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Freitag, 03.04.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 3. April 2020

Abenteuer und Menschenrechte - Rüdiger Nehberg ist tot

Der deutsche Extremabenteurer und Menschenrechtsaktivist Rüdiger Nehberg ist tot. Dies teilte die von ihm gegründete Menschenrechtsorganisation Target auf ihrer Website mit. Der im Mai 1935 in Bielefeld geborene Nehberg hatte sich unter anderem seit Anfang der 80er Jahre dem Kampf für die bedrohten Yanomami-Indianer im brasilianischen Urwald verschrieben, die er kennenlernte, als er sich wochenlang ohne Ausrüstung durch den Dschungel schlug. Ab da waren seine spektakulären Aktionen immer auch Lobbyarbeit für die bedrohten Indianer, die seinen Angaben nach 2000 endlich einen "akzeptablen Frieden" erhielten. Die Aufgabe habe seinen "ursprünglich von Abenteuerlust geprägten Reisen unerwartet Sinn und meinem Leben Erfüllung" gegeben, schrieb Nehberg einmal. Später wandte er sich dem Kampf gegen Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen zu. Der gelernte Bäcker und Konditor arbeitete parallel noch lange in seinem angestammten Beruf und führte bis 1990 in Hamburg einen eigenen Betrieb. Seine Bücher wurden Bestseller, sein Image als wunderlicher "Würmerfresser" störte ihn nicht.

Kulturrat begrüßt geplante Gutscheinlösung

Der Deutsche Kulturrat hat die geplante Gutscheinlösung für gekaufte Tickets für Kulturveranstaltungen begrüßt. Das sei ein wichtiger Akt der Nothilfe, sagte dessen Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Die Regelung soll auch für gebuchte Reisen und Sportveranstaltungen gelten. Die EU-Kommission muss dem Maßnahmenpaket noch zustimmen. Die Gutscheine sollen bis Ende 2021 befristet sein und für alle Tickets gelten, die vor dem 8. März gekauft wurden. Hat der Kunde seinen Gutschein bis Ende 2021 nicht eingelöst, muss der Kulturveranstalter ihm den Wert erstatten. Geplant sind auch Härtefallklauseln für alle Kunden, denen ein Gutschein wegen ihrer finanziellen Situation nicht zumutbar ist.

Kehlmann in Auswahl für International-Booker-Preis

Der deutsch-österreichische Schriftsteller Daniel Kehlmann ("Die Vermessung der Welt") ist mit der englischsprachigen Übersetzung seines Romans "Tyll" in die engere Auswahl für den diesjährigen International-Booker-Preis gekommen. Das teilte die Jury mit. Die Auszeichnung zählt zu den bedeutenden Literaturpreisen Großbritanniens und wird für ins Englische übersetzte Werke vergeben, die in Großbritannien oder Irland veröffentlicht werden. Das Preisgeld beträgt umgerechnet knapp 57 000 Euro und wird je zur Hälfte zwischen Autor und Übersetzer aufgeteilt. Der Gewinner soll am 19. Mai bekannt gegeben werden.

Schauspielerin und Autorin Barbara Rütting gestorben

Die Schauspielerin, Autorin und Politikerin Barbara Rütting ist tot. Sie starb bereits am Samstag im Alter von 92 Jahren im unterfränkischen Marktheidenfeld, wie erst jetzt bekannt wurde. 1952 debütierte Rütting als Darstellerin in Theater und Film und gewann den Bundesfilmpreis als beste Nachwuchsschauspielerin. Bis in die frühen 1980er-Jahre spielte sie Hauptrollen in insgesamt 45 Filmen, darunter das Antikriegsdrama "Die letzte Brücke". Auch schrieb sie Romane und Ratgeberbücher. Nach ihrer Filmkarriere setzte sich Rütting für Umweltschutz und Tierrechte ein und saß für die Grünen im bayerischen Landtag.

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