Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Sonntag, 25.08.2019
 
Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Kulturnachrichten

Sonntag, 27. März 2016

De Niro streicht umstrittene Impfstoff-Doku

"Vaxxed" läuft nun doch nicht auf Tribeca-Filmfestival

Oscar-Preisträger und Filmfestgründer Robert De Niro hat einen umstrittenen Dokumentarfilm über Impfungen und Autismus aus dem Programm des Tribeca-Filmfests gestrichen. Nach Beratungen mit der Festival-Leitung und Wissenschaftlern sei er zu dem Schluß gekommen, den Film "Vaxxed" doch nicht zu zeigen, teilte De Niro mit. Bedenken über bestimmte Inhalte des Films hätten zu dieser Entscheidung geführt, hieß es. "Vaxxed" ist ein Film des umstrittenen Mediziners und Impfstoffgegners Andrew Wakefield, der in einer Studie einen vermeintlichen Zusammenhang von Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln und einem höheren Risiko für Autismus bei Kindern dargelegt hatte. Die Studie wurde jedoch 2004 vom britische Medizinjournal "The Lancet" zurückgezogen, Wakefield wurden Fehler und Manipulationen vorgeworfen, er verlor in Großbritannien seine ärztliche Zulassung. De Niro hatte anfangs erklärt, dass er den Film zwar persönlich nicht befürworte, aber eine Diskussion willkommen sei. Dies sei eine sehr persönliche Angelegenheit für ihn und für seine Familie. De Niro und seine Frau haben selbst ein autistisches Kind. Das Tribeca-Festival war 2002 von De Niro und zwei Kollegen als Antwort auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 gegründet worden.

Psychologe für mehr Querdenker

"Man muss die Leute feiern, die aufbegehren", so Adam Grant

Wirtschaft und Gesellschaft brauchen nach Ansicht des US-amerikanischen Psychologen Adam Grant mehr Querdenker. "Jeder Fortschritt hängt ab von Menschen, die die bestehenden Regeln in Frage stellen, die also originell sind", sagte Grant der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Das heiße nicht nur, dass der Betreffende neue und erfolgversprechende Ideen habe, sondern auch bereit sei, diese gegen Widerstände durchzusetzen. "Man muss die Leute feiern, die aufbegehren", so der Autor des Buches "Nonkonformisten. Warum Originalität die Welt bewegt".

Päpstliche Osterbotschaft im Zeichen von Terror

Auch die Flüchtlingssituation machte er auf dem Petersplatz zum Thema

Papst Franziskus hat in seiner Osterbotschaft an das Leid von Flüchtlingen und Terroropfern erinnert und zum Einsatz für Frieden und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. "Die Welt ist voll von Menschen, die an Leib und Seele leiden, während die Nachrichten sich mit Meldungen über grausame Verbrechen füllen", sagte er heute auf dem Petersplatz. Gewalt zeige sich im häuslichen Umfeld ebenso wie bei bewaffneten Konflikten, unter denen ganze Bevölkerungen litten, so der Papst. Dieses Osterfest stehe im Zeichen des Terrors, "jener blinden und grausamen Form von Gewalt, die nicht aufhört, unschuldiges Blut in vielen Teilen der Erde zu vergießen". Franziskus erinnerte auch an "die immer größer werdende Schar der Migranten und Flüchtlinge", die Krieg, Hunger, Armut und sozialer Ungerechtigkeit entkommen wollten. In diesem Zusammenhang appellierte Franziskus an den bevorstehenden Welthumanitätsgipfel, die Würde des Menschen in den Vordergrund zu stellen und politische Lösungen für die Notleidenden zu entwickeln. Als wichtigen Grund für das Elend nannte er eine profitgierige Ausbeutung der Natur und den Klimawandel. Dieser führe zu Dürren, Überschwemmungen und Nahrungsmittelkrisen. Anschließend spendete er den traditionellen Segen "Urbi et orbi" - "der Stadt und dem Erdkreis".

