Mittwoch, 11.12.2019
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 4. April 2019

Sarkophag soll live im Fernsehen geöffnet werden

Der US-Sender Discovery will vor laufenden Kameras einen Jahrtausende alten ägyptischen Sarkophag öffnen lassen. In einer Sondersendung am Sonntagabend werde der Sarg einer 3000 Jahre alten Mumie geöffnet. Forscher vermuten darin einen ägyptischen Adligen. Die Grabstätte war im Februar 2018 südlich von Kairo entdeckt worden. In einem Netz von Tunneln und Gräbern waren Archäologen auf 40 Mumien gestoßen. Das Projekt sei eine Zusammenarbeit mit dem ägyptischen Ministerium für Altertümer, gab der Sender bekannt. Auch der frühere Minister für Altertümer, Sahi Hawass werde an der Sendung teilnehmen. "Letztendlich ist es ein Medienspektakel, aber es könnte die Menschen dazu bringen, sich für Altertümer zu begeistern", sagte eine ägyptische Archäologin, die anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP. Wenn die Sendung gut gemacht sei, könne sie auch eine Chance für den Tourismus sein.

Brexit-Gefahr: Kunstwerk nach Münster geholt

Der drohende Brexit als Kunstbeschleuniger: Wegen des möglichen Ausscheidens der Briten aus der Europäischen Union hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe ein tonnenschweres Kunstwerk frühzeitig nach Münster bringen lassen. Nach Angaben des Verbandes steht die elf Tonnen schwere Skulptur "More Shadow Stack" des irischen Künstlers Sean Scully jetzt vor dem Eingang des LWL-Museums für Kunst und Kultur am Domplatz in Münster. Die Ausstellung "Sean Scully. Vita Duplex" ist vom 5. Mai bis 8. September in Münster zu sehen. Laut LWL ist unklar, welche Folgen der Brexit für den internationalen Austausch von Kunstwerken hat. "Daher war es uns wichtig, die Kunstwerke noch vor dem Brexit nach Münster zu transportieren.", teilte ein Sprecher laut Mitteilung mit. Nach Angaben eines Beraters von Künstler Scully kommt es bei den britischen Behörden derzeit wegen des möglichen Brexits zu langen Verzögerungen bei den Genehmigungen für Ein- und Ausfuhren.

S. Fischer erhält neue Geschäftsführerin

Wechsel an der Spitze der traditionsreichen Verlagsgruppe S. Fischer: Am 1. Juni dieses Jahres wird Siv Bublitz die verlegerische Geschäftsführung des Hauses übernehmen, das zum Holtzbrinck-Konzern gehört. Sie löst Jörg Bong ab, der seit 2012 den Posten inne hat. Bublitz, langjährige frühere Ullstein-Verlegerin, arbeitet seit 2017 bei Fischer und ist dort derzeit als Geschäftsführerin für Programm/Strategie zuständig. Bong scheide aus persönlichen Gründen aus, teilte der Verlag mit. Er wolle künftig ausschließlich schreiben. Bong ist unter dem Pseudonym Jean-Luc Bannalec Verfasser der erfolgreichen Bretagne-Krimis um Kommissar Dupin. S. Fischer gehört zu den großen Publikumsverlagen in Deutschland. Zur Holtzbrinck-Gruppe gehören unter anderem auch noch die Verlage Rowohlt, Kiepenheuer&Witsch und Droemer Knaur.

Bauhaus-Museum Weimar vor Eröffnung

In Weimar wird am Freitag das neue Bauhaus-Museum eröffnet. Die Museumseröffnung gilt als einer der Höhepunkte im 100. Jubiläumsjahr der Gründung der berühmten Kunst- und Designschule. Nach der offiziellen Eröffnungsfeier am Abend, zu der unter anderen Bundeskulturstaatsministerin Monika Grütters und der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow erwartet werden, folgt für Besucher ein eintrittsfreies Wochenende in das neue Haus. Die Gesamtbaukosten für das Bauhaus-Museum werden auf 27 Millionen Euro beziffert, etwa 4,4 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Das Bauhaus-Museum zeigt auf fünf Etagen mehr als 1.000 Objekte aus der Zeit des Bauhauses in der Klassikerstadt bis zu seiner Vertreibung 1925 nach Dessau. Der Neubau löst die frühere Ausstellung in der ehemaligen Kunsthalle ab, die von 1995 bis 2018 nur einen Bruchteil der etwa 13.000 Exponate zählenden Weimarer Sammlung zeigen konnte.

Merkel gibt umstrittene Nolde-Bilder zurück

Kanzlerin Angela Merkel gibt zwei Gemälde des Malers Emil Nolde (1867-1956) aus ihrem Amtszimmer zurück. "Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hatte die Bundeskanzlerin gebeten, das Gemälde "Brecher" von Emil Nolde an die Stiftung als Eigentümerin des Kunstwerks zurückzugeben", teilte eine Regierungssprecherin der Deutschen Presse-Agentur mit. Dieser Bitte komme die Kanzlerin selbstverständlich gerne nach. Neben diesem Bild werde sie auch das zweite, in ihrem Arbeitszimmer hängende Gemälde an die Stiftung zurückgeben. Nolde ist wegen seiner Rolle im Nationalsozialismus umstritten. Nach Angaben der Stiftung sollen die beiden Bilder in der am kommenden Donnerstag in Berlin beginnenden Ausstellung "Emil Nolde - Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus" gezeigt werden. Dabei soll es auch um neue Erkenntnisse von Wissenschaftlern über das Verhältnis Noldes zu den Nazis gehen.

