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Kulturnachrichten

Sonntag, 12. März 2017

Schützenverbände verabschieden neue Regelungen

Auch Nichtchristen und Homosexuelle können Schützenkönige werden

Beim Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) können ab sofort auch Muslime, andere Nichtchristen und Homosexuelle Schützenkönig werden. Das hat der christliche Schützenverband in Leverkusen mit großer Mehrheit beschlossen. In den letzten Jahren hatte es mehrfach Diskussionen um muslimische und homosexuelle Schützenkönige gegeben. Beispielsweise hätte laut Satzung ein türkischstämmiger Schützenkönig im westfälischen Werl als Muslim gar nicht Mitglied werden, geschweige denn den Thron besteigen dürfen, da das nur Christen vorbehalten war. Ähnlich großen Wirbel verursachte der Münsteraner Schützenkönig Dirk Winter: Statt einer Frau nahm er seinen langjährigen Lebenspartner mit auf den Königsthron. Nach diesen und ähnlichen Fällen hatte der Verband mit seinen gut 1.300 Ortsvereinen rund 400.000 Mitgliedern einen neuen "Orientierungsrahmen" entworfen, der jetzt verabschiedet wurde.

Kurt-Weill-Fest endet mit Abschied des Intendanten

Michael Kaufmann hatte das Festival seit 2009 verantwortet

Das 25. Kurt-Weill-Fest ging mit einer Aufführung des Musicals "Braver Soldat Johnny" zu Ende. Das MDR-Sinfonieorchester spielte es im Theater Dessau im Abschlusskonzert unter der Leitung von Chefdirigent Kristjan Järvi. Als Sprecher und Regisseur war zudem Schauspieler Bernhard Bettermann aus der ARD-Dauerbrennerserie "In aller Freundschaft" dabei. Mit der diesjährigen Auflage des zweiwöchigen Festivals endet auch die Zeit von Michael Kaufmann als Intendant. Er hatte das Festival seit 2009 verantwortet. Kaufmann wurde im Anschluss an das Konzert im Theaterfoyer verabschiedet. Das Festival im kommenden Jahr soll von einem vierköpfigen Interimsteam verantwortet werden. An dessen Spitze wird der Berliner Kulturmanager Gerhard Kämpfe stehen, der in der Hauptstadt die Konzertreihe "Classic Open Air" auf dem Gendarmenmarkt veranstaltet. An seiner Seite werden den Angaben zufolge Markus L. Frank, Generalmusikdirektor des Anhaltischen Theaters, der Literatur- und Kunsthistoriker Jürgen Schebera, und Johannes Weigand, Intendant des Anhaltischen Theaters, sein.

Bremer Friedenspreis für Cerna und Rothermel

Auszeichnung für Förderung der Völkerverständigung über kulturellen Austausch

Libuse Cerna und Tilman Rothermel haben den mit 5.000 Euro dotierten Kultur- und Friedenspreis der Bremer Villa Ichon erhalten. Das Ehepaar habe in den vergangenen Jahrzehnten die soziale und kulturelle Entwicklung in Bremen maßgeblich geprägt, begründete die Jury ihre Entscheidung. Die Eheleute hätten dazu beigetragen, die Völkerverständigung durch internationalen Austausch zu fördern und dafür gemeinsam zahlreiche nationale und internationale Projekte entwickelt und geprägt. Beispielhaft für das Engagement der Tschechin und des Schwaben nannte die Jury unter anderem den Bremer "Kunstfrühling", das "globale"-Festival für grenzüberschreitende Literatur und die Agentur "pro-tisk" für den kulturellen Austausch vor allem mit Tschechien.

Klassiknachwuchs in Leipzig gekürt

Gewinner sind Oboist Juri Schmahl, Hornist Tillmann Höfs und Komponist Steven Heelein

Oboist Juri Schmahl, Hornist Tillmann Höfs und Komponist Steven Heelein sind die Gewinner des 43. Deutschen Musikwettbewerbs. Sie wurden beim Abschlusskonzert im Leipziger Gewandhaus gekürt, wie der Deutsche Musikrat mitteilte. Zum Programm gehörte die Uraufführung von Heeleins Werk "Syrix" durch einige Ausgezeichnete und die Staatskapelle Halle. 14 Solisten und drei Ensembles erhalten Stipendien, werden in die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler aufgenommen und durch Vermittlung von bis zu 40 Konzerten pro Jahr und die Produktion einer Debüt-CD gefördert. Die 36-köpfige Jury leitete der Professor für Kammermusik an der Musikhochschule in Hannover und Violinist im Kuss-Quartett, Oliver Wille. Sie vergab auch den mit 2500 Euro dotierten Preis des Deutschlandfunks an Jungkomponist Elias Jurgschat.

Sledge-Schwester Joni gestorben

Soul-Musikerin wurde 60 Jahre alt

Mit "We are Family" feierte die Geschwister-Gruppe Sister Sledge einen ihrer größten Hits. Joni war die zweitälteste der vier Schwestern, sie starb nach Angaben der Familie am Freitag in Phoenix. Die Mitteilung auf Facebook lautete: "Unsere Familie ist von Benommenheit erfasst worden". Sister Sledge eroberten in den 70er Jahren als Soul- und Funkgruppe erstmals die Charts in den USA und Europa.

Ballett-Star John Neumeier mit Erich-Fromm-Preis ausgezeichnet

Ehrung gilt auch dem sozialen Engagement des Choreographen

Ballet-Choreograph John Neumeier ist in Stuttgart mit dem Erich-Fromm-Preis ausgezeichnet worden. Der 78-Jährige werde nicht nur für sein künstlerisches Wirken, sondern auch für sein soziales Engagement geehrt, erklärte die Internationale Erich-Fromm-Gesellschaft mit Sitz in Tübingen. Aus ihrer Sicht hat der Intendant des Hamburger Balletts wie kaum ein anderer die Kunst zum Botschafter des Menschlichen gemacht und gescheiterten Menschen in seinen Choreographien eine große innere Würde verliehen. Der gebürtige US-Amerikaner Neumeier war von 1963 bis 1969 unter John Cranko als Tänzer, Solist und Choreograph am Stuttgarter Ballett. "Seine kreative Sensibilität erfühlt auch die tiefsten, oft verborgenen und gesellschaftlich unterdrückten Regungen im Menschen und verleiht ihnen körperlichen Ausdruck", erklärte die Gesellschaft. "Auf diese Weise wohnt dem Tanz und der Bewegung eine verändernde Kraft inne, die nach Erich Fromm jede produktive Kunst kennzeichnet."

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