Das Filmfest von Venedig gehört zu den wichtigsten der Welt. Die 76. Ausgabe läuft vom 28. August bis zum 7. September.

Kritik am Aufruf "Schluss mit dem Gender-Unfug"

Linguistik-Professor Stefanowitsch: "Mit Vollgas zurück in die Vergangenheit"

Ein von Prominenten unterzeichneter Aufruf zum Widerstand gegen geschlechtergerechte Sprache stößt bei Experten auf scharfe Kritik. "Ich finde, dass sie in ihrer Kritik über das Ziel hinausschießen", sagte die Freiburger Linguistik-Professorin Helga Kotthoff der DPA. Der Aufruf fördere nur hyperradikales Pro und Contra. Es fehle jegliche Differenzierung. Punktuelle Kritik an bestimmten Versuchen, die Sprache geschlechtergerecht zu machen, sei richtig, denn Texte müssten immer noch lesbar sein. Mit dem Aufruf werde aber das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Berliner Linguistik-Professor Anatol Stefanowitsch sagte, der Aufruf gehe "mit Vollgas zurück in die Vergangenheit". Unterzeichnet hätten ihn vorwiegend ältere Herrschaften, die ihre Sprachgewohnheiten verletzt sähen. Der Verein Deutsche Sprache hatte die Unterschriftenaktion "Schluss mit dem Gender-Unfug" gestartet. Unterzeichnet wurde er unter anderem von Kai Diekmann, Angelika Klüssendorf und Cora Stephan sowie Hans-Georg Maaßen.

Steinmeier lobt Schülerdemos für Klimaschutz

"Man kann etwas tun"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Schülerproteste für mehr Klimaschutz ausdrücklich begrüßt. Viele der Erwachsenen hätten noch nicht gemerkt, "dass es fünf vor zwölf ist", sagte Steinmeier am Freitag in Neumünster zu Schülern einer "Fridays For Future"-Mahnwache vor dem Rathaus. Es war das erste Mal, dass sich der Bundespräsident zu den Freitagsdemos äußerte. Es gebe deutschlandweit viele, die sich derzeit engagierten, würdigte das Staatsoberhaupt. Manche kämpften für Klima und Umwelt, manche gegen Rassismus, manche für die Demokratie und manch andere - "das wird auch immer wichtiger" - für Anstand im Netz. "Ich freue mich jedenfalls, dass ihr euch einsetzt und dass ihr anders seid als diejenigen, die immer nur sagen 'man kann ja sowieso nichts tun' - man kann etwas tun."

"Simpsons": Michael-Jackson-Episode offline

Die Folge soll auch nicht mehr im Fernsehen wiederholt werden

Die Macher der "Simpsons" wollen nach neuen Vorwürfen gegen Michael Jackson eine Episode verbannen, in der die Stimme des 2009 gestorbenen "King of Pop" zu hören ist. "Es fühlt sich ganz klar so an, als sei es das einzig Richtige", sagte der ausführende Produzent James L. Brooks dem "Wall Street Journal". Die Folge "Die Geburtstagsüberraschung" soll demnach nicht mehr im Fernsehen wiederholt und von Streamingplattformen entfernt werden. In der 1991 ausgestrahlten Episode trifft Homer Simpson in einer psychiatrischen Klinik auf einen Patienten, der vorgibt, Michael Jackson zu sein. Der US-Popstar, ein großer Fan der Serie, lieh der Figur damals seine Stimme. Die Entscheidung, die Folge nicht mehr zu senden, hätten die Macher nach der Betrachtung der HBO-Dokumentation "Leaving Neverland" getroffen. Darin berichten zwei Männer, Jackson habe sie als Kinder missbraucht. Ähnliche frühere Vorwürfe hatte Jackson immer bestritten, er war nie schuldig gesprochen worden.

Erste US-Homo-Ehe vollständig anerkannt

Die beiden Männer hatten 1971 in Minnesota geheiratet

In den USA ist nach jahrzehntelangem juristischem Streit die erste Homo-Ehe vollständig anerkannt worden. Michael und Jack McConnell hätten Rentenansprüche für seit langer Zeit verheiratete Paare bewilligt bekommen, berichtet der Sender „NBC News". Die Ehe der beiden Männer gilt als die erste offiziell geschlossene Homo-Ehe in den USA - möglicherweise sogar weltweit. Michael McConnell und Jack Baker hatten 1971 eine Gesetzeslücke im Bundesstaat Minnesota genutzt, um zu heiraten. Dort war eine Hochzeit zwischen zwei Menschen desselben Geschlechts damals nicht explizit untersagt. Außerdem trickste das Paar ein wenig, indem Jack Baker seinen Vornamen in "Pat Lyn" änderte, was sich nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen lässt. Daraufhin bekam das schwule Paar zwar eine Ehe-Bestätigung. Allerdings weigerten sich die Behörden, die Ehe formell zu registrieren, als sie herausfanden, dass sie es mit zwei Männern zu tun hatten. Erst im vergangenen Jahr bestätigte ein Richter, dass die Ehe gültig ist. Nun bekam das Paar auch die Rentenansprüche für seit langem Verheiratete.

