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Kulturnachrichten

Samstag, 4. März 2017

Telemannjahr eröffnet

Konzerte, Flashmobs und Theaterstücke

Mit einem Festkonzert in Magdeburg hat das Telemannjahr begonnen. "In Magdeburg wird das Erbe Telemanns seit vielen Jahren mit großem Engagement gepflegt", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff. So vertiefe beispielsweise das Telemann-Zentrum die Forschung zu Telemanns Wirken in der Kirchenmusik. Damit sei eine Brücke zum Reformationsjubiläum geschlagen worden, hieß es. Bis zum 26. Juni sind unter dem Motto "Telemania" Dutzende Veranstaltungen in der Landeshauptstadt geplant- darunter Konzerte, Flashmobs und Theaterstücke. Der 1681 in Magdeburg geborene Barock-Komponist Georg Philipp Telemann starb vor 250 Jahren in Hamburg.

Bodo Kirchhoff schrieb "Widerfahrnis" um

Leicht veränderte neue Auflage

Der Träger des Deutschen Buchpreises 2016, Bodo Kirchhoff, hat das erste Kapitel seiner preisgekrönten Novelle "Widerfahrnis" umgeschrieben. "Ich habe bei den Lesungen gemerkt, dass man den Text noch ein bisschen verbessern kann", sagte der Autor dem "Hamburger Abendblatt". Die neue Auflage sei dann in leicht veränderter Form erschienen. Derzeit sitze er an einem Text, der den Arbeitstitel "Unkind" und den Untertitel "Legenden einer Sexualität" trage. "Dort geht es gewissermaßen um die Biografie einer Sexualität", sagte Kirchhoff.
Auch seine Mutter werde darin vorkommen. Die sei Schauspielerin am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg gewesen und habe selbst Bücher geschrieben.

BR-Intendant fordert Gesetze gegen "Fake News"

Betroffene bräuchten einen Auskunftsanspruch

Der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, hat ein härteres Vorgehen gegen die Verbreitung gezielter Falschnachrichten gefordert. "Man wird die Strafen bei Beleidigung und übler Nachrede im Netz deutlich verschärfen müssen", sagte Wilhelm in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Spiegel". Soziale Netzwerke wie Facebook müssten bei einem Strafantrag die Namen der Urheber von Straftaten herausgeben. Betroffene bräuchten einen Auskunftsanspruch - etwa wenn es darum gehe, gegen frei erfundene Zitate vorgehen zu können. Werde jemand in klassischen Medien verleumdet, könne er etwa eine einstweilige Verfügung oder eine Gegendarstellung verlangen. "Wenn das Ganze in sozialen Netzwerken passiert, hat der Betroffene viel weniger Rechte" - obwohl die Verletzung der Persönlichkeitsrechte dort langlebiger und schwerwiegender sei.

Neo Rauch: Politik nicht auf der Leinwand

Politischer Mensch, aber kein politischer Maler

Politik hat nach Ansicht des Malers Neo Rauch nichts auf der Leinwand zu suchen. "Ich mag die politischen Aktivisten auf dem Felde der Kunst nicht. Sie ist mir hochgradig zuwider, die Attitüde des Kommissars", sagte der Künstler der "Welt". Er sei ein politischer Mensch, aber kein politischer Maler. "Ich reflektiere sehr wohl, was geschieht, aber ich bin der Meinung, dass ich meine Leinwände weitestgehend freihalten muss von Anspielungen auf Vorgänge im politischen Raum. Das wären nur lächerliche Versuche, die Malerei der Propaganda oder Agitation aufzuschließen." Seit Donnerstag läuft die Dokumentation "Neo Rauch - Gefährten und Begleiter" über den Künstler in den Kinos.

Erben wollen Kandinsky aus Lenbachhaus

Es sei unrechtmäßig weggenommen worden

Die Erben der einstigen jüdischen Besitzerfamilie fordern das seit mehr als 40 Jahren im Münchner Museum Lenbachhaus hängende Kandinsky-Gemälde "Das bunte Leben" zurück. "Das Bild ist den rechtmäßigen Besitzern 1940 in einem Verstoß gegen internationale Gesetze weggenommen worden", zitierte die "New York Times" aus der Klage, die bei einem Gericht in Manhattan eingereicht worden sei. Demnach hat die jüdische Familie Lewenstein das Bild 1938 bei einem Museum in Amsterdam zur Verwahrung gegeben, bevor sie vor den Nationalsozialisten in die USA floh. Ohne Erlaubnis sei das Bild dann verkauft worden und durch mehrere Hände gegangen, bevor es 1972 von der BayernLB gekauft und dem Lenbachhaus geliehen wurde. Das Gemälde sei legitim erworben worden, zitierte die "New York Times" einen Sprecher der BayernLB. "Die BayernLB hat den Wunsch bekundet, dass das Bild im Lenbachhaus der Öffentlichkeit zugänglich bleibt und nicht weggebracht wird."