Defa-Filmtage in Merseburg

Von Stummfilm bis Oper

In Merseburg sind am ersten April-Wochenende Filme und Fernsehproduktionen aus der DDR zu sehen. Vom 1. bis 3. April drehe sich alles um die Deutsche Film AG, kurz DEFA, teilten die Veranstalter mit. Das Motto des Merseburger Filmfestivals laute "Ehrgeiz-Liebe-Hoffnung". Es gebe Vorführungen, Filmgespräche, Amateurfilmrunden und eine Ausstellung. Neben DDR-Filmen wie "Hatifa" und "Ein irrer Duft von frischem Heu", dem Stummfilm "Panzerkreuzer Potemkin" und der Oper "Zar und Zimmermann", sollen auch zwei aktuelle Filme laufen: "Der Staat gegen Fritz Bauer" und "Eisenstein in Guanajuato" von Peter Greenaway. Die Merseburger Defa-Filmtage werden seit 2006 vom Förderverein Kino Völkerfreundschaft organisiert.

Nachrichtensender Al-Dschasira streicht 500 Stellen

Geldgeber Katar leidet unter Ölpreisverfall

Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira streicht weltweit 500 Stellen. Die meisten Posten würden in der Zentrale des Senders in Katar wegfallen, teilte das staatlich finanzierte Unternehmen heute mit. Generaldirektor Mostefa Souag sagte, die Kürzungen seien Teil einer "Initiative zur Optimierung der Arbeitskräfte". Erst Mitte Januar hatte Al-Dschasira mitgeteilt, dass der Betrieb seines US-Ablegers Ende April eingestellt werde. Der war erst 2013 gestartet. Al-Dschasira ist seit seiner Gründung 1996 der führende arabischsprachige Nachrichtensender, doch geriet der Konzern zuletzt zunehmend in Schwierigkeiten. Das Emirat Katar, das den Sender finanziert, kämpft seit Monaten mit den niedrigen Energiepreisen. Der Golfstaat ist auf die Einnahmen aus dem Gas- und Ölverkauf angewiesen und erwartet dieses Jahr erstmals seit 15 Jahren ein Haushaltsdefizit. Der Emir kritisierte im Dezember Verschwendung, Überbesetzung und mangelnde Kontrolle im Land. Bisher beschäftigte Al-Dschasira rund 4500 Menschen weltweit.

Amnesty - Reporter in Saudi-Arabien verurteilt

Der Richterspruch entschied: fünf Jahre Haft, anschließende Reisesperre und Geldstrafe

Der saudi-arabische Journalist Alaa Brindschi ist nach Angaben von Amnesty International in seinem Heimatland wegen Beleidigung des Königshauses und Aufwiegelung der Öffentlichkeit zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem auch zu einer Geldstrafe von umgerechnet etwa 12.000 Euro und einer achtjährigen Reisesperre, teilte Amnesty unter Berufung auf eine mit dem Fall vertraute Person mit. Er sei zudem für schuldig befunden worden, islamische Religionsfiguren lächerlich gemacht und Sicherheitskräften vorgeworfen zu haben, im Osten des Landes Demonstranten getötet zu haben. Der Richterspruch sei "ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht", kritisierte die Menschenrechtsorganisation. Er zeige, wie intolerant mit dem Recht auf friedliche Meinungsäußerung umgegangen werde. Vertreter des saudiarabischen Justizministeriums waren am Wochenende für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Brindschi befindet sich nach Angaben der Organisation seit seiner Festnahme im Mai 2014 in Gewahrsam. Er habe für mehrere saudiarabische Zeitungen gearbeitet und auf Twitter geschrieben.