Tausende zu Demo am Frauentag in Berlin erwartet

In Berlin ist der Frauentag seit diesem Jahr ein gesetzlicher Feiertag

Tausende Menschen wollen in Berlin am Internationalen Frauentag am Freitag auf die Straße gehen. Laut Polizei sind zu einer zentralen Demonstration rund 10.000 Menschen angemeldet. Sie wollen vom Alexanderplatz (14.00 Uhr) durch die Stadt zum Oranienplatz ziehen. Dort will ein Frauen-Bündnis am Abend eine Abschlusskundgebung organisieren. In Berlin ist der Frauentag arbeitsfrei. Als einziges Bundesland hat Berlin den Internationalen Frauentag am 8. März zum gesetzlichen Feiertag erklärt. "Wie kein anderes Datum steht der 8. März für den langen Weg hin zur Gleichstellung der Geschlechter", hatte Regierungschef Michael Müller (SPD) dazu erklärt. Der Frauentag wurde auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin erstmals am 19. März 1911 in Deutschland und in Nachbarländern organisiert. Seit 1921 wird er jährlich am 8. März gefeiert. 1977 erkannte die UN-Generalversammlung den 8. März als Internationalen Frauentag an.

Stalker bricht zum dritten Mal bei Taylor Swift ein

Swift war nicht zuhause

In eine Wohnung von Pop-Diva Taylor Swift ist bereits zum dritten Mal ein Stalker eingedrungen. Der Mann, der wegen eines vorigen Einbruchs bei Swift gerade sechs Monate im Gefängnis saß, wurde am frühen Donnerstagmorgen in ihrem Haus in Homestead in Florida erwischt, wie die Polizei mitteilte. Er sei mit einer Leiter auf eine Terrasse im ersten Stock geklettert und habe dort eine Glastür eingeschlagen, um hinein zu gelangen. In dem Anwesen sei niemand gewesen. In Homestead wurde der Stalker im Februar 2018 verhaftet, nachdem er dort eine Haustür mit einer Schaufel aufgebrochen hatte. Zu der Haftstrafe wurde er im vergangenen April wegen eines Einbruchs im Manhattaner Haus der Sängerin verurteilt. Er wurde schlafend im Bett der Musikerin vorgefunden, nachdem er in ihrem Bad geduscht hatte. Swift war nicht zuhause.

Goldene Kamera: "Beste Schauspieler" nominiert

Paula Beer, Anna Schudt und Jörg Schüttauf sind nominiert

Nach Serien und Fernsehfilmen hat die Jury für den Fernsehpreis Goldene Kamera auch die sechs Nominierungen für die besten Schauspielerinnen und Schauspieler benannt. Anwärterinnen für die Auszeichnung sind Paula Beer ("Bad Banks", ZDF/Arte), Anna Schudt ("Aufbruch in die Freiheit", ZDF) und Rosalie Thomass ("Rufmord", Arte), wie die Funke Mediengruppe als Veranstalter mitteilte. Bei den Schauspielern nominiert wurden Nicholas Ofczarek ("Pass", Sky), Albrecht Schuch ("Der Polizist und das Mädchen", ZDF; "Kruso", Das Erste) sowie Jörg Schüttauf ("Macht euch keine Sorgen", Das Erste). Die Goldene Kamera wird am 30. März in Berlin auf dem Gelände des früheren Flughafens Tempelhof verliehen.

Sanierung der Beethovenhalle wird immer teurer

Statt 61,5 Millionen mindestens 103

Die Sanierung der denkmalgeschützten Beethovenhalle in Bonn verzögert sich weiter, auch die Baukosten steigen. Mehrere auf der Baustelle beschäftigte Firmen hätten gekündigt, teilte die Stadt mit. Dies habe Auswirkungen auf den Kosten- und Zeitplan. Die Instandsetzung der 1959 eröffneten Konzerthalle sollte eigentlich 2020 beendet sein, jetzt geht die Stadt von einer Fertigstellung im Jahr 2022 aus. Neue Ausschreibungen seien nötig. Ursprünglich waren 61,5 Millionen Euro für die Sanierung veranschlagt worden. Die jüngste Schätzung belief sich auf 103 Millionen Euro, jedoch werden laut der Stadt die Kosten schon wegen neuer Ausschreibungen wohl weiter steigen.

Brasilien greift Deutsche Welle mit Nazivergleich an

Online-Text kritisierte Umweltpolitik der brasilianischen Regierung

Brasiliens Regierung hat mit einem Nazivergleich auf einen kritischen Text der Deutschen Welle zur Umweltpolitik des Landes reagiert. Der deutsche Journalist Philipp Lichterbeck hatte der Regierung darin vorgeworfen, Brasiliens Natur in "eine Hölle" zu verwandeln. Die Beschreibung erinnere ihn eher daran, was Deutschland jüdischen Kindern im Holocaust angetan habe, erklärte Umweltminister Ricardo Salles auf Twitter. Salles erklärte zudem, dass seine Kritik nicht generell gegen Deutschland, sondern gegen die Deutsche Welle gerichtet sei.

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