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Kulturnachrichten

Dienstag, 27. März 2018

Aufruf an Künstler: Kampagne für Europa

Vor der Europawahl 2019 soll eine pro-europäische Werbekampagne entstehen

Künstler und Kreative sollen sich vor der Europawahl 2019 an einer Werbekampagne für Europa beteiligen. Dazu haben die deutschen Künstler Wolfgang Tillmans und Stephan Petermann sowie der niederländische Stararchitekt Rem Koolhaas in Amsterdam aufgerufen. Kreative sollten Ideen entwickeln, wie man Bürger wieder für Europa begeistern könne. Denn Europa drohe von "nationalistischen und spaltenden Kräften" zerrieben zu werden, heißt es in dem Aufruf. Die drei Initiatoren wollen im Rahmen des Festivals "Forum über europäische Kultur" im Sommer in Amsterdam eine "positive Kommunikationsstrategie für Europa" entwickeln. Dabei sollen die Beiträge von Kreativen einfließen. "Wie kann die Europäische Union von ihren Bürgern geschätzt und als eine positive Kraft anerkannt werden, anstatt als gesichtslose Bürokratie bewertet zu werden?", heißt es in dem Aufruf. Die Kreativen mit den besten Ideen würden nach Amsterdam eingeladen, um bei dem Festival ihren Beitrag vorzustellen.

Philipp Stadelmaier erhält Brentano-Preis

Auszeichnung erfolgt für Essay "Die mittleren Regionen. Über Terror und Meinung"

Der Clemens-Brentano-Preis für Literatur der Stadt Heidelberg geht in diesem Jahr an den Essayisten Philipp Stadelmaier. Ausgezeichnet werde damit sein 2016 publizierter Essay "Die mittleren Regionen. Über Terror und Meinung", teilte die Stadt mit. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Stadelmaier schreibt seit 2012 er für die "Süddeutsche Zeitung". Der prämierte Essay entstand 2015 nach den Terroranschlägen von Paris. Der Brentano-Preis wird seit 1993 jährlich im Wechsel in den Sparten Erzählung, Essay, Roman und Lyrik an deutschsprachige Autorinnen und Autoren vergeben, die mit ihren Erstlingswerken bereits die Aufmerksamkeit der Kritiker und des Lesepublikums auf sich gelenkt haben.

Denkmal für Zwangsarbeiter in Völklinger Hütte

Installation soll von Christian Boltanski gestaltet werden

Den rund 12 000 Zwangsarbeitern in der Völklinger Hütte während der NS-Zeit soll mit einem Denkmal gedacht werden. Die Installation werde von dem französischen Künstler Christian Boltanski gestaltet, erklärte das Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Das Schaffen von Boltanski sei "eine konstante Konfrontation mit den Grausamkeiten der Geschichte der letzten 100 Jahre". Wie das Werk des Künstlers, dessen Werke dreimal auf der documenta in Kassel gezeigt wurden, aussehen wird, wurde zunächst nicht bekanntgegeben. Die Völklinger Hütte präsentiert bereits den aktuellen Forschungsstand zur Zwangsarbeit, die ausländische Arbeitskräfte während des Zweiten Weltkriegs in Völklingen leisten mussten. Mehr als 250 von ihnen starben. Das neue Denkmal solle einen emotionalen Zugang zum Thema bieten, erklärte Hütte-Generaldirektor Meinrad Maria Grewenig.

Neuer Direktor an Berliner Volksbühne

Klaus Dörr folgt auf Thomas Walter

Klaus Dörr wird neuer geschäftsführender Direktor der Berliner Volksbühne. Der 56-Jährige war vorher in gleicher Funktion am Maxim Gorki Theater sowie künstlerischer Direktor und stellvertretender Intendant am Schauspiel Stuttgart. Er verfüge über herausragende Kompetenzen und umfangreiche Erfahrungen im Theaterbetrieb, teilte die Berliner Kulturverwaltung zu dem Senatsbeschluss mit. Dörr folgt auf Thomas Walter, dessen Vertrag an der Volksbühne im Sommer 2018 endet. Die Bühne steht nach wie vor wegen des Kurses des neuen Intendanten Chris Dercon in der Kritik. Dercon hatte den langjährigen Theaterchef Frank Castorf abgelöst.

Keine Hinweise für sexuelle Belästigung an Semperoper

Tänzer, der Vorwürfe erhoben hatte, wurde entlassen

Die Sächsische Staatsoper Dresden sieht keine Belege für eine sexuelle Belästigung im Ballett. Einem Tänzer, der den Vorwurf erhoben hatte, wurde gekündigt, teilte die Semperoper mit. Das Vertrauensverhältnis zu dem Mann sei "unwiederbringlich zerstört", sagte der amtierende Opernintendant Wolfgang Rothe. Der Entscheidung sei eine monatelange Überprüfung vorausgegangen, bei der die Staatsoper eine externe Anwaltskanzlei einschaltete, hieß es. Zwischenzeitlich war der Tänzer auch vom Proben- und Vorstellungsbetrieb freigestellt worden. Dagegen hatte er vor dem Arbeitsgericht Dresden geklagt. Das Gericht gab dem Land Sachsen als Arbeitgeber recht.