Umstrittene Orchesterfusion beim SWR

Neues Ensemble nimmt Gestalt an

Vier Jahre nach der umstrittenen Entscheidung über die Orchesterfusion beim Südwestrundfunk (SWR) nimmt das neue Ensemble Gestalt an. Das erste Konzert des neuen SWR-Symphonieorchesters mit Sitz in Stuttgart ist am 22. September geplant. Das konkrete Programm und Details zur Zukunft des Orchesters würden in der zweiten Aprilwoche der Öffentlichkeit vorgestellt, sagte ein Sprecher. In den kommenden Monaten geben das Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg sowie das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart ihre letzten Konzerte. Die vor 70 Jahren gegründeten Orchester fusionieren dann wegen Sparzwängen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Gegen die Verschmelzung der Orchester hatte es Proteste sowie heftige Kritik aus Politik und Kultur gegeben. Kritiker beklagten einen Verlust der kulturellen Vielfalt.

Rückeroberung von Palmyra

Syrische Truppen vertreiben IS

Syrische Regierungstruppen haben Berichten zufolge mit Unterstützung von russischen Luftangriffen Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat aus der historischen Stadt Palmyra verdrängt. Das Staatsfernsehen zitierte einen Militärbeamten mit der Aussage, die Streitkräfte und mit der Regierung verbündete Milizen hätten die vollständige Kontrolle über den Ort übernommen. Die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte, dass der IS Palmyra verloren habe. Es habe viele Tote unter den Extremisten gegeben, hieß es. Regierungstruppen hatten seit knapp drei Wochen eine Offensive geführt, um die zentralsyrische Stadt mit ihren 2000 Jahre alten Ruinen zurückzuerobern, die der IS im Mai 2015 erobert und teilweise zerstört hatte. Sie zählt zu den spektakulärsten historischen Stätten im Nahen Osten und zum Unesco-Weltkulturerbe. Die syrische Regierung will sie nun rekonstruieren.

Gedenkmarsch in Brüssel abgesagt

Die Polizei sei überlastet

Ein für heute in Brüssel geplanter Gedenkmarsch für die Opfer der Anschläge ist wegen Überlastung der Polizei abgesagt worden. Eigentlich hatten die Organisatoren zu einem "Marsch gegen die Angst" aufgerufen. Die Behörden und der Brüsseler Bürgermeister hatten aber an die Veranstalter appelliert, dem Aufruf nicht zu folgen, da die Polizei derzeit überfordert sei. Die Organisatoren überlegten es sich daraufhin anders. "Wir stimmen absolut mit der Bitte der Behörden überein, den Marsch auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben", sagte Emmanuel Foulon für die Veranstalter, "Die Sicherheit der Bürger hat absoluten Vorrang."

US-Jazzkomponist David Baker gestorben

Er wurde 84 Jahre alt

Der amerikanische Jazzmusiker und Komponist David Baker ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Er sei gestern in seinem Haus in Bloomington verschieden, teilte die Indiana University mit, an der Baker als Professor lehrte. Die Todesursache wurde nicht genannt. Auf Baker gehen mehr als 2000 Kompositionen zurück. Neben den USA trat er in Japan, Australien, Neuseeland und Europa auf. 1979 wurde er für einen Grammy nominiert und im Jahr 2000 bekam er für sein Lebenswerk die Ehrung als NEA Jazz Master, die bedeutendste Auszeichnung für Jazzmusiker in den USA. Bakers erstes Instrument war die Posaune. Nach einer bei einem Unfall erlittenen Kieferverletzung wandte er sich jedoch später dem Cello zu.

