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Kulturnachrichten

Montag, 19. August 2019

Iran schickt Dokumentarfilm ins Oscar-Rennen

Der Iran schickt einen Dokumentarfilm ins Oscar-Rennen für den besten fremdsprachigen Film. Die für die Auswahl zuständige Cinema-Stiftung entschied sich für den Film "Auf der Suche nach Farideh" der Regisseurin Asadeh Mussawi und ihres Kollegen Kurosch Attaei. Er handelt vom Leben der des Mädchens Farideh, das als Baby von ihren leiblichen Eltern im Nordosten des Iran ausgesetzt worden ist. Das Kind wurde von einem niederländischen Ehepaar adoptiert. 40 Jahre später will Farideh ihre Wurzeln erkunden und fliegt in den Iran. Dort trifft sie auf drei Familien, die behaupten, ihre leiblichen Eltern zu sein. Der Iran hat in der Oscar-Kategorie für den besten ausländischen Film bereits zweimal gewonnen. Beide Male gewann der Regisseur Asghar Farhadi: 2012 mit dem Film "Nader und Simin - Eine Trennung" und 2016 mit "Salesman".

Cem Özdemir erhält Ignatz-Bubis-Preis

Der langjährige Grünen-Parteichef Cem Özdemir ist in der Frankfurter Paulskirche mit dem Ignatz-Bubis-Preis ausgezeichnet worden. Der Politiker erhielt den mit 50 000 Euro dotierten Preis für "außergewöhnliches Engagement und ein stets zukunftsorientiertes Handeln zum Aufbau einer friedlichen Welt mit Offenheit und Toleranz", hieß es in der Begründung. Özdemir sagte in seiner Dankesrede, Bubis und der rechtsradikale Brandanschlag auf das Haus einer türkischen Familie in Solingen hätten ihn 1993 in die Politik geführt. Dass Bubis damals deutliche Worte fand, habe ihn tief beeindruckt. Der Preis wird seit 2001 alle drei Jahre vergeben und ehrt Menschen oder Organisationen, deren öffentliches Wirken "im Sinne der von Ignatz Bubis vertretenen Werte gekennzeichnet" sei. Bubis (1927-1999) war Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und seit 1992 Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Kulturrat fordert Freifahrten auch für Ehrenamtliche

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, fordert Freifahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln auch für ehrenamtlich engagierte Menschen. Hintergrund ist ein aktueller Vorstoß, nach dem Soldaten der Bundeswehr in Uniform ab 1. Januar nächsten Jahres kostenlos Zug fahren können. "Die vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich und freiwillig engagieren, haben wie die Soldatinnen und Soldaten Anerkennung und Respekt verdient", betonte Zimmermann. Bürgerschaftliches Engagement sei "gelebte Demokratie" und leiste einen "unverzichtbaren Beitrag" zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, so Zimmermann weiter.

Streit um Arnautoff Wandgemälde in San Francisco

13 große Wandgemälde des russischen Künstlers Victor Arnautoff, die seit über 80 Jahren in der George Washington High School in San Francisco hängen, haben eine heftige Debatte ausgelöst. Kritiker stoßen sich an der Darstellung über das Leben des ersten US-Präsidenten George Washington vor allem an der Abbildung von Sklaven und getöteten Ureinwohnern. Einige Schüler hatten bekundet, die Bilder von schwarzen und indigenen Unterdrückten zu sehen, sei für sie traumatisierend. Arnautoff (1896-1979), der die Fresken 1936 schuf, habe als Künstler der Neuen Sachlichkeit die Gesellschaft in realistischer und kritischer Weise dargestellt, sagt Robert Cherny, Historiker und Experte für Arnautoffs Kunst. Ein Entschluss der Schulbehörde im Juni, die "Life of Washington"-Fresken zu übermalen, hatte Proteste ausgelöst. Daraufhin stimmte das Gremium nun mit knapper Mehrheit dafür, die Malereien zu erhalten, sie aber abzudecken. Zu den Verfechtern der Wandfresken gehört unter anderem der afroamerikanische Schauspieler und Aktivist Danny Glover, der als Jugendlicher die Schule besucht hatte. Die umstrittenen Darstellungen seien eine mahnende Erinnerung an die Unterdrückung von Menschen, sagte er dem Sender KPIX.

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