Schauspielerin Stéphane Audran gestorben

Audran spielte in zahlreichen Chabrol-Filmen mit

Die französische Schauspielerin Stéphane Audran ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Audran drehte rund 20 Filme mit dem Regisseur Claude Chabrol, mit dem sie auch verheiratet war. Den internationalen Durchbruch schaffte Audran 1968, als sie auf der Berlinale für ihre Darstellung in "Zwei Freundinnen" den Silbernen Bären als beste Schauspielerin erhielt. 1974 bekam sie den britischen Filmpreis Bafta u.a. als beste Hauptdarstellerin in "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" des spanischen Regisseurs Luis Buñuel. Der französische Filmpreis César wurde ihr 1979 für ihre Rolle als beste Nebendarstellerin in Chabrols Film "Violette Nozière" verliehen. Die Präsidentin des französischen Kinozentrums schrieb über Stéphane Audran: "Ihre magnetische Präsenz, ihr faszinierendes Charisma und ihre Intelligenz der Darstellung haben das französische Kino tief geprägt."

Deutsche Theater bringen es auf 21 Millionen Besuche

Heute ist "Welttag des Theaters"

Die 143 öffentlichen Theater in Deutschland haben in der Spielzeit 2015/2016 rund 21 Millionen Besuche gezählt. Dies teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden zum "Welttag des Theaters" mit. Die Zahlen beruhen auf Angaben des Deutschen Bühnenvereins. Wieviele Besucher die Bühnen hatten, lässt sich aus den Zahlen jedoch nicht ermitteln. Insgesamt kamen die Häuser auf 256 Besuche je 1000 Einwohner. Die öffentlichen Theater boten in der Spielzeit 2015/2016 rund 75 000 Veranstaltungen an. 67 000 davon wurden an den eigenen Standorten organisiert, der Rest bei auswärtigen Gastspielen.

Astrid-Lindgren-Preis für Jaqueline Woodson

Preis ist mit fünf Millionen Kronen dotiert

Die US-amerikanische Schriftstellerin Jaqueline Woodson wird mit dem Astrid-Lindgren-Preis für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet. Das teilte die Jury in Stockholm mit. "In einer Sprache so leicht wie Luft erzählt sie Geschichten von überwältigendem Reichtum und Tiefe", hieß es in der Begründung. Woodson fange auf einzigartig poetische Weise die tägliche Welt zwischen Kummer und Hoffnung ein. Woodson wurde 1963 in Columbus in Ohio geboren. Der 2002 von der schwedischen Regierung gegründete "Astrid Lindgren Memorial Award" erinnert an die Erfinderin von "Pippi Langstrumpf" und "Michel aus Lönneberga". Mit fünf Millionen schwedischen Kronen (rund 500 000 Euro) ist die Auszeichnung die höchstdotierte ihrer Art auf der Welt.

Christian Bommarius erhält Heinrich-Mann-Preis

Bommarius ist Kommentator der "Berliner Zeitung" und der "Frankfurter Rundschau"

Christian Bommarius ist mit dem Heinrich-Mann-Preis ausgezeichnet worden.
Der mit 8000 Euro dotierte Preis wird von der Berliner Akademie der Künste für herausragende essayistische Arbeit vergeben. "Seine Kommentare nüchtern mit dem kühlen Blick des juristisch versierten Beobachters hysterische Debatten aus und erheben zugleich Einspruch gegen mangelndes Mitgefühl", schrieb die Jury zu ihrer Entscheidung. Der Journalist Bommarius wurde unter anderem mit Kommentaren in der "Berliner Zeitung" und der "Frankfurter Rundschau" bekannt. Er schrieb auch mehrere Bücher. Der Heinrich-Mann-Preis wird traditionell am 27. März, dem Geburtstag des Namensgebers, verliehen.

Online-Archiv zeigt 500 Theaterbauten

Projekt der TU Berlin und der Beuth Hochschule ist frei zugänglich

Archivmaterial zu mehr als 500 Theaterbauten in Deutschland und anderen europäischen Ländern ist jetzt im Internet zu finden. Bisher wurden 5070 Zeichnungen, Dokumente und Fotografien gesammelt. Das Projekt der Technischen Universität Berlin und der Beuth Hochschule ist frei zugänglich. Die Sammlung umfasst die Zeit von 1939 bis 1969, wie es in einer Mitteilung hieß.

Gomringer kritisiert Alice-Salomon Hochschule

Autor verteidigt sein Werk in Berlin

Der Schriftsteller Eugen Gomringer hadert nach wie vor mit der geplanten Entfernung seines angeblich sexistischen Gedichts von der Fassade einer Berliner Hochschule. "Ich habe die ganze Debatte nicht verstanden", sagte der 93-Jährige bei einer Podiumsdiskussion mit den verantwortlichen Hochschulvertretern in Berlin. Es geht nicht um die Frage, was kann und was darf Kunst. In dem Fall geht es um die Frage: Was darf Kunst nicht? Die Schule sagt, was Kunst nicht darf." Das auf Spanisch verfasste Gedicht des Alice-Salomon-Poetikpreisträgers Gomringer steht seit 2011 an der Fassade der gleichnamigen Hochschule. Es ist umstritten, seit vor zwei Jahren Studentenvertreter die Verse in einem offenen Brief als frauenfeindlich kritisierten. Bei dem nur wenige Zeilen langen Gedicht geht es um den letzten Satz: "Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer." Nach einer öffentlichen Diskussion hatte das Hochschulparlament im Januar beschlossen, das Gedicht bei einer Fassadenrenovierung im Herbst zu übermalen. Künftig soll alle fünf Jahre das Werk eines neuen Poetik-Preisträgers auf die Wand kommen.

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