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Kulturnachrichten

Montag, 30. März 2015

Regisseur Helmut Dietl mit 70 Jahren gestorben

Er litt an Lungenkrebs

Der Regisseur und Filmemacher Helmut Dietl ist tot. Er starb am Nachmittag im Alter von 70 Jahren im engsten Familienkreis in seiner Münchner Wohnung. Zu Dietls bekanntesten Filmen zählen "Schtonk", eine Persiflage auf die Affäre um die Veröffentlichung der Hitler-Tagebücher, und die Komödie "Rossini" über die Eitelkeiten der Filmbranche. Berühmt waren außerdem seine Fernsehserien "Kir Royal" und "Monaco Franze". Die BR-Fernsehdirektorin Bettina Reitz sagte: "Er wurde zurecht mit den wichtigsten Filmpreisen ausgezeichnet. Typen wie der "ewige Stenz" aus der Fernsehserie "Monaco Franze" oder der Klatsch-Reporter "Baby Schimmerlos" aus "Kir Royal" wurden zu Kult-Figuren, Sätze wie "Ein bissel was geht immer" gingen nahtlos in den bayerischen Sprachgebrauch über." Sein Kollege Michael "Bully" Herbig, der die Hauptrolle in Dietls letztem Film "Zettl" spielte, wandte sich auf seiner Facebook-Seite an den Freund: "Ich muss Dir ja wohl nicht sagen, wie unfassbar traurig ich bin. Du warst und bist mein Held. Als ich von Deinem Abschied erfahren habe, weinte auch der Himmel über Schwabing ... es hagelte sogar. Zu Recht, Regen alleine wäre ja auch nicht standesgemäß."

Architekt Frank Gehry wird Bühnenbildner in Berlin

Er wird das Bühnenbild für die Oper "Orfeo ed Euridice" entwerfen

Der Stararchitekt Frank Gehry wird von der Berliner Staatsoper engagiert. Gehry werde für Christoph Willibald Glucks Oper "Orfeo ed Euridice" das Bühnenbild entwerfen, teilte die Staatsoper heute mit. Die Neuproduktion unter Regie von Intendant und Regisseur Jürgen Flimm sowie der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim soll am 18. März 2016 zu den Festtagen der Staatsoper im Schillertheater Premiere feiern. Der 86-jährige Gehry zählt mit Bauten wie dem Guggenheim-Museum in Bilbao und der Disney-Konzerthalle in Los Angeles zu den führenden Architekten weltweit. 2012 hatte der Musikliebhaber in Los Angeles das Bühnenbild für Mozarts «Zauberflöte» entworfen - aus Papier. Er arbeitet zur Zeit an einem Konzertsaal für das neue Musikzentrum von Barenboims West-Eastern Divan Orchestra in Berlin.

Opernintendant Mesdritsch wegen "Tannhäuser"-Inszenierung in Nowosibirsk gefeuert

Entlassung sprach der russische Kulturminister Wladimir Medinski aus

Das Amt des entlassenen Operndirektors Boris Mesdritsch wurde Wladimir Kechman, dem Direktor des Michailowskij-Theaters von Sankt Petersburg übertragen. Dieser hatte sich im Streit über Blasphemie und künstlerische Freiheit auf die Seite von Politik und Kirche gestellt und die Absetzung von Mesdritsch verlangt. Viele russische Kulturgrößen hatten die Interpretation der Oper hingegen verteidigt. Regisseur Timofej Kuljabin hatte im Opernhaus von Nowosibirsk den Wagnerschen Sängerwettstreit als Filmfestival inszeniert, bei dem Jesus Christus als Regisseur inmitten kaum bekleideter Frauen steht; dazu hatte es in den ersten Vorstellungen ein Plakat gegeben, das ein Kreuz zwischen nackten Frauenbeinen zeigt. Die daraufhin eingereichte Klage wegen Gotteslästerung durch die russisch-orthodoxe Kirche war vom Bezirksgericht abgewiesen worden. Daraufhin hatte der von der Partei "Einheitliches Russland" unterstützte Metropolit Tichon sich an die Staatsanwaltschaft und den russischen Inlandsgeheimdienst FSB gewandt.

