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Mittwoch, 26.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 5. März 2019

Yvette Gerner wird Intendantin von Radio Bremen

Sie tritt am 1. August ihr Amt an

Yvette Gerner wird die erste Intendantin von Radio Bremen. Der Rundfunkrat hat die 51-Jährige zur Nachfolgerin von Jan Metzger gewählt, wie der Sender mitteilte. Sie tritt am 1. August ihr Amt an. Seit 1945 hatte Radio Bremen dann insgesamt acht Intendanten. Die promovierte Politikwissenschaftlerin und derzeitige Chefin vom Dienst in der Chefredaktion des ZDF hatte sich am Nachmittag dem Rundfunkrat vorgestellt. Neben dem Studium der Politischen Wissenschaft, Germanistik und Slawistik hatte Gerner als freie Mitarbeiterin bei der Zeitung "Die Rheinpfalz" in Speyer begonnen. Später wechselte sie zum ZDF, wo sie unter anderem in der Hauptredaktion Außenpolitik tätig war.

Arata Isozaki gewinnt Pritzker-Preis für Architektur

Bauten des Japaners "trotzen stilistischen Kategorien"

Der Japaner Arata Isozaki hat den diesjährigen Pritzker-Preis und damit die höchste Auszeichnung für Architektur gewonnen. Mit seinen "frischen" Bauten, die "stilistischen Kategorien trotzen", sei Isozaki niemals Trends gefolgt, sondern stets seinem eigenen Weg, schrieb die Jury in ihrer Entscheidung. Isozaki habe als einer der ersten japanischen Architekten außerhalb Japans gebaut in einer Zeit, als westliche Gesellschaften eher den Osten beeinflussten, sagte Tom Pritzker, Vorsitzender der Hyatt Foundation. Die Stiftung mit Sitz in Chicago steht hinter dem mit 100 000 Dollar (88 000 Euro) dotierten Preis. Zu den bekanntesten Bauten Isozakis zählen das Museum of Contemporary Art in Los Angeles, das Olympische Stadion in Barcelona und das Eishockey-Stadion im norditalienischen Turin. Am Potsdamer Platz in Berlin baute Isozaki, der weltweit mehr als hundert Bauprojekte umgesetzt hat, mit weiteren Architekten die Daimler-Benz-Hochhäuser.

Scala wegen saudi-arabischen Geldes in der Kritik

Opposition nennt Finanzierung "Schlag ins Gesicht in Sachen Menschenrechte"

Die weltberühmte Mailänder Scala hat durch ein Finanzierungs-Abkommen mit Saudi-Arabien scharfe Kritik auf sich gezogen und eine Debatte über Kultursponsoring und Menschenrechte ausgelöst. Der Leiter des traditionsreichen Opernhauses, Alexander Pereira, bestätigte in der Zeitung "La Repubblica", dass sein Haus eine Vereinbarung mit dem Kulturministerium in Riad getroffen habe. Sie sehe vor, dass die Scala fünf Jahre lang je drei Millionen Euro erhalte. Oppositionspolitiker kritisierten die Pläne scharf und verwiesen dabei auf Menschenrechtsverletzungen durch Saudi-Arabien. So war der regierungskritische Journalist Jamal Khashoggi im vergangenen Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul ermordet worden. "Die Vorstellung, dass die Saudis in die Scala kommen, ist ein Schlag ins Gesicht in Sachen Menschenrechte", sagte der Europaabgeordnete der Demokratischen Partei, Antonio Panzeri. Laut Pereira kam der Kontakt über Vertraute des lombardischen Regionalpolitikers Attilio Fontana zustande, der genau wie Italiens stellvertretender Premierminister Matteo Salvini zur fremdenfeindlichen Lega-Partei gehört. Im Gegenzug für die Spende soll nach italienischen Medienberichten der saudische Kulturminister, Prinz Badr bin Abdullah, in den Aufsichtsrat der Scala aufgenommen werden.

Viele Jugendliche süchtig nach Computerspielen

Das legt eine Studie der Krankenkasse DAK nahe

Gut 15 Prozent der regelmäßigen Computerspieler, somit gut 450.000, zeigen laut einer Studie der Krankenkasse DAK ein Suchtverhalten - die meisten davon sind Jungen. Dies führe zu Fehlzeiten in der Schule, Gereiztheit, Konzentrationsproblemen und Ärger in der Familie. Mehr als die Hälfte der regelmäßigen Spieler habe im Zeitraum von sechs Monaten Geld für die Anschaffung von Spielen oder für Extras ausgegeben - im Durchschnitt seien das gut 110 Euro gewesen.