Deutsch-Französischer Medienpreis für Ehepaar Klarsfeld

Die Nazi-Jäger Beate und Serge Klarsfeld erhalten den Großen Deutsch-Französischen Medienpreis 2019. Das deutsch-französische Ehepaar sei seit Jahrzehnten "ein Vorbild für den Kampf gegen das Vergessen", erklärte SR-Intendant Thomas Kleist als Vorsitzender der Preisstifter in Saarbrücken. "Die Aufarbeitung des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte wäre ohne ihr Engagement anders verlaufen." Die undotierte Auszeichnung wird am 3. Juli in Paris verliehen. Beate Klarsfeld wurde 1968 durch ihre Ohrfeige für den damaligen Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger wegen dessen Verstrickung in das NS-Regime bekannt. Später machte sie mit ihrem Ehemann Serge die Aufenthaltsorte von NS-Verbrechern ausfindig, darunter der frühere Gestapo-Chef Klaus Barbie, und sorgte dafür, dass diese sich vor Gericht verantworten mussten. Darüber hinaus gab das Ehepaar eine Dokumentation mit den Namen aller 80.000 aus Frankreich deportierten Juden heraus.

Deutscher Nationalpreis für Lasker-Wallfisch

Der mit 30 000 Euro dotierte Deutsche Nationalpreis geht in diesem Jahr an die Holocaust-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch. Damit werde eine starke Streiterin im Kampf gegen den Antisemitismus ausgezeichnet, der in Deutschland und in vielen anderen westlichen Ländern wieder zunehmend in Erscheinung trete, teilte die Deutsche Nationalstiftung in Hamburg mit. Die Auszeichnung wird am 10. September in Berlin verliehen. "Die Deutsche Nationalstiftung will damit unterstreichen, dass aus ihrer Sicht das entschlossene Eintreten gegen alle Formen von Antisemitismus Teil der deutschen Identität sein muss", sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Mirow. Anita Lasker-Wallfisch, Jahrgang 1925, war zusammen mit ihrer Schwester Renate in den Vernichtungslagern Auschwitz und Bergen-Belsen, die sie vor allem dank ihres Mitwirkens im Frauen-Orchester überlebten. Kurz nach Kriegsende emigrierte Lasker-Wallfisch nach Großbritannien, wo sie bis heute lebt.

Amsterdam: Bewohner gegen Holocaust-Mahnmal

Der polnisch-amerikanische Star-Architekt Daniel Libeskind ist zutiefst beunruhigt über einen heftigen Streit um ein Holocaust-Monument in Amsterdam. Mit einer einstweiligen Verfügung haben Anwohner die Errichtung des Denkmals vorerst verhindert. Gerade in einer Zeit von zunehmendem Antisemitismus und Rassismus dürfe die Judenverfolgung nicht vergessen werden, sagte Libeskind der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist sehr beunruhigend, dass Menschen hier die Erinnerung auslöschen wollen." Libeskind hatte das sogenannte "Namen-Monument" im Auftrag des niederländischen Auschwitz-Komitees entworfen. Es soll aus 102 000 Backsteinen errichtet werden. Auf jedem Stein soll der Name eines Opfers stehen. Die deutschen Nationalsozialisten hatten während des Zweiten Weltkrieges 102 000 niederländische Juden ermordet. Bewohner hatten unter anderem Klage eingereicht, da 24 Bäume für das Denkmal gefällt werden müssen.

PEN-Zentrum protestiert gegen Abschiebung

Das PEN-Zentrum hat in einem offenen Brief an Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und den Präsidenten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Hans-Eckhard Sommer, gegen die Abschiebung des vietnamesischen Schriftstellers und Menschenrechtsaktivisten Ngyuen Quang Hong Nhan und dessen Frau aus Nürnberg protestiert. Er sei "entsetzt über die Abschiebung", schrieb der Vizepräsident der Schriftstellervereinigung, Ralf Nestmeyer, in dem Brief. Das deutsche PEN-Zentrum fordere das Bundesamt auf, die Entscheidung zur Abschiebung zu revidieren, schrieb Nestmeyer weiter. Obwohl Nguyen Quang Hong Nhan 1979 wegen "Propaganda gegen den sozialistischen Staat" in Vietnam zu einer zwanzigjährigen Haftstrafe verurteilt worden sei und erst 2015 ausreisen konnte, hätten die bayerischen Behörden den Asylantrag sowie einen Asylfolgeantrag unverständlicherweise abgelehnt und ihn "in einer Nacht-und-Nebel-Aktion abgeschoben". Es stelle sich die Frage, wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu der Einschätzung habe kommen können, dass der in Nürnberg lebende Schriftsteller in seiner Heimat keinerlei Repressalien zu befürchten habe.

Internationale Computerspielesammlung geht online

Die Internationale Computerspielesammlung steht als Datenbank online und ist für alle Interessierten zugänglich. Ziel des Projekts, das auch von der Bundesregierung geförderten wird, ist es nun, die Sammlung zur weltweit umfangreichsten und bedeutendsten Datenbank auszubauen, sagte Çigdem Uzunoglu, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Spielekultur. Aktuell fasst sie rund 40 000 Computer- und Videospiele, die seit den 70er Jahren auf den Markt gekommen sind. Geplant sind gut 60 000 Titel, die mit Cover, Erscheinungsdatum und Hintergrundinfos ins Netz gestellt werden sollen. In der nun folgenden zweiten Projektphase soll die Sammlung auch physisch an einem Ort zusammengetragen werden. Die Sammlung soll zur weltweit umfangreichsten und bedeutendsten Datenbank und zum Leuchtturm für den Games-Standort Deutschland werden.

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