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Kulturnachrichten

Mittwoch, 6. März 2019

Netflix will "Hundert Jahre Einsamkeit" verfilmen

Streamingdienst erwirbt Filmrechte für Roman von García Márquez

Netflix wird das epochale Meisterwerk "Hundert Jahre Einsamkeit" von Gabriel García Márquez als Serie auf den Bildschirm bringen. Der US-Streamingdienst teilte mit, man habe von der Familie des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers die Rechte zur Verfilmung des Romans erworben. Die Serie wird in spanischer Sprache gedreht. Es ist das erste Mal, dass das 1967 erschienene Werk verfilmt wird. Der Roman erzählt über sieben Generationen hinweg die Geschichte der Familie Buendía. In der Erzählung vermischen sich tatsächliche Geschehnisse aus der kolumbianischen Geschichte mit surrealen Begebenheiten. Der Roman gilt als eines der wichtigsten Werke der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts. Gabriel García Márquez wurde 1982 mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt.

Bundeskunsthalle hält an Michael-Jackson-Schau fest

Filmdokumentation "Leaving Neverland" hat kontroverse Diskussion entfacht

Trotz neuer Missbrauchsvorwürfe hält die Bundeskunsthalle an ihrer geplanten Michael-Jackson-Ausstellung fest. Die Schau behandele nicht das Leben des Popstars, sondern seinen Einfluss auf die zeitgenössische bildende Kunst, teilte das Museum am Mittwoch in Bonn mit. Es sei "keine Hommage auf die Person Jackson". Die derzeitige kontroverse Diskussion um die Filmdokumentation "Leaving Neverland" verfolge man intensiv. "Die darin erhobenen Vorwürfe sind schockierend, das Verfahren ist jedoch nicht abgeschlossen und gestaltet sich seit dem Tod Michael Jacksons auch um einiges schwieriger", teilte die Bundeskunsthalle mit. Eine Distanzierung zur Ausstellung sei "zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben". In den vergangenen Tagen hatte die Fernsehdokumentation "Leaving Neverland" Schlagzeilen gemacht. Darin erzählen die beiden Männer James Safechuck und Wade Robson, dass der 2009 gestorbene Sänger sie als Kinder missbraucht habe. Die Sendung rief in den USA geteilte Reaktionen hervor. Nach der Ausstrahlung des ersten Teils verteidigten einige Zuschauer Jackson, andere kündigten an, seine Musik nun nicht mehr hören zu wollen. Eine Reihe großer Radiosender in Kanada will vorerst keine Lieder von Michael Jackson mehr spielen.

Innenministerium lädt Aktionskünstler aus

Zentrum für politische Schönheit ist bei einem Kongress unerwünscht

Das Bundesinnenministerium hat die Entscheidung der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) verteidigt, den Leiter des "Zentrums für politische Schönheit", Philipp Ruch, von einem Kongress wieder auszuladen. Die Sprecherin des Ministeriums, Eleonore Petermann, sagte in Berlin, das Politkunst-Kollektiv habe bei seiner Internet-Aktion "Soko Chemnitz" im vergangenen Jahr "unter dem Schutz der Kunstfreiheit zu Denunziationen und zu Eingriffen in das allgemeine Persönlichkeitsrecht" aufgerufen. Deshalb habe das Ministerium "in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung diese Einladung nicht unterstützt". Denn eine solche Einladung hätte womöglich als staatliche Legitimierung dieser Aktion missverstanden werden können. Die Bundeszentrale ist dem Bundesinnenministerium unterstellt.

Vertrauen in etablierte Medien weiter stark

Studie belegt aber auch einen harten Kern an Kritikern

Trotz der "Lügenpresse"-Debatten vertraut ein großer Teil der Menschen in Deutschland einer Studie zufolge weiter den etablierten Medien. Zugleich hat sich aber auch ein fester Kern an Kritikern herausgebildet. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Publizisten der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität. Die Kritiker verurteilten die Medien pauschal und seien überdurchschnittlich häufig an den Rändern des politischen Spektrums zu finden. Immerhin jeder vierte Befragte wirft den Medien demnach gezielte Manipulation vor. Die Zahlen der Studie belegen den Mainzer Publizisten zufolge auch eine zunehmende Entfremdung zwischen Menschen und Medien.

Nächste Wiesbaden Biennale für August 2020 geplant

Kuratorin war Anfang des Jahres tödlich verunglückt

Das Kunst- und Theaterfestival Wiesbaden Biennale soll auch nach dem Tod von Kuratorin Maria Magdalena Ludewig stattfinden. Die nächste Ausgabe ist nach Angaben des Hessischen Staatstheaters für August 2020 geplant. Die Gespräche über eine neue Besetzung des Postens liefen, sagte eine Theatersprecherin. Ludewig war Anfang des Jahres im Alter von 36 Jahren auf Fuerteventura tödlich verunglückt. Gemeinsam mit Martin Hammer hatte die Kuratorin zuvor 2016 und 2018 die Wiesbaden Biennale des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden künstlerisch gestaltet.

