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Donnerstag, 12.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Dresdener Juwelenraub könnte mit Berliner Clanmilieu zusammenhängen

Der Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden könnte nach einem Zeitungsbericht mit arabischstämmigen Clans in Berlin zusammenhängen. Die Polizei prüft entsprechende Hinweise, berichtet die "Berliner Morgenpost". Die Staatsanwaltschaft Dresden teilte mit, ihre Sonderkommission überprüfe mögliche Parallelen zum Diebstahl im Jahr 2017, als aus dem Berliner Bode-Museum eine 100 Kilogramm schwere Goldmünze ähnlich spektakulär entwendet wurde - und bis heute nicht wieder aufgetaucht ist.

Shortlist für deutsche Kulturhauptstadt-Kandidaten 2025

Chemnitz, Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg: Diese fünf Städte haben es auf die Shortlist für die europäische Kulturhauptstadt 2025 geschafft. Dresden, Gera und Zittau sind ausgeschieden. In sechs Jahren darf eine Stadt aus Deutschland und eine aus Slowenien den begehrten Titel tragen. Im Herbst nächsten Jahres wird der Gewinner gekürt. 2010 war Essen mit dem Ruhrgebiet europäische Kulturhauptstadt.

Weinstein einigt sich mit Vergewaltigungs-Opfern

Der frühere Hollywood-Produzent Weinstein hat sich offenbar mit zahlreichen Frauen geeinigt, die ihm sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung vorwerfen. Nach einem Bericht der „New York Times“ sollen mehr als 30 Schauspielerinnen und ehemalige Mitarbeiterinnen insgesamt 25 Millionen Dollar erhalten. Der Vergleich würde fast alle Zivilprozesse gegen Weinstein beenden. Das Geld zahlt nicht Weinstein selbst, sondern die Versicherung seiner Produktionsfirma. Die Einigung ist unabhängig von einem Strafprozess in New York, der im Januar beginnt und in dem Weinstein wegen Vergewaltigung angeklagt ist. Die Vorwürfe gegen den Filmproduzenten hatten vor über zwei Jahren die „Me-Too“-Debatte ausgelöst.

Projekt zu NS-Einfluss auf das Bundespräsidialamt

Das Bundespräsidialamt hat ein Forschungsvorhaben über die NS-Einflüsse auf das eigene Haus ausgeschrieben. Historiker sollen dabei unter anderem zu Amtsinhabern mit NS-Vergangenheit forschen, teilte die Behörde mit. In den Blick genommen werden soll, wie sich die Amtsinhaber und deren Stäbe zum Beispiel bei Reden, Staatsbesuchen, Personalentscheidungen oder Ordensverleihungen verhalten haben. Das Projekt "Das Bundespräsidialamt und der Nationalsozialismus" untersucht, wie sich die Zeit des Nationalsozialismus auf das Amt ausgewirkt hat. Das Forschungsvorhaben solle Ende März 2022 abgeschlossen sein, sagte Bundespräsident Steinmeier.

Didier Eribon traut französischer Regierung nicht

Auch nach den Ankündigungen des französischen Premierministers Edouard Philippe, die Rentenreformpläne zu verändern, gehen die Proteste weiter. Im Deutschlandfunk Kultur äußerte der Schriftsteller Didier Eribon sein Misstrauen gegenüber der Regierung. Sie scheine zwar auf die Streiks einzugehen, aber der Hintergrund der Reform bliebe gleich. "Das ist eine Form die Menschen zu betrügen", sagte Eribon. Der Schriftsteller hatte sich an einem Aufruf beteiligt, mit dem 180 französische Intellektuelle gegen die Regierungspläne protestierten.
Die größte Bahngewerkschaft CGT-Cheminots erklärte am Donnerstag, es werde "keinen Waffenstillstand zu Weihnachten" geben, wenn die Regierung die umstrittene Rentenreform nicht zurückziehe.

Jüdisches Museum Frankfurt wird später eröffnet

Statt im Frühjahr 2020 wird das Jüdische Museum Frankfurt am Main in der zweiten Hälfte des Jahres wieder eröffnet. Der genaue Zeitpunkt sei noch nicht bekannt, so das städtische Kulturdezernat. Bei der Restaurierung des historischen Rothschild-Palais, in dem der Aufbau der neuen Dauerausstellung bereits begonnen habe, seien Schäden an der Bausubstanz entdeckt worden. Deren Erneuerung im historischen Baustil sei zeitaufwendig. Der Zeitpunkt der Wiedereröffnung ist zum wiederholten Mal verschoben worden, ursprünglich war er für Anfang 2019 vorgesehen. Die Gesamtkosten von rund 50 Millionen Euro sollen durch die neuen Sanierungsmaßnahmen nach den Angaben des Kulturdezernats nur "moderat" steigen.

Kunsthistoriker Martin Warnke gestorben

Der Kunsthistoriker Martin Warnke ist im Alter von 82 Jahren in Halle gestorben. Das teilte die Hamburger Kulturbehörde mit. Warnke lehrte von 1979 bis zu seiner Emeritierung an der Universität Hamburg. Zuvor war er Professor für Kunstgeschichte an der Universität Marburg. Herausragend waren unter anderem seine Berichte für die "Stuttgarter Zeitung" über die Auschwitz-Prozesse in Frankfurt am Main und sein nachhaltiger Einfluss auf die Kunstgeschichte, in der er sich immer für einen neuen, auch sozialgeschichtlich geprägten Blick einsetzte, hieß es. Warnke wurde mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Aby-Warburg-Preis der Stadt Hamburg geehrt.

Beethovenhalle wird noch später fertig

Die Fertigstellung der Bonner Beethovenhalle verzögert sich weiter. Statt des zuletzt genannten Termins im Jahr 2022 könnte die Sanierung nun Mitte 2024 beendet sein, teilte die Stadt mit. Es gebe nach dem Start einer neuen Objektüberwachungsfirma noch keinen mit allen Beteiligten abgestimmten Terminplan, sagte Oberbürgermeister Ashok Sridharan. Die Halle sollte eigentlich Hauptspielort der Feiern zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven (1770-1827) im kommenden Jahr werden. Zentrale Spielstätte des Festjahres in Bonn ist nun die Oper aus den 1960er Jahren.

Design-Professor Palz wird Präsident der UdK

Der bisherige Erste Vizepräsident der Berliner Universität der Künste (UdK), Norbert Palz, wird neuer Präsident der Hochschule. Der Professor für Digitales und Experimentelles Entwerfen im Studiengang Architektur werde Nachfolger von Martin Rennert, teilte die UdK mit. Die Präsidentschaft des 65-jährigen Rennert endet am 9. Januar 2020. Die Wahl seines Nachfolgers muss vom Senat bestätigt werden. Der 1970 geborene Palz lehrt und forscht über das Zusammenspiel von Kunst, Architektur und Technologie. Als Digital-Designer hat er unter anderen für Künstler wie Olafur Eliasson, Thomas Demand und Monica Bonvicini gearbeitet. Er gilt als weltweit anerkannter Fachmann für computergestütztes Architektur-Design.

Fontanejahr war Erfolg für Brandenburg

Das brandenburgische Fontanejahr 2019 ist nach Einschätzung der Veranstalter ein großer Erfolg geworden. Ganz unterschiedliche Zielgruppen seien mit einer Vielfalt von Projekten zum 200. Geburtstag des Schriftstellers Theodor Fontane erreicht worden, betonte die Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte, Brigitte Faber-Schmidt. Bei den Veranstaltungen der Reihe "Kulturland Brandenburg" zum Themenjahr seien rund 350.000 Besucher gezählt worden. Kurt Winkler, Geschäftsführer der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte, sagte, die zentralen Ausstellungen in Potsdam und in Fontanes Geburtsstadt Neuruppin hätten gezeigt, dass der Schriftsteller "kein verstaubter Klassiker" sei.

