Seit 16:30 Uhr Kulturnachrichten

Dienstag, 22.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. Oktober 2019

Londoner Kunstexperte wird Haus der Kunst leiten

Andrea Lissoni von der Tate Modern in London wird künstlerischer Leiter im Haus der Kunst in München. Der Kunsthistoriker und Kulturmanager werde seine Arbeit am 1. April 2020 aufnehmen, teilte Bayerns Kunstminister Bernd Sibler in München mit. Lissoni sei in der Museumswelt international sehr gut vernetzt und erfahren im Management von Kunstinstitutionen. Zudem besitze er einschlägige inhaltliche Expertise in der modernen und zeitgenössischen Kunst. Auf den Kunstexperten wartet in München eine anspruchsvolle Aufgabe. Das Haus der Kunst befindet sich in einem Umstrukturierungsprozess, ausgelöst durch massive Geldprobleme. Zudem steht die umfassende Sanierung des neoklassizistischen Gebäudes an, das die Nationalsozialisten errichtet und 1937 eröffnet hatten. Andrea Lissoni folgt auf Okwui Enwezor.

Neue Leitung für Augsburger Brechtfestival

Das Augsburger Brechtfestival wird künftig von Jürgen Kuttner und Tom Kühnel geleitet werden. Die beiden Künstler arbeiten seit 2001 als Regie-Duo vor allem am Deutschen Theater Berlin. Jürgen Kuttner ist zudem als Radiomoderator, als Kulturwissenschaftler und Mitbegründer der taz-Ostausgabe bekannt. Das Programm des nächsten Brechtfestivals wird im Dezember vorgestellt werden, es findet vom 14. bis 23. Februar statt.

Lichtgestalter Ingo Maurer gestorben

Der Lichtdesigner Ingo Maurer ist mit 87 Jahren gestorben. Das gab seine Agentur bekannt. Schon seine erste Leuchte machte ihn berühmt: "Bulb", der Entwurf aus dem Jahr 1966 wurde in die Design Collection des Museum of Modern Art in New York aufgenommen, "Little Black Nothing" und das Niedervolt-Seilsystem "YaYaHo" folgten etwa zwanzig Jahre später. Mit seiner Firma "Design M" in München entwickelte Maurer besondere Beleuchtungskonzepte, Lichtinszenierungen und -systeme. Seine Arbeiten wurden international gezeigt und mit Preisen geehrt. Geboren wurde Ingo Maurer auf der Insel Reichenau im Bodensee, er absolvierte zunächst eine Ausbildung als Typograph und studierte Graphikdesign in München.

"Kir-Royal"-Schauspielerin Billie Zöckler ist tot

Die Schauspielerin Billie Zöckler ist tot. Sie sei bereits vergangene Woche gestorben, bestätigte ihre Familie der Deutschen Presse-Agentur in München. Die 70-Jährige sei krank gewesen. Zu den berühmtesten Rollen der Münchnerin zählte ihr Auftritt als warmherzige, gewitzte Sekretärin Edda in Helmut Dietls Kultserie "Kir Royal", mit rotgelockter Perücke. Erst im Juli spielte Zöckler in der ARD-Komödie "Club der einsamen Herzen". Neben ihren Fernsehrollen, war Billy Zöckler auch auf der Bühne zu sehen.

Hugo-Ball-Preis für Autor Bov Bjerg

Der Autor und Kabarettist Bov Bjerg erhält im Februar den mit 10.000 Euro dotierten Hugo-Ball-Preis der Stadt Pirmasens. Bjerg, der mit bürgerlichem Namen Rolf Böttcher heißt, werde für sein "vielseitiges Werk als gesellschaftlich schreibender und handelnder Erzähler, als Autor der eingreifenden Performance in bester politischer Dada-Tradition" gewürdigt, wie die Stadt mitteilte. Bjerg gründete mehrere Lesebühnen in Berlin und veröffentlichte etwa die Bücher "Die Modernisierung meiner Mutter: Geschichten" oder "Auerhaus". Der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis geht an die deutsch-ungarische Lyrikerin Kinga Toth. Die Stadt Pirmasens vergibt die Auszeichnungen alle drei Jahre an Autoren, die mit ihren Arbeiten an den in Pirmasens geborenen Schriftsteller, Journalisten und Kulturkritiker Ball erinnern.

Weniger Besucher in Theatern und Orchestern

Rund 34,7 Millionen Menschen haben in der Spielzeit 2017/2018 Aufführungen deutscher Theater und Sinfonieorchester besucht. Das bedeutet einen Rückgang um rund 800.000 gegenüber dem Vorjahr, wie aus der in Köln veröffentlichten Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins hervorgeht. Die öffentlich getragenen Theater und Orchester erhielten im selben Zeitraum 2,5 Prozent mehr Zuschüsse, insgesamt etwa 2,7 Milliarden Euro. Die Zahl der Vorstellungen ist mit 65.356 im Vergleichszeitraum leicht gesunken. Um mehr als neun Prozent gewachsen ist dagegen das theaternahe Rahmenprogramm, darunter Programmeinführungen, Publikumsgespräche oder Podiumsdiskussionen. Das zeige, wie sehr die öffentlichen Theater und Orchester daran arbeiteten, "in ihren Städten und Regionen künstlerisch und gesellschaftlich am Ball zu bleiben", erklärte der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Marc Grandmontagne.

Einheitsdenkmal: Berliner Naturschützer klagen

Der Baubeginn des Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin könnte sich weiter verzögern. Der Naturschutzbund (NABU) Berlin hat Klage gegen die Genehmigung der Senatsbauverwaltung eingereicht, die im Oktober grünes Licht für den Baubeginn unter strengen Natur- und Artenschutzauflagen gegeben hatte. Dabei geht es um Ausgleichsmaßnahmen für geschützte Fledermäuse, die im Gewölbe unter dem künftigen Denkmalsockel am Berliner Schloss leben. Laut NABU hat die Behörde aber bisher kein ausreichendes Ersatzquartier und alternative Brutplätze für die seltenen Wasserfledermäuse geschaffen. Für das seit Jahren umstrittene Projekt hatte der Bundestag im vergangenen Jahr 17 Millionen Euro freigegeben.

Berühmte Strickjacke von Kurt Cobain wird versteigert

Eine berühmte Strickjacke des verstorbenen Nirvana-Sängers Kurt Cobain wird diese Woche in New York versteigert. Das Auktionshaus Julien's Auctions rechnet mit einem Erlös von zwischen 200.000 und 300.000 Dollar (179.000 bis 269.000 Euro) für die Jacke, die der Grunge-Musiker bei der Aufnahme des "Unplugged"-Albums im Jahr 1993 trug. Im Preis inbegriffen ist ein großes Zigaretten-Brandloch in der Weste. "Kurt hat den Grunge-Look geschaffen", sagte der Chef von Julien's Auctions, Darren Julien, der Nachrichtenagentur AFP. Die Jacke sei das wichtigste Kleidungsstück, das der Sänger jemals getragen habe, und damit so etwas wie der "Heilige Gral" von Cobains Bekleidung. Die Strickjacke war bereits 2015 versteigert worden und hatte 137.500 Dollar eingebracht.

Japan: Steinmeier beeindruckt von Inthronisierung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich beeindruckt gezeigt von der Zeremonie zur Inthronisierung des japanischen Kaisers Naruhito. "Da verbindet sich Geschichte, Tradition, die Freude über die Thronbesteigung des neuen Kaiserpaares, aber eben auch viel Hoffnung auf Zukunft", sagte Steinmeier im Anschluss an die 30-minütige Zeremonie im Palast in Tokio zu deutschen Journalisten. Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender gehörten zu rund 2000 Würdenträgern aus rund 190 Ländern und von internationalen Organisationen, die zur Zeremonie geladen waren. Die Zeremonie war Höhepunkt einer Reihe von Thronfolge-Ritualen, die im Mai begonnen hatten, als Naruhito die Nachfolge seines Vaters Akihito antrat.

Politik-Chef Nikolaus Blome verlässt "Bild"

Der Politik-Chef und stellvertretende Chefredakteur, Nikolaus Blome, verlässt die "Bild"-Zeitung. Blome geht laut einem Intranet-Eintrag des Konzerns "auf eigenen Wunsch und im gegenseitigen Einvernehmen zum 31. Oktober 2019". Die Nachfolge für die Leitung des Ressorts Politik werde in Kürze bekanntgegeben. Blome wurde mit diesen Worten zitiert: "Ich danke "Bild" von Herzen für viele wunderbare Jahre. Nun möchte ich aus persönlichen Gründen einen anderen Weg einschlagen." Seit Ende 2015 war Blome bei "Bild" für die Politik- und Wirtschaftsberichterstattung verantwortlich. Zum Konzern Axel Springer kam er erstmals 1997 in der Funktion Ressortleiter Außenpolitik bei der "Welt". Zwischen 2013 und 2015 war er für das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" als Leiter des Hauptstadtbüros und Mitglied der Chefredaktion tätig.

Verlegerin Monika Schoeller gestorben

Die Verlegerin Monika Schoeller ist nach kurzer schwerer Krankheit am 17. Oktober in Filderstadt bei Stuttgart gestorben. Das teilte ihr Verlag mit. Sie wurde 80 Jahre alt. Schoeller war Gesellschafterin der Holtzbrinck Publishing Group, Verlegerin der S. Fischer Verlage in Frankfurt am Main und Gründerin der S. Fischer Stiftung in Berlin. Die Tochter des Verlegers Georg von Holtzbrinck studierte u. a. Kunstgeschichte und Germanistik. Seit 1974 war sie Verlegerin des S. Fischer Verlags in Frankfurt am Main. 2002 zog sie sich aus der operativen Arbeit zurück, blieb aber bis zu ihrem Tod Verlegerin und Mitglied der Geschäftsführung. Für ihr Engagement erhielt Schoeller u. a. das Bundesverdienstkreuz.

Beliebte Sendungen bei "hr2 kultur" bleiben bestehen

Im Sommer kündigte der Hessische Rundfunk an, aus dem kulturellen Vollprogramm "hr 2 kultur" einen reinen Klassik-Musikkanal zu machen. Es folgten große Proteste. Schriftsteller*innen meldeten sich genauso zu Wort wie 10.000 Hörer*innen in einer Online-Petition. Nun ist klar: Der Protest war zumindest in Teilen erfolgreich. "Die längeren Formate in 'hr2 kultur' wie der 'Doppelkopf', wie 'der Tag', aber auch wie die Lesung oder das Feature sind von diesem Veränderungsprozess erst einmal überhaupt nicht betroffen", sagte Kulturredakteur Alf Mentzer am Rande der Frankfurter Buchmesse. Mentzer leitet im Hessischen Rundfunk die Arbeitsgruppe, die die Kulturberichterstattung des Frankfurter Senders neu aufstellen soll. Zunächst soll bis zum Jahresende eine neue, crossmediale Kulturredaktion aufgebaut werden, die verschiedene Kanäle und vor allem das Internetangebot im Feld der HR-Kulturberichterstattung bedienen soll. Erst in einem zweiten Schritt soll dann "hr2 kultur" reformiert werden.

Erstes Denkmal für Frauen im New Yorker Central Park

In New York wird eine Männerdomäne Geschichte: Die 23 Standbilder von Christoph Columbus, William Shakespeare, Alexander Hamilton und anderen berühmten Männern bekommen im nächsten Jahr Gesellschaft von drei Pionierinnen der Frauenrechtsbewegung: Susan B. Anthony, Elizabeth Cady Stanton und Sojourner Truth. Das beschloss die zuständige Stadtkommission. Das Monument soll im August 2020 eingeweiht werden. 2020 wird es 100 Jahre her sein, dass Frauen das Wahlrecht in den USA erhielten. Der Weg zum Denkmal für die Frauenrechtlerinnen war lang und weit. Vor sechs Jahren hieß es noch, im Central Park sei überhaupt kein Platz für Denkmäler mehr - weder für Männer noch Frauen.

Museen in Halle und London kooperieren

Die Himmelsscheibe von Nebra wird 2021 im British Museum in London ausgestellt. Im Gegenzug erhält das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle hochrangige Leihgaben aus dem British Museum. Zu sehen in einer Ausstellung, ab November 2020 in der Saalestadt, die anschließend in abgewandelter Form in der britischen Hauptstadt gezeigt wird. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde am Montag in Magdeburg unterzeichnet. Der stellvertretende Direktor des Londoner Museums, Jonathan Williams, sagte, die Ausstellung werde das Interesse des britischen Publikums an deutscher Geschichte und Archäologie wecken und Anlass sein, das Land zu besuchen. Die Himmelsscheibe zeigt die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene rund um den Mond.

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