Initiative gegen geschlechtergerechte Sprache

Verein Deutsche Sprache und Prominente lancieren "Aufruf zum Widerstand"

Der Verein Deutsche Sprache und 100 Erstunterzeichner vor allem aus Wissenschaft, Medien und Kultur wenden sich in einem "Aufruf zum Widerstand" gegen sogenannte geschlechtergerechte Sprache. Die "zerstörerischen Eingriffe in die deutsche Sprache" würden durch das Bestreben nach mehr Geschlechtergerechtigkeit motiviert, heißt es in dem in Dortmund verbreiteten Appell unter der Überschrift "Schluss mit dem Gender-Unfug!". Allerdings werde gar kein Beitrag zur Besserstellung der Frau in der Gesellschaft geleistet. Zu den Initiatoren des Aufrufs gehören die Schriftstellerin Monika Maron, der Journalist Wolf Schneider, der Vereins-Vorsitzende Walter Krämer sowie Josef Kraus, ehemaliger Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Unterzeichent haben Prominente wie Sibylle Lewitscharoff, die Lyriker Wulf Kirsten, Günter Kunert und Reiner Kunze, Peter Hahne, Dieter Nuhr und Dieter Hallervorden, Kai Diekmann und Bastian Sick sowie 14 Professorinnen und Professoren für Germanistik und Sprachwissenschaften.

Neue Manuskripte Einsteins zeigen genialen Geist

Jerusalemer Universität präsentiert 110 Seiten Material

Erstmals der Forschung zugängliche Originalmanuskripte Albert Einsteins geben neue Einblicke in die Gedankengänge des Nobelpreisträgers. Die Albert-Einstein-Archive an der Hebräischen Universität in Jerusalem präsentierten 110 Seiten, darunter auch persönliche Briefe an Einsteins langjährigen Freund Michele Besso sowie einen an seinen Sohn Hans Albert. "Er hat ganze Seiten mit mathematischen Kalkulationen mit sehr wenig Text gefüllt", sagte Hanoch Gutfreund, Direktor der Albert-Einstein-Archive. "Die waren entweder Vorbereitungen auf atemberaubende Artikel oder Zusammenfassungen von Ideen, wenn er damit rang, die einheitliche Feldtheorie zu formulieren." Die Unterlagen zeigten, wie sein kreativer Geist gearbeitet habe.

Weltmusikpreis Ruth für Hackbrett-Spieler

Rudi Zapf habe das Hackbrett populär gemacht

Der Münchner Hackbrett-Spieler Rudi Zapf erhält in diesem Jahr den Weltmusikpreis Ruth. Das teilten die Veranstalter des Weltmusikfestivals Rudolfstadt mit, die den Preis gemeinsam mit dem Mitteldeutschen Rundfunk und dem Arbeitskreis Creole ausloben. Zapf erhalte den Preis für sein Lebenswerk. Er habe sich in den vergangenen Jahrzehnten "unschätzbare Verdienste um die Popularisierung des Hackbretts" erworben. Das Hackbrett ist ein Saiteninstrument, das mit Klöppeln gespielt wird. Zapf setze es in verschiedenen Musikstilen bis hin zum Rock ein. Der Preis wird während des Festivals für Weltmusik - einer Mischung aus verschiedenen Musikformen aus aller Welt - am 6. Juli in Rudolstadt verliehen.

Zeitverlag trennt sich von Mitarbeiter

Grund sind Verstöße gegen journalistische Sorgfaltspflicht

Der Zeitverlag beendet die Zusammenarbeit mit einem freien Mitarbeiter, von dem sich zuvor schon die "Süddeutsche Zeitung" getrennt hat. Die Chefredaktionen von "Zeit" und "Zeit Online" begründeten die Entscheidung mit Verstößen gegen die Sorgfaltspflicht und die journalistischen Grundsätze, wie es auf dem "Zeit Online"-Blog "Glashaus" heißt. Bei der Überprüfung der Artikel seien in elf Fällen eine oder mehrere Ungereimtheiten aufgefallen, dass etwa die Ereignisse mehrerer Tage zur Beschreibung eines einzigen Tages verdichtet worden seien. Der Autor beteuere, dass alle Fehler ohne Täuschungsabsicht entstanden seien, heißt es in dem Blog weiter. Der "Spiegel", für den der freie Mitarbeiter ebenfalls Texte geschrieben hat, will dem Autoren künftig ebenfalls keine Aufträge mehr erteilen, wie ein Sprecher sagte. Die Untersuchung und abschließende Bewertung der Artikel laufe aber noch.

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