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Kulturnachrichten

Donnerstag, 29. März 2018

Zeichner Joachim John gestorben

Er nahm aktiv am Vereinigungsprozess der Akademien teil

Der Maler, Grafiker und Zeichner Joachim John ist tot. Er war Mitglied der Akademie der Künste Berlin. John nahm in dem vom Dramatiker Heiner Müller berufenen "Zwanziger-Gremium" aktiv am Vereinigungsprozess der beiden damaligen Akademien in Ost- und West-Berlin teil. John starb im Alter 85 Jahren nach kurzer Krankheit im mecklenburgischen Neu Frauenmark in der Nähe von Schwerin, wie sein Sohn Holger John mitteilte. 1985 erhielt John den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste der DDR, 1998 den Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Pollock-Bild könnte 40 Millionen Dollar einbringen

Gemälde im drip painting-Stil soll bei Sotheby's versteigert werden

Ein Bild des US-Malers Jackson Pollock (1912-1956) könnte bei einer Auktion in New York bis zu 40 Millionen Dollar (etwa 33 Millionen Euro) einbringen. Das "Number 32, 1949" betitelte Gemälde solle am 16. Mai versteigert werden, teilte das Auktionshaus Sotheby's mit. Das Werk ist eines der sogenannten drip paintings, bei denen Farbe auf eine Leinwand getropft wird. Pollock hatte 1947 mit dieser Methode angefangen und war damit weltberühmt geworden. "Number 32, 1949" war 1983 gekauft worden und seitdem in derselben Privatsammlung geblieben.

Echo-Beirat prüft umstrittenen Rap-Text

Vorwürfe gegen Kollegah und Farid Bang

Der Beirat des Musikpreises Echo schaut sich denText der nominierten Rapper Kollegah und Farid Bang genauer an. Man werde prüfen, ob in dem Song "0815" die Grenze "zwischen künstlerischer Freiheit und gesellschaftlich nicht hinnehmbaren Äußerungen überschritten wurde", teilte der Bundesverband Musikindustrie auf seiner Internetseite mit. In einer Textzeile geht es um Auschwitz. Farid Bang hatte bereits am Dienstag bei Facebook erklärt, dass Kollegah und er sich von "jeglicher Form des Antisemitismus oder Hass gegen Minderheiten" distanzierten. Die Prüfung solle bis Ende der nächsten Woche abgeschlossen sein, hieß es vom Bundesverband. Über mögliche Konsequenzen für die Nominierung wolle man nicht spekulieren. Die beiden Künstler sind unter anderem für den Echo in der Kategorie Album des Jahres nominiert.

Oscar-Akademie schreibt Studenten-Preis aus

Nachwuchsregisseure können sich bis 1. Juni bewerben

Die Oscar-Akademie ruft Nachwuchsregisseure in aller Welt auf, sich für den Studenten-Oscar zu bewerben. Wie der Filmverband in Los Angeles am Donnerstag bekanntgab, können Studierende bis zum 1. Juni ihre Filme für den diesjährigen Wettbewerb einreichen. Die Preise werden im Oktober in Hollywood vergeben. Im vorigen Herbst hatten neben US-Bewerbern auch zwei deutsche Nachwuchsregisseure den goldenen Studenten-Oscar gewonnen: Johannes Preuss von der Filmakademie Baden-Württemberg mit seiner Reportage "Galamsey" über illegale Goldgräber in Ghana sowie Katja Benrath von der Hamburg Media School mit dem Kurz-Spielfilm "Watu Wote/All of Us". Die Auszeichnung wird seit 1972 verliehen - heute erfolgreiche Regisseure wie Spike Lee oder Robert Zemeckis gehören zu den Preisträgern.

Förderprogramm soll kulturelle Integration stärken

Möglichst viele Menschen sollen an Kunst und Kultur teilhaben

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will das Förderprogramm "Kulturelle Bildung und Integration" weiter ausbauen. Mit bis zu 300.000 Euro könnten besonders herausragende Projekte künftig je über zwei bis vier Jahre gefördert werden. Zudem werde der "Kompetenzverbund Kulturelle Integration und Wissenstransfer" 2018 weiterhin mit einer Million Euro unterstützt. "Damit gesellschaftliche Integration gelingt, müssen wir dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen an Kunst und Kultur teilhaben können", sagte Grütters.