Bibliothek kauft Archiv von Lou Reed

Für die Öffentlichkeit zugänglich

Die Bibliothek der Stadt New York hat das gesamte Archiv des 2013 verstorbenen Rockmusikers Lou Reed aufgekauft. Zum früheren Besitz des Mitbegründers der Band The Velvet Underground zählen rund 3600 Ton- und 1600 Videoaufnahmen sowie hunderte Fotos, Dokumente, Notizen und persönliche Gegenstände aus seiner Karriere als Musiker. Teile davon sind nun an zwei Standorten der New York Public Library ausgestellt und noch bis 20. März zu sehen. "Mein Traum war immer, Lous Arbeit der Öffentlichkeit vollständig zugänglich zu machen. Man braucht keinen besonderen Ausweis", sagte Reeds Witwe Laurie Anderson einer Mitteilung der Bibliothek zufolge. Reed begann seine fünf Jahrzehnte lange Karriere als Gitarrist und Sänger 1958 mit einer Band an seiner High School auf Long Island bei New York. Als Frontmann der von Künstler Andy Warhol inspirierten Band The Velvet Underground experimentierte er mit einer neuen Art von Rockmusik, die folgende Generationen nachhaltig prägen sollte.

Schauspielerin Míriam Colón gestorben

Theatergründerin war Ikone der US-Latino-Darstellungskunst

Die vor allem aus dem Film "Scarface" bekannte Schauspielerin Míriam Colón ist tot. Die 80-Jährige sei am Freitag nach Komplikationen bei einer Lungeninfektion gestorben, teilte ihr Ehemann Fred Valle der Nachrichtenagentur AP mit. Colón galt durch ihre eigenen Darstellungen sowie die Gründung eines Theaters als Ikone der US-Latino-Schauspielerei. Sie war neben Stars wie Marlon Brando, Tony Curtis und Al Pacino zu sehen. Ihren letzten Auftritt absolvierte sie 2015 in der TV-Serie "Better Call Saul." Als Mutter von Tony Montana (gespielt von Al Pacino) wurde sie mit dem Film «Scarface» von 1983 einem breiteren Publikum bekannt. Die in Puerto Rico geborene Colón kam in den 1950er Jahren zunächst nach New York zum Filmstudium. Später zog sie nach Los Angeles, wo sie kleine Rollen in diversen TV-Sendungen und Filmen bekam, wie Valle sagte. Sie war unter anderem neben Brando in dem Western "Der Besessene" sowie neben Curtis in "Der Außenseiter" zu sehen. 1967 gründete sie das «Puerto Rican Traveling Theater» in New York und half jungen Schauspielern und Schreibern lateinamerikanischer Abstammung, ihre Arbeiten durchzusetzen. Während ihrer Karriere spielte sie in mehr als 90 Filmen und mehr als 250 Folgen von TV-Sendungen wie «Bonanza» und «Law & Order». Im Jahr 2015 bekam sie vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama die National Medal of Art verliehen, eine Auszeichnung für ihre Leistungen als Schauspielerin und Theatergründerin.

Daniel Barenboims Konzertsaal wird offiziell eröffnet

Die Bundeshauptstadt bekommt Konzertsaal in der Musikakademie

In Berlin wird heute Abend der neue Pierre-Boulez-Konzertsaal eröffnet. Der vom amerikanischen Stararchitekten Frank Gehry entworfene Raum im früheren Kulissendepot der Berliner Staatsoper Unter den Linden bietet Platz für 680 Zuhörer. Er ist Teil der vom Dirigenten Daniel Barenboim gegründeten Musikakademie seines West-Eastern Divan Orchestra. Der Konzertsaal trägt den Namen des französischen Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez (1925-2016). Das Programm des Eröffnungswochenendes führt unter Barenboims Leitung durch verschiedene Epochen der Musik mit Werken von Schubert, Mozart, Alban Berg, Boulez und Jörg Widman. Zu den Künstlern, die in dieser Spielzeit auftreten werden, zählen die Pianisten Yefim Bronfman, Lang Lang, Andras Schiff und Denis Kozhukhin sowie die Geiger Lisa Batiashvili, Gidon Kremer, Carolin Widmann und Pinchas Zukerman.

Ernesto Cardenal wird Ehrendoktor in Wuppertal

Auszeichnung für 92jährigen Schriftsteller und früheren Kulturminister

Der nicaraguanische Dichter Ernesto Cardenal erhält heute Nachmittag um 16.30 Uhr die Ehrendoktorwürde der Bergischen Universität Wuppertal. Die Auszeichnung bekommt der 92-jährige Schriftsteller nach Angaben der Hochschule für seinen Beitrag zur Weltliteratur und sein Engagement für den kulturellen Austausch zwischen Nicaragua und Deutschland. Cardenal, einer der bekanntesten Autoren seiner Heimat und vor allem in Deutschland enorm populär, ist derzeit auf Lesereise unterwegs. Nach Bonn und Münster ist Wuppertal die dritte Station des Priesters. Cardenal gehört zu den schillernden Figuren Lateinamerikas. Er war unter anderem am Sturz des Diktators Anastasio Somoza in Nicaragua beteiligt, nach der Revolution 1979 wurde der Lateinamerikaner Kulturminister der sandinistischen Regierung. Später überwarf er sich allerdings mit seinen einstigen Kampfgenossen, heute ist er ein scharfer Kritiker von Präsident Daniel Ortega.

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