Mittwoch, 23.10.2019
 

Kulturnachrichten

Samstag, 24. März 2018

Schriftsteller Philip Kerr gestorben

Britischer Krimi- und Jugendbuchautor wurde 62 Jahre alt

Der britische Schriftsteller Philip Kerr ist mit 62 Jahren gestorben. Seinen Tod bestätigte seine Ehefrau, die Autorin Jane Thynne. Kerr war in Deutschland vor allem für seine Kriminalromane bekannt. Zweimal wurde er mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet, für die Werke "Das Wittgensteinprogramm" und "Game Over". In Berlin ließ er in einer Trilogie den Detektiv Bernie Gunther ermitteln. Mit der Reihe "Die Kinder des Dschinn" verfasste er eine erfolgreiche Fantasy-Reihe für Jugendliche.

Druck auf Facebook wächst

Firmen distanzieren sich von sozialem Netzwerk

Im Skandal um die Nutzung von Facebook-Daten für den US-Wahlkampf wächst der Druck auf das soziale Netzwerk und die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica. Die britische Datenschutzbehörde ICO ließ die Londoner Zentrale des Beratungsunternehmens durchsuchen, das unter Verdacht steht, Millionen US-Amerikaner mit Hilfe unrechtmäßig gesammelter Nutzerdaten gezielt mit verbotener Wahlwerbung für Donald Trump beeinflusst zu haben. Derweil kehren erste Unternehmen Facebook zumindest zeitweise den Rücken - etwa der Elektroauto-Hersteller Tesla und die Raumfahrt-Firma SpaceX. Die Bundesregierung hat die europäische Facebook-Spitze für diesen Montag zum Gespräch gebeten. Die Londoner Behörden ermitteln einem Bericht des "Guardian" zufolge auch in der Frage, ob Cambridge Analytica bei der Volksabstimmung über den Brexit, also den EU-Austritt Großbritanniens, eine Rolle gespielt hat. Im Netzwerk Twitter macht seit Tagen der Hashtag "#deletefacebook" die Runde. Der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm, fordert Konsequenzen. Das Beispiel zeige, "dass der Schutz in der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen noch höherer Qualität bedarf", sagte Schönbohm der "Rheinischen Post".

Architekt Manfred Prasser gestorben

Der gebürtige Chemnitzer schuf den großen Saal im Palast der Republik

Manfred Prasser galt als einer der wichtigsten und einflussreichsten Architekten der DDR. Unter anderem war er beim Bau des Berliner Palastes der Republik für den großen Saal im Innern verantwortlich. Der gebürtige Chemnitzer ist jetzt im Alter von 85 Jahren in Zehlendorf bei Oranienburg gestorben, wie sein Sohn der Deutschen Presse Agentur mitteilte. Über den Palast der Republik sagte Prasser kurz vor dessen Abriss: "Es ist ein Haus, das Menschen gebaut haben und nicht Erich Honecker". Er sei stolz auf seine Arbeit. Prasser war auch am Neubau des Friedrichstadtpalastes und am Bau des Grand Hotels an der Friedrichstraße beteiligt. Auch rund um den Berliner Gendarmenmarkt hinterließ er seine Handschrift und erhielt für seine Projekte mehrere Preise.

Cannes führt Selfie-Verbot auf rotem Teppich ein

Vorpremieren für Journalisten werden ebenfalls gekippt

Selfie-Verbote auf dem roten Teppich und keine Vorpremieren für Journalisten – mit einer Reihe drastischer Restriktionen will der Leiter des Filmfestivals von Cannes, Thierry Frémaux, wieder für mehr Spannung sorgen. Mit seinem Vorstoß traf er allerdings auf wenig Gegenliebe. Peter Bradshaw, der Filmkritiker des "Guardian" warnte die Festspielleitung, sie werde sich damit Ärger einhandeln. Die Reform werde darauf hinauslaufen, dass Filmagenten einigen Kritikern die Filme im Voraus zeigen würden, erklärte sein Kollege Guy Lodge. Man solle sich stattdessen an der Praxis der Berlinale ein Beispiel nehmen und Kritiken mit Sperrfristen versehen.

WDR-Intendant Buhrow im Amt bestätigt

ARD und Journalisten-Gewerkschaft gratulieren zur Wiederwahl

WDR-Intendant Tom Buhrow bleibt bis 2025 im Amt. Der Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks wählte ihn für eine zweite Amtszeit, wie der Rundfunkrat in Köln mitteilte. 50 der 55 anwesenden Mitglieder stimmten für den 59-jährigen Buhrow, der im Mai 2013 erstmals für eine gesetzliche Amtszeit von sechs Jahren gewählt worden war. Die ARD und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) in NRW gratulierten Buhrow zur Wiederwahl. Buhrow habe bereits in seiner ersten Amtszeit viel im WDR bewegt, Programmreformen vorangebracht und scheue sich nicht vor Veränderungen, sagte der ARD-Vorsitzende und Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR), Ulrich Wilhelm. Der DJV wünschte dem wiedergewählten Intendanten "eine glückliche Hand" in den für klassischen Medien schwierigen Zeiten. "Bei allen notwendigen Sparmaßnahmen wünschen wir uns, dass der Intendant die Qualität des Programms nicht aus den Augen verliert", sagte der Geschäftsführer des DJV-Landesverbandes, Volkmar Kah.

Ägypten weist britische Journalistin aus

Verschärfte Medienkontrolle vor der Präsidentschaftswahl

Eine britische Journalistin der "Times" ist nach Angaben der Zeitung in Ägypten festgenommen und ausgewiesen worden. Bel Trew sei zum Flughafen gefahren und an Bord eines Flugzeuges gezwungen worden, teilte die in London ansässige Zeitung mit. Trew wurde nach Angaben der Zeitung bereits Ende Februar ausgewiesen. Verhandlungen über ihre rechtzeitige Rückkehr vor der anstehenden Präsidentschaftswahl seien gescheitert. Bisher habe die ägyptische Seite keine Beweise für ein Fehlverhalten der Journalistin vorgebracht, erklärte ein Sprecher der britischen Botschaft in Kairo. Die "Times" sieht in der Ausweisung ein Beispiel für das "repressive Umfeld", das Präsident Abdel Fattah al-Sisi im Vorfeld der Wahl für die Medien geschaffen habe. Die Zahl der festgenommenen Journalisten und blockierten Internetseiten sei gestiegen. Es gelte als sicher, dass al-Sisi bei der am Montag beginnenden Abstimmung im Amt bestätigt wird.

Schriftstellerverband kritisiert "Erklärung 2018"

Unterzeichner machten Migranten zum Sündenbock

Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller hat mit Unverständnis auf die "Erklärung 2018" reagiert, die von dem Dresdner Schriftsteller Uwe Tellkamp und zahlreichen weiteren Intellektuellen und Autoren unterzeichnet wurde. Die Art und Weise, wie diese Erklärung die Schuld an Verunsicherungen und Ängsten den Migranten in die Schuhe schiebe, sei "unterkomplex und einer intellektuellen Auseinandersetzung nicht angemessen", kritisierte die Vorsitzende Eva Leipprand in Berlin. Das Papier reduziere die Debatte auf ein Phänomen, das "nur eine Facette und eher Folge als Auslöser der gesamten Krise" sei, die Migration, kritisierte Leipprand. Migranten zu Sündenböcken zu machen, löse jedoch kein einziges Problem. Es trage im Gegenteil zu weiterer gesellschaftlicher Spaltung bei.

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