Wiener Symphoniker: Orozco-Estrada wird Chefdirigent

Philippe Jordan wechselt an die Wiener Staatsoper

Die Wiener Symphoniker berufen den gebürtigen Kolumbianer Andrés Orozco-Estrada zum neuen Chefdirigenten. Der 40-Jährige wird den Posten mit der Saison 2021/2022 antreten. Er folgt auf den Schweizer Philippe Jordan, der als Musikdirektor an die Wiener Staatsoper wechselt. Der Wahlwiener Orozco-Estrada ist derzeit Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters Frankfurt und Musikdirektor beim Houston Symphony Orchestra. Außerdem fungiert er als Erster Gastdirigent im London Philharmonic Orchestra. "Ich freue mich sehr, als Chefdirigent die hervorragende Qualität des Orchesters auch in Zukunft zu garantieren und an neuen Aufgaben weiterzuentwickeln", sagte Orozco-Estrada zu seiner Ernennung. Es sei ihm ein Anliegen, in den kommenden Jahren eine noch engere Beziehung zum Publikum aufzubauen.

6000 Jahre alte Siedlerspuren in Paderborn gefunden

Ausgrabungen sollen im September abgeschlossen werden

Bei Ausgrabungen in einem Neubaugebiet in Paderborn sind Archäologen überraschend auf Spuren aus der Jungsteinzeit gestoßen. Neben Hausfundamenten, Gruben und Keramikscherben aus dem Mittelalter fanden die Wissenschaftler 6000 Jahre alte Hinweise aus der Jungsteinzeit, wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe mitteilte. "Ein Siedlungsplatz aus der Jungsteinzeit ist aus archäologischer Sicht besonders bemerkenswert. Damals fingen die Menschen damit an, sich dauerhaft an einem Ort niederzulassen", sagt die Stadtarchäologin von Paderborn, Sveva Gai, laut Mitteilung. Die Ausgrabungen auf einer Fläche der Größe von 15 Fußballfeldern (elf Hektar) sollen im September abgeschlossen werden.

NRW: Heimatförderung auch für islamische Kulturvereine

CDU-Politiker Bosbach ist irritiert

Die 113 Millionen Euro umfassenden Förderprogramme des nordrhein-westfälischen Heimatministeriums sind auch offen für Islamvereine. "Natürlich können sich auch islamische Kulturvereine um die Heimatpreise und die Fördergelder bewerben", sagte Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) der "Rheinischen Post". Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach zeigte sich befremdet. "Dass ausgerechnet unter der Überschrift "Heimatförderung" jetzt auch islamische Kulturvereine unterstützt werden können oder sollen, ist doch sehr irritierend", sagte er der Zeitung.

Friedensnobelpreisträgerin Malala besucht Pakistan

Polizeischutz, denn Kampf um Bildung gilt Konservativen als unislamisch

Überraschend und unter strengem Polizeischutz besucht die junge Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai ihr Heimatland Pakistan. Neben Treffen mit Ministerpräsident Shahid Khaqan Abbasi und anderen Regierungsangehörigen, steht der Besuch einer Frauendelegation auf dem Programm, die von der pakistanischen Regisseurin und Oscar-Gewinnerin Sharmeen Obaid Chinoy angeführt wird. Danach wolle Malala Familie und Freunde treffen. Nach einem Mordversuch der radikalislamischen Taliban lebt die Kinderrechtsaktivistin seit 2012 in GB. Schon als Schülerin hatte sie sich öffentlich für Bildung und Gleichberechtigung in Pakistan eingesetzt.

Steuerhinterziehung: US-Rapper muss ins Gefängnis

Rapper DMX hatte sich schuldig bekannt

Der US-Rapper DMX muss wegen Steuerhinterziehung für ein Jahr ins Gefängnis. "Das heutige Urteil zeigt, dass Ruhm kein Freifahrtschein bedeutet", erklärte der zuständige Staatsanwalt. Der Musiker hatte sich in dem Prozess für schuldig erklärt. Der Rapper, der eigentlich Earl Simmons heißt, hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft von 2002 bis 2005 rund 1,7 Millionen Dollar Steuern hinterzogen. Der 47-Jährige veröffentlichte zwischen 1998 und 2003 mehrere Nummer-eins-Alben in den USA und nahm 2015 zusammen mit dem deutschen Rapper Kay One den Song "Ride Till I Die" auf. Außerdem trat er in mehreren Filmen auf. Mit dem Gesetz geriet DMX schon öfter in Konflikt, er saß mehrfach wegen Drogenmissbrauchs, Diebstahls und Körperverletzung im Gefängnis.

S. Fischer-Verlag stellt Weltalmanach ein

Letzte Ausgabe erscheint im Herbst

Der "Fischer Weltalmanach" erscheint mit dem 60. Band im kommenden September zum letzten Mal. Der Jubiläumsband des traditionsreichen Nachschlagewerks werde der letzte sein, bestätigte ein Verlagssprecher. Angesichts der Recherchemöglichkeiten im Internet finde ein so ungeheuer aufwändiges Produkt nicht mehr genügend Leser, begründet der Verlag das Aus.
Der Weltalmanach galt seit 1959 mit seinen globalen Daten und Fakten lange als erfolgreichstes Jahrbuch in Deutschland. Der Almanach sei ein wichtiges Projekt zur "Demokratisierung des Wissens" mit Hilfe von Taschenbüchern gewesen, sagte Nina Sillem, Fischer-Programmleiterin Sachbuch/Wissenschaft. Die Entscheidung für ein Ende des Nachschlagewerkes sei dem Verlag schwer gefallen.

Zwei Kunsthändler festgenommen

Spanische Polizei geht gegen Antiquitäten-Schmuggel vor

Die spanische Polizei hat zwei Kunsthändler festgenommen, die mit gestohlenen Antiquitäten aus libyschen Ausgrabungsstätten gehandelt haben sollen. Wie das Innenministerium in Madrid mitteilte, sollen die beiden Spanier ein Netzwerk angeführt haben, das Diebesgut von Dschihadistengruppen kaufte, um es in Spanien zu veräußern. Gruppen, die mit dem "Islamischen Staat" verbündet sind, hätten die Objekte aus archäologischen Stätten gestohlen. Ein vom Ministerium veröffentlichtes Video zeigte einige der von der Polizei beschlagnahmten Objekte, darunter Mosaike und Sarkophage. Die Ermittler hätten mit Hilfe libyscher Behörden die Echtheit der Objekte überprüft, hieß es.

East Side Gallery demnächst unter neuer Obhut

Kultursenator Lederer will Berliner Mauer-Stiftung beauftragen

Die Berliner East Side Gallery samt landeseigener Grundstücke soll voraussichtlich im Laufe des Sommers an die Stiftung Berliner Mauer übertragen werden. Einer entsprechenden Vorlage von Kultursenator Klaus Lederer (Linke) muss noch das Abgeordnetenhaus zustimmen, wie die Berliner Senatskanzlei mitteilte. Für die Stiftung Berliner Mauer spreche deren Erfahrung mit Gedenkstätten, hieß es. Die East Side Gallery an der Spree ist mit 1.316 Metern das längste noch erhaltene Stück der Berliner Mauer. Bis zum Herbst 1989 trennte es den Ost-Berliner Stadtteil Friedrichshain von Kreuzberg in West-Berlin. Nach dem Mauerfall hatten etwa 120 Künstler aus 21 Ländern die Mauer auf der östlichen Seite bemalt. Bislang wird das Gelände vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg verwaltet.

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70 Jahre FSK Was Kinder sehen dürfen
Ein Filmausschnitt aus "Gier nach Liebe" (1955), mit dem "zu" tiefen Dekolletee von Brigit Bardot und der dazugehörigen Zurückweisung der FSK (Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). Aufgenommen am 10.09.2011 im Deutschen Filmhaus in Wiesbaden. Das Deutsche Filmhaus in Wiesbaden zeigte vom 20. September bis zum 31. Oktober 2011 unter dem Motto "Die erotischen 50er" Filmplakate, Ausschnitte und Werbematerial von "Skandalfilmen" aus den 50er Jahren. Viele der Filme lösten zum Teil politische Debatten über Erotik und Moral aus.  (dpa / Fredrik von Erichsen)

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, die Altersempfehlungen für Filme vergibt, feiert Geburtstag. Als erstes prüfte die FSK vor genau 70 Jahren den Film "Intimitäten". Wie der Prüfalltag heute aussieht, berichtet die Gutachterin Annette Lohse.Mehr

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