Schweizer stimmen über neue Nationalhymne ab

Sechs Beiträge stehen im Wettbewerb

Die Schweizer können seit heute online über ihre mögliche künftige Nationalhymne abstimmen. Zur Auswahl stehen sechs von 208 Beiträgen eines inoffiziellen Wettbewerbs, teilte die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft mit, die Initiatorin einer neuen Hymne. Bis zum 15. Mai werden drei Finalisten bestimmt. Der Sieger wird dann in einem zweiten Online-Verfahren sowie in einer vom Fernsehen übertragenen Endausscheidung bestimmt. Erst wenn der Siegerbeitrag in der Bevölkerung akzeptiert ist, wollen sich die Initiatoren mit ihrem Vorschlag an die zuständige Bundesbehörde in Bern wenden. Viele Schweizer sind mit ihrer bisherigen Hymne unzufrieden. Sie wird häufig als wenig mitreißende Kreuzung aus Kirchenlied und Wetterbericht bezeichnet. Der Text wird von vielen Schweizern gar nicht verstanden. Nur 10% der Schweizer können die erste Strophe der Nationalhymne singen. Nur etwa 3% kennen alle vier Strophen.

Wolfgang Krach wird Co-Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung

Doppelspitze für die SZ

Der 51-jährige Journalist, bisher stellvertretender Chefredakteur der "Süddeutschen Zeitung", leitet zukünftig die Redaktion als Teil einer Doppelspitze. Der Herausgeberrat des Blattes berief Krach zum gleichberechtigten weiteren Chefredakteur neben Kurt Kister.
Die Aufgabenverteilung, die "de facto seit Langem in der Führung der Redaktion bewährt" sei, solle sich "künftig auch de jure im Impressum niederschlagen", begründete Johannes Friedmann, der Vorsitzende des Herausgeberrats, die Veränderung.

Broadway-Regisseur Gene Saks gestorben

Er wurde 93 Jahre alt

Das von Gene Saks inszenierte Stück "Barfuß im Park" war mit 1500 Aufführungen einer der größten Theatererfolge New Yorks. Die Zusammenarbeit mit Drehbuchautor Neil Simon seit 1963 sorgte auch für die Verfilmung nicht nur dieses Stoffes. Auch "Ein seltsames Paar" mit dem Komikerduo Jack Lemmon und Walter Matthau und "Die Kaktusblüte" mit Ingrid Bergman wurden mehrfach ausgezeichnet. Geboren in New York City im Jahr 1921 und aufgewachsen in New Jersey wollte Saks eigentlich Basketballspieler werden, bevor er das Schauspielern für sich entdeckte. Zuletzte war er in der Fernsehserie "Law & Order" zu sehen. Gene Saks starb bereits am 28. März.

Der Schriftsteller Uwe Timm wird 75 Jahre alt

Der politische Romancier wurde in den 70er Jahren bekannt

Die "biographische Anreicherung" hätte mit persönlicher und historischer Erfahrung zugenommen. Sein erster Roman "Heißer Sommer" aus dem Jahr 1974 gilt als eines der wenigen literarischen Zeugnisse der APO. Vier Jahre später folgte "Morenga", der sich mit der kolonialen Geschichte des Deutschen Reiches in Südafrika beschäftigt, für den er seine erste Auszeichnung erhielt. Populär machte ihn die Verfilmung seiner 1993 erschienen Berliner Nachkriegsgeschichte "Die Entdeckung der Currywurst", die mit Barbara Sukowa in der Hauptrolle verfilmt wurde. 2005 setzte er seinem Braunschweiger Schulfreund Benno Ohnesorg in "Der Freund und der Fremde" ein literarisches Denkmal. "Das ist auch eine Wut, die mich begleitet", erzählte Uwe Timm im Deutschlandradio Kultur. Dieses "Thermometer" sei nicht "durch Abklärung" gesunken, sondern steige "schon immer wieder" an, wenn er sich die gesellschaftlichen und politischen Verhältniss genauer betrachte.

Akademie der Künste erbt weitere Brecht-Handschriften

Auch Briefe und Postkarten an Familie und Freunde sind dabei

Die Berliner Akademie der Künste hat wertvolle Handschriften des Dichters Bertolt Brecht (1898-1956) erhalten. Dabei handelt es sich um Werkhandschriften sowie Briefe und Postkarten Brechts an seine Tochter Hanne Hiob, ihre Mutter Marianne Zoff, Brechts erste Ehefrau, sowie an die Schauspielerin Therese Giehse und den Verleger Peter Suhrkamp. Auch ein Tagebuch aus der Zeit von Februar bis Mai 1921 befinde sich unter den neu erhaltenen Handschriften, teilte die Akademie der Künste heute in Berlin mit. Brechts 2009 verstorbene Tochter Hanne Hiob hatte die Handschriften dem Bertolt-Brecht-Archiv der Akademie testamentarisch überlassen. Das 1956 von Helene Weigel gegründete Bertolt-Brecht-Archiv der Akademie der Künste umfasst nach eigenen Angaben weit mehr als eine Million Dokumente.

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