Mehr als 1000 Jahre alte Opfergaben entdeckt

Fund im mexikanischen Chichén Itzá aus präkolumbischer Zeit

In der berühmten Maya-Ruinenstadt Chichén Itzá in Mexiko haben Archäologen mehr als 1000 Jahre alte Gefäße und andere Objekte aus präkolumbischer Zeit in einer Höhle entdeckt. Bei den Objekten aus der Balamkú-Höhle auf der Halbinsel Yucatán soll es sich um Opfergaben handeln, die laut Schätzungen des Nationalen Instituts für Anthropologie und Geschichte aus den Jahren 700 bis 1000 stammten. Die Arrangements bestanden hauptsächlich aus Behältnissen für Räucherwerk und teils zersplitterten Keramikgefäßen mit verkohlten Überresten, Samen, Jade, Muscheln und kleinen Tierknochen. Die Archäologen waren im vergangenen Jahr dank Hinweisen von Anwohnern auf die Höhle gestoßen.

Nachholbedarf bei Orchester-Führungspersonen

Deutsche Orchestervereinigung: Zukunft der Orchester ist weiblich

Die Zukunft in Orchestergräben und auf Konzertbühnen ist aus Sicht der Deutschen Orchestervereinigung weiblich. Aktuell sitzen nach einer Erhebung der Gewerkschaft zu 40 Prozent Frauen in den Orchestern. Allerdings schränkte die Vereinigung kurz vor dem Weltfrauentag am 8. März ein: "Leider gilt noch immer: Je berühmter ein Orchester, desto geringer die Frauenquote." Zur Entwicklung verwies die Orchestervereinigung auf die Alterspyramide. Männer seien besonders stark vertreten in der Altersgruppe von 50 Jahren an. Dagegen sind zwischen 25 und 45 Jahren Frauen in der Mehrheit. "Da es mehr weibliche Nachwuchsmusikerinnen gibt, wird der Frauenanteil in den Berufsorchestern weiter steigen." Weiblichen Nachholbedarf gibt es nicht nur in Spitzenorchestern, sondern auch bei Führungspersonen. Bei Konzertmeistern der ersten Violine ist nur ein Drittel weiblich. Beim Solo-Cello besetzen Frauen nur ein Fünftel der Positionen.

TU Berlin erhält größte Sammlung antisemitischer Bilder

Zentrum für Antisemitismusforschung will "Arthur Langerman Archiv" aufbauen

Die Technische Universität Berlin erhält die größte Privatsammlung antisemitischer Bilder. Der Sammler und Holocaust-Überlebende Arthur Langerman übergibt sie am 20. März dem Zentrum für Antisemitismusforschung der Universität. Dazu zählen rund 5.000 Postkarten, 1.000 Skizzen sowie hunderte Plakate, Gemälde und Drucke aus 15 Ländern. Das Zentrum will damit ein "Arthur Langerman Archiv" aufbauen. Die Werke sollen erforscht sowie in Ausstellungen und Bildungsveranstaltungen eingesetzt werden. Die meisten Objekte stammen vom späten 19. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Schweigeminute für Lagerfeld bei Chanel-Schau

Models zeigen letzte Kollektion von verstorbenem Modemacher

Mit einer Schweigeminute bei einer Modenschau in Paris hat das französische Modehaus Chanel Abschied von Modedesigner Karl Lagerfeld genommen. Die Models blieben auf dem Laufsteg im Grand Palais stehen, das für das Defilée mit Lagerfelds letzter Kollektion in eine alpine Winterlandschaft verwandelt worden war. Viele Modefans im Publikum trugen Schwarz. Nach der Schweigeminute war im Grand Palais Lagerfelds Stimme zu hören. In der Aufnahme sprach der Modezar über seine Anfänge bei Chanel und einen Besuch von Queen Elizabeth II. bei einer seiner Modenschauen. Die Schau endete mit stehenden Ovationen und dem Hit "Heroes" von Musiklegende David Bowie.

2019 werden zwei Literaturnobelpreise vergeben

Im Herbst werden die Auszeichnungen von 2018 und 2019 vergeben

Nach der Absage der Preisvergabe 2018 werden in diesem Jahr gleich zwei Literaturnobelpreise vergeben. In diesem Herbst werde ein Preisträger für das Jahr 2018 und einer für das Jahr 2019 gekürt, gab die Nobelstiftung in Stockholm bekannt. Nach den internen Problemen bei der für die Preisvergabe zuständigen Schwedischen Akademie sei die Nobelstiftung zu der Ansicht gelangt, dass die Akademie mehrere wichtige Maßnahmen ergriffen habe, um das Vertrauen in die Institution wiederherzustellen. Die Schwedische Akademie steckt seit Ende 2017 wegen eines Skandals in einer tiefen Krise. Das führte unter anderem dazu, dass 2018 kein Literaturnobelpreis vergeben wurde.