Johnny Hallyday rockte in Brüssel

Tausend Besucher kamen

Vier Tage nach den Anschlägen von Brüssel hat der 72-jährige französische Rockmusiker Johnny Hallyday gestern ein viel beachtetes Konzert in der belgischen Hauptstadt gegeben. Nachdem die US-Popdiva Mariah Carey am Vortag ein für heute geplantes Konzert aus Sicherheitsgründen abgesagt hatte, fanden sich zu Hallydays Auftritt etwa 11.000 Menschen ein. Unabhängig von den Anschlägen steht die derzeitige Tournee des Rockers unter dem Motto "Lebendig bleiben". Das Konzert fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Hindus in Brüssel sagen Frühlingsfest ab

Grund sind die Terroranschläge

Die indische Hindu-Gemeinde in Brüssel hat in Anbetracht der Terroranschläge das alljährliche Frühlingsfest "Holi" abgesagt. Wie das Indische Kulturzentrum mitteilte, werde das heutige Farbenfest aus Respekt vor den Opfern der Anschläge nicht stattfinden. Das indische "Holi"-Fest wird jedes Jahr am ersten Tag nach dem Vollmond im Hindu-Monat Phalgun gefeiert. Das "Fest der Farben" dauert mindestens zwei, in einigen Gemeinden auch bis zu zehn Tage.

"Kunstmarkt wird immer kurzatmiger"

So der Kunsthistoriker und Albertina-Direktor Albrecht Schröder

Der Direktor des Wiener Museums Albertina Klaus Albrecht Schröder macht eine sich immer schneller wandelnde Kunstwelt aus, um mehr Umsätze zu generieren. Trends würden auf Messen und Kunstveranstaltungen vorgestellt und nur wenige Monate später wieder vergessen. "Das mag für manche Kulturpessimismus sein, ich halte es für eine Gegenwartsanalyse", sagte Schröder. "So wenig wie heute hat sich noch nie eine Gegenwart für die Zukunft interessiert", meinte der österreichische Kunsthistoriker. Die Profilierung von neuen Künstlern durch Ausstellungen in Museen und Galerien sei schon fast vernachlässigbar geworden: "Wir machen keine Künstler mehr, sie werden vom Markt gemacht", so Schröder. Nach Angaben des "Art Market Report" soll es 2015 einen weltweiten Umsatz am Kunstmarkt von 57,5 Milliarden Euro gegeben haben.

Britische Stars fordern mehr Engagement für Flüchtlinge

Nicht nur Vivienne Westwood und Jude Law appellieren an David Cameron

Eine Gruppe von 90 Prominenten hat an den britischen Premierminister David Cameron appelliert, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. In einem offenen Brief in der Zeitung "The Guardian" schrieben sie, das Vereinigte Königreich blicke auf eine stolze Geschichte beim Schutz von Kriegsopfern zurück. "Wir rufen Sie auf, unsere Zusage zur Umsiedlung (von Flüchtlingen) zu erhöhen sowie die Grundsätze von Familienzusammenführungen zu stärken, um unbegleiteten Kindern und getrennten Familien zu helfen", heißt es in dem Appell mit Blick auf eine UN-Konferenz über syrische Flüchtlinge kommende Woche in Genf. Zu den Unterzeichnern der von einer britischen Hilfsorganisation unterstützten Aktion zählen auch Modedesignerin Vivienne Westwood, Jude Law, Ken Loach und Monty-Python-Komiker Michael Palin. Die britische Regierung hat bislang zugesagt, bis zum Jahr 2020 insgesamt 20 000 syrische Flüchtlinge aus Lagern an der syrischen Grenze ins Land zu lassen und mehrere hundert unbegleitete Minderjährige aufzunehmen. Kritiker werfen Cameron vor, dies sei zu wenig.

Kulturnachrichten hören

März 2016
MO DI MI DO FR SA SO
29 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

PopmusikSkandalbelastete Künstler stumm schalten
Hand hält Mobiltelefon, die Szene ist in grünes Licht getaucht. (imago stock&people/ images / Newscast)

Darf ich noch Michael Jackson hören? Spätestens seit den Missbrauchsskandalen um Jackson und R. Kelly ist Popmusik zu einem politischen Thema geworden. Eine Debatte mit der Musikjournalistin Lisa Ludwig und der Politikwissenschaftlerin Samira El Ouassi.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur