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Kulturnachrichten

Sonntag, 25. März 2018

Barley sieht im Facebook-Skandal die Demokratie bedroht

Bundesjustizministerin fordert Aufklärung

Bundesjustizministerin Katarina Barley empfängt am Montag Vertreter von Facebook in Berlin. Die SPD-Politikerin will Aufklärung darüber, ob auch deutsche Nutzer von dem Datenleck betroffen sind. Facebook steht massiv in der Kritik, weil Daten von 50 Millionen Usern unerlaubt weitergenutzt wurden. Barley fand scharfe Worte für den Vorgang. Durch den Datenmissbrauch seien Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bedroht, sagte sie im ZDF. Facebook sei nicht im rechtsfreien Raum, und das müsse Deutschland auch deutlich machen. Der Chef des Unternehmens, Mark Zuckerberg, bat bereits öffentlich um Entschuldigung. In ganzseitigen Anzeigen in mehreren amerikanischen und britischen Sonntags-Zeitungen gab er zu, dass Facebook die Daten seiner Nutzer besser hätte schützen müssen.

Erstes plant neues Magazin am Vormittag

"Live nach neun" soll im Mai starten

Das Erste plant ein neues Magazin am Vormittag. "Live nach neun", so der Titel der neuen Sendung, soll werktags kurz nach neun Uhr morgens beginnen. Das bestätigte eine Sprecherin des Westdeutschen Rundfunks, der das Format produziert. Der Branchendienst "dwdl.de" hatte berichtet, dass das neue Format ab Mai auf Sendung gehen soll. Präsentiert wird es demnach von einem Moderatoren-Duo.

Musiker José Antonio Abreu gestorben

Stardirigent Dudamel würdigt den "Vater und Gründer von 'El Sistema'"

Der für seine Arbeit mit benachteiligten Kindern international bekannt gewordene Musiker José Antonio Abreu ist tot. Er starb im Alter von 78 Jahren in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Abreu gründete 1975 mit elf Musikern in einem Arbeiterviertel von Caracas das Projekt "El Sistema". Daraus entstand ein Netz von Klassikorchestern und Chören für arme Kinder und Jugendlichen. Es ermöglichte jungen Leuten über die Musik einen Ausweg aus Armut und Perspektivlosigkeit. Sein berühmtester Schüler, Stardirigent Gustavo Dudamel, verabschiedete sich mit rührenden Worten von seinem Meister: "Meine ganze Liebe und ewige Dankbarkeit unserem Vater und Gründer von 'El Sistema'", schrieb Dudamel auf Twitter. Präsident Maduro würdigte den Komponisten in der Hauptstadt Caracas: "Der Maestro ist von uns gegangen. Danke für alles, was Sie uns gegeben haben." In einem seiner letzten Interviews sagte Abreu, "El Sistema" sei ein soziales Projekt, weil es durch die Musik zur Entwicklung des Menschen beitragen wolle; und ein nationales Projekt, weil es das ganze Land zur Teilnahme bewegen wolle.

Michelle Müntefering will internationale Kulturpolitik stärken

Staatsministerin: "Freiheitsrechte von Künstlern sichern"

Michelle Müntefering, neue Staatsministerin im Auswärtigen Amt, will die internationale Kulturpolitik als eigenen Arbeitsbereich stärken. "Ich will helfen, das Profil der internationalen Kulturpolitik zu schärfen", sagte die 37-jährige SPD-Politikerin in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Sie wolle vor allem dazu beitragen, die Freiheitsrechte von Künstlern, Wissenschaftlern und Journalisten zu sichern und den Kulturaustausch auszubauen, so Müntefering. Gerade in Krisenregionen sei eine Stärkung der Zivilgesellschaft nötig. Nachdrücklich bekannte sich Müntefering zur Arbeit des Goethe-Instituts. Es habe weltweit eine wichtige Mittlerrolle und stehe für die zunehmende Verbindung zwischen Innen und Außen. Müntefering ist die erste Staatsministerin im Auswärtigen Amt, die ausdrücklich für internationale Kulturpolitik zuständig ist. Am vergangenen Donnerstag hatte sie ihre Ernennungsurkunde erhalten.

Letzte Episode von "Bella Block" im ZDF

Schauspielerin Hoger will noch "andere Rollen spielen"

Nach fast 25 Jahren und 38 Folgen ist Schluss für Hannelore Hoger als Bella Block in der gleichnamigen ZDF-Krimiserie. Es sei Hogers Entscheidung gewesen, Schluss zu machen. Gegenüber "Bild" erklärte sie: "Ich wollte einfach mal andere Rollen spielen und nach Paris fahren, wann ich es will. Ich möchte arbeiten, so lange wie es geht. Allerdings bin ich auch 25 Jahre älter geworden, doch wenn ein gutes Angebot kommt, bin ich dabei", sagte die Hamburgerin. Zum Abschied erzeugte die Serie "Bella Block" einen Quotensieg. Im Schnitt lockte sie am gestrigen Samstagabend knappe 7 Millionen Menschen vor die Bildschirme, was einem Marktanteil von 22,7 Prozent entsprach.

Letzter Vorhang für Kölner Millowitsch-Theater

Millowitsch: "Das Ende hat betriebswirtschaftliche Gründe"

Mit dem letzten Vorhang für "Wer weiß, wofür et jot es" schließt das traditionsreiche Kölner Millowitsch-Theater nach über 80 Jahren. Nach Angaben von Theaterleiter Peter Millowitsch rechne sich ein Weiterbetrieb nicht mehr und sei nur noch aus persönlichen Rücklagen zu finanzieren, erklärte Millowitsch: "Das Ende hat betriebswirtschaftliche Gründe: Der Ausstieg des WDR hat uns schwer getroffen, die Manpower, das Können und, ja, auch das Geld fehlen sehr. Zudem scheint das gute alte Volkstheater langsam aus der Mode zu kommen." 1998 übernahm Peter Millowitsch die Leitung des Theaters von seinem Vater Willy. Derbkomische Schwenke in kölscher Mundart sind das Markenzeichen des Theaters. Über hundert Schwenke brachte die Millowitsch-Familie auf die Bühne, 1953 schaffte sie es ins Fernsehen und wurde bundesweit bekannt. Als Veranstaltungsort wird das Theater unter dem Namen "Volksbühne am Rudolfplatz" weiter geöffnet bleiben.

Facebook-Chef bittet um Entschuldigung

Deutschland und EU verlangen Aufklärung

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat in der britischen Presse um Entschuldigung für den Datenskandal rund um sein Unternehmen gebeten. Das weltgrößte soziale Netzwerk schaltete am heutigen Sonntag in mehreren Zeitungen ganzseitige Anzeigen. Zuckerberg wiederholte darin sein Eingeständnis, dass es einen Vertrauensbruch gegeben habe: "Wir haben die Verantwortung, Ihre Daten zu schützen", schrieb der 33-Jährige. Er bedauere, dass sein Unternehmen nichts mehr dafür getan habe. Seit Bekanntwerden des Skandals hat der Konzern mehr als 50 Milliarden Dollar Börsenwert verloren. Zuckerberg hatte sich bereits vergangene Woche in US-Fernsehinterviews entschuldigt. Deutschland und die EU fordern im Skandal um die unerlaubte Nutzung von Facebook-Nutzerdaten Aufklärung. Die Bundesregierung hat die europäische Facebook-Spitze für diesen Montag zum Gespräch gebeten. Auch EU-Justizkommissarin Vera Jourová pochte auf eine Erklärung des US-Unternehmens: "Ich verlange von Facebook weitere Klarstellungen, etwa inwieweit europäische Nutzer betroffen sind", sagte sie der "Bild am Sonntag".

Schweizer Schlager-Legende Lys Assia ist tot

Erste ESC-Gewinnerin starb im Alter von 94 Jahren

Die Schweizer Schlager-Sängerin Lys Assia ist tot. Sie starb am Samstag im Alter von 94 Jahren in einem Krankenhaus in Zollikerberg im Kanton Zürich, wie die Nachrichtenagentur SDA unter Berufung auf ihren ehemaligen Sekretär berichtete. Assia gewann 1956 mit dem Lied "Refrain" den ersten Grand Prix Eurovision de la Chanson - den heutigen Eurovision Song Contest. Sie ist bis heute die einzige Schweizer Siegerin des Wettbewerbs. Ihren ersten Hit landete Assia, die mit bürgerlichem Namen Rosa Mina Schärer hieß, 1950 mit dem mit dem Operettenhit "O mein Papa".

Architekt Manfred Prasser gestorben

Der gebürtige Chemnitzer schuf den großen Saal im Palast der Republik

Manfred Prasser galt als einer der wichtigsten und einflussreichsten Architekten der DDR. Unter anderem war er beim Bau des Berliner Palastes der Republik für den großen Saal im Innern verantwortlich. Der gebürtige Chemnitzer ist jetzt im Alter von 85 Jahren in Zehlendorf bei Oranienburg gestorben, wie sein Sohn der Deutschen Presse Agentur mitteilte. Über den Palast der Republik sagte Prasser kurz vor dessen Abriss: "Es ist ein Haus, das Menschen gebaut haben und nicht Erich Honecker". Er sei stolz auf seine Arbeit. Prasser war auch am Neubau des Friedrichstadtpalastes und am Bau des Grand Hotels an der Friedrichstraße beteiligt. Auch rund um den Berliner Gendarmenmarkt hinterließ er seine Handschrift und erhielt für seine Projekte mehrere Preise.

Cannes führt Selfie-Verbot auf rotem Teppich ein

Vorpremieren für Journalisten werden ebenfalls gekippt

Selfie-Verbote auf dem roten Teppich und keine Vorpremieren für Journalisten – mit einer Reihe drastischer Restriktionen will der Leiter des Filmfestivals von Cannes, Thierry Frémaux, wieder für mehr Spannung sorgen. Mit seinem Vorstoß traf er allerdings auf wenig Gegenliebe. Peter Bradshaw, der Filmkritiker des "Guardian" warnte die Festspielleitung, sie werde sich damit Ärger einhandeln. Die Reform werde darauf hinauslaufen, dass Filmagenten einigen Kritikern die Filme im Voraus zeigen würden, erklärte sein Kollege Guy Lodge. Man solle sich stattdessen an der Praxis der Berlinale ein Beispiel nehmen und Kritiken mit Sperrfristen versehen.

Schriftsteller Philip Kerr gestorben

Britischer Krimi- und Jugendbuchautor wurde 62 Jahre alt

Der britische Schriftsteller Philip Kerr ist mit 62 Jahren gestorben. Seinen Tod bestätigte seine Ehefrau, die Autorin Jane Thynne. Kerr war in Deutschland vor allem für seine Kriminalromane bekannt. Zweimal wurde er mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet, für die Werke "Das Wittgensteinprogramm" und "Game Over". In Berlin ließ er in einer Trilogie den Detektiv Bernie Gunther ermitteln. Mit der Reihe "Die Kinder des Dschinn" verfasste er eine erfolgreiche Fantasy-Reihe für Jugendliche.

Ägypten wies britische Journalistin aus

Verschärfte Medienkontrolle vor der Präsidentschaftswahl

Eine britische Journalistin der "Times" ist nach Angaben der Zeitung in Ägypten festgenommen und ausgewiesen worden. Bel Trew sei zum Flughafen gefahren und an Bord eines Flugzeuges gezwungen worden, teilte die in London ansässige Zeitung mit. Trew wurde nach Angaben der Zeitung bereits Ende Februar ausgewiesen. Verhandlungen über ihre rechtzeitige Rückkehr vor der anstehenden Präsidentschaftswahl seien gescheitert. Bisher habe die ägyptische Seite keine Beweise für ein Fehlverhalten der Journalistin vorgebracht, erklärte ein Sprecher der britischen Botschaft in Kairo. Die "Times" sieht in der Ausweisung ein Beispiel für das "repressive Umfeld", das Präsident Abdel Fattah al-Sisi im Vorfeld der Wahl für die Medien geschaffen habe. Die Zahl der festgenommenen Journalisten und blockierten Internetseiten sei gestiegen. Es gelte als sicher, dass al-Sisi bei der am Montag beginnenden Abstimmung im Amt bestätigt wird.

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