Nominierung für US-Schauspieler-Preise

Hollywoods Schauspielerverband SAG hat die Kandidaten für seine Preis-Show bekanntgegeben. Das Mafia-Epos "The Irishman", Quentin Tarantinos "Once Upon a Time in Hollywood" und das Drama "Bombshell" um Machtmissbrauch und Belästigung haben jeweils vier Nominierungen für den SAG-Award erhalten. Um die SAG-Trophäe als bester Schauspieler konkurrieren mit Leonardo DiCaprio seine Kollegen Joaquin Phoenix, Adam Driver, Christian Bale und Taron Egerton. In der Frauenriege wurden neben Charlize Theron ("Bombshell") auch Renée Zellweger ("Judy"), Scarlett Johansson ("Marriage Story"), Cynthia Erivo ("Harriet") und Lupita Nyong'o ("Wir") nominiert. Die SAG-Awards werden am 19. Januar zum 26. Mal vergeben. Sie gelten als Vorboten für die im Februar anstehende Oscar-Verleihung.

Kosovo erklärt Peter Handke zur Persona non grata

Literaturnobelpreisträger Peter Handke ist im Kosovo nicht willkommen. Das teilte Außenminister Behgjet Pacolli auf Facebook mit. Sein Land habe ihn zur Persona non grata erklärt. "Die Verbrechen zu leugnen und Verbrecher zu unterstützen ist ein schreckliches Verbrechen." Neben dem kosovarischen Botschafter hatten auch die Botschafter Albaniens, Bosniens, Nordmazedoniens, der Türkei und Kroatiens die Verleihung des Literaturnobelpreises boykottiert.

Neue Version des Radetzky-Marschs

Die Wiener Philharmoniker beschließen ihr Neujahrskonzert 2020 mit einer neuen Version des traditionellen Radetzky-Marschs. Der Grund sei, dass die alte Variante auf den Komponisten und bekennenden Nationalsozialisten Leopold Weninger zurückgehe. Die Pressestelle des Orchesters bestätigte eine entsprechende Meldung der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Vorstand der Wiener Philharmoniker, Daniel Froschauer, sagte über die neue Fassung, sie sei "als Gemeinschaftsarbeit der Wiener Philharmoniker entstanden und vor allem unbelastet von einer braunen Vergangenheit". Das Arrangement von Leopold Weninger sei erstmals 1946 aufs Programm gesetzt worden.

"Ommegang" ist Immaterielles Unesco-Weltkulturerbe

Die Weltkulturorganisation Unesco hat bei ihrer Konferenz in Kolumbien die Liste des weltweiten Immateriellen Kulturerbes erweitert: Die historische Brüsseler Prozession "Ommegang", der byzantinische Gesang auf Zypern und das Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit in Boliviens Hauptstadt La Paz zählen nun dazu. Bereits am Dienstag stufte die Organisation den Seperu-Volkstanz in Botswana, das Erntedankfest der Subanen auf den Philippinen sowie Rituale um den kenianischen Kit-Mikayi-Schrein als gefährdete Immateriellen Kulturerbe ein. Insgesamt berät der Zwischenstaatliche Ausschuss mit Vertretern aus 24 Vertragsstaaten bis Samstag über 41 nominierte Kulturformen.

Bayreuther Festspielsprecher Emmerich ist tot

Der langjährige Sprecher der Bayreuther Festspiele, Peter Emmerich, ist im Alter von 61 Jahren gestorben. Das bestätigte Katharina Wagner der Deutschen Presse-Agentur. Emmerich hatte die Öffentlichkeitsarbeit der Richard-Wagner-Festspiele drei Jahrzehnte lang geprägt. Festspiel-Patriarch Wolfgang Wagner hatte ihn kurz vor dem Mauerfall 1989 aus Dresden nach Bayreuth geholt.