Wecker verteidigt Friedenspreis für "Jüdische Stimme"

Antisemitismus-Vorwürfe seien nicht nachvollziehbar

Im Streit um die Verleihung des Göttinger Friedenspreises hat sich der Vorjahrespreisträger Konstantin Wecker zu Wort gemeldet. "Für mich als Preisträger des Göttinger Friedenspreises sind die Vorwürfe, dass es sich bei der Organisation 'Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost' um eine antisemitische Bewegung handeln solle, nicht nachvollziehbar", schreibt der Liedermacher in einem offenen Brief an Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Sparkassenchef Rainer Hald. Der Verein "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost" steht bei den Kritikern im Verdacht, die anti-israelische Bewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) zu unterstützen. Sie ruft zum Boykott israelischer Künstler, Wissenschaftler und Unternehmer auf.

Julia Draganovic soll Deutsche Akademie Rom leiten

Draganovic folgt auf Joachim Blüher, der aus Altersgründen ausscheidet

Julia Draganovic, seit 2013 Direktorin der Kunsthalle Osnabrück, wird ab Juli neue Leiterin der Deutschen Akademie Rom. Das teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin mit. Draganovic löst Joachim Blüher ab, der nach 17 Jahren im Amt aus Altersgründen ausscheidet. Grütters würdigte Blüher, der die Deutsche Akademie Rom zu einer der führenden europäischen Künstlerresidenzen entwickelt und der Villa Massimo im Kulturleben der italienischen Metropole Glanz verliehen habe. Die Deutsche Akademie Rom ist die größte und bedeutendste Einrichtung zur Förderung deutscher Künstler durch Studienaufenthalte im Ausland. Sie wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit rund 2,3 Millionen Euro pro Jahr gefördert.

Positives Echo auf Öffnung der Vatikan-Archive

Akten von Papst Pius XII. zeigen Verhalten des Vatikans während des Holocausts

Die Ankündigung von Papst Franziskus, die Akten für die Amtszeit von Papst Pius XII. (1939-1958) vollständig freizugeben, stößt auf ein einhellig positives Echo. Franziskus zeige mit dieser Entscheidung, dass er an engen und aufrichtigen Beziehungen zum Judentum interessiert sei, schreibt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, in einem an den Papst. Israels Staatspräsident Reuven Rivlin bezeichnete die Öffnung als einen wichtigen Schritt. Auch die Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hatte die Vatikan-Ankündigung begrüßt. Das Material werde eine "objektive und offene Forschung" zum Verhalten des Vatikan und der katholischen Kirche während des Holocaust ermöglichen. Man erwarte, dass Forschern voller Zugang zu allen archivierten Dokumenten gewährt werde.

Viele Orchester können wieder nach Tarif zahlen

Auch das musikpädagogische Angebot der Orchester hat sich verbessert

Die finanzielle Situation deutscher Berufsorchester hat sich nach einigen schwierigen Jahren wieder gefestigt. "Viele Orchester in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Brandenburg können wieder Tarifgehälter zahlen oder sind zumindest auf dem Weg dorthin", sagte Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung, in Berlin. Nachholbedarf bei der Finanzierung gebe es derweil in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, aber auch in Bayern und Niedersachsen. Die finanzielle Lage habe sich zwischen 2017 und 2018 ebenso wie das musikpädagogische Angebot der Orchester verbessert, betonte Mertens. Instrumentenpräsentationen, Kammermusikauftritte, Workshops in Schulen und ähnliche Veranstaltungen hätten in den vergangenen zwei Jahren mit über 6.000 Veranstaltungen um rund 20 Prozent zugenommen. Die Zahl der Kinder-, Jugend-, Familien- und Schülerkonzerte sei im gleichen Zeitraum um 25 Prozent gestiegen.

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Fazit

Kritik an Karl-May-FestspielenDebatten statt Verbote
Die Schauspieler Sascha Gluth (l-r), Harald Wieczorek und Alexander Klaws spielen eine Szene aus "Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers" der Karl-May-Spiele in der Freiluft-Arena am Kalkberg.  (Frank Molter / dpa)

"Professorin will diesen Winnetou abschaffen" titelte eine Boulevardzeitung nach Kritik an den Karl-May-Festspielen. So weit will niemand gehen, aber es gibt gute Gründe, die Darstellung von native americans zu verändern, findet Noa Ha von der Uni Dresden.Mehr

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