Klage gegen Berufung des Gründungsdirektors

Der Streit um die Leitung der Berliner Bauakademie wird jetzt juristisch ausgetragen. Nachdem an die 500 Architekten und Museumsfachleute in einem Offenen Protestbrief darauf hinwiesen, dass der zum Gründungsdirektor ernannte SPD-Politiker Florian Pronold keines der Kriterien der Stellenausschreibung erfüllt, klagen zwei unterlegene Mitbewerber nun vor Gericht. Am 9. Januar soll in Berlin über den Eilantrag entschieden werden, teilte das Landesarbeitsgericht mit. Das für die Bundesstiftung Bauakademie zuständige Innenministerium äußerte sich nicht. In dem Offenen Brief heißt es unter anderem, der 46-jährige Jurist sei in der Welt des Bauens nahezu unbekannt. Damit werde eine Chance vergeben, die Bauakademie als Architekturzentrum mit internationaler Ausstrahlung zu etablieren.

Bushido gewinnt vor Gericht gegen Fler

Die Freiheit der Kunst reiche zwar weit, und Rap beinhalte sprachliche Grenzüberschreitungen. Aber erlaubt ist trotzdem nicht alles. Zu diesem Schluss kam heute das Landgericht München 1 und untersagte dem Rapper Fler, weiter zu behaupten, sein musikalischer Kollege Bushido und seine Ehefrau hätten nicht gemeinsam vier Kinder. Auch wenn Diffamierungen Teil des Rap als Kunstform seien, dürfe die Musik "nicht vorgeschoben werden, um beleidigende Inhalte" zu transportieren.

Ungarn billigt Gesetz für mehr Kontrolle über die Kultur

Im Eilverfahren und unter Protesten der Opposition hat die rechte Regierungsmehrheit im ungarischen Parlament ein umstrittenes Gesetz für eine stärkere Kontrolle der Kultur verabschiedet. Während der Abstimmung am Mittwoch standen die Oppositionsabgeordneten und hielten sich schwarze Theatermasken vors Gesicht, wie das Portal "444.hu" berichtete. Das neue Gesetz sieht die Schaffung eines Nationalen Kulturrates vor, der die "strategische Lenkung der kulturellen Sektoren durch die Regierung" ermöglichen soll. Bei der Bestellung von Intendanten von staatlich geförderten Stadttheatern muss künftig mit dem zuständigen Minister eine Einigung erzielt werden. Bisher haben die Gemeinden allein entschieden, wer die von ihnen betriebenen Theater leitet. Am Montag hatten im Zentrum von Budapest mehrere Tausend Bürger gegen das Gesetz demonstriert. Mehr als 50 000 Menschen unterzeichneten eine Online-Petition gegen das Gesetz.

Die Kunstmesse art berlin wird eingestellt

Bis auf Weiteres wird die Durchführung der Kunstmesse art berlin eingestellt, wie der Veranstalter Koelnmesse mitteilte. Ausschlaggebend für die Entscheidung seien die aktuellen Rahmenbedingungen in Berlin, die insbesondere Planungssicherheit vermissen ließen, kommentierte Gerald Böse, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Koelnmesse. So sei die Nutzung des Standorts Tempelhof, wo die Messe bisher drei mal stattgefunden hat - ab 2020 nicht garantiert und das finanzielle Ergebnis der Kunstmesse nicht befriedigend gewesen. Man wolle sich jetzt wieder verstärkt den Kunstmessen am Standort Köln konzentrieren, so Böse. Die Koelnmesse organisiert und betreut jedes Jahr rund 80 Messen, Gastveranstaltungen und Special Events in Köln und in den wichtigsten Märkten weltweit. Mit ihrem Portfolio erreicht sie über 55.000 Aussteller und mehr als drei Millionen